Ausgabe 
4.4.1917 Erstes Blatt
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©feWe* W-r weite: e ig e n S ergen hdrlmr. SWfot wir mL» «Om Werken der Liede den Schmerz der Wunden undenr, die un­serem Volke diese härteste Zeit noch schlägt. Erneuern tvir das Ge­löbnis uns derer in heißer Tankbarftit würdig zu zeigen, die in so beispielloser Weise dem Ansturm einer Welt die Stirne bieten. Tann meiden wir uns den Tank unseres Großherzogs immer von neuen r verdienen.

Gott gebe uns Kraft und Ausdauer, den heiligen Aufgaben der Menschlichkeit gerecht zu werden.

Tas erflehe ich von ihm aus tiefster Seele.

Tarnistadt (Neues Palais), den 21. Marz 1917.

Eleonore,

Groß Herzogin von Hessen Und bei Rhein.

** DieNotwendigkeit derVeröffentlichung dringlicher Bekanntmachungen des Großherzog- lichen Kreisamts zwingt uns dazu, an Stotle der heutigen Nummer der Gießener Familienblütter ein Kreisblatt heraus­zubringen. Die gleichzeitige Beifügung der Familienblätter ist wegen der Papierlnappheit leider nicht möglich.

** 6. Kriegsanleihe. Die Stadt Gießen beteiligt sich auf Beschluß der Stadwerordnetenversammlung an der 6. Kriegs­anleihe mit 1 Million Mark. Die Beteiligung der Stadt an den bisherigen Kriegsanleihen beträgt 1 698 000 Mark.

** Amt liche Per sona lnachricht en. Ter Großl-erzog hat dem Ober-Postsck-affner Johannes Becker in Worms das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste"" und dem Oberbriefträger Georg Ka f fe n be r g e r in Mainz das Allgemeine Ehrenzeichen mit der AnschriftFür lang­jährige treue Dienste"" am Bande des Verdienstordens Phillips des Großmütigen verliehen. Uebertragen wurde: am A0. März der Schulamtsaspirantm Berta Fischer aus Darmstadt eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Alzey. Der Großherzog hat am 31. März den zweiten Direktor der Hauptstaatslasse Zldvlf S ch l ä g e r zum Mitglied und Rat der Oberrechrungskammer unter Verleihung des Charakters alsGeheimer Oberrechmmgsrat" vom 1. April ds. Js. ernannt. In den Ruhestand versetzt wurden: Ter Eisenbahnassistent Gustav Ottens in Ingelheim, der Bahn Hofsau fteher Jo l-annes U l l rich in Rainwd, der Rotten-- sührer Georg L utzi II. in Zwingenberg, imd die Bahmvärter Nikolaus D ei n in Hingelheim, Julius K a r l m Friedriä^dorf i. B. und Friedrich K i s s e l in Groß-Umstadt, sämtlich in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft, vom 1. Juni ds. Js. an.

** Auszeichnung. Franz Wittich, Sohn des Wiege­meisters Wilhelm Wittich, ethielt vom Großberzog das Kriegsehren­zeichen nebst einer Grvßherzoglichen Urkunde.

** Beförderung. Jmn Leutrdant d. R. befördert wurde der Lehrer Ernst Simon m Gießen.

** 2 0 Jahre Preu ßi sch-H«s si sche Eisenbahn­gemeinschaft. Am 1. Achil 1697 wurden aus Gimnd des Staats Vertrages zwischen Preußen und Hessen vom 23. Juni 1896 im Anschluß an die Verstaatlichung der Hessischen Oudwigsbahn die Hessischen Staatseisenbohnen mit den gesamten preußischen Staatseisenbahncn zu einer Finanz- und Betriebsgemeinschaft ver­einigt. Die Gemeinschaftsdirektion Mainz wurde an diesem Tage gegründet und dem! damaligen Präsidenten von Breitenbach, jetzi­gem Eifenbahnmimstcr wte stellvertretenden Ministerpräsidenten, unterstellt. Das jetzt 20 jährige Bestehen der Eisenbahn gemeine schüft gab Seiner Exzellenz dem preußischen Eisenbabnmi- n i st e r Veranlassung, nach Mainz- zu komnren, um bei der Gemcin- schastsdivektivn eine Sitzung abzuhalben. In einer Ansprache wies er aus die finanziellen und wirtschaftlick-en Erfolge hin, tvelche durch die Eisenbahngemeinschast für das Hesftnland erzielt worden seien. Er hob ferner hervor, welche großen Fortschritte hinsichtlich der Verbesserung der Bahnanlagen und des Betriebes zur Bewälti­gung des in den 20 Jahren erheblich an gewachsenen Verkehrs ent­standen seien und forderte zum Schluffe die Direktion auf. in dem Sinne des Gemeinsckiaftsverttages zum Segen der Gemeinschaft und des Hessenlandes weiter zu wirken.

** Aus dem Stadttheaterbureau, In der heu­tigenHeimatt"-Aufsührung wird sich neben derMagda"" noch ein werteres neues Mitglied, Herr Ludwig Urbach vorn neuen Stadttheater in Stralsund, als Vertreter des Charaktersaches in der Rolle desKeller"" Vörstetten. Eine Operette, die schon für Februar vorgesehen war, aber wegen der bekannten Verhältnisse nicht mehr heraus­gebracht werden konnte, ist für den zweiten und dritten Osterfeiertag vorbereitet worden:Der Soldat der Marie"" von Leo Ascher. Das hübsche Werk steht in Berlin seit % Jahren täglich auf dem Spielplan und wird auch hier eine durch Herrn Regisseur Goll wohlvorberettete Auf­führung erleben, zumal da für die weibliche Hauptpartie Frl. Winnie Fischer vom Frankfurter Albert-Schumann- Theater als Gast gewonnen worden ist. Am ersten Oster­feiertag abends wird noch einmalMaria Stuart"" zu Volkspreisen gegeben werden.

** Kunstausstellung Darmstadt. Unter dem Schutze des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen filtert in diesem Sommer dieH e s si s che Ku nst a u s st el l u n g D a r m st a d t 19 17"" veranstaltet von derFreien Vereinigung Darmstädter .Künstler"", im Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe statt. Die Ausstel­lung. die Wrtcke der Malerte, Bildhauerkunst, der zeichnenden Künste und der Meinkunst umfassen soll, istoffenfüralleimGroß- herzo-gtum Hessen ansässigen oder von da stam­menden Künstler. Hiernach in Brtracht kommende Künstler wollen sich wegen Zusendung der Anmeldepapiere m ö g l i ch st u m- gehend an die Geschäftsstelle, Darmstadt, Rheinstraße 18. oder an die Herren Professor Neeb in Mainz, Professor Hugo Eberhardt in Offenbach a. M., Bürgermeister Metzler tu Worms oder Geh. Medizinalrat Professor Dr. Sommer in Gießen wenden. Die Anmeldungen müssen bis zum 15. April erfolgt sein.

** Der Geflügelzuchtverein Gießen und Um­gegend entfaltet in diesen Tagen eine regsame Tätigkeit. Gilt es doch, Ostern auf der Liebigshöhe zu zeigen, toas uns diese sckxvere Zeit von unseren großartigen Beständen an Geflügel noch übrig ge­lassen hat. Die Anmeldungen gingen über Erwarten gut ein, be­sonders Haien, da die Hasenzucht mit Rücksicht auf die Fleischknapp- freit sich besonders aut entrvickelt hat. Durch Entgegenkommen des Verbandes ist es jedem einzelnen Züchter m/>glich, ob er Mitglied eines Vereins ist oder nicht, seine züchterischen Erfolge in' der Oesfentlichleit zu zeigen. Besonders dankbar ist der Verein allen Freunden und Gönnern ihrer Sache, welch.' ihn durch Stiftung von Ehrenzeichen in den Stand setzten, hervorragende Leistungen entsprechend hu belohnen.^Ter Brutapparat, der dm Entschlüpsungs- Prozeß der kleinen Kückchen vorfühtt, wird dafür sorgen, daß auch die Knteer auf ihre Rechnung kommen.

** Im Lichtspielhaus tritt Henny Porten nur noch heute und morgen in ihrer neuesten FilmschöpfungGelöste Kelten", einem Sitten-Drama ans dem modernen Gesell schafts- leben, auf. Tas Lichtspielhaus bleibt Karfveitag geschlossm.

Landkreis Gießen.

Albach, 4. Älpril. Sormtag sprach in ausführlicher Weise in einer burd) im seren Bürgermeister anbe räumten Versanrmlung Lehrer Jakob aus Ober-Bessingen über die BestlMfftrng der Lebensmfttel für die Städte. Ter Redner ernrabnte die erschie­nenen Landnnrte, doch alles an die Sammelstellen abzuliefern, damit eine lückenlose Versorgung der Städte bis zur neuen Ernte erfolgen kann. Ter Beifall der Zuhörer beivies, daß man ein! Verständnis für die wichtigste Frage der Jetztzeit hat.

(-)Dorf-Gill, 3. April. Der Unteroffizier Karl SamcS, Sohn des hiesigm Zinrinernveisters Androas Sames VIII., erhielt dieser Tage das Eiserne Kreuz: im vergangenen Jahre hatte er be­reits die Hessische TapferVeitsmcdaille erhalten. Er war bei der Mobilmachung, zu welcher Zeit er noch attito diente, mit seinem

Regi m ent? au^nrrthft und wurde dreimal verwun d e t. Ge ye nw ä rÄg

befindet er sich m einem Feldrekrutendepot im Westen.

KreiS Schotten.

o Schotten, 3. April. Gestern fand im hiesigen RakhauS- saal unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Muhl eine Sitzung des für den Kreis Schotten gebildeten Unterausschusses der National st iftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen statt. Alle die Hinterbliebenen-Versor- gung betreffenden Fragen wurden ausführlich besprochen und den erschienenen Leitern der vier Bezirksiürsorgeftellen des Kreises die entsprechenden Anweisungen gegeben. Zum Schluß wurden tue vor- liegerteen Unterstützungsgesuche erledigt. Als weiteres Mitglied des Unterausschusses wurde Lehrer Ludwig-Burkhards einstimmig gewählt. _

# Schotten, 4. April. Einen Dortrag über die sechste Krieg sanleil-e hielt der Großh. Schulrat A. Feuerbach im Saale des GasthausesZnr Krone"". Zahlreich erschienene Zuhörer lauschten den trefflichen Ausführungen des Redners, anlnüpfend cm das Wort des bekannten Jörn Ukil-Verf«ssers:Wehe uns, wann die Teiche nicht standhalten." Bismarcks nationales Werk und unsere sozialpolitische Ernmgensck-aften seien mtfl und nichtig, wenn die fed>fte Anleihe nicht dem Wunsche des Vaterlandes ent­spräche. Ter Lichtbilderapparat der Großh. Realschule, von Ober­lehrer Hahn bedient, ergänzte den geschickt ausgearbeitrten Dortrag, der dem Redner warmen Beifall eintrug. Ter Erfolg wird in unserer gebefrohen Stadt, in der noch ein gesunder Bürgersinn vorhanden ist, nicht aus bleiben.

# O ber-La is, 4. April. JtN Theiß'schen Saate sprach Lehrer Ludwig-Burkhards über die 6. Kriegsanleihe. Tie Ver­sammlung war überaus zahlreich besucht inte lauschte bert interes- Kmteit Ausführungen des Redners, der hier zwei Jahrzehnte Lehrer war. Tie einzelnen Abschnitte des Vortrages wurden durch entsprechende Lichtbilder ergänzt. Dem Lehrer Heinrich Mohr, der eine Reihe von Jahren an hiesiger Volksschule segensreich wirkte, wurde die 1. Lehrerstelle zu Nieder-Erlenbach, Kreis Fried­berg übertragen.

Kreis Friedberg.

# Nieder-Florstadt, 4. April. Züm Leutnant d. R. befördert wurde der Vizescldrvebel Lel)rer W. Bär, zum Vize­wachtmeister und Offiziersaspirant der Schulverwalter W. Lang, beide von hier.

Ein fetter Fang.

= Bilbel, 3. April. Als am Montag nachmittag der Fuhr­mann E ß aus Dornassenheim mit einem Fuder Heu den Ort Passierte, um nach Frankfurt zu fahren, unterzog die Polizei den Wagen einer näheren Unterftkäping. Unter dem Heu fand man nach kurzem Suchen: 370^Pfund Schweftrefleisch von jung abgeschlachte­ten Tieren, 70 Pfund gute oberbessische Wurst, 200 Pfund Kar­toffeln, etwa 40 Pfund Rindfleisch, Fett und einen 5korb Eier. Sämtliche Fleisch- und Wursbwareu rate Kartoffeln waren sorgsam abgewogen, gut verpackt und mit den Namen der FrankfutteS Kundschaft"" versehe»:. Die Vorräte wurden beschlagnahmt und dem Konrnrunalveichand Vikbel zur Verfügung gestsüt, derFuhr­mann" kam zur Anzeige.

Stsrkcttburg und Rheinhessen.

= Alzey, 4. April. An der Dmrtenheimer Landstraße wurde ein römisches Grab fveigelegt, das neben zwei Urnen mit Knochenresten auch Münzen von Trajau und Hadrian, Krüge, Teller, Lcftnpchen, Glasfläschchen, Nägel und Eisengerät barg.

KreiS Wetzlar.

** Wetzlar, 4. April. Die Mitteldeutsche Ger­berei L Riemen fa b rik A.G. Metzlar und Neu-Isenburg) zeichnete bei der 6. Kriegsanleihe wieder den Betrag von 1 / 2 Mill. Mark, nachdem sie bei den vorhergehe.iden Anleihm bereits über 1 Million Mark zur Verfügung gestellt hat. Ferner gewährt die Firma ihren sämtlichen Beamten Irnte Arbeitern, wie bei der 5. Anleihe, einen Zuschuß von 10°/°, während sie bei früheren An­leihen 6% vergütet hat.

ra. Burgsolms (Kr. Metzlar), 3. April. Dem Vizewacht­meister Ott aus Burgsolms wurde das Eiserne Kreuz I. Klasse ver­liehen.

ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 3. April. Don der Kleie, die sich bei der Ausmahlung des vom Kre^komTnunalverbande' ausgetauften Getreides ergeben hat, sind den Bürgermeistereien: des Kreises insgesamt 1144 Zentner zur Verteilung an Milchvieh- besitzer überwiesen worden. Der Kreis gibt die Kleie cm die Bür­germeistereien zu dein gesetzlich siestgelegten Preise von 7,50 Mark für den Zentner ab.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 2. April. Tas neuerbaute Justiz- grtäude, ein großer Erweiterungsbau des bisherigen Justizpalastes, wvde heute durch eine schlickte Feier eingeweiht. An dem Fest­akt nahmen die Justizbeamten, NechtsMnvälte und die Bauleiter teil. Baumeister Nausebach und Obcrlandesgerichtspräsident Exz. Spahn hielten kurze Ansprack>en.

Limburg, 3. April. Frciherr von Tungern- Tehrn stellte in der nahen Gemarkung Eschhofen den Limburger Einwohnern zum Anbau von Kartoffeln und Gemüse ein Acker­gelände von 6V 2 Morgen zur Verfügung. Für das Jahr 1917 braucht keine Pachtzins entrichtet werden, für die bis 1926 lau­fende Pachtzeit für jeden Morgen alljährlut) 15 Mark. Kleinere Flächen sind entsprechend billiger.

paudel.

Wetzlar, 3. April 1917. Ter Geschäftsbericht der Buberus- schen Eisenwerke für das Jahr 1916 ergibt folgendes: Ter gesamte Umsatz stellte sich im Ja-Hre 1916 auf 768 673 Mk., im D?rjahre arrs 33 603 765 Mk., er weist mithin eine Verminderung aus von 83°5 092 Mk. Daneben betrugen die Lieferungen der Werke unter­einander im Jahre 1916 11 235 141 Mk., im Voriahry

9 040 188 Mk., somit mehr 2194 953 Mk. Der Rohgewinn deS Jahres^ 1916 beträgt 5 638 099,79 Mk. Tie Abschreibungen be­laufen sich aus 2 618 895,02 Mk., so daß sich ein Reingewinn ergibt von 3 019 204,77 Mk. Es betrugen im Vorjahre der Rohgewiim 4 270 933,69 Mk. und die Mchreibuugeu 2 353 712,56 Mk. Der Vorstand schlägt vvr, den Reingewinn des Jahres 1916 in Höhe von 3 019 204,77 Mk. wie folgt zu verteilen: 5 Prozent zur gesetzlichen Rücklage gleich 150 960,24 Mk., Zuweisung zur be­sonderen^cklage 500000 Mk., Zulage zur Rücklage für Berg- schäden 40 000 Mk., Zuweisung zur Unterstützungs-Rücklage 175 000 Mk., Gewinnanteil und Vergüttmg an den Vorstand, sowie an die Beamten 208 412,23 Mk., 71/2 Prozent Gewinnanteile aus 22 000 000 Mk. Aktienkarntal 16.50 000 Mk., satzungsmäßige Vergütung an den AufsichtSvat 125 454,54 Mk., hierzu Vottrag aus dem Jahre 1915 '251374,87 Mk. Der Vorstand beantragt, hiervon insgesamt 420 752,63 Mk. der Natronalstistuug für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen 100 000 Mk. zu über­weisen, denr Vorstand für gemeinnützige Zwecke 50 000 M?., zur Verfügung zu stellen und den Nest von 270 752,63 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen Die Gewinnanteile stellen sich darnach auf 75 Mk. für jede Aktte.

Verinischte».

* Dörren von Zwiebeln in Privathaushal- tüngen. Die bei der Bereitung von Speisen so mannigfaltig« Venvenduug ftndenden Zwiebeln beginnen sel-r bald zu keimen, werden weich und dadurch- mrndettvertig oder gehen in Fäulnis ülrer und sind dann für die menschliche Ernährung vollständig verloren. Durch daS Dörren der Z.mebel kann dieselbe für unl>e- grenzte Zeit brauch-bar erl-alten werden, sie leÄxck dadurch- weder im Geruch und Gesckunack, noch ihrer Verwendbarkeit überhaupt. Jade Haushaltung kam: Zwiebeln ohne Schwierigkeiten selbst dörren. Die gesäuberten Zwiebeln werden nach dem Entfernen der Schale in dünrie, etwa 2 Millimeter dicke Sck-eiben zersckmitten, ans einer Papier- oder mteeren sauberen Unterlage ausgebreitet, auf den Herd, die Heizkörper, HoiAkessel, die Wärstrflächeu der Oefen oder in Back- und Bratöfen gelegt, deren Türen nicht ganz gssch-lossen werden dürfen. Je nach- der verfügbaren Wäruu rvährt das Trocknen etwa 12 Sttvteen. Geschieht die Trocknung zu schnell

oder bei M grvßer Hitze, tritt cftne WrAMtua der Zwiebel scheib«^ ein. Bei den angestellten Verftuhen I-abcn 500 g gesäuberte ,Uwe* beln durchschnittlich 60 g gleich 12 0/0 jd)öne, trockene Schoibeni ergeben, die in jihrer Vertweudbarßeit in Seiner Weise frischeus Zwiebelscheiben nochxstehen. Auch selbst gefrorene Zwiebeln so­weit diese vor dem Berfrieren gesund waren lasten sich durch Trocknen vor dem Detderben schützen und der mxmscylichen Ernähr nmg einwandfrei nutzbar erhalten. Die Aufbewahrung getrockneter Zwiebeln kann ftnbeschadrt der Haltbarkeit und Eigenschaften) in Papierbeuteln oder abschließMdM Gefäßen jeder Art geschehen, Jeder Haushaltung ist das Trocknen der Zwiebeln für den eigenen! Bedarf in möglichst weitem Umfange drftmend zu empfehlen.

* Ein Deutscher Verein zur Erhaltung wichtig gerNahrungSmittelift vor kurzem in Frankfurt ins Leben getreten. Seine Geschäftsstelle befindet sich vorläufig in Stuttgart! (LandhauSftr. 223 II). Er will bessere Ernährung-grundsätz^. bessere Verwerttingsv-rfachven kDvllkornbwt, Obsttrvcknung, Obsb» säste u. a.), Einschränkung der Vergeltung von Nahrungsmitteste (Bier, Bnunrtweinß VernTeteung wirtschaftlicher Verluste durch Umwege in der Nalwungsmittelerzeugung (50 Kilogramm Üöoggen, Gerste oder Mms geben nur 10 Kilogramm Fleisch), Auswertung der Schatze der heinrischcn Scholle lMldfrüchte und WUdgemüfch- Unabhängigkeit vmn Ausland in Bezug auf unerläUich notwendige Lebensbedürfniste (Getreide, Oelfrüchte, Obst, Rüste, Hirse, Mais), Anbausördercmg durck- geeignete Preispolitik, Belehrung über (äh> nährung und Hauswirtschaft nsw. Die Verhältnisse selbst rtrüku stark out den von dem neuen Verein vorgezeichneten Wsg und vteke Kräfte sind schon in ähnlicher Richtung am Work. Aber es ist wert­voll, alle diese bewußten und unbewußten Kräfte zusaimnerrzufastegr zu einem gerneinsamen Willen, um eine tiefe Bstvegung im VotSe zu erzeugen., die stark gemrg ist, das in der Schute der Not Gelernte: festzrlhalten, zu verwurzeln und als Ansatz einer neuen Lebens-, fühnmg hinüberzutragen in die Zeit nach dem Kriege. TaS ent­spricht auch den Zielen der Zeitschrift, welche den Aufgaben beB Vereins dient:Hellauf"" Zeitschrift für deutsche Ermnwq rung (jährlich 12 Nummern 2,50 vTct) Die Beitrüge zum Deutschen Verein zur Erhaltung wichtiger Nahrungsmittel sind 3 ML ahnt und 6 Mk. mit dem Bundes blatt.

DöcheM. Rebrrflch! -erToderfälle l v.Statzt ®lejga.

11. Woche. Vom 11. bis 17. März 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann MMtcir). SterblichkeitSziffer: 28,26

Nach Abzug von 10 Ortsfremden: 12,56/.

i

ES starben an

Z«f.

Er­wachsene im

Kinder

>,Lebens- vom 2 . M* jahr 15. Jahr

Angeborener Lebensschwäche 1

1

Altersschwäche

1 »

1U)

Twbtberie

1 (i)

1 (1)

Tuberkulose der Lungen

2(1)

1

Ml)

Lcmgenentzündung

1

1

Krankh. der AtmcmgSorgcme

1

1

^ d. Üreislaufsorgane

2

2

Gehirnstelag anderen Krankheiten deS

1

1

Nervensystem-

5(5)

4(4)

1 (1)

Maaen-Tarmkatarrh

1

1

lirebS

1(1)

KD

Vernngluckung

1 (1)

Kl)

Summa: 18(10) 13(0) 1 4(4)

A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärtil nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Veröffentlichung des Großh. KreisgesundhcitsamLS Gießen.

Dr. W a l g e r. Med.-Rat.

Letzte Nachrichien." ,

Die Fritdensfrage.

Amsterdam, 3. April Die Friede ns äußerungen deS Reichs­kanzlers v. Brthmmuc-Hollweg rote des Grasen Czernm sucht mm derTelegraaf"" in einen künstlichen Gegensatz zu bringen. Tie anderen hollärrdischen Zeitungen bezeichnen beide LrclLruugevi als Fri ede n sdo ku m e nte.

K r i st i a n i a , 3. April. ,^Jutelligen?sedler"" nennt Czernins AeußerunEN eine Wiederk-vlung des ftül)eren Friedensangebotes. Tidens Tegn"" sagt:^Ter diesmalige Vorschlag urrtersä-eide sich wesentlich von dem früheren, weil er keinen Waffenstillstand während der Verhandlungen verlange und bei einem ergebnislosen, Verlauf der Verhandlungen der Krieg fortgesetzt werde. Es sei auch wichtig, daß als Ziel der Verhandlungen ein ehrenvoller Frieds für beide Ländergruppen, die am Kriege beteiligt sind, genannt werde. Ferner wird auch auf die Antwort der deutschen an die russische Sozialdemokratie Angewiesen.

Die Kaiserzusammenkunft jm deutschen Haupttruarttcr.

Wien, 3. April. Kaiserin Zita wünschte der deutschen Kaiserin baldigst bekannt zu werden, deshalb wurc-e dis Reife ins Große Hxrnptguartter unternommen. Da Grat Czernin und Reichskanzler Dr. v. Bethmarm Hvlliveg dork ebenfalls arrweserrd sind, dürfte die Kaiserzusammenkunst auch auf politische Erörterungen zielen.

Die russischen Bauern.

Kopenhagen, 3.April. Eine Arczahl russischer Blatter bringen ein Gerücht, wonach in einigen Gouvernements eine heftige Agitation betrieben wird, um da- Volk zu Pogromen auf­zuhetzen. 9iach Meldungen brennen Bauern die Häuser nieder und stecken die Wälder oer Gutsbesitzer in Brand. Sie weigern sich, Steuern zu zahlen.

Das russische Chaos.

Lugano, 3. April. DieStampa" schrskdt: Es fti »mrichtig» toe Dinge so darznstellen, als ob die Revolutton in Rußland dev Entente zustatten komme. Vielmehr stünden die Tinge in Rn^> lmte so, daß die Staatsmänner der Entente sie mit Mißtralisn und ohne Optimismus verfolgen nrüßten und froh sein Knu­ten, lvenn das Sck-limmste ol>gews7teet tverde.

Reift Vranttngs nach Petersburg.

S t 0 ck h v l m, 3. April. Die plötzliche Abrrtft dos Sozialisten führers Branting nach Petersburg, errsate größtes ')lufsel-em Me ^lbeitelüätter betonen, daß er in polsti^r Mifsvn In secrrer Begleitung reist das sariaS»emV-'^ri6tze ntteb Nistxm und der BiaüjoOrm Horvespon-d«tt tzesIKitrt", Waltz.

Der amerikanische Kongreß.

Gens, 4. April. Tie Korlgreßdobattr dürfte nach MitteDrug >des Waslnngtvner Korr ei pondenten des Rratin einige Tage be­anspruchen. Tie Gesamtzahl der Kriegsgegner wird auf 25 ge­schätzt. Rach Lyoner Blättern werden als erste Kredite für Heer mte Marine zwei Milliarden Dollars bsEsprncht toerdem

Rotterdam. 4. April. SM, bent *. Rote. Eour. telegra- plnert dce Exck-ange Agency aus Wssl-inaten, daß der Sozialist London nn Repräsentanten hau ft einen Gesetzentwurf einbrachtey zu dem Zwecke, Wilson aufzusordern, feine Bersche zuwmsten des Fnedeirs wieder anftimehmen im Hirrblick aus di« Aktum der Sozialcsten in Teutstt-land und der Union.

fttaitwte Drenor.

3 - ^ Ter englisch^fn«Ede Post^-rtehr geschieht durch U-Boots nur noch nach drei englischm Häftn. 8iv<w- pool, Portsmouth und London dienen dem brctuchcn Va^seeve». kchr zu dom die neutrale Schiffahrt mit ftdem werden soll.

vit viga nir uns die Friedensfrage.

Genf, 3. April. Wie der Matin" berichtet, kam es in der Veilamml^mg der Liga für Menschenrechte in Paiis zu einem großen Tumrüt. Renaubel, der Führer der mit der lwsstscj-en.K^egs- partn lympathisierenden Pariser Sozialisten i^urde »»» Hn sisnsch gefmnten Sozialisten mteergeschmen, so daß hm KbttffMt- ntttwirf angenommen werden konnte. Renaudel mußte mnt teiu-m Anchmge den Saal oerlalftn.