Ausgabe 
3.4.1917 Zweites Blatt
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Ar. 79

Zweites Blatt

Erscheint tS-Nch tritt Ausnahme des Sonntags.

Beilagen:Gietzener Kamlllenblätter" und Areirblatt für den Kreis Sichen".

Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. U68b. Vavkverkehr: Sewerbedaitt Stehen.

Dir Uriegsanleihe und die Rentner!

Ein erfahrener.Gwßbankier gab dem Verfasser dieser Zeilen einst den Rat, sein Kapital zu je entern Drittel in Staatspapieren, in ersten Hypotheken und guten Aktien anzulegen; dann könne nie olles verloren gehen, und es bleibe so außerdem die.Möglichkeit höheren Gewinnes. Und zahlreiche andere Rentner werden von dem Bankier ihres Vertrauens wohl den gleick>en Vorschlag gehört haben. In der Lat hat er sich auch bisher vollkommen bewährt. Nun aber, wenn J3 er H ypothekenmcrrkt schwankt imd die Ueber- 'produktivn von Dtittwvhmmgen den HytwthekeirschulLner drückt, dann können inrmerhin Schwierigkeiten entstehen, selbst hier, wo doch ein unverrückbares Grtt, das Haus, verpfändet ist. Um wieviel sicherer muß nicht eine Kapitalanlage erscheinen, wenn nicht nur ein Haus, der Besitz eines Mannes haftet für das Darlehen, sondern 'wo dies das ganze Deutsche Reich tot mit der Steuer- kraft einer Bcvöllerrmg von 70 Millionen, mit seinen gewaltigen Kräften, mit Grund und Boden, Industrie und Handel, Eisen­bahnen nnd Schiffahrt, der Intelligenz und Tatkraft der Bew»hncr.

So stellt sich jede unserer Kriegsanleihen dar als eure erst­klassige Hypothek auf das Deutsche Reich. Ja, die Kriegsanleihe- Papiere vereinigen in sich die beiden Eigenschaften des Staats- -a^ievcs und der erststelligen Hypothek; sie bilden also- tetn mau J?em Rate jenes Großbankiers folgen vttll, für den klug Irandeludm Rentner zwei Drittel der zweckmäßigsten Kapital­anlage. Und warn daneben der Rentner noch seinen Besitz an guten Mvient>apieren beibehält, so darf er von allen arideren Staats­bürgern aus 'das höchste beneidet werden. Tenn bei' der großen Geldflüssigkeit, die mit unserem großen Nationakwohlstanöe zu­sammen :rgt, waren in den letzten Jahren, trotz der schwierigen Lage auf dem Bmnnarlte, risilobose Hypotheken meist nur zu 43/4 Prozent rmterMb-ringen, während jetzt nrindestens sieben volle Jahre 5 Prozent gewährleistet find.

Das bedeutet für den Rentner eine Erhöhung seiner Jahres- einnahme, rmd diese dürfte namentlich den Reineren und mittleren Rentnern um so mehr willkommen sein, als ja. wie jetzt schon, auch in der nächsten Zukunft eure wesentliche Verteuerung alter Gegenstände des täglichen Bedarfs cintritt.

Und auch das Eine darf nicht vergessen w-rrden: Wenn reiche Privatleute für ihr eigenes Kapital und große von klugen Leuten AktLengesellschaften, die doch für die gewissenhafteste Verwaltung des ihnen anverttauten fremden Kapitals vor dem Gesetze oer- arrtwörtlich sind, wie wir jetzt auch wieder sehen, sich mit vielen. MUliorren an der Kriegsanleihe beteiligen, so geschieht es sicher nicht nur aus reinem Patriotismus, der gewiß anerkennenswert ist, Ambern doch in der Hauptsache in der richtigen Erkenntnis, daß eben die Kriegsanleihe die sick-erstt un5 beste Kapitalsanlage darstellt. Und das dürfte denn auch für den Rentner ein wertvoller Fingerzeig sein. Mtt anderen Worten: ^der Rentner wird in seinem 'nwhlverstcmdewen eigenen Interesse handeln, wenn er all sein verfügbares Geld setzt bei der sechsten Kriegsanleihe anlegt.

l67. Jahrgang

eiger für

erheffen

Dienstag, 3. April M

ZwillingSrund^ruä und Verlag:

Brüht'scheUnweriuärs-Buch-n.St indruckerei.

R. Lange, Gießen.

Zchristleitung, Geschüstsstelle und Druckerei:

Schulstrapc?. > eschäf-itelleu.Verlag: c±3&61, Schrift ieuung: 112.

Anschrist für T r. htuachrtchten: Anzeiger^ ie ou.

tzkfseniassr.

Die Aenttakkaffe der heffisc^n toirtovirtfck^ftlichen Genossen- surften, e. G. m. b. H., zu Darmstadt, verschickt soeben ihren Be­richt Über das vierte Geschäftsjahr 1916, mit der Einladung zu der vierten ordentlichen Geueral-iersamaulirng, die für Oslerdienstag, den 10. April 1917, vormittags 1l>/z Uhr. nacki Darmsladt in den Kaisersaal emberufen ist. Ter Gesamtumsatz in 1916 beträgt 6S9 Millionen Mark gegenüber 336 Millionen Mark in 1915 und 208 Millionen Mar? in 1914, Ter Gesamtumsatz in den ersten drei ,Monaten des neuen Jahres hat bereits die Summe von 160 Mil- liotben Mark erreicht.

Auf die vierte und fünfte Kriegsanleihe wurden in 1916 ge­zeichnet :

von der Zentralkasse.Mk. 2 734 900.

von den Genossenschaften ... 26 372 200

zus. Mk. 29 107 100

Auf die ersten fünf Kriegsanleihen hat die Zentralkasse damit .... Mk. 4 784 000.- dic Genossenschaften. 44 734 800.-

?uf. Mk. 49 518 800.

gcMchnot.

Don diesem Gesamtbesitz an Kriegsanleihe haben die Genossen­schaften Mk. 9 362100. und die Zenttalkasse Mk. 1949 000. in das Reichsschuldbnch eintragen lassen.

Die Zalst der Mitglieder, die übernormnenen Geschäftsanteile, die Gesamtsumme der eingeräicmtten Kredite, die Zahl der Genossen­schaften, welche an diesen Krediten beteiligt sind, und auch die Ver­teilung der Kredite auf Beträge von Väk. 5000 bis Mk. 50 000, Mk. 50 000 bis Mk. 100000 bis Mk. 300 000 haben sich g«pm- Äer dem Vorjahr kaum geändert. Ende des Berichtsjahres waren von 345 Genossenschaften, 2 Gesellschaften und 3 Einzelperson etc 948000 Mark Gesamtsumme übernommen. An 312 Genossen­schaften waren 13 629 000 Mk. Eftsamtkredit eingeräumt, der von 146 Genossenschaften mit 4,6 Millionen in Anspruch genommen war, gegenüber einer Kroditinansprnchnahme Ende des Vorjahres von nmb 6 Millionen Vöark.

Das Guthaben bei Banken betrug 1 743 000 Rtk. der Besitz an Kriegsanleihe 4 620 000 Mk. und an unverzinslichen Reichs- schatzanweisungen 4 810 000 Mk.

Wenn die Genera loersammkung den Vorschlägen von Bor- stand und Lluffickstsrat zustimntt, betragen die Reserven rund 126 000 Mk., neben einer Rückstellung von 23 000 Mk. für die­jenigen GläUbigergcnossenscliaften der Landwirtschaftlichen Genos­senschaftsbank, welcl-e seinerzeit die Mittel zum Ankauf der For­derungen von 9 Genossenschaften an diese Bank aufgebracht haben.

Tie Geschäftsguthaben br-tragen 474 500 Mk.

Trotz der ansehnlichen Zeichnung auf Kriegsanleihen hat doch die Hess-enkasft im einzelnen auf jede Kriegsanleihe rund den tausendsten Teil der Gesamtzeichnuug im Reickse aufgebracht stiegen die Einlagen aus dem Kundenkreis, in der Haujitsache Ein­lagen der Genosserrschaften, von rund 5,6 Millionen Mark Ende 1915 auf 15B Milliorien Mark Ende 1916. Ende Februar 1917 haben diese Einlagen den Betrag von rund 24 700 000 Mark er­reichst, lund damft heu .Höchststand der Guthaben der Getroffen schäften, welche .die Landw. Geuosstusck-aftsbank während ihres Bestehens je veiHeichntte, um rund 8 Millionen Mark überschritten.

Der Reingewinn aus 1916 bettägt 84 033,61 Mark, nachdem 40 000 Mark als Rücklage für Kriegsgewinusteuer und Ausfälle au Forderungen zurückgestellt sind.

Wie im Vorjahre tvurde der aus dem dtotstandsdarlehn von 1 Million Mark erzielte Zinsgewinu in Höhe von 10 212,50 Mark an 58 notleidende Genossenschaften verteilt.

An Zinsen wurden während des Berichtsjahres berechnet in laufender Rechnung für Gutl)aben 4 0 / 0 , für Schuld 5°/o bezw. für einen Teil der Schuld nur 4V ? «yo, sofern Sicherheit durch Ver­pfändung einer Forderrmg an dve Landw. Genossenschaftsbank ge­stellt war, an Provision Vio 0 /» von der jeweils größeren Seite oder vom nrittlereu Schuld- oder Guthabenbettag auf Küudigungsein- lage 4%, 4^/ ß ®/o oder 4 1 / 2 °/o, je nachdem die eirllegenden Gen offen- schürften sich> verpflichten, diese Gelder mindestens einen, drei oder sechs Monate vor Abruf zu kündigen.

Auf die Eiche 1915 eingezahlten Geschäftsguthaben werden von der Verwaltung 4 0/0 Dividende vorgeschlagen.

Aus und Caiud*

Gießen. 3. April 1917.

LeSerrsmittel.

*v Die 13. Ausgabe von Süßstoff (Saccharin) ftrwet an der Zeit vom 1. bis 15. April 1917 gegen den Liefe­rn n g s a b schnitt 1 der Süßstofffarte11" (blau) statt. Siehe Anzeige.

** Verkauf von Eiern und Butter. Bis auf weiteres werden wöchentlich Eier in den bekannten Ver­kaufsstellen zu den festgesetzten Bedingungen abgegeben. Der Feiertage wegen fallen jedoch die Ausgabetage vom 0 . und 9. Avril d. I. aus. Die Bezugsberechtigten von Bezirk VII erhalten bereits Donnerstag, den 5. April die Eier, diejenigen von Bezirk IX am Samstag, den 7. April. Der Mgabetag für Bezirk I wird an Stelle des 9. ans den 10. April festgesetzt. Die Ausgabe von Butter erfolgt bei den in Betracht kommenden Bezirken an dem auf to-uchbetr. Tag folgenden Wochentag.

*

** Anmeldung n n f a ll v er s i ch eru n g s pflich­tiger D et ai l h a n d e ls b e t ri e b e. Nach Mitteilung der Detailhandels-Berufsgenossensclurft in Berlin SW. 68, Charlottenstraße 96, haben zahlreiche Inhaber von Detail­handelsunternehmen, welche die Reichsversicherntrgsord- nung ab 1. Januar 1913 der gewerblichen Unfallversiche­rung unterstellt hat, ihre Betriebe noch nicht bei dem zuständigen Versicherungsamt zur Anmeldung gebracht. Eine Bekanntmachung in unseren: heutigen Blatte weist darauf hin, daß Detailhandelsbetriebe schon dann versichc- rungspslichtig sind, wenri darin ständig 2 kaufmännische Angestellte (Verkäufer, Verkäuferinnen, Kontoristen, Lehr­linge, Lehrmädchen auch ohne Gehalt) oder ein ge­werblicher Arbeiter (Laufbursche, LLuftnädchen. Kutscher uso».) beschäftigt werden. Näheres siehe Anzeiaenteil.

** ln« ch richten. Mit Wirkimg vom 1. April wmde dem. Herrn Prof. Tr. Strecker an der Ernst-Ludwigssckiule > Reals chule) zu Bad-Nauheim eine Oberlehrerstelle <nc der Ober- rssllichillc in Gießen übertca-a», wo er gleichoeitig als Privat- dozent au der Universität wirken wird. Er (rat die ehseuvoll^ Wahl zum Direktor.eines preußischen RvLlgytwnasiunls abgelehnt, um im hessistl>en Staatsdienst yn bleiben.

** Schwär z-Wriß-T heut er, Selters lv eg 81. Von Dienstag, 3. April, bis einschl. Dsnnerstag, 5. April, wird vor- geftrhrtDas Opfer des Mormonen!" Senscttionsdrama in 3 Akten. In der .Haupttolle Waldemar Psilander, der erst vor km- zem so jäh aus dem Leben geschieden ist.Her^ensstürme", Liebes- drama in 2 Akten.Meinicidig", ein spannendes Drama, und ein gutes Beiprogramm. Am Charfteitag, 6. April, bleibt das Theater geschlossen.,

** Lichtspielhaus, Bahnhossttaße. Hewny Porten, der gefeiette Liebling aller Kinobesucher, gastiert mrr drei Tage in Gelöste Ketten", dramatisches Sittenbild in vier Akten. In diesem oilm zeigt sich Henny Porten mit.ihrem liebreizenden Lächeln urid mit chrer anerkannten Schöühiüt ganz als FstrUn. Als zweiter Schlager steht auf dem SpielplanRechtsanwalt Dc. James burnv , fesselnder Kriminalroman nach einer wahren Bege^nheit 1X1 km Abteilungen. Ein Besuch ist sehr zu empfehlen.

^ Ueber BeschlagnahmebaumTvollenerSpinn- stoNe u nd Garne (Spinn- und Wcbverbot', ist am 1. April 1917 eine Bekarmtmach-ang erlasse:! worden. Der Wortlaut der Dekamtttnachimg ist in den Amtsblättern und durch Anschlag ver- offentttcht worden.

, ** Die hessische Lazarettzeitnn g Nr. 41 enthält

m ihrem allgemeinen Teile ein neues Preismrsschreiben sowie fol- .grnde Bll träge: Kriegsanleihen als Bolksanlllhen. Kleine (be­schichten von Johann Peter Hebel, Schießpulver imd Sprerigstoske Voöiwt Kahn, Lazarett-Beratung, Bückuschau, voin deut- schen Geiste Rät,elecke. Tie (Äießener Beilage enthält: Graf Zeppelm tot, von Rudolf Flex, Ter offene Kopf von Al­fred Bock.

Deutschlands Wirtschaftskräfte". Mit gespaembr Ansmerffamkeik lauschte alt und jmig seinen inhaltsreichen LLussühriingen. Dev V/t stündige Dorttag schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Reich, in das dix Versammlung begeistert einstimmte. Nach den: gemllw» famen Gesänge vonDeutschland, Deutschland über alles" dankte Pfarrer Römer dem Redner und gab der Hoffnung Lbusdrnck, daß sich unsere sGenreinde reckst rege und eifrig an der neuen Kriegs­anleihe LetllKgen möge.

Kreis Frieoberg.

, O. Vad-Nanheim, 3. Llpril. Wie sehr während des Krieges das Verlangen nach geistiger Nahrung gewachsen, tvurde m der Hcn'.ptversammlung des Bild ungs Vereins festgesrellt. arer Verein, der 360 Mitglieder umfaßt, gab an 52 Tag^n 6443 Bucker an seine Mitglieder ans. Tic Bereinsbücherll zählt 2752 Bäme, die städtische Bücherei, welche der Verein mit vettraldet, enthält znrzllt 611 Bände. Auch die Kassenverhältnisse des Vereins sind sein güifftig, die Einnahmen betrugen 1567 Mk., die Ans-, gaben 955 Mk. Von^dem 612 Mk. betragunden Vereins vermögen ist der größte Teil für Kriegsanleihe gezeichnet worden. Ter im voriacn Jahre gegründete Hausbesitzer-Verein, dem etnxr 100 Mitglieder angehören, eröffnett Anfangs dieses Monats eme Auskunftsstetle, die dem Verkehr znnschen Hausbesitzer lotfo Matter dienen soll.

Starkenburg und Rheinhessen.

ha. Darmstadt, 1. April. Als letztes Operngasrspiel brache ten gestern Vlltglieder der Berliner Höfoper Verdis M a s ken-, ball zur Anffühnrng. Ter Vvrivikrf des Textbuches von Pias er ist die Ermordung deS Schwedenkönigs Gustav III. und eine Um-- arbeitong des gleichen Librettos, das Seriba urspi'ünglich für Anbecs Oper geschllebea letzte. Das Werk hat den Vorzug der Stileinheit und Gleüttnästigkllt in der technischen Behandlung., i Die dramatische Enttvickluug ist lebendig, die Instrnmentati-on mich und wiik?!NgSv»ll. ?3as die ErfiudungskrasL in Hinsicht der The- niÄtif betrifft, steht die Over hinter heu bekamcken Vcrdischans Glanzopern zurück. Tie Gesangspeullen, die an die Sänger lwhe Ai:fordern7i-en stellen, hntttn auserle'ane Bettrtter gefunden. Den Nvcftm Richard sang Walter v-ft i rchho ff, der für die sein ^ lr-ftiche Aufgabe alle mm wünsche':-meisten- Eigenschaften besitzt und gesanglich auf der vollen Höl^e stand. Die Hcmvttolle der Amelia besitzt einen hock dramatischen Eftarakter. 'den Barbara! K e m p 'wirkf-amst zur Geltona brachte. Ihr großes Organ, daS ß'ch in der Höhe glänzend enthaltet, beherrscht das Eu'emble sieg-, reick, während das Pim.w und Meceovoce nickt minder sympathisch ansprachen. Als Page Ockar eutfalttte Brigitt Engell Ge-i wandtlzeit und gute Schulung ihrer nicht m großen Stimmittels In Joseph Schwarz als Settttär Reue lernten wir einen Sänger von Bcdeuttmg kennen, der einen warmtemporietten, in allen Lagert gleichlautenden Bariton besitzt. Die beiden Bassisten B achma nw und Schwegler als^ Verschworene schlossen sich dem Ganzsc. wft an. Ganz Vorzügliches leistete das Orchester unter vrusi^ild scher Leitting Lev Blechs, der die reichste dynamische ÄbstufunU und alle Schönheiten der Partitur in glänzender Weise zu eiet* ftlten verstand. Großer Beifall auf offener Szene, nach jedem 9llte und zum Schlüsse, zeichnete sämtliche Darsteller aus. Das Großherzvgspaar war anwesend.

Hessen-Nassau.

. ^ Fraurfurtl«.M., 2. April. Der gelang «t,

eine größere Diebs- und Ernbrech-rbande, die seit lmgrrer Zeit die Stadt durch WohnungS- und Marffardeneinbrüche in Auf- regung J/iett, festzumhrnen. Es hrndelt sich um neun 17 bis 25ißf;nge Burschen. Im, Besitz der Einbrecher wurde ein klck?es

Vrrgetzt nicht Nriegsanlerhe Zn zeichnen!

Landkreis Gießen.

** Beltershain, 3. April. Nachdem Lehrer Keller, tckMda, vergangene Woche ttiren Lichtbilder-Vorttag über den wirt- schaftttckMi Reickstum und die 6. Kriegsanleihe abgehalten hatte, hielt Lehrer Wolf, Bersrod, Samstag abend einen Vortrag über Lebensmittelversorgung und Landwittschaft. Nach Eröfftrung dev Versammlung durch Bürgermeister Magel ergriff Lehrer Wolf, Bersrod, das Wort und fesselte durch seine von vaterländischen 1 Geiste durchdrungene ^stünoige Rede die zahlreichen Zuhörer und ermahnte die hiesige Bevölkerung, alles daran zu setzen, daß die deutsche Landwictschft die letzte Schlacht gttoinne. Die Rede machte auf sämtliche Zuhörer einen ttefen Eindruck.

** Birklar, 3. April. Gefr. Karl Reidel beim 2. Ma- rme-Jnf.-Regt., im Besitze des Eisernen Kreuzes 2. Kl., erlstelt am 14. März 1917 die Hessische Tapferkeitsmedaille.

LJ Lang-Göus, 2. April. Dem Reservisten Karl Weil wurde die Hessische Tapferckeitsmedaille verliehen. Karl Weil steht von Anfang des Krieges im Feld und ist der Sol-n des Polizei­dieners Weil. Der Hoboist-Unteroffizier Wilh. Müller erhielt die Hessische Tapferckettsmckdaille; das Eiserne Kreuz hat er bereits schon ftüher erhalten.

rs. R 0 d h e i m, 3. April. Der Lichtbildervorttag über Deutschlands Frnanzkrast, den Lehrer Kraushaar von Trais- Horloff am verflossenen Donnerstag hier hielt, toar gut besucht Der Redner verstand es. durch treffende Vergleiche der deutschen Wirtschaftslage mit Englands und Frankreickis wirtschaftlichen Grundlagen das Interesse für den spröden, trockenen Vortragsstosf bis zum Schlüsse wach zu halten. Mle gingen mit der Ueber- ^engung nach Hause, daß auch die .Zeichnung auf die sechstt Kriegsanlllhe eine imbedingt sichere Anlage bedeutet, und daß es eine vaterländische Pflicht ist, auch diesmal wieder durch ZerckM-ung der Kriegsanleihe Deutschlands'Wehrkraft zu stärken und unsere tapferen, treuen Kämpfer in Frmdesland nicht im Stiche zu lassen. Je mehr Geld wtt dem Vatcrlande zur Ver- fi'lgimg stellen, desto mehr Kaiwnen mrd Munitüm können wir Herstellen und befte mehr schützen wir das Leben unserer Männer Söhne und Brüder. Zum Schlüsse zeigte der Redner an einer großen Zahl von Lichtbildern die schönsten Landschaften und Orte des deutsck>en Rheines. Die Franzosen hoffen, durch einen sieg­reichen Krieg diesen schönen Strom uns wieder abzugennnnen. Doch ^ der Rhein wtird deutsch für alle Zeiten blllbcn, wenn nur Ta heim gebliebenen nickst versagen und tteu wie unsere Kämpfer draußen an der F-wnt unsere Schuldigkeit in jeder Beziehung ton. Kreis Schotten.

. w - Ulfa, 1'. April. Anr 30. Mürz fand tot Döllffchen Saale ein vaterländischer ÄLbend statt, der sich eines überaus zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Lehrer Ludwig von Burkhards ein Sohn unieres Dorfes, )var der Redner. %i der ö<n^> eines reichen Mloermaterrals sprach er in mrschaulich-ausfühttÄMr Weift über

fast allen Frankfurter Sportplätzen, die dort aufgeftellten Schau- käften^ beraubten. Für die mllsten der gestohlenen Sachen h.rbQt sich bis jetzt die Eigentümer noch nicht gemeldet.

-- Oberursel, 1. Llplll. Nahe der Motoren fab rik setzten irch am Lamstag fiftih eine Lokomotive und drei beladene Güttr> wagen plötzlich in Bewegung irnd rollten die abschüssige Strecke nach ^berurscl hinab. An einer schrrftü Biegimg ^utolciste der Zug, wobei die Maschine sich tief in die E^de bohrte und die Wegen mit ihren: wertvollen Inhalt vollständig zettrümmett wurden. Während der Maschinenfiihrer lund der Heizer sich durch rechtzeitiges Abstwingen^rttten konnttn, wurde dem Schaffner Lechnc r bei der Entgleisung ein Bein abgefahren. Außerdem ttug er schwer» Kopfverletzungen davon.

Fe. Wiesbaden, 2. April. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, am Bahnhof melwere 100 Kilo Bftust, Sckckrken und andere Fleischsorten zu Loschla.fnahmen, die aus dem Au-lande geschmuggelt und für ein hiesiges größeres Geschäft bestimmt waren. Auf Veranlassung deS hiesigen Flcischamtes wurde gestern durch die Polizei auch bei einem hiesigen Rtttzger eine größer^ Menge Fleisch beschlagnahmt, die dieser unter Umgehung deS FlcpäMmtes vom Laude bezogen hatte. Tie kürzlich' btt ttnerch Bäcker aufgedeckte Schlachterei zieht immer größere Kreise Ver- swwdene Rcftaurationen, die Abnehmer des gesckmuggelic"i Flei-

sich deumachst zu verantworten l-aben.

Vöchevä Äederßcht -erLsdesfLSe l d.StsM sjetz«

10. Woche. Dom 4. März b\4 10. März 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1309 Mann Militär Sterblichkeitsziffer: 29,85 Rach Abzug von 8 Ortsfremden: 17,30°/,,.

ES starben an

Altersschwäche Lungentuberkulose Aiiliartnberkulose Lungenentzündung Krankh. der Atmunqsorgane ^ ^ Herzens

^ Nervensystem-

dltrophie der Kinder anderen Krankyeilen der Derdauungsorgane Rose

Z»s.

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Kinder

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im i. Lebens­jahr

vom 2 MS 15. Iohr

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Summa: 19(8) 16(8) ~ 1 e

Nnm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vi der Todesfälle m der betteisenden Krankheit aus von auswär nach Gießen gebrachte Kranke kominen.

BerüfsenUichung des Großh. KrttSgesundheitSamts Gießen. _ Dr. Walger. Med -Rat.

^c stb a ch a^M Nach dem soeben erschienenen Jahre Goetheschnle betrug am Schluß des Gdmlmbn 1916/17 die Schülerzahl 319, die Zahl der Pensionäre 70. Die *0 stalt umfaßt zurzeit 11 Realschnl- und 3 Aolkssckulklassen Im ve aangenen Jahre erlangten 76 Abittnäenten da§ Zeugnis der iviffu schaftlrchen Befähigung für den einjährig-freiwilligen 3Nilitardien Das neue Sästiljahr beginnt Dienstag, den 17. Avril