rtt. 57
Zweiter Blatt
Erscheint tS-lich mit Ausnahme der Sonntags.
Beilagen: „Gietzener ZamilienblStter" und „Kreisblatt für den «reis Gießen".
Postscheckkonto: Zranlfurt am Main Nr. \\m. Vankverkehr: Gewerdebank Gießen.
fb7. Jahrgang
ebener
General-Anzeiger für Gberhessen
Donnerstag, 8 März 1917
ZwillingSrundoruck und Verlag:
B r ü hl'jche Unioersiläts-Bttch-u.Stckndruckerei.
R. Lange, Gießen.
ZchrifHeitnng, Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulstrave?. Eefchäf.s,teile v.Verlag:
Schriftleuung: e«s§* 112.
Anschrift für Tr. htaachrlchtenrAnzeigerGie:en.
Die Linzahlungsbedingungen der neuen Uriegsanleihe.
Tie neue Kriegsanleihe besteht, wie bereits an dieser Stelle berichtet worden ist, wieder in sünfprozentigen Schal Verschreibungen und ferner in viereinhalb pvozentigen mit 110 Prozent bis 120 Prozent auslösbaren Schadanweisungen, wobei der Zeichnungs- preis für beide Anleihearten auf 98 vom Hundert (Schuldbnch>- eintvagungell der fünfprotzenLigen Reichsarrl-eihe mit Sperre bis MM 15. April 1918 97,80 Mark) urtter Verrechnung der üblichen L-lückzinsen festgesetzt ist.
Obwphl der Zeichnrmgstermin die Zeit vom 15. März bis 16. April umfaßt, dürfen Voll- und Teilzahlungen, die letzteren in runden durch hundert teilbaren Beträgen des Nennwerts, bereits vom 31. März ab geleistet werden. Ta der Zrnsenlauf, und zwar beider Anleihearten, am 1. Juli 1917 beginnt, der erste Zinsschein mithin am 2. Januar 1918 fällig wird, ist denen, die bereits am 31. März Zahlungen leisten, ein Vierteljahr Zinsen zu vergüten, das heißt, bei einer Vollzahlurrg von beispielsweise 1000 Mark Anleihe^ am 31. Marz enrpfangen die Zeichner der fünf- prozentigen Schuldverschreibungen eure Zinsvergütung von I 1/4 Prozent gleich 12,50 Mark, die Zeichner der viereinhalbpvozentigen Schatzanweisungen eine Vergütung. non IVs Prozent gleich 11,25 Mark. Ter Zeichnungspreis ermäßigt sich mithin im Falle der Vvllzahlnng am 31. März auf 96^4 Prozent für die fünfprozentigen Schuldverschreibungen, auf 96,55 Prozent für Schuldbuch- eintragungen der fünfprozentigen Reichsanleihe und auf 96 7 /s Prozent für die viereinhalbprozentigen Schatzanweisungen. Erfolgt die Zahlimg später, so tverden entsprechend weniger Zinsen vergütet. also z. B. am 20. April für 70 Tage.
Ter erste Pflichtzahlirngstermin ist der 27. April. An diesem Tage müssen 30 Prozent des dem Zeichner zugeteilten Betrages an Kriegsanleihe bezahlt werben. Am 24. Mai werden weitere 20 Prozent und am 21. Juni und 18. Juli jeweilig 25 Prozent • fällig. Tiefe Pflichtzablnngsterniine müssen von den Zeichnern innegehalten werden, sofern die Snnrme der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. Hat jemand z. B. 1000 Mark fünfprazentige Kriegsanleihe gezeichnet und zugeteilt erhalten, so muß er^300 Mark Kriegsanleihe am 27. April bezahlen, wobei chm die Stückzinsen für 63 Tage vergütet werden, so daß die Barzahlung 0300 Mark ä 98 Prozent — 294 Mark abzüglich) 2,60 Mark Stnckzinsen) 291,40 Mark beträgt. Hat jemand 400 Mark Kriegsanleihe ge-eichnet, so sind am 27. April, dem ersten Pflichtzahlnngstermin. 100 Mark Kriegsanleihe zu begleichen. Hat jemand 300 Mark .Kriegsanleihe gezeichnet, so braucht er am 27. April noch garnicksts einzahlen, denn 30 Prozent von 300 Mark ergeben nicht den Mindestbetrag von 100 Mark. Tie ersten 100 Mark sind vielmehr bei einer Zeichnung von 300 Mark erst am 24. Mai fällig, weitere 100 Mark wären am 21. Juni zu bezahlen und die restlichen 100 Mark am 18. Juli. Bei einer Zeichnung von 200 Mark Kriegsanleihe sind je 100 Mark am 24. Mai und am 18. Juli zu bezahlen. Bei einer Zeichnung von 100 Matk Kriegsanleihe wird die ganze Zahlung erst am 18. Juli fällig. In allen Fällen können, wie schon erwähnt, ebenso wie die Bvllzahlimg auch Teilzahlungen geleistet werden, indes immer mir in runden durch 100 Mark teilbaren Beträgen des Nennwerts.
Besondere Bedingungen gelten für die Einzahlungen auf Zeichnimgen, die bei den Po st an st alten erfolgen. Zunächst ist hier zu bemerken, daß die Postanstalten nur Zeichnimgen auf die fünfprozentige Kriegsanleihe, nicht aber ans die Reichsschatz- anweistmgen entaegennehmen. Ferner ist hervorzuheben, daß auch bei den Pvstanstalten zwar schon am 31. März die Äcklzahlirng vorgenommen werden kann, daß sie jedoch am 27. April geleistet werden muß. (Teilzahlungen sind nicht zulässig). Für die Boll- zohlung, die am 31. März geleistet wird, werden 90 Tage Zinsen gleich ly* Prozent vergütet. Für die Bollzahlnng, die am 27. April oder in der zwischen dem 31. März und 27. Apttt liegenden Zeit geleistet wird, werden zur Vereinfach-ing des Verkehrs bei den Postanstalten gleichmäßig 63 Tage gleich 7 /« Prozent pergütet.
Alles nähere über die Ein zahl imgsbedingim gen der neuen Kriegsanleihe wird nach Erscheinen der amtlichen Zeichmmgsauf- fordernng aus dieser selbst zu ersehen und bei den Zeichnung s- und Vermittlungsstellen zu erfahren fern.
Urlegsdriefe von der rumänischen Krönt.
Bon unserem zum südöstlichen .Kriegsschauplatz entsandten Sonderberichterstatter.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.?
Ein Gefechtstag an der Putna.
F 0 ksani, Ende Februar.
Mittags ist Tauwetter. Tie Sonne wärmt bereits tüchtig, und Schmelzwasser sickern, so lange sie am Himmel ist, zusammen und suchen sich als dünnes Rinnsal ihren Weg. Wenn die Nacht kommt, friert es wieder. Die Schneelasten, die auf dem Lande liegen, sinken bei solchem Wechsel langsam weg. Wenn es dabei bleibt, haben wir Glück. Wenn der holde Lenz mit Regengüssen, vielleicht gar mit lauen, einfetzt, tttte es zn Hanse seine Art ist, wird es eine hjarte Prüfung. Daß er es mindestens gelegentlich auch hier tut, zeigt das Aussehen der zahllosen Flußbetten, die vom Gebirge zur Donau hinabführen. Sie sind gewalttg breit und tief eiwaewachsen. Tie dünne Wasserader mit ihren vielen Furten, die sich durch das Geröll hindurchwindet, hat das,' sowie sie da ist, nie und nimmer zu Wege gebracht! Das konnte sie nur, wenn sie zur Zeit der Schneeschmelze zum reißenden Strom geworden war. Selbst der zahmste Bach schlängelt sich durch allerlei Schluchten, die er in die Ebene geschnitten, und verrät so, daß auch er leicht feindlick wird. Und die Kunst des Wasserbauers hat an der Grenze der Moldau noch nicht Einzug gehalten. Viel wäre hier zu bessern, viel kostbarer Boden dem Ackerbau zu erringen und vor Ueber- flutungen zu sichern; doch noch« nirgends ist ein Anlauf genommen, die Sümvfe trocken zu legen, die Wasser aber in eine ein- für allemal abgestockte Flutrinne zu bannen. So haben wir mit einer Offenbarung entfesselter Ngturkräfte in ihrer Urgewalt zu rechnen. Natürlich haben wir unsere Vorbereitungen getroffen. Aber nett wäre es schon von dem viel besungenen Knaben, wenn er diesmal nicht gar zu stürmisch daher käme...
Noch ist's nicht so weit. Noch liegt Schnee genug ringsum, und die scharen der Raben, die ausgeplufterten Geffeders zu Hunderten mürrisch im dürren Geäst der Bäume hocken, zeichnen sich wre ebenso viel Tintenspritzer vom reinen, wolkenlosen Blau des Frrmaments ab. Doch der Tag wird schnell länger, die Sonne lacht, du ersten linden Lüste streichen über das Eis der Pntna, und es geht immerhin wie leises Frühlingsahnen durch die Welt.
(/ rf c Mw Kampf, mein tapferer Torrero," jubeln in alter M l ttertwmte stlänge über die Schneefelder znm Walde hinüber. Liebe Bilder tauchen auf, und das Herz schlägt schneller! Ja, wahrhaftig, nun muß sich alles, alles wenden! Wohlig laust es durch die Glieder: bald wird der Winter Abschied nehmen, und von den Baumen, von denen herab jetzt die Raben krächzen, werden die Smgvöglern piepsen und schmettern. Ter Lenz des Südens mtt all semem Tust und Glanz wird Einzug halten. Wie schön et sein wird, laßt der strahlende Himmel vorahnen, eS wird eine Lust fern, zu leben!
. ^De^^nö der Entscheidung. , Wer ihn und sie wohl erleben wird? Noch mel eher, als die KAvfpen springen, werden die neuen
Kampfe, zu denen das Heer sich rüstet, einsetzen. -Ob auch hier bei uns? Sei dem, wtie ihni v?ci: das erste Plänkeln nach der Winterpause jedenfalls l>at bereits begonnen.
In dem weitschichtigen, von seinen Einwohnern verlassenen Torfe spielt die Kapelle des Infanterie-Regiments, das dort in Quartier liegt. Ter Frühdienst ist vorüber; die Erholungspause wird von der Musik ausgefüllt. Hunderte von Leuten umstehen den Kreis der Spiellente; und in einer der Seitengassen steht einsam und halbversteckt der Führer des Regiments und freut sich, daß seine Leute ihre Zerstreuung haben. So ein bißchen Musik muntert auf; fast ßo seht, wie die doppelte Portion Speck, die nachher ausgegeben werden soll. Die Truppe soll es heute gut haben, so gut, als man es sich im Felde an besonderen Tagen nur irgend leisten kann; denn sie muß heute abend ran, zum erstenmal nach der Winterpause, und jeder einzelne soll, wenn es nötig wird, mit dem Bewußtsein aus ben Gräben Vorbrechen, daß das Regiment Vertrauen zu ihm hat urkd seinen Eifer schon im voraus ehrt. Es 1? ^. ne üwße Sache weiter, die geplant ist, wenigstens was die Beteiligung der Infanterie und der Pioniere, die auch mittun, anlangt. Aber immerhin muß sich dabei zeigen, wie der Truppe die Erholungspause nach der großen Offensive bekommen ist. Taß sie ruhebedürftig war nach den gewaltigen Ansttengunb«n, die der Siegeszug der Armee mit seinen Riesenmärschen und seiner nahezu ununterbrochenen Folge von Gefechtstagen so lange an sie gestellt hatte, bedarf keiner Erwähnung. Tas Menschenmögliche ist Venn auch feitl>er geschehen, ihr das Leben angenehm zu machen. Doch die Unterkunsts- und Nachschubverhältnisse waren recht schwierig; dazu kam die Notwendigkeit, angesichts eines zeitweise recht rührigen Feindes in schwierigem Gelände mitten im harten Winter eine Stellung auszubanen und zu verteidigen. Nicht immer war es leickst, das zur Erhaltung der Spannkraft der Truppe Wünschenswerte da in vollem Umfang zu leisten. Mit welchem Erfolg es geschehen ist, muß sich jetzt allmählich herausstelleü. Heute soll die erste Probe sein, und das Regiment hat die Ehre, die Schar von Freiwilligen, Handgranatenkämpfer und Schützen, zn stellen, die als Stoßtrupp in die Graben deS Feindes mit einem genau umschriebenen Auftrag einbrechen werden. Ob mehr vom Regiment als diese auserwählte Mannschaft ins Feuer kommen wird, hängt vom Verlaus der Unternehmung und vom Verhalten des Feindes ab. Geht alles glatt, so wird es nicht nötig sein. Jedenfalls blickt das ganze Korps mit Spannung'auf den Verlauf der Sache.
Ter Major lächelt vor sich hin. Er ist seiner Leute sicher. Und ste sollen mit den feurigen Klängen im Ohr in den Kamps gehen! Tas tut schon was; am besten wäre es, man köirnte heute noch, wie in stüheren Kriegen, die Musik während des Gefechtes selbst ansspielen lassen. Tie Kapelle ist seine Schöpfung; Leute in der Heimat, die es dazu hatten, haben auf seine Anregung hin dem Regiment die Instrumente ins Feld nachgeschickt, und haben damit ein keineswegs unweseittlick>es Sä>erflein zur Wehrhaftigkeit des Vaterlandes beigetragen. Es gibt ja Neunmalkluge genug, die gegen die Militärkapellen als überflüssigen Luxus eifern, mit der Begründung, sie seien für den Krieg wertlos. Wer im Felde, auf dem Marsch und im Quartier beobachtet, von welchem Einfluß die Musik auf die Stimmung der Mannschaften und nicht zuletzt auch der Offiziere ist, kann darüber nur lachen. Uebrigens beschränkt sich die Leistung der Spielleute keineswegs auf den Dienst in der Kapelle. Augenblicklich z. B. bauen sie im Nebenamt spaniscl-e Reiter und schleppen sie des Nachts vor in die Stellung. Arbeit derart gibt es immer für sie.
Ein Hornsignal ertönt. Fliegeralarm. Tie Kapelle spielt ruhig werter. Und das Publikum von Schlachtenbummlern in Feldgrau bleibt auch, Ivo es ist, und guckt nur ein rvenig -um Himmel empor: „Krach!" sagt ers dann in scharf abgesetztem Schlag, „Krach!" und rmmer wieder „Krach!" Hoch oben gm F-irmameut erscheint, hübsch beieinander, eine Gruppe von Schrapnellwöllchen, lichten und schtvarzen, und wenn man genau hinsieht, entdeckt man in ihrer Mrtte ein weißes glänzendes Pünktck-en, das zusehends kleiner wird Tie Maschine schraubt sich hoch und verschwindet ini Sonnendunst. Ten ganzen Morgen sck)on kommt der feinblitcfjre Flieger immer wieder, und immer wieder ertön! dann das Hornsignal der Wache in der Abwehrbatterie; die Geschützbedienung purzelt, wie sie steht und geht, aus den Unterständen herbei, das Geböller geht los, und der Feind rückt im Zickzackflug einer Bekassine ans. So nahe, daß man ihn anders als durch einen besonders glücklichen Zufallstreffer herunterholen könnte, läßt ihn unser Abwehrdienst nicht erst heran. Richtiger gesagt: in die Zone der eigentlichen Gefahr, in der Maschine und Mannschaft ernsthaft bedroht sein ivürden, haben sich die Russenflieger an unserem Teil der Front bisher nickst recht gewagt. Das Warum ist ihre Sache. Uns kann es nur recht sein, wenn sie nicht näher kommen. Tenn von der Höhe aus, in der sie sich Halt gebieten lassen, können sie weder ivas Rechtes sehen noch Aufnahmen machen, die etwas n>ert sind.
Unsere Flieger sind weniger zurückhaltend. Ihre Ausnahmen entsprechen ihrer größeren Unternehmungslust Tas Gelände, mit dem hier zu rechnen ist, macht ihre Waffe zu einem der wichtigsten Hilfsmittel unserer Kriegführung. Wir liegen in einer flachen Ebene mit mir leisen Bodenwellen und vereinzelten schluchtartigen Einschnitten ohne überhöhende Ränder. Unmittelbares Einsehen der feindlichen Stellung und ihres .Hinterlandes ist anders als vom Flugzeug aus nahezu unmöglich. So muß
herhalten. Was solche
hiergegen ivird nur zu oft gefehlt. Tie Aufschrift hastet niiW genügend auf dem Verpackungsstoff, fällt insbesondere bei Sen-« düngen in Leinen, Wachstuch, Oelpapier, bei Körben, Koffern usw. unterwegs ab, und die Pakete lassen sich nickst unterbringen und sind für Abseirder und Empfänger vvi/loreir. Tie Anbringung erner genauen 2lufschrist im Innern des Pakets erhöht die Sichev- hett der Ueberkunft wesentlich und sollte nicht verfünml werden.. Zu den Aufschriftsahnm wird ferner vielfach ungeeigneter Stoff verwendet; Teutlichkeit und Vollständigkeit der Aufschrift laßen zu wünschen, namentlich tritt die Llngabs des Bestimmungsorts oft nicht genügend hervor, dies-er sollte stevs mit großen deutlichen Buchstaben, bei tvenig bekatunten Orten unter 5)inzw sngung eurer bie Lage betreffenden Bezeichnung (Mecklenburg, Rl-eiuland, Oberschlesien usw.), niedergoschrieben und unterstrichen werden.
- Ferner mache men sich zur Pflicht, bei Postsendungen jeder Art, die nach Ltädten gerichtet sind, die Straße, Hausnummer, Gebäudeteil und Stockwerk, für Berlin außerdem den Poschezirk und die Bestell-Postanstalt (C2, S 14, NW 40) anzugeben. Arich sollte kein Stadtbewohner und kerne Gesckstlstsstrma versäumen, in den abgehenden Postsachen die OrtsbefLichnung mit entsprechenden Zusätzen zu versehen. Die jetzt nach Tauseriden zählenden Brüste, selbst solche nach großen^ Stiften, auf denen irur der Name des l^nvfängers und der Bestimmungsort angegeben sind, bilden eint iaftveit Last für den Postbetrieb. Tie Absender mögen sich gegenwärtig halten, daß das Verteilen der Briefe jetzt meist in den Händen weniger geübter Hilfskräfte liegt, und der Bestelldienst in der Hauptsache von Anshelfer uns Äushetserinn-en wal)rgs4 nommen wird, denen meist keine ausreickMide Orts- und-Personen- kennttiis beiwohnt. Deshalb beherzige jedermann die Mahnung: Richtigkeit, Deutlichkeit. Vollständigkeit und Haltbarkeit der Au fschri ft si nd un e rl ä ß l i che Vor- bedrngnngen für die ordnungsmäßige Beförderung und Bestellung der Postsendungen.
dieses eben als Hauptbeobachtungsmittel
Aufnahme bei entsprechender Vergrößerung alles hergibt, ist ganz unglaublich. Dem Neuling fällt es schwer, sich hineinzusehen. Erst, wenn man sich richtig klar darüber ist, daß das Bild die Tinge schräg von oben gesehen zeigt, beginnt es zu reden. Man muß gewissermaßen selbst über ihm schweben und darf auch nicht vergessen, daß jedes Ding im Sonnenschein seinen Schatten wirst, der meist lals von dem Original schwer unterscheidbarer Doppelgänger neben ihm erscheint. Sind die genannten Voraussetzungen beim Sehen erfüllt, so wird die Aufnahine schnell wunderbav plastisch. So war es auch bei den ausgezeichneten Fliegerauftrahmen die ich einsehen durste.
Adolf Zimmermann, Kriegsberichterstatter.
Aus Stcrdt mt& Land.
Gießen, 8. März 1917.
Wünsche der Post an das Publikum.
Zur Minderung der jetzigen .Schwierigkeiten im Paketdienft mid der Paketverlnste könnten die Absender viel beittagen, wenn sie sich angelegen sein ließen, die Pakete gut zu verpacken. Ost werden schwere und umfangreiche Sendungen, die eine Verpackung in Kisten, Körben oder Säcken erforderten, in Behältnissen aus dünner Papve oder gar nur in Packpapier eingehülkt zur Post eingeliesert oder der zum Umschnüren bemchte Bindfaden ist nicht l-altbar. Solche Mängel erschveren nicht allein den Post- bettieb, sondern schädigen auch Absender und Ernpfänger, denn schlecht verpackte Pakete sind dem während der Beförderrmg unvermeidlichen Truck und Stoß nicht geivachsen lurd erleiden häufig Beschädigungen. Im eigenen Nutzen des Publikums liegt es, die Verpack/ung der Pakete entsprecheud der Beförderungsstrecke, dem Umfanged er Sendung und der Beschaffenheit deS Inhalts haltbar und sichernd einzurichten. Ebenso wiäitig ist, daß die Absender die Pakete mit einer deutlichen, vollständigen und haltbaren. Aufschrift versehen,
L. U. Von der Landes Universität Gießen. Vor kurzem hat eine Anzahl von Professorerr der Universität Leipzig eine Erklärung erlassen, in der sie die vvrn huina- nistischen Gymnasium gewährte Vorbildung als die geeignetste für das Studium der Geisteswissenschaften bezeichnen, und Professoren anderer Universitäten haben sich dieser Erklärung angeschlossen. Aus diesem 2lnlaß sei daraus hingewiesen, daß bereits im Juli 1911 der Gesamtsenat der Universität Gießen einstimmig eine ähnliche Erklärung beschlossen hat. In dieser heißt es u. a,: „So fern es uns auch liegt, die Gleichberechtigung des Reälgyrmrasiums rtnd der Oberrealschule mit dem Gymnasium antasten zu wollen, so müssen wir doch dem humanisttschen Gymnasium als Vorbereitung auf die gesamten Universitätssttrdien nach' wie vor eine besondere Bedeutung beimessen, und erkennen daher in einer ernstlichen Schädigung dieser Schule züglej 7 -; eirre schwere Gefahr für unsere eigenen Aufgaben. Dies gilt besonders für die weiten und wichtigen Gebiete, für die eine gründliche Einsicht in das Wesen und die Zusammenhänge geschichtlichen Werdens Grundlage und Vorau cnuna bildet/' J
** Kerzensammlung. Pfarrer Schulte in Großen-Lmden hat vor einiger Zeit an dieser Stelle um Zusendung von stürzen und Kerzen stumpfen gebeten, mn sie Regimentern ins Feld zu schicken, die intter den langen russischen Nächten besonders schwer zu leiden haben. Wie uns jetzt mitgeteckt lvird, sind .reiche K wzen- spenden eingegangen imd ihr Eintreffen bei den betreffenden Truppenteilen l>at, wie ans vielen Tankessckweiben hervorgeh:, [ydU Freude hervorgerufen. Es sei übrigens bemerkt, daß Pfarrer schulte noch weiter Kerzenspendeu entgogennimmt.
Kreis Büdingen.
# Ha in-Grün bau, 7. März. Die Hessische Tapferkeits« medaille erhielt der Landsturmmann Johannes Laub ach im Jns.-Ngt. 69.
Kreis Alsfeld.
Heimertshausen, 7. Nrärz. Dem Fahrer Heinrich Weiß beim Fnß-Art.-Rgt. 21, 1. Ball., wurde rvegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
Kreis Schotten.
u. Schotten, 7. März. Bei der nunmehr beginnenden Ziegenläm mer-Speisesaison macht. das Grosch Kreisamt daraus auimerksam, daß nur männliche Ziegenlämmer geschlachtet werden dürten, und auch diese nur, nachdem vorher die kreiSaintliche Genehmigung eingeholt und die Anrechnung auf Fleisch, karten angeordnct worden ist.
n. Breungeshain, 7. März. An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Fuchs wllrde Gustav Strauch zum stellvertretenden Bürgermeister ernannt.
# Busenborn, 7. März. Das Eiserne Kreuz erhielt der hiesige Lehrer Gustav L e h m e r im Ini.-Rgt. 204.
** Groß-Eichen, 6. März Die Sammlung für die Hinden burgsvende, die heute zum ersten Male in unserem Dorie durch die Konfirmanden vorgenommen wurde, hatte ein recht gcUes Ergebnis. Es kamen zusammen : ' 23'/, Pfund Butter, 139 Eier, 19 Psd. Speck und geräucherte Wurst, 66'ß Pid. Dörrobst und 64 Psd. D?eerrettig und Gemüse und geschälte bierste. Die Sammlung wird alle vier Wochen etwa wiederholt. — Hier hat sich ein Kirchengesangverein gebildet, dem sofort 7b Dtit- glieder beltraten.
# Ober-Seemen, 7. März. Den Brüderil David S 0 n d- heimer im Landw.-Jni.-Rgt. Hl und Gustav Sondheimer im 9andw.-Jnf.-Rgt. 52 wurde die Hessische Tapserkettsmedaille verliehen.
v. U l f a, 6. März. Da der hiesige Bürgermeister ;llm Heere eingezogen und der bejahrte Beigeordnete Ludwig, der bisher die Bürgermeistereigeschäile führte, erkrankt ist, so wurde das Gemeinderatsmitglied Heinr. Karl Lenz als Vertreter zilrVerfehun-^ des Bürgermeisteramts ernannt und verpflichtet.
Starkenburg und Rheinhessen.
rd. D a r m st a d t, 6. Atärz. Der bisherige künstlerische Betrat im Grobherzoglichen Kabilwtt, Prof. Tr. Georg Bier m a n n, der schon vor längerer Zeit zum Generaldirektor nach Köln berufen worden ist. hat jetzt um seine Entlassung nachgesucht/ die ihm vom Grotzherzog unter Verleihung der Goldenen Verdienstmedaille für Kunst und Wisseuschast verliehen worden ist.
Forman
Schimpfen


