Ausgabe 
21.2.1917 Erstes Blatt
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rh: außrwrdenüicher Verlust. Es ffl mm bemerkenswert, daß Gar- diucr klar den Satz ausspricht, es sei rächt erlaubt zu sagen, wieviel der Birlnst in Wirklichkeit betrage, womit er zugibt, daß die eng­lische Zensur irgendwelche Offenheit in dieser schwcriviegenden Frage nicht gestattet. Gardiner sagt auch, daß der Schiffsbau ein geringe­res Resultat ergebe, als der Schiffsverlust, und daß inan sich darauf gefaßt machen müsse, dieser Tatsache gegeirüberzutteten. Dermal land lmbe diesen neuen Schlag lange vorbereitet Deutschlarw tonne natürlich mit diesem Schlage nicht die Herrschaft über me britische Flotte anstreben, aber immerhin könne es die Wirk)amkeil der eng­lischen Flotte in ihrer Hauptftnrktion bceinträchtigeu, nLmuch die britischen Transporte sicherzustellen. Die Blockade Deutschlands könne zwar hiermit nicht erleiclstert werden, aber es könnte etnc Gegerrblockade ins Leben gerufen werden. Die erste Blockade des Tauchboot-Feldzuges sei überwunden worden, aber der FerNvhabe . seine gmtze Energie aufge-vandt, um eine Flotte von Tauchboot- Kreuzern zu bauen, die ebenso rasch ftkhoenj, wfie SchlacbEchrffe an der Oberfläche mck) imstande seren, 10 000 Müllen fahren und Kanonen zu tragen, die auf z-wbi bis drei Mellen Abstand ledes Handelsschiff abschießen und die auf diese Weise die Handelsmarine der Welt labmlegen könnten. Gardiner tröstet sich mit dem Ge­danken. daß in diesem Kriege schon manches Furchtbare aufgetaucht sei, dessen Unschädlichkeit imd Mißerfolg sich später herausgestellt habe. Er klagt jedoch über die mangelnde Ei nsrchtinEng- land. Es sei zzvar ein Freiwilligensystem der brungsmittelein-

'chränkpng ausgcarbeitet worben, 80 Prozent des Volkes wisse aber davon nichts. Außerdem habe man statt Frachtbvoten große Linien­schiffe gebaut, und überdies zeige sich der vollkommene Mangel an^ Sparsamkeit in der Lasterhaftigkeit in London, die nicht länger ver­borgen blechen könne. 1

lieber diese Lasterhaftigkeit berichten nahezu alle hier ernge­troffenen Blatter.Daily News" zum Beispiel sagt, daß die Trun­kenheit, die zu Beginn des Krieges außerordentlich ernsthaft ge­wesen sei, allmählich eine Besserung erfahren habe; in den letzten Monaten aber sei es schlimmer als je zuvor. Conan Doyle ver­öffentlicht einen Brief in den Blättern, in dem er zeigt, wie betrun­kene Soldaten schareitweise von Freudenmädchen angelockt und aus­geplündert werden.

Eine bevorstehende Rede Lloyd Georges.

London, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyd George gibt <rm 22. Februar im Unter hause eine Erklä­rung über die Einschränkung der Einfuhr ab.

Die englische Kriegsanleihe.

London. 19. Febr. (WTB.> Meldung des Reuterschen Bu- Dvaus. Im Unterl>aus gab Bonar Law über die Kriegs­anleihe folgende Erklärung pb: Die ZaA der am letzten Tage ein gegangenen Zeichnungen ist so groß. daß. obwohl die Beamten Dag und Rächt arbeiten, zwei- oder dveibiurderttcrusend Zeichnungen noch nicht erledigt werden konnten. Weitere Zeichnungen aus dem ganzen Lande sollen im Einlauf sein, die bei den Banken noch nicht eingetroffen sind. Unter idiesen Umständen ist es möglich, vov Anfang nächster Woche Einzelheiten zu geben. Ich freue mich indessen sagen zu tonnen, daß die Anleihe erfolgreich gewesen ist. /Beifall.) Ich lwffe aber, das; das, ivas ich soeben gesagt habe nicht Anlaß zu übertriebenen Schätzungen geben wird, die bei dem Bekam itwerden der wirklichen Zahlen zu der Gefahr führen können, daß das, was ich als erstaunlich für die Anstrengung des Landes betrachte, geringer gewertet wird. Um das Gefühl für das richtige Verhältnis Zu bewahren, wird es gut sein sich zu erinnern, was erwartet wurde, als die Anleihe außwlogt wurde. Bet meinen Be­sprechungen mit den Vertretern der Finanz in der City wurde ich gefragt, welche Summe ich für notwendig halte, um die Anleihe zu einem Erfolg zu machen. Ich nannte eine Zahl, die zwar meine Erwartungen, nicht aber meine Hoffnungen überstieg. Diese Zahl war <i00 Mlliotnn. Ohne die direkten Beiträge von den Banken zu berücksichtigen, derc.i offenes Eingeständnis .vünlchenswert erscheint, ist diese Zahl bereits mit einen'. Betrage überschritten, der sich sicher auf 100 Millionen Pfund stellt. (Zerfall.)

Der ManuschastSersatz in England.

Londo n, 30. Febr. (WTB.) DieTimes" schreibt, daß es vielleicht nötig werde, das militärische Alter auf 50 Jahre zu erlmhen, wenn die Aufhebung der Befteiung der Männer unter 30 Jahren kein genügendes Ergebnis halben sollte.

DieDaily Expreß" erfährt, daß beabsichttgt sei, die Männer in der britischen Armee in England und Frankreich, die jetzt bei der Verwaltung oder als Wehe, Aufseher und Kraftwagensührer be­schäftigt sind, durch Frauen zu ersetzen, um viele Männer für die Front freizubekommen.

Rotterdam, 20. Febr. (WTB. Richtonttlich.) Zu der in den Ronde liffsblättern vorgeschlageiren Maßregel, das militärische Dien st alt er bis auf 50 Jahre zu erhöhen, schreibt, wie Rieuve Rotterdamsche Courant" meldet,Daily New^ in einem Leitartikel:

Wir brauchen nicht so sehr mehr Männer in den Schützen- gvDen, als Männer auf dem Lande, in den Schiffswerften und in den Maschinenfabriken. Wenn nur nickst geimg Arbeitskräfte auftrerben können, dann wird die Politik Hindenbnrgs gesiegt haben, gleichgiMg, wie viele Millionen Männer wir in Uniform stecken.

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Die Wirtschaftssorgen in Frankreich.

Bern, 20. Febr. (WTB. Nichtamtl.) Tie Wirtschafts- svrgen bilden den HauptFesprächsstosf der französischen Presse. Das Ratio merungssysbem für Zucker, teilweise auch [irr Kohle und and) die sonstigen drakonischen Maßnahmen der 'Regierung geben den meisten Blättern Anlaß zu schalsten Ausfällen.

Bezeichnend ist ein Artikel desT e m p s", der ansführt, die Regierung dürfe sich nicht aus die Nachgiebigkeit der Bevölkerung verlassen, die sich jenen Männern gegenüber nicht nachsichtig zeigen werden,^ die Frauen, Kinder und Kranken unnötigerweise Martern auferlegen. Es ist allzu leicht, mit dem Belagerungs­zustand und der Zensur zu regieren. Aber man müsse erzeugen Mjtf) organisieren.

Auch die BlätterI n formst io n",Petit Journal" fcf&era die Regierung dringlich auf, besonders für die Ge- tveideversorgrmg schnelle Maßnahmen zu treffen, andererseits warnt der größte Teil der Presse davor, die Nahrungsschwierigkeitenj Deutschlands zu überschätzen.

,L'Heure" weist spöttisch darauf hin, daß die große Bou- levardpresse bereits vor zwei Jahren den Zusammenbruch Deutsch­lands infolge Hungersnot laut verbindet habe.

Intransigent" undEcho de Paris" schließen sich die-er Ansicht an.Figaro schreibt:

Hüten wir uns, den Hunger als Faktor bei der Voraussage des Kriegsendes nnznietzen. Wir müssen handeln, als ob Deutsch­land die gegenwärtige Lage noch auf unendlich lange Zeit ertragen könnte. Wir dürfen nur damit rechnen, den Sieg durch Wafftn- gewalt zn erringen.

Intransigent" sagt: Wir dürfen nur auf uns zählen und müssen deshalb alle? svirffchaftliche .Kraft tzusammenraffen, damit wir ohne allzu große Leiden durchhalten können.

Nnterseebootprämien in Frankreich.

Basel, 20. Febr. (zf. Havas.) Die Marinekommission der französischen Kammer stimmte dem Vorschlag des Abgeordneter! Lesövre zu, in dem die Regierung einge­laden werden soll, für jedes vernichtete oder erbeutete Unter­seeboot eine Prämie von 500000 Frs. zu zahlen.

Deutsche Kriegsgefangene

in der Gewalt von Senegal - Negern.

Es häufen sich die amtlichen Feststellungen, daß die syste­matischen schamlosen Mißhandlungen deutscher Kriegsgefangener m Frankreich und «einen Kolonien schon seit vielen Monaten und sogar am Befehl höherer und höchster Kommando stellen fortgesetzt tveroen. Einen neuen Beweis dafür bieten die eidlichen Aussagen oes- aus französischer lhesan gen schaff entkommenen Unteroffiziers ^1., der am 24. Oktober 1910 bei Verdun in die Hände von ^enegal-Reser« der Marokkanische» Division

fjCWGU s.

Den deutschen Kriegsgefangenen wurde erklärt» diese Divffwn habe das ausdrückliche Recht zur Plünderung der Gefangenen. Tie Reger nahmen uns", so gibt Unteroffizier St. an,unter Duldung, ja sogar unter Mitwirkung der Vorgesetzten unser Gell», Uhren, Ringe und sämtliche Privatz-OOebrauchsgegenstände ab. Ein betrunkener Senegal-Reger stach mit hem Bajonett nach nur, traf mich aber nicht. Fast alle Reger waren betrunken, !tanken wre cne Pest und behandelten uns brutal."

Erst ly 2 Tage nach der Gesairgennahnre bekamen die Deutschen das erste Essen, und zwar für jeden Mann *4 trockenes Weitzbrot. Zu trinken gab es nichts. Bis dahin hatten die Gefangenen m schwerem deutschen Artillerieseuer französische Verwundete aus der vordersten Linie tragen müssen. Auch späterhin mußten sie aus­gesprochene Kriogsarbeff verrichten: Maschinengewehre, Munition und Essen in die vordere Linie schaffen, Schanzarbeiten verrichten usw., und dies alles in deutschem Artilleriefeuer. Verluste waren unausbleiblich. Zufolge der rohen und,gemeinen Behandlung und der völlig unzureichenden Verpflegung starben zwei Mann an Ent- kräftung, ein Mann wurde wahnsinnig.

Ta faßte Unteroffrzzier St. den festen Entschluß, unter allen Umständen aus dieser Hölle zu fliehen. Und man kann es ihm nach- empsinden, wenn er seinen erschütternden Bericht schließt mit den befreienden Worten:Wir waren gerettet!"

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Die italienischen Fahnenflüchtigen.

Bern, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.)Corriere della Sera" behandelt in einer Korrespondenz ans Rom die Lag e der zahlreichen italienischen Fahnenflüchti­gen, also auch jener Italiener, die der Einberufung nicht olgten. Die Zahl dieser Italiener im Anslande sei groß, nnd man dürfe an dieser Frage nicht Vorbeigehen, sondern müsseffre zn Wen suchen, denn Italien könne nicht für immer auf diese Auslandsitaliener verzichten, die, wie die Korre­spondenz vermuten läßt, so groß sein muß, daß sie für das Wirtschaftsleben Italiens nrs Gewicht fällt. Das Auswande- rungsamt hätte nicht, meintCorriere della Sera" weiter, gestatten dürfen, daß die Angehörigen derartiger Fahnen-, flüchtiger während des Krieges Italien verließen, um zu den Ihrigen ins Ausland überzusiedeln.

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Rücktritt des portugiesischen Ministeriums.

Basel, 20. Febr. (zf.) Havas. Der Berichterstatter des Inrparcial" in Vigo telegraphiert, daß die portu- giesischeRegier'ung demissioniert hat. Der Prä­sident habe die Demission angenommen.

Eine Liebeserklärung Portugals.

Lissabon, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence^Havas. Die Kammer hielt zu Ehren Frank­reichs eine Sitzung ab. Der Präsident brachte Frankreich und England eine Hrüdigung dar. Darauf erklärte Alfvnso Costa, Portugal sei in Liebe dem alliierter: England und dem Freunde Frankreich verbunden. Er wendete sich der Tri­büne zu, auf der die Vertreter der alliierten Staaten saßen, und rief aus: Sie können auf Portugal zählen, auf seine Anstrengungen und Opfer!

Ans Griechenland.

Bern, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Mailänder Seeolo" meldet aus Athen: Die auf dem Peloponnes be­findlichen Offiziere urrd Soldaten haben keinen Urlaub rnehr erhalten. Vier griechischen Dampfern wurde er­laubt, nach Amerika zu gehen und Getreide und Kohle nach Griechenland zu bringen.

Amsterdam, 20. Febr. (WTB.) stLach einem hiesigen Blatte berichtet der Athener Korrespondent derTimes", daß die Gesandten derSchutz ch t^ England, Frank­reich und ^Rußland an Griechenland eine Note ge­richtet haben, in der sie die griechische Regierung auf die feindselige Haltung eines großen Teiles der griechischen Presse aufmerksan: macken und aus die .Hartnäckigkeit, mit der gewisse Blatter behaupten, daß die Regierung allen Anforderungen der Entente genügt habe und die Fortsetzung der Blockade deshalb irnbillig sei. In der Note wird daran erinnert, daß die Blockade dem Ultimatum zufolge nur ausgehoben werden Lörrne, wenn die militärr- schen Berater der Alliierten finden würden, daß der Ab­transport von Truppen und Kriegsmaterial nach dem Pelo­ponnes entsprechende Garantien für die Sicherheit des Lan­des geschaffen habe. Die militärischen Berater seien der An­sicht, daß dies noch nicht der Fall sei urü) die Blockade des­halb fortgesetzt werden müsse. Trotzdem habe man Maß­regeln getroffen, um die Versorgung Griechenlands mit Lebensmitteln zu erleichteim.

Aus Südafrika.

London, 19. Febr. (WTB.) Reuter meldet aus Kap­stadt : Dem Vernehnien rmch wird die Regierung von Süd­afrika von dem Parlament weitere Mittel für Kriegs­zwecke verlangen. Die Finanzlage sei gusuud uird erfordere keine neue BeMuerirng. Bei der Eröffnung des südafrika­nischen Parlaments sprach der Ger^ralgouverneur Lord Buxton die Erwartung aus, daß das südafrikanische Kon­tingent in Europa nicht nur in seiner vollen Stärke mrsrecht erhalteir, sondern: sogar vermehrt werden würde. Die Regie­rung stelle dauernd soviel Freiwillige als !nöglich für den Dienst über See ein. Auch in anderer Hinsicht gewähre sie der Reichsregierung alle möglicbe Unterstützung zur nach­drücklichen Ki-rtführuntz des Krieges)

Die bayrische Kammer über die miltärifch-politifche

Lage.

München, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Fr: der Kammer der Abgeordneten gaben bei der Besprechung der militärisch-politischen Lage die Parteiführer Erklärun­gen dahin ab, daß sie der: Beschluß der Obersten Heeresleb- tung und der Reick)sregierung, den Krieg durch den unbe­schränkten U-Bovtkrieg gegen unseren .Hauptgegner England zu einem raschen Ende zu bringen, begrüßen und daß die BerMttwvrtung für weiteres Blutvergießen, auf unsere Feinde falle, nachdem sie das deutsche Friedens­angebot abbelehnt hätte::. Der sozialdemokratische Redner erklärte außerdein, es möge trotz des Mißerfolges des Reichskanzlers mit dem Friedensangebot keine Gelegen­heit versäumt werden, einen baldigen, die Uiurbhängigkeit und Unversehrtheit des Reiches verbüraenden Frieden zu erreichen. Dieser Redner forderte die Regierung noch auf, den durch den Krieg herv^orgerufenen Notstand zu mildern und scharfe Maßnahmen gegen den Wucher zu ergreifen.

Erfolgreicher U-Voottrieg.

Kristiania, 20. Febr. (WTB.) Das Mirristerium des Aeußern hat Mitteilung über folgeiwe Dorpedierun aen erhalten: DampferThorgny" aus Kristiania (734

,,'Ji ii t c u f j e 11" aus Kristiania (1741 Tonnen),E a b o" aus Kristiania (1254 Tonnen) undJuno" (2416Tonne::).

Haag, 20. Febr. (WTB.) Der Minister des Aeußern erhielt von dem niederländischen Generalkonsirl in London ein Telegramm, in tvelchem die Versenkung der Dampfer C o t m ar f u ttt" (2313 Bruttoregistertonnen^ undT r o m kenberg" (1602 Bruttoregistertonnen) bestätigt wird. Beide Schiffe waren mit englischen Kohlenladungen von England nach Las Palmas unterwegs.

B e r n, 20. Febr. (WTB.)Pet:t Parisien" meldet aus Havre: Der Frachtdampfer Termine" der Compagnie Generale Transatlantique ist v e r s e n k t worden; die Mann­schaft wurde gerettet.

London, 19. Febr. (WTB.) Lloyds meldet: Das eng­lische SegelschiffReiher tou" und der englische Fisch­dampferElf" sind von einem deutschen Unterieeboot Ver­se u E t worden.

London, 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloydsmel-' dung. Die GoellettenT e r r e N e u w e",M ahoi a" und D o r b a h y" wurden versenkt.

London, 20. Febr. (WTB.) Lloyds meldet: Der eng­lische Dampfer ,/Okoementt' (4349 Bruttoregistertonnen) ist Versenkt worden.

Kopenhagen, 20. Februar. (WTB. Nichtamtlich.^ Der Kapitän Jacobson von dem versenkten norwegischen V i e r m a ft s chv n e rThor 11", ist mit seürer Frau und sechsjährigen Tochter hier auf der Durchreist von Deutschland nach Norw-egen eirrgettofferr Das Schiff !var nach einem Bericht des Kapitäns ml das BlattPolitcken" auf der Reise von Süd- georgien nach Quvenstown mit 14 000 Tonnen Walsischtran. Am 4. Februar wurde es 30 Seemeilen von der irländischen Küste versenkt. Die Besatzung, bestehend aus 28 Mann, ging in die Boote und ßpurde von dem Unter st? boot an die irische Küste geschleppt, wo sie gelaitbet wurde. Ter Kapitän wurde n:it Frau und Tochter an Bord des Unterseebootes genommen. T« Aufenthalt dort dauerte acht Tage. Mn zweiten Tag» ihres Aufenthaltes wurde in der Nähe des Karlals ei» großerenglischer Dampfer versenkt, der von Ame­rika mit Munition nach Frankreich unterwegs war. Die Explosion war so gewaltig, daß das Meer nt weitem Umkreise in Aufruhr geriet und das Unterse^wot beschädigt wurde. In der Nordsee wurde ein holländischer Fischdampfer angehalten, der sich mit einer englischen Prisenbesatzung von vier Mann, darunter einem Offizier, auf der Reise nach England befand. Der Offizier wurde gefangen geiwmmeu. Das Schiff und die drei Matrosen wurden freigegeben und später :wch ein englischer Fisc^ampstr versenkt. Der Kapffän mit Familie wurde in Helgo­land gelandet und trat dann über WilhelmshavenHamburg die H^eimrcise an. Die Behandlung an Bord war gut, die Verpflegung ebenfalls gut und reichlich. Der Kommandant schenkte der Tochter melwere kleine Gegenstände zur Erinnerung an die Fahrig

Das versenkte Schiff hatte einen Wert von 1,5 Millionen, die Ladung einen solchen von 2 Mlllionen Kronen.

Aus dem Reiche.

jhmrten),Dal Beattic"

11227 Tonnen),

Dir Aufgaben Michaelis.

Wie der neue prerißische Staatsminister für Volks- , ernährung, Exzellenz Michaelis, den Pressevertretern mitteilte, besteht das Amt des neuen Kommissars im wesent­lichen in der Wahrnehmung einer schnellen und durch keinerlei bureaukratische Rücksichten erschwerten oder ge­hemmten Initiative auf dem Gebiet des Volks- e r n ä h r u n g s w e s e:: s. Im allgemeine:: wird Dr. Mi­chaelis sich den Beschlüssen des Gesaamtstaatsmiinsteriums in obenerwähnten Fragen unterzuordnen haben. Er ist indessen befugt, in allen Angelegenheiten der Exekutive, selbst unter Ausschaltung der materiellen Einwirkung der Ressort­minister (des Innern, von Handel und Gewerbe und für Landwirtschaft) selbständig Ärtscheidungen zu treffen. Der Kommissar hat z. B. die Befugnis, widerspenstige Kommu­nalverbände in dern Rechte der Selbstverwaltung zu be­schranken; er kann weiterhin durchgreisen und Mühlen, die den Bestimmuitgen entgegenarbeiten, ohne Durchführung eines langwierigen Strafverfahrens schließen. Ebenso kann er die sofortige energische Revision der Bäckereien betreiben. Die neue Behörde wird ihren Sitz im Finanzministerium haben. Sie wird nicht mit einen: besonderen Beari:teuapparat ausgestattet werden und auf dem einfachsten Wege, aller­dings in enger Anlehnung an das Kriegsernährungsamt und in einer gewissen losen Verbindung mit dem Resiort- miuifter, die durch Kommissare wahrgenommen wird, E::t- schciduugen treffen. Die Selbständigkeit des Kommissars geht soweit, daß er unter Ausschaltttng der Inständigkeit der Oberpräside::ten, der Regierungspräsidenten und der Landräte insbesondere seine Arrssührnngsmaßregeln, die eben lediglich die Sicherstellung der Ernährung des größten Produktionsstaates (Preußen) bezwecken, treffen kann.

Dir lnndtvirlschaftliche Preispolitik.

Berlin, 20. Febr. (WTB. Richtanttlich.) Fm verstärk­ten Staatshaushaltsausschluß erklärte der Land- tvirtschaftsnrinister u. a.: wenn auch die Herabsetzung der Viehpreise im Hinblick auf den Futtermangel nahe­liegend sei, so sei doch zu berücksichtige::, daß die nächste Folge hiervon der Mangel an Fleisch und Dünger sein würde, wodurch wiederum eine Verschlechterung der Ernten und endlich ein Rückgang in der Milch- und Buttererzeugung verursacht würden. Der Bezug genügender Mengen Saab- kartoffeln wäre leider schwierig, doch sei die Beschchfung von Saatgitt, selbst auf Kosten des Konsums, mit Rücksicht aus die Zukunft unbedürgt notlvendig. Die Milch- und Butterversorgung wurde inzwisck>ei: schlechter, als man nach dem Resultat der Produktion anzunehmen berechtigt war. Die Aribaufläche von Zuckerrüben erlitt seit 1913 einen Rück­gang. Es sei deshalb eine Erhöhung des Preises für Zuckerrüben um 50 Psg. zu erwägew Was die Kalkstickstofferzeugung angehe, so::ne die Landwirtschaft auf etwa 50 Prozent ihres Bedarfs für die Frühjahrs- und Herbstbestellung rechnen. Thomasmehl und Phosphate seien wenig vorhanden. Die direkten Warenbezüge zwisckM Land und Stadt könne er nur empfehlen. Er erkenne an, daß das Verbot der Verfüttern:^ von Steckrüben aufgehoben werden müsse.

Der fünfte Landframntag in Berlin.

Berlin, 20. Febr. (WTB. dsichtanttlichi.) Der fünfte Landsrauentag wurde heute vormittag im Plenarsaale des Herrenl^nlses feierlch eröffnet. Die Kaiserin hat mit ihren Vertretung die Kronprinzessin betraut. Zahlreiche Behör-i den ::nd Vereinigungen entsandten Abordnungen. Tie Gräfn: von Schwerin-Löwitz hielt die BegrüßungsänspraÄ, in der sie sagte: Es sollen heute Fragen behandelt werden, wie die Bedeutung der Arbeit des Landmädcki>eus in den Augen der LmrdnrädckDen selbst zu steigern ist, damit dadurch die Liebe Zur Scholle und zur hei­mischen Arbeit gestärkt und der Landsluäü vorgebeuat werde. Tie Worte des Kriegsamtes:Landarbeit ist vaterländischer .Hilfs­dienst! Seid stolz darauf! Fastrenflüchtig ist der, der sich ihr entzieht!" :verden ihren Eindruck nicht verfehlen imd :Nit stam­mender Schrift sich Miseren Landmädchen tief ins Herz prägen. An die Kaiserin in Särlov Bellevue wurde ein HuchigimgstAegrainmi gerichtet. Tänn trat man in die Tagesordnung: ein. die mit einem Bortrage von Freiherrn Dr. von Rundstadt aus Badinaei: (Sach­sen) überden Wert und die Bhdeuckms dar LLrbeil occ Lands Mädchen" begann-