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Lffcheint tS-Nch mit Aufnahme des SsmttagS.
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Beilagen: „Sießener KamillerrdlStter" und ..Xreisdlatt für den Kreis Giegcn".
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General-Anzeiger für Gderhejjen
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Zwillittgsrimddruck und Verlag:
Brü hl'jche Unlversttäts-Bllch'U.St? udruckerei.
R. Lange, Gießen.
5christleltm,g. Seschästsstelle und DrnSerer: Schulstc atze7. Eeschäf.- ' teileu.Verlag:
Schriftleitung: 112,
Ans christ s-i r T ra ht> ta chr i chten: AnzeigerGie tzen.
Unserm Großherzog Ernst Ludwig
zum 13. März 1917.
D«e Friedensetigel schwang die Flügel And grüßte scheidend Flur und Au.
Darm flog er über Tal und Hügel Hinaus ins ewig stille Blau.
Und horch, wie schmetternd in den Lüften Zum Streck die Schlachtdrommete gellt!
Aus schaurig-schwarzen Totengrüften Trat frech der Kriegsgott in die Welt.
Wie ward dein Antlitz, Mutter Erde,
Durch Angst und Schrecken da verkehrt! Wegstürmend vom vertrauten Herde Griff jach der Bürgersmann zum Schwert.
Gr trotzt im Ost und West den Horden,
Die mit Verheerung, Tod und Brand Dir Recht und Freiheit möchten morden.
Mein liebes deutsches Vaterland.
Was soll im grausen Völkerringen Nun heut der Glocken Feierklang?
Er will uns frohe Botschaft bringen Trotz Kampf und wildem Waffendrang.
Dich, Fürst uird Vater, will er Preisen.
Dir leuchtet hell dein Ehrentag;
Dir pocht, die Liebe zu beweisen,
Heut aller Herzen lauter Schlag.
Da ringst nicht um den Ruhm der Schlachten, Noch um des Feldherrn Lorbeerreis.
Nein, deines Herzens eifrig Trachten Zielt nach der Friedenswerke Preis.
Ein Fürst bist du im Reich des Schönen,
Da lohnst du gern mit deiner Gunst,
Und hoch in Farben, Formen, Tönen Steht dir als Heiligtum die Kim st.
Dir ward ein Sinn für Formgebilde,
Ern seines Ohr für Harmonie,
Ein Blick für liebliche Gefilde,
Die Huld der Göttin Phantasie.
Doch teilst du willig'dein Entzücken Mit dem, der deine Art begreift.
Und möchtest gern dein Voll beglücken,
Daß ihm der Sinn für Edles reift.
Drum trennt uns heute feine Schranke, Die Fürst und Volk sonst scheiden mag. Wir grüßen dich mit frohem Danke An diesem hohen Jubel tag.
Denn dir, dem laueren FrredensheldQr, DeS Hessenlandes Haupt und Hort,
Soll unser heißes Flehen gelten Und manche- stille SegerrsworL
Am HimmelsiglanZe steige nieder Der Gottesengel, licht und hehr!
Er bändige den KriegSgott wieder, Zers chm ettre ihm die bluttge Wehr! Vom Thron her wehe daun aufs neue Ter Frieden^ephir, weich und lind. Daß wir m alter Chattentreue Mit dir im Glück vereinigt sind.
R. D.
Hessischer Landtag.
Zweite Kammer.
Am Regierungs tische: Staatsminifter Dr. v. Ewald, Minister des Innern v. Hom bergt, Fincmzminister Dr. Becker, sStaatsrat S ü f fe r 1, Ministerialrat S ch l i e P h a ke.
Der erste Vizepräsident K o r e l l - Apgerod, der feldgraue ; Uniform trägt, eröffnet die Sitzung um 101/4 Uh«r und gibt der 'Fveude darüber Ausdruck, daß es ihm vergönnt sei, wieder an! den Beratungen der Zweiten Kcrmmjev teÜMnehmen Er sei aus dem Besatzungsgebiet im jOftpn znrnckgeöchrt, wo alle Kräfte angespannt würden, Um das wirtschaftticlie Durchhilten des deuvi scheu Volkes weiter zu unterstützen. (Lebhafter Beifall.)
Das Haus setzt darauf die
Beratung des Staatsvoranschlags beim Ministerium des Innern (Kap. 23) fort.
Abg. Dorsch (Bbd.) tritt mit lebhaften Werten für eine stärkere Beurlaubung der Truppen im Feld und auch in d-enl Garnisonen ein. Die tätigte Mithilfe von Kindern nrch Gefangenen könne die Arbeiten der Landwirtschaft, die bisher durch gelernte Kräfte besorgt wurden, nicht ersetzen. Es sollten den Landbürger- meistern greifbare Reserven an Kartoffelsaatgut zur Verfügung gestellt werden. Der Redner geht dann naher auf die landwirt-, schaftlichen Verhältnisse ein und führt namentlich Beschwerde über die Schikanen gewisser Mühlen, die den reinsten Bauernschreck bildeten gegenüber den (ihr .Getreide /abliefernden Landwirten^ .Weiter klagt der Redner über die Mißstände, die sich bei der Ablieferung .und dem Transport - des Viehes ergeben hätten. Dann spricht der Redner noch gegen den Staatssozialismus, der zwar gegenwärtig als ein Nebel ertragen tverdeu müsse, der aber den freien Handel niemals werde ersetzen können. Die staatlichen Behörden müßten vor allen Dingen dafür Sorge tragen, daß die zurückgekehrten beschädigten Krieger bald eine Anstellung fänden;, hier sollten die Behörden den Priv^atrnMtten und Grvß^ betrieben mit ^gutem Beispiel vornngehen., Ter Redner wendet sich schließlich in temperamentvoller Weise gegen die Theatev- Mrd FestvorstellungeN, die in der jetzigen ernsten Zeit nicht am Platze seien.
Abg. Bert hold (soz.) tritt für eine bessere und vor allem gerechtere Verteilung des Viehs an die Metzger ein und fordert nne Verbesserung^ der Ernährungsverhältnisse für die in der Kriegsindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie Ech für die Kranken und die Kinder rrnd altersschwache Personen.
Mg- Calm an (natl.) bespricht zuerst die Verhältnisse in der Landwcttsch>aft. Für die Schwierigkeiten der Kartoffelerzeugung kä- nien nicht immer nur Versehen der maßgebenden Kreise, sondern vor allem mich die unbestimntten Naturverhättnisse in Betracht, wie vor allem der regnerische Soimner und der strenge Winter. Während r™ rS?: ^ Forderung nach! urvemgesch-ränkter Freiheit in
mr Bebauung des Landes erhoben wurde, verlangten die anderen wieder em«i Produttionszwang. Tie Haupfforderung müsse sein, daß leoes Fleckchen Landes ohne jede Einschränkung zur Bebainmg heiMigezogen werde. wer Redner erörtert dann die verschiedenen ge- letzluyen Vorschriften : es sei verkehrt, in den amtlichen Bekannt- machnngen immer wieder auf frühere Verordnmlgen 511 verweisen, nmn sollte vielmehr m kurzen Sätzen den Inhalt öffentlich bekannt geben. <zm ^Ooexb^vebai fei eine gewisse Demoralisierung ernge-, treteii. ^.urch die letzte Reichsgerichts-Entscheidimg über den Begriff d-es ..Anegswuchers fer eine völlige Rechtsimsicherheit herbeigeführt worden, ^viwch allgemeine Merkblätter und Errichtmig von Aus- kmlftsstellen könnte viel zur Aufklärung des Publikums geschehen,
a-MBnanHOT«
man müsse auch die Bekanntniachungen nicht wirr in den Kreis- blättern erscheinen lassen. Minister v. Hombergk habe behauptet, daß uiiser Großherzogtum einen genügenden Einfluß auf die Reichs- stellen ausübe. Ter preußisckse Lmidnürtschaftsminister v. Sck>or- lemer habe aber im preußischen Abgeordneten hause erklärt, daß er nicht in der Lage sei, einen Einfluß aiff die R^ichsstellen aus-, zuüben. Der hessische Minister des Innern v-erde doch wohl kaum mehr Einfluß ausüben können, als der preußische Landlwirtschaftsminister. Mit dem System der Beschiönigung der Dinge sei jetzt bei uns allinählick) glücklich gebrochen worden; es sei jedenfalls besser und notw-etidiger, daß klipp und klar die Wahrheit gesagt werde. Der Redner bedauert weiter die Ab schlstßmigs Politik Bayerns. Man könne von der Landbevölkerung, die selber produziere, nicht dieselbe Beschränkung im Verbrauch verlangen, wie sie bei der städtischen Bevölkerung ftattfinde. Das sei schon technisch nicht gut nwglich Der einzelne Landwirt müsse trotzdem von der Notwendigkeit der Einschränkung überzeugt werden, denn auch die Zjuku-nft seines eigenen Standes hänge davon ab. Eine höhere Preisfestsetzung für die lmidwirtschafttichen Erzeugnisse sei gewissermaßen als Reizmittel trotwendig. Für die Gemeinden sei es eine Pflichst, der ärmeren Bevölkerung billigere Nahrungsmittel zuzuführen, und an Bedürftigere ev. umsonst abzuführen, aber darnach habe auch' der Staat die Pflicht, die Gemeinden zu unterstützen.
Abg. Mergel (uatl.) spricht sich in längeren, auf der Tribüne schwer verständlichen Ausführungen gegen den jüngst gemachten Vorschlag des Abg. Adelung aus, daß man demjenigen die Dausschlachtung gestatten solle, der sich verpflichtet, ein zweites Schlachtschiwein für die Allgemeinheit zu züchten. Der Redner Wendel sich weiter ausführlich gegen die Auslvüchse im Leben der städtischen Bevölkerung. Man sel?e in den Städten vielfach eine Jagd nach Vergnügungen und Sinnenlochungen, aber keinerr Sinn Mi ernster Auffassung des Lebens und der jetzigen schweren Zeit.
Ministerialrat S ch l i e p h a k e geht in lcnigereti Ausführungen auf die vielfachen Wünsche und Beschwerden der Vorredner ein. Zur Beivälttgung der durch die Witterungs Verhältnisse verursacksten verzögerten Frühsahrsbeslelltmgen fänden toeitgehende Beur- lanbimgen von prakttschen Männern der Landwirtschaft statt und des weiteren sollen sog. fliegende Arbeitevkommandos gebiwet werdeii. Ferner soll bestimuit werden, daß diejenigen Grundstücks- inhaber, die 'in der Lage sind, Kartoffeln anznbauen, in Zükunft von der allgemeineti Kartoffelversorgung ansgeschlossen werdeti. Durch die Beschlagtia'hme der Walnüsse fei eine Menge von 275 000 Kilogramnl abgeliefert worden, woraus im ganzeii 28 400\ Kilogramm Oel gswormen wrtrden. Der Preis soll auf 6,50 Mark für das Mlogramm, gleich 2 Schoppen festgesetzt werden. Es sei somit eine verhälttnsmäßig erhebliche Menge Oel gewonnen -worden, sie sei aber doch Nur ansreicheeid für die Versorgung der Krankeii. Tie vielfach umgehenden Gerüchte über eine mißbräuchliche Verwendung der Landwirts sv enden für die Hindenburgstiftung seien urrzutreffend; es wurde bei der Untexsnckmng festgeftellt, daß es sich um zu hohen Preisen erworbene Schmuggelwaren handelte. Auch die Milchversorguug bespricht der Redner und stellt, fest, daß sie mit großen Schwierigkeiten^ verknüpft sei. Die Abgabe von hessischer Milch nach Frankfurt sei stark.,ejrtgeschränkt ^worden. Hinsichtlich der Butterversorgung würden vom Reich an Hessen monatlich 2200 Zentner Butter geliefert. Die Organisation sei einfach eingerichtet, es gebe hier weder hohe Gehälter noch Klubsessel. (Heiterkeit). Es heiße setzt vor allem, durchznhalten. Der Mcg werde dem Volke Mfallen, welches das letzte Getreide und die letzten Kartoffeln zur Verfügung hat.
Abg. Wiegand (Zentr.) macht alsdann nvch längere Ausführungen über die landwirffchaftlichen Verhältnisse im Odenwald. Er fürchtet, daß im Juli und August die Kartoffelknappheit sehr groß und man genötigt sein werde, zur Saat für die Spatkartoffeln auch die Speisekartoffeln mit zu Hilfe zN nehmen. Die Mithilfe von Stadtkindern bei den ländlicheii Arbeiten sei meist nur von zweifelhafter Art. Besonders beklagt der Redner die Verschiedenheit in der Ausführung der Verordnungen und schlägt vor, einen Staatskommissar zur Ueberwachung dieser ^stimmungen zu ernennen. Die weiteren Ausführungen des ReMdsts bleiben bei der Unruhe im Hause unversttändlich Nachdem die Rebe beendet, loird die allgemeine Aussprache über das Kapitel des Ministeriums des Innern geschlossen und das Haus vertagt. 1
Mittwoch, vormittags 10 Uhr: Feierliche Sitzung Mm Jubiläum des Großherzogs.
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Die Schülerversetznngen.
Darmftadt, 13. März. Die Abgg. Adelung, Bach, K 0 r e l l - Ingelheim, Uebel,Dr. v. Helmolt, Ul stich, Kore ll-tAngenrod, Raab, Laug und Sohepr haben betreffs der Schülerversetzungen zu Kap. 38 des Voranschlags soeben folgenden Antrag eiugckbracht; > >
Wir beantragen, die Kammer wolle beschließen: Großherzogliche Regierung zu ersuchen, die Schuldirektionen dahingehend anzuweisen, daß sie bei der bevorstehenden Versetzung der Schüler iw Anbetracht der im letzten Winterbalbjahr infolge der Einwirkungen des Krieges, erfolgten Einschränkungen und Unterbrechungen des Schulliuterrichts mit der größten Mlde verfahren und den Schülern die Möglichkeit geben, den hervorgetretenen Mangel an Reifekennttnssen durch geeignete Vorkehrungen, wie Einführung von' Nachhilfekursen in zurückgebliebmen Fächern während der Ferien im Sommerhalbjahr zu beheben.
Ministeriums hat sich an alle oberbessischm Geflügelzückstervereine gewendet, um Legehühner für die Gcslügelhaltungeii der Lazarette zu erlmigen. In der Versamnillmg sprach man sich mit aller Ent- schiedeliheit dahin aus, daß es eine Ehrciipflicht der Mitglieder sein müsse, hier für imsere vettvundeten .Krieger helfend einzutreten. Es wurdeii bereits sieben Legehühner für den gedacht ei i Zweck gestiftet und loeiter von verschiedenen Mitgliedern Beträge im ganzm bisher 100 Mark gezeichnet, mit denen der Verein geeignete Eierleger beschaffen soll. Es wurde eine Kommission ge- ivählt, Welche es als ihre Aufgabe zu betrachtet! Hai, weitere Mittel zur Beschaffung von Hülpicrii für die Lazarette durch freiwillige Gabm Mich von Nichtmitgliedern des Vereins zu samtneln. Auf dem Laude wird diese Sammeltätigkeit von Vertraumsl-euten in die Hand genommm. Tie F u t t e r b e s ch a f f ii ii g veranlaßte eine sehr lebhafte Ailssprache der Bersatnm-elten, wobei Klage darüber geführt wird, daß mit dieser Tätigkeit in der Stadt Gießen; uttgeeignete Kräfte betvmtl wordeti seien. Ter Vorstand wurde be- Imiftragt, die Klagen, und Anjichtm der Ntitglieder und derm Wünsche beinl Oberbürgermeister und ftir die ländlichm Mitglieder beim Kreisamt vorztibringm.
** Wettkärnp fe i,m Wehr turnen 1917. Das Kriegsministerium hat durch Erlas; vom 18. Februar 1917 auch für dieses Jahr Wettkämpfe angeordriet. Die Ausscheidungskämpfe innerhalb der Jngendkcmipagnien, Kreise usw. inüsseti bis zutti 4. Juni 1917, die Endkarnpfe bis zum Beginn der Ernte ansgetragen sein. Voraussetzung für die Zulassung zu diesen Kämpfe'.! ist, daß die Jungmannschaften mindestens seit bem 1. April 1917 einer Jugendabteilung der militärischen Vorbereitnng der Jugend angehöreu und an diesein Tage 16 Fahre alt sind. Gegenstand der Wettkämpfe sind: a) Fünfkampf (Pflichtübungen: Hindernislauf, Handgranatemverfen, Weitspruug, Schnellauf über 100 m, Wahlübungen: Reck, Barren, Hochsprung, Stabhochsprung, Schwimmen), b) Eirtfernungsschätzen. c) Schnellseh - und Melde Übung, ck) Gruppen- wettk<Lmp fe.
** S chlü s s e 1 war en - V e rteilnng. Wir verweisen nochmals auf die gestrige Bekminttnachrctig, wonach von heute ab in den Geschäften, bei denen die Eintragung in die Bestell-Liste erfolgt ist, gegen Barzahlung und Vorzeigung per Austveistiummcrn je 125 Gvanrm Ermtpen, Nudeln, und Haf'ergrt'itze ans die Person entgegengenominetr werden kömren.
** Regelung des Verkehrs mit getragenen Kleidern und Schuhe n. Vom 20. März 1917 ab ist Gewerbetreibenden imby Privatpersonen in der Stadt Gießen mit Schiffenberg der An- und Verkauf von getragenen Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwareti untersagt. Von diesem Tage an ist mrr noch die Städt. Annahmestelle in der Baracke der Stadtrnaben- schule in der Kirchstraße zur Einnahme von noch gebimuchsfähigen Gegenständerc vvrbeZeichneter Art berechtigt. Der Verkauf erfolgt durch behöMich zugelassene Gewerbetreibende. Anträge auf Zulassung Mm Verkauf sind schriftlich an die Städt. Bekleidungsstelle, 9st--Anlage^ 13, Zimmer Nr. 8 zu richten.
** Die Kältewelle und Ka rtvffelzuf nhren. Der schwere^ Frost, der im Osten Deutschlands bis nahe an 20 Grad ging, hat die Kartoffelzuftchr ivieder unmöglich gemacht. Während der tvenigen milden Tage war es, obwohl sie mich regelmäßig starke Nachtfröste brachten, gellmgen, die tägliche Verladung bis auf 300 000 Zentner zu steigert!. Leider ist eure größere Zahl von Wagen 'unterwegs vom starken Frost befallen und befchädigt worden. Es ist aber dafür gesorgt, daß die Kartoffeln zur Herstellung vom Trockenware^Vertvendmig finden, wozu auch angefrorene Kartoffeln brauchbar sind. Djie Wärmezüge (mit Kartoffeln verkehren nach wie vor. Cs können damit aber naturgemäß nur geringe Mengen, hauptsächlich zur Aufrechterhaltung der Massenspeisung, befördert werden. Die Anfuhr von Kohlrüben zum sofortigen Verbrauch und zur Trocknung für den Sommer kann auch bei Frost bis zu 6 GvLd weitergehen, ist also durch den Kälterückfall mn; wenig beeinträchtig? mürben.;
Landkreis Gießen.
** Allendorf a. d. La htl, 14. Mäi^. Einen tiefen Eindruck auf die Zuhörer hinterließ der von warmer Begeisterung getragene uttb von einem reichen interessanten Licht bildermaterial begleitete Vortrag der Herren Pfarrer Bröckelmann und Prof. Korb heute über das Thema „Deutschlands Finanzkrafttb
[] Steinberg, 14. März. Am oorigen Samstag ab«id verstarb in Steinberg das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Witwe Christine Häuser, geb. Seip im 90. Lebensjahre. Sie war die Witwe des schon 1885 verstorbenen Georg Häuser 9., „Nußmüllers" in Steinberg. Während dieser langen Lebenszeit ist sie niemals krank gewesen, auch in ihren letztem Lebenstageu nicht. Sie hinterläßt 3 Töchter, eine ist im Ehestand gestorben. 12 Enkel und 20 Urenkel.
Kreis Schotten.
n. Vom hohen Vogelsberg, 13. März. Der starke Schneefall, den die heftige Kälte der letzten Winteritionate tm- jerem Oberwalde gebracht, hat leider unter dem Rehwild zahlreiche Opfer gefordert. Besonders viel schwächere Tiere sind au2 Mangel an Nahrung zugrunde gegangen, eine in dieser fleischknappen Zeit doppelt bedauernswerte Tatsache.
Arrs rund Coni.
Gießen, 14. März 1917.
** Die Knappheit an kl einen Zahlungsmitteln^ ist trotz fortgesetzter starker Prägnn<Mr immer noch nicht beseitigt. \ Es ist daher dringend jede nur tnögliche Beschleunigung des Münz- umlaufs, insbesondere häuftge Entleerung von SammÄbüchsen und Automaten, durch welche noch immer beträchtliche Mengen Keiner Münzen auf längere Zeit dem Umlauf entzogen werden, zu empfehlen.
** Die Gewerbevank zu Gießen halt am Donnerstag, den 22. März 1917, 81/2 Uhr abends, im Hotel Großherzog von Hessen ihre 58. ordentliche General-Versammlung ab. (Näheres ftehe Anzeige.) .
** Der Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und Umgegend E. V. hielt am Sonntag nachmittag im Gaschof zur Eisenbahn eine außerordentliche LxruptVersammlung ab, welche sehr gut, auch von den Mitgliedern von außerhalb besucht war. Ein Antrag des Vorstandes, eine Verbands-Ge- flügel-Ausstellung, bk von allen Geflügelzüchtern in der Proviuz Oberhessen, sofern sie einem Geflügelzuchtverein ange- hören, beschickt werden kann, wurde einstimmig gut geheißen, gleichzeitig aber auch beschlossen, mtt dieser Veranstaltung eine Ka tünchen schau zu verbinden, bei der auch Tiere der einem Gießener Kaninchenzuchtverein angehörenden Mttglieder zur Prämiierung zngelassen werden sollen. Für die Beranstaltting wurden 100 Mk. zur Beschafftmg von Vereins-Ehrenpreisen bewilligt, außerdeni stehen bedeutende Geld- uird zahlreiche bereits gesttftete Ehrenpreise für gutes Aiaterial zur Verfügung. Ein bei», dieser Veranstaltung zweifellos sich ergebender Ueberschuß soll zur Be- schaffnng vmi Geflügel (Rutzhühner) für die Geflügelhöse der Lazarette Verwendung finden. Die Medizinal-Abteilung deS Kriegs-
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