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10.3.1917 Zweites Blatt
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Kr. 59 Zweites

Erscheint tSgttch mit AuSns-nns deS SovrttLg».

veilagen:Slrtzener KamMsK-Me^ :md Krcisbletf für den Lrek Eietze«'^

psstsche«»ntv: §rankfur 1 am Main Nr. U 68 H. Ssnkssrkehr: HeNerdedartt Sictze«.

Blatt söl. Jahrgang

Eichener Anzeiger

EeneraS-Anzeiger für Gderhesjen

Samriag. \0. März \9\Z

3»tXltng#ntnjborurf und &rr-.o»i;

Brü hl^a-e Unwerjttär 4 -Bnch-u.Sr:mdtmckerei Ni. Lange, Giege^u

ZchrifNettv»-. SeschLfttsteLe nnd VraSnej:

Schrüst^ave 7. Geschäf.s,:eUe u,Berttcg. ****&&!, Schrift llttuztg: ea&£# 112,

Anschrift für Lruhtnachrrchtrn: Anzeigers irßesl.

Dir sechste deutsche rttirgsanlciht.

Dir fachst.« dorische KriegsMtlcihe, auf die Zeichnungen in der Zeit vom 15. März bis 16. April angenommen werden, wird, fcrä wir schon angekündigt haben, aus si'mfpwzentigen Schuld­verschreibungen und aus lnorcirtl;at&prozentigen mit 110 bis 120 Prozent M.islösbaren Reichsschavanweisungen bestehen, die beide zum Preise von 98 für 100 Dtark Nennwert znr Ausgabe ge­krümen. Wer indes die si'mfpwzentigen Schuldverschreibungen ins R eichs s chuldbuch eintragen läßt und sich gleichzeitig ver­pflichtet, die dlusfvlgung der Anleihestücke nicht vor dem 15. April 1918 zu fordern, braucht nur 97,80 Mark anzulegen. Reichs­schatzanweisungen können nicht ins Reichssckmldbuch eingetragen werden, bei ihnen beträgt mitlstn der Zeiämungsknrs einheitlich 98, lvob« daran erkmrert sei, daß die k l e i n st e n Stücke der neuen Reichsschatzanweisrmgen über 1000 Mark, die kleinsten Stücke der fünfprozentigen Sck?uld verschrei bim gen über 100 Mark kmten. Bei beiden Anleihsarten findet die übliche Stückzinsen- verrechnung statt, und da der erste Zinsschein am 2. Januar 1918 fällig ist, werden vom Einzahllmgstvge ab auf den einge- zahlten Anleihebetrag dis zum 1. Juli 1917 5 Prozent oder 4r/s Prozent Stückzinsen vergütet. Bei Zahbmgen, die nach dem 1. Juli stattsinden, geht die Berechnung der Stückzinsen zu Lasten des Einzahlenden. Wie in früherer Fället: sind auch diesmal-zur Erleichtertmg für die Zeichner vier Pflichtzahlungs- termine festgesetzt für TellzahLunger:, deren erster der 27. April rmd bereit letzter der 18. Juli ist. Solche Zeichner, die indes schon früher in den Genuß der hohen Zinsen gelangen wollen, können vom 31. März ab Ball oder Teilzahlungen leisten, wobei der Vor­behalt gemacht ist, daß. Teilzahlungen nur in runden durch hundert teilbaren Beträgen des Netmwertes zulässig sind.

Zeichnungs- t:nd Vermiltlungsstellet: sind dieselben wie bei den rwrangegangenen Kriegsanleihen. Tie Po st an st alten nehmen wieder nur Zeichnungen auf die sünfprozentigen Schuldverschrei­bungen au, wird die dort zur Anmeldung kommenden Beträge müssen bis zum 27. April voll bezahlt werden. Erfolgt die Voll- zahtung bei der Post am 31. März, so werden 90 Tage Zinsen gleich IV4 Prozent vergütet, erfolgt die Einzahlung in der Zeit vorn 1 bis 27. April, so umfaßt die Zinsenvergütrmg einheitlich 63 Tage und beläuft sich auf 7s Prozent. Dementsprechend find die Netto zeichnungspreise für Anmeldungen bei der Post 96% oder 97 1 /g Prozent.

Neu gegenüber der: Zeichlmmgsbedingungen für die früheren Kriegsanleihen ist die Bestimmung, daß den Zeichnern der vier- einhalbprvzenttgen mit 110 bis 120 Pro'.ent auslösbaren Reichs- schatzanweiftkngen das Recht eingeräumt ist, Schuldverschreibungen iiub Schatzanweisungen der früheren Kriegsanleil-en in neue vier- einhalbprozeittige mit 110 bis 120 Prozent auslosbare Schatz­anweisungen umzutauschen. Damit wird der Zweck verfolgt, den Besitzern älterer Anleihen, die diese in die neuen Schatzanweisun- gen umwandeln möchten, die Nottvendigkeit des Verkaufs zu er­sparen. Dieses Recht ist jedoch begrenzt: Jeder Zeichner kann nämlich höchstens doppelt so viel alte Anleihen (nach dem Nenn- wsiL) Umtauschen, wie er neue Schatzanwcisungen gezeichnet hat. Wer also beispielsweise 5000 Mark neue Schatzanweisungen ge­zeichnet hat, gewinnt einen Anspruch aus wertere 10 000 Mark neue Schatzanweisungen gegen Auslieferung eines gleichen Be­trages Schuldversckweibungen oder Schatzanweisungen der früheren Kriegsanleichm, Ter Umtausch erfolgt mit Wirkung vom 1. Juli 1917; demgemäß sind die mit Januar-Juli-Zinfen ausgestatteten Stücke mit Zinsscheblan fällig am 2. Januar 1918 einzureichen., dre mit ^April-Oktober-Zinsen ausgrstattete« Stücke mit Zins-

g -einen fällig am 1. Oktober 1917. Die Einlieferer von Ajwil ktvber-Stücren erhalten jedoch aus ihre alten Anleihen Stück- zinseu für ein Vierteljahr vergütet.

Wer sich über irgend eine weitere Frage unterrichten will, wird alles Wissenswerte aus der demnächst erscheinenden Zeich- nungsauffordertwg ersehen können, im übrigen bei allen Zeich- mrngsstellen irttb Zeichnnngsvermittlungsstellen jede Auskunft er­halten.

HeMchee LattStag»

Zwertr Kammer.

Darm stabt, 8. Marz.

Firmnzmitrister Dr. Becker: Meine Herren, ich will von einer längeren Rede absehen; denn in der gegenwärtigen Zeit größter Spannung interessieren zlvei Zeilen über einen U-Booterfolg mehr als die schönste Ctcttsrede. Das Finanz-Ministerium habe im Hause so viele Anerkennung gefunden., daß es sagen müsse: ,-Mkr graut von der Götter Neide." Ter Minister wälzt den Tank auf die Be­amten der Verwaltung bis zum jüngsten Schreibgebilfen herab ab, deren Pflichttreue er das höchste Lob spendet. (Lebhafter Beifall.) Der Redner geht auf einzelne Punkte des Vorredners ein, erwähnt die aus Ersparnisrücksichten gemachten Einschränkungen. Es sei sein Grundsatz wenig zu versprechen, aber das Versprochene zu haltet:. Damit werde dem Hause am besten gedient sein.

Uebec den 12pwzentigen Steuer Zuschlag habe e'r nirgends in der Bevölkerung eine Beschwerde gehört. Tie Rechnung für 1916 ist um einige hunderttausend Mark günstiger als der Vor­anschlag. Tie Ursache sind zwei große Erbfälle, wodurch die Erb­schaftssteuer 65 000 Mar? über den Voranschlag betragen habe. Tie Erlässe an Steuern seien dagegen bedeutend höher gewesen, als vorgesehen und nur durch Mehreinnahmen anderer Art und Ersparnisse wieder ausgeglichen worden. Ter Redner bekämpft die Ansicht, daß der Staat weniger zu. leiden gehabt habe durch den Krieg als Reich und Gemeinde. Einzelne Gemeinden und Liefe- rungsverbändc konnten allerdings die Kriegslasten nicht tragen, ihnen Iverde der Staat beispringen müssen. Die einzelnen Staaten könnten auf feine ihrer Steuerguellen zugunsten des Reiches auf die Dauer verzichten. Der Finanz minister loandte sich darnach ebenfalls sckxrrf gegen die Aeußerung des Abg. Strefemann über die kommende Hobe Vermögensbesteucrung. Löerm der Sieg er­rungen worden sei, urid man ans Konfiszieren gehen müsse, so toerde man sich an die halten, die die Schuld am Kriege tragen^ unsere Feinde. Was diese uns zugedacht haben, gehe aus den Reden ihrer Staatsmänner hervor. (Lebhafter Beifall. Ein be­siegtes Deutschland solle hutidert Jahre für seitre Feinde frohnen.

Sich dem hessisck-en Staats voran schlag zurvendend, betonte ot f daß sich die finanziellen Verhältnisse des Landes besser ent- wukelt hätten, als man vorl/er annehmen konnte. Die Nechntmg für das Jahr 1916 habe sich um manche hunderttausend Mark günstiger gestaltet, besonders durch die Erhöhting der Einnahmen aus den direkten Steuern. Die Behau pttm.g eines der Etatsredner, daß der Staat im allgenreinen werriger unter dem Krieg zu leiden habe, als das Reich und die Gemeinden. sei nicht zutreffend. Wenn auch die letzteren bis jetzt schon ettva 50 Millionen für .Kriegsaus- gaben bezahlt hätten, so bemerke er, daß ihnen doch ein Teil davon durch das Reich loieder zurückerstattet werde. Es stündm auch für die Zeit nach dem Kriege große Ausgaben bevor, die bedeutende Mittel erforderten; aber trotzdem sei kine Schwarz- schevei nicht am Platze, und man solle davon abstehen, die Be­völkerung mit düsteren Andeutungen zu beurmihigeu, als ob die zu erwartenden neuen Lasten tmerschtoinglich werden würden. RtÄmer stellt mit Freuden fest, daß sich alle Redner gegen eine weitere Erhöhung der direkten Lasten durch das Reich zu mr- aunsten der Einzelstaaten ausgesprock-en hätten. Tie nurnderbare Spannkraft, die das deutsche Volk während des Verlaufs des

ganzen Krieges bewiesen habe, werde sich «mH nach dem Kriege m gleicher Weise bewälwen.

Zum Schlrisse richtet der Minister einen warmen Appell an die Bevölkerung zugunsten der Gvldablieferung und des bar­geldlosen Verkehrs. Wenn er in Hessen auch ein allgemeines Verständnis für diese beiden vaterländischen Forderungen fcst- stellen könne, so seien doch in letzter Zeit einige recht besclKmende Fälle bekannt geworden, in betreu>!asser Lausende ihres Ver­mögens in GoL aufbewahrt hätten,. Er fordert die Abgeordneten und alle verstäirdigen Leute zur Mitarbeit aus diesem Gebiete aus und ersucht, auch der bevorstehenden neuen Kriegsanleihe ihre volle Kraft zu widmen. (Beifall.)

_ Letzter Redner zum Etat ist Abg. Schott (natl.): Eine Steuererhöhung ist nicht notwendig geworden, da die Haupt- eirm-ahmerc des Staates einen erfreulichen Auffchwung geironrmen haben. Die techrrische Seite des Etats hat tnein Parteifrenitd Dr. Osann bereits hier eingei^end beleuchtet und Abg. Brauer hat die wirtschaftlichen Fragen behandelt. Dessen Ausführungen über die Kleinmüllerei stimme ich vollständig zu. Wie nottvendig die Er­haltung der Kleinmüllerei ist, hat gerade der gegernvärttge Krieg gezeigt. In erster Linie gebührst dem Komnrunalverbarrd Dank dafür, der das Bestteben hatte, die Frucht werm möglich in seinem Kreise vermahlen zu lassen. Es hat sich auch gezeigt, daß diese Mühlen noch leistungsfähig sind, und es muß dafür gesorgt werden, daß sie auch bestehen können. Das flache Land hat das größte Inter­esse an der Erl-altung dieser Kleinmühlen. Auf den meisten wird nur Roggen verrnahlen, doch fütb auch einige zum Mahlen von Weizen eingerichtet. Wir haben Wirtsckraftlich in unserm engeren Vaterlaude durchgehalten, wie alle Berufe den festen Willen be- kutrden, dies zu tun. Das Vermögen ist in Hessen in der: letzten Jahren so angewachsen, daß, arrs den Steuerrl eine Mehreirr- nghme von 1,5 Millionen erzielt wurde, davon entfällt auch ein kleiner Teil auf die Latrdrmrtscyast, während aus die Kriegsgewinne der Riesenanteil kommt. Nach dem Kriege wird sich vieles anders gestaltetr; der Krieg ist der g-coße Lehrmeister. Sehr bedauerlich ist der Wucher und die Profitsncht, die sich aus allen wirtschaft­lichen Gebieten gezeigt hat. Die außerordetttlich vielen Verord­nungen sind meistens zu spät gekomnren und haben der Landwirt­schaft sehr geschadet. Die Landwirtschaft wird mit Freuden den Tag begrüßen, an welchem die vieletr Vorschriften und Matz- lahmen aufgehoben werden. Redner beklagt den starken Ausfall in der Kartvsselcrnte. Es wurde der Fehler gemacht, daß die Zkartoffelpreise ün Verhältnis zu den Gerstenpreisen zu niedrig waren und man zu spat zu anderen Nahrungsmitteln, Rüben, Möl/ren uftv. gegriffen hat. Auch der Landwirt hat ein feines Gefühl für alles Unrecht, das geschieht. Bor allein uüuß die Produktion gefördert werden, sonst reicht es nicht trotz aller Einschr^nkurlgeir. Durch den Ztvang zum Anbau wird die Sache nur verichlechtert. Lust und Liebe muß vorhanden sein, wenn etwas gebeüim soll. Der Bauer weiß ganz genau, näcviel Vieh er mit seinem Futter ernähren und ob er kaufen kann oder absetzen soll.« die Gerste schon früher zu Brot ver­wertet worden, und hätte man die Kartoffeln weMÄassen, so wäre auch viel gespart worden. Vor allem darf es an Saatfrucht imb Saattartoffeln bei der Frülstahrsbesleilung nicht fehlen, sonst bleibt der Ertrag zurück. Redner bespricht dann die Preisfestsetzung für Eier, Butter und Milch trsw. Durch eine Verordnung vom Kom­munalverband wird von jeder Kuh bittet falb der Gemeinde 2 Liter Milch für bte Pövlkerei verlangt. Nach der Viehzählung vorn! 1. Dez. 1916 ist die zu licserttde Milä-menge der Gemeinde cmstrlegt. Die Nachyucht und die Benoeciixaig oer Tiere im Gespann an StÄle der Pferde macht es umnöglich du-se Menge px liehen. Von der Nach' zucht ist die Erhaltung des Viehbestandes und davori die Fleisch- lieftrung abhäitgig. Es herrsckst in der landwirtschaftlichen Bevölke­rung ein außerordentlicher llnitrut über die hier getrvsselren Maß­nahmen. Ebenso auch über die Butten»rs-äwiften. Dmnit wird nichts erreicht uird die Allgemeinheit leidet Not. Auch über die Gestellung der Pferde, die man den Landwirten einfach abuimmt, ist der Mißurut groß. Bei der jetzigen Kartoffellüappheit heißt es durchhalten bis Frühgenrüse angebaut sind und der Bevölkermtg znr Verfüg:mg stehen. Der Redner behandelt dann noch die Frage der Hausschlachtungen jinib wendet sich gegen die diesbezüglichen Ausführungen des Abg. Adelung. Wenn mehrere sckiw-eine in der Haushaltung geschlachtet werde:: dürften, so komme mich viel der Allgemeinheit zu grtt. Die Bwiern würden auf einen srüchen Vor­schlag gern emgel?en und es ' auf beideri Seiten Zufriedenheit eintr ten, a'er nichts ist de Baujern ärgerlicher als Becurfsichtigung und Ztixurg (Beifall).

Damit schließt die Generalaussprckche.

Der Präsident bringt darnach die VorbeTneckttcTvg Mm Staats- Voranschlag z:rr Abstimmung, die angenommen wird.

Darauf vertagt sich das Haus um I1/4 Uhr.

Nächste Sitzung: Freitag frlih 9 Uhr.

Nach dieser Rede nahm Finanzminister Dr. Becker das Wort zu längeren Ausführungen, stber die wir morgen Näheres berichten.

Erste Kammer.

Darmstadt, 8.

Die Erste Kanrm-er dev Stände hielt heute Mittag ebenfalls eine kurze Sitzung ab.

Am Regierungsttsche waren die drei Minister und mehrere andere RegierungsVertreter.

Präsident Fürst Solms -Hvhensolms-Lich eröffnet die Sitzung um 127* Uhr. Er gedachte ztmächst m herzlichen Worten des auf dem Felde der Ehre verstorbene:: jlblgsten Mitgliedes der Kammer, des Grafe:: Eberhard zu Erbach-Erbach. Der Bereinigte rückte als aFlitter Offizier des Bad. Leibdrag-oner-Negts. i:nt Kriegs­beginn ins Feld. Er' käurpfte bn Westet:, Osten mtid in Rumänien, sich mehrfach durch Tapferkeit und Umsicht auszeichnend. Vor den: Feinde erwarb er sich das Eiserne Kreuz 1. ut:d2. Klasse. A:n 13. Februar wurde er zu iKrorrstadt (Siebenbürgen) bei ebiem Eiset:bahnw:fall aus diesem Leben abberuf«:. Die Erste Kammer wird dem jüngsten Mitglied des Hatrses ein dankbares Andenken bewahren. (Die Ariwesenden haben sich zu Ehren des Verstorbenen von den Plätze?: erhöbet:).

Der Präsident macht darauf Btitteiltmg über die Rückäuße- nr!:get: der 2. Kcmrmer, tvr-rauf der Llhttrag von sieben Mit­gliedern der 1. Kammer betr. die^ Bewilligung vot: 200 000 Mark als Staatsbeittag Zirr Jubiläntivsspende zur Beratung kommt.

Oberbürgernteister Tr. Göttelmantt ltegründet den An­trag wrd betortt, daß die Spende bereits den Betrag von 17s Mill. Mark üRrschritten habe. Der Antrag wird daratrf einstirmnig angenommen.

Damit ist -i' Si'-nna b-eudet.

Arrs SLerdL rrrrL» Lcsnd.

Gießen, 10, MSrz 1»17.

Oculi.

Ter dritte Fastenfonntag, der in diesem Jahre Mlf den 11. März fällt, fiUjrt in der lateinischen Knxhensprache die Be­zeichnung Oculi. Diesem Name:: messen iianreittlich die deutscktcn Jäger eine besondere Bcdetrtmrg bei; der Sonntag Oruli ist der alt­hergebrachte Dermin für den Beginn der Jaich auf t>en scheuen Waldvogel, die Schnepfe, vorausgesetzt, daß sie schon dr ist. 'Die Fastensoivrtage führen bekantttlich in der Sprache der Kirche und

in den Kalendern nach dem ersten Worte des Meßeingatu^r die lateinisck-en Benetmurrgen: Jnvocavch Rembchceie, Oculi, LLtare, Judica, Paltnarum. Die evangelische Kirck-c Ijat diese Bezeich­nungen vielfach beibehalten, mrd im evangelsichen Reiigionsuurev- rickft pflegen sich die Schüler, um sich die Reihenfolge der Sonw- tage leichter oinz'uprägeu, mit dem Merksatz zu helfen: 3n kichers ®fen liegen junge Palmen. 9tu ca sonst haben sich üt evangelbckMt Gegendet: noch manche latebtische Erirmerungen an die ftühere Zeit erhallen, die die 'katholbche Kirche heute nicht mech kuntt. So singen die evangelischen Sck-ul7bü>er in Mitteldeutsckchind m der Vorweihnachtszert die sog. Quempas-Lieder, Das ist dcuc Samm» ltmg von kirchliche:: Weihnackttslledern, deren erstes mb Versen beginnt: ,/Quam yaskrves laudaverc, / Tru d!< Hirten U>htat sehre / Und die Engel noch mehre." Daraus ist also der meuttnüv- dige Name Quempas gebildet Wochen In verschieoenen eoangeli- siben Gegendet: wird in der Passionszeit in jeder Woche ein sog. Salve-Gottesdienst abgel-aldeu, der g-mwhnluch in eitrer Unterred? «g mit den .Kvnsirmcmden über die Passions geschaht besteht. An monchen Orten ist es übiickj, daß nach dem testen Salve sämttiche Kinder der Gemeinde, auch die Säuglnrgec sowie Pattor ustb Kanttr auf Kosten der Kirchenkasse n:it einer Salm-Bretzel be­schenkt werden. Der hier gebomochte Name Salve rührt von den Passionsliedern des heiligen Bernhard von Clairvaur fyrt, die sämtlich mit dem Worte Salve, sei gegrüßt, beginnen. Äon diesen besinden sich jetzt noch einige in deutschen evcmg-Äischen Gesang­büchern, so vor allem der erg reifend? Karfreitags Hymnus Paul Gerhardts:O Haupt 'voll Blut und Wunden", der eine N«^ch- dichtrmg des LiedesSalve ca put crue?ttatum" von Dernhirrd von Clairvarrx ist. Das lateinische GrußwortSol'oe" hat m der deutschen Militärivrache beHannttich eine merfloürdige Bedeutung angenommetu Wenn in der Zeit nach Einführung der Feuer­waffen her Fürst des Larcdes oder der Oberkontmatchirrende der Truppen bei diesen einlcaf, so gab die Infanterie zu seiner Be­grüßung einSalve" ab. Es wurde streng darauf gehalten, daß diesesSalve" (erst später sagte man die Salve) auf einmal abgegeben wurde. So erllr^ickelte sich das WortSalve" allmählich Zum Begriff des Massenfeuers, :md die irrsvrüngliche Grußbedev- tung des Wortes geriet schließlich ganz in Vergessenheit. Bei der Artillerie ^wurde zur Bezeichnung des Begrüßungsschießens der Ausdruck Salut angewandt, der sich in seiner ursprünglichen Be» deuttmg bis zum heutigen Tage erhalten Hot.

Lebe«LmiLr<rmürkett. \

Für die Zeit vom 12 bis !3. März 1817 hnbe^ nach­folgende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der I I. Woche, gültig vom 12.18. März 1917 Buttermarken »11. , B 12.18. , 9

Fletschmarken , 11. r m w 12.18. 9 9

Kartosselmarken, 11. , r 12,-18. ,

guefermaefen Nr. 6 und 9, gültig dir Kl. März 1917, Dersenmarken für den Monat Atarz.

Ein QMtausch verfallener Mark?» findet nicht «cyr statt; ebenso wird für verloren getzarrgene Marre« kein Ersatz gewährt.

GefchäftSftvnVen deS Stadt. LeHerismittelamteK vou tz12 Uhr vor»»., 24 Uhr «achm»

SormtagS von 1912 Uhr I»»rm, Mackenarrsgabe für lleiauder.

** Groß Herzog - Ernst . LnvwLg-JnbiräuiN-- Stiftung. NaheFil 2hs Millionen Mark find nach dem rxu> lätcftgen Ergebnis für die GroßherHog-Er::st-Ludwig-Jubilums- Stifttmg gespendet worderr. Es wurden an Beiträgen durch Samm­lungen aufgebrachti Provinz Starkenburg- im Kveise Tarmstadt (Stadt 212 000 Mk., Land 44 393 ÜNk.), im ganzen 2'>6 393 Mki, im Kreise Bensheim 28 000 Mk., im Kreise Dieburg 27 177 Mk., im Kreise Erbach 9000 Mk., im Kreise Groß-GerLU 290 000 Mk., im Kreise Heppenheim 23 870 Mk., im Kreise Ofsenbach 271230 Mk., zusammen 905 670 Mk. Provinz Oberhessen: im Kreise Gießen (Stadt 99 400 Mk., Land 94 516 Mk.), im ganzen 193 916 Mk.. im Kreise Alsfeld 10 523 Mark, im Kreise Büdingen 45 000 Mk., bn Kreise Fri-.dbery 35 354 Bit., im Kreise Laulerbach 12 471 Mk., im Kreise Schotten 6735 Mk., zusarnmen 303 999 Mk. Provinz Rhein Hessen: im Kreise Mainz (Stadt 297 226 Mk./Land 38 003 Mk.), im ganzen 335 229 Mk. (hieruttter sind 9500 Mk. Spende der Eisen-- bahnbeamten des Tirektronsbezirks Mainz enthalten), im Ktt'ise Alzey 32 300 Mk., im Kreise Bingen 53 000 Mk.. im Kreise Oppenh-nm 26 470 Mk., im Kreise Worms 138 581 Mk., zusatw- rn 585580 Mk. Beiträge durch Bewilligungen: Bon Re- giertmg und Landständen 200 000 Mk., von den Provinzen Skar-- kenburg 50 000 Mk., Oberhessen 50 000 Mk.. Rhein Hasen 50000 Mark: von den Kreisverwaltungen im ganzen 70 500 Mk. und von den Städten: Tarmstadt 12 000 Mk., Mainz 16 000 Mk., GiesieTt 4500 Mk., Ofsenbach 11000 Mk, Worms 7000 Mk., Bad-Nau- heim 1000 Mk., Heppenheim 1000 Mk.; von anderen Körper­schaften b: Hessen: vom Llpothckervorern m Hessen-1000 Mk., von per Kaisers. Ober-Postdirettwn 23 965 Mk., von dec Eisrnb-ohn- Direktion Frankfurt a. M. 10 000 Mk. Beiträge von einu-tnen Personen oder Körpersch-aften außerhalb L>es^ens (darunter 22 212.85 Mk. Samntelergebnis der Hess. Gesandtsexisi in Berlin) 59 477 Mk. Beittäge von Militärver'oiren 25 258 Mk. Die Gesamt­summe beträgt mithm 2 387 949 Mk.

** Zu einer Versammlung der vberhefsischert Getreide-, Mehl-, Fttttermittel- und Landes- Produkten Händler auf Sowttag, den 11 Marz d. Js., nachiilittags 3 Uhr, im Sprtidel-Hotel, Bad-Muheim, laden der Verein hessisck>er Getreide-, Mehl- imb Futtermittelhäudser. Sitz Worms, und der Verein oberhessischer Lcmdesprvdultcrchanbler, Sitz Friedberg, ein. Näheres ficl>e Anzeige.

" D i e grimmige Kälte d e S Winters hat un»> r dem Wildbestande erhebliche Opier gefordert. In den Waldun en sanken die Fors'.beamten besonders viele etngegangeue junge Rebr. Auch die Vogelmelt scheint ziemlich gelitten zu baden D»e Hasen da- geget: haben den Winter verhälknismäßig gut überdariert.

** Im Licht spiel hau s Ba h n h o s st r. 3 4 steht aus tort Spielplml vom 10. bis einschließlich 13. März ein ("esel!>ckm c - schauspiel in 4 Akten:F-rauen, die süß opferwh Die Hauplri'll« \ycd die durch den FilmDas Skelett" bekannt gewordene Sckwu- spielerin Ellen Mchter, die Regie Riämrd Eichberg. Für den hunwristischet: Teil ist ein sehr pikantes Lustspiel ti drei Akten Sckwurzels W'ttte" vorgescljen.

** Das Schwa rz-Weiß-Thearer, Seltersweg,b-brgt in: Programm vom SamSdp;, 10. März, bis eiusckün-lich 12. März ein Deteknv- und Sammet-Sck-anspiclOliver in 4 Akten, bearbeitet nach dem bekamuen gtevstnumig«: R^nran^ Außerdem ein Militärürstspü<: ,,Der dritte ÄsriTNmt ?> meine Frau!" in 3 Akten, das Wd^r.'esckxramaDwncho Bütt- r.;b das Kind des Sheriffs", sorvie eitrige interessante Einlagen.

** Kindersvlbäder. Das im Jahre 1915 ms Levm aenifeire Kirtdersvlbao im ElasthvfZum Rittpr" in Wimpfen, das den Winter über gcschlosfan war. wird am 15. sviarz l Js.' wieder eröffnet. Einträge -.rus Cinweistmg von Kimdent im Aller von 415 Jcch'cen kövmett jedcrzeb bei dem Vorstand bei Latchcs- versicktcnwtgScmstatt in Darmstadt gestellt werd^m, woselbst auch die AusiraÄnebedbtgutMM zu erfahren sitvd. Das Kbrdersolliad :a