Ausgabe 
12.1.1917 Erstes Blatt
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bfe Kaiserliche Regierung der belgischen Regierung erklärt, daß sie nicht^als Feind nach Belgien komme, und sie gebeten, dem Lande die Schrecken des Krieges zu ersparen. Sie erbot sich für diese, Fall, den Besitzstand und die Unabhängigkeit des Königsreiches i, vollem Umfange zu garantieren und allen Schaden zu ersetzen, de durch den Durchzug der deutschen Truppen verursacht werden könne Es tft bekannt, daß die königlich groß britannische Regierung im Jahre 1887 entschlossen nxtr, sich der InanspruchualMe eines Wegerechtes durch Belgien unter diesen Voraussetzungen nicht zu widersetzen. Tic belgische Regierung hat das wiederholte Aner bieten der Kaiserlichen Regierung abgelehnt. Auf sie und die ienigen Mächte, die sie zu dieser .Haltung verführt haben, fällt die Veulntwortung für das Schicksal, das Belgien betroffen hat. Ti Anschuldigungen wegen der deutscher Kriegsführung in Belgie, und der dort im Interesse der militärischer! Siclierheit getroffener Maßnahmen hat die Kaiserliche Regierung wiederholt als un wahr zurnckgewiesen. Sie legt erneut energische Verwahrung geger diese Verleumdungen ein.

Deutschland und seine Bundesgenossen haben den ehrlicher Versuch gemacht, den .Krieg zu beendigen und eine Verständigung der Kämpfenden anzubahneir Tie Kaiserliche. Regierung stellt fest, daß es lediglich von dem Entschluß ihrer Gegner abhmg, ob der Weg zum Frieden betreten werden sollte oder nicht. Tie feindlichen Regierungen haben es abgelehnt, diesenWeg zu gehen, auf sie fällt die volle Verantwortung für denFortgangdes Blutvergießens. Tie vier verbündeten Mächte aber werden den stampf in ruhiger Zuversicht und Vertrauen auf ihr gutes Recht weiter führen, bis ein Friede erstritten ist, der ihren eigenen Völkern Ehre, Dasein und Entwicklungssveiheit verbürgt, allen Staaten des europäischen Konttnents aber die Wohltat scl)enkt, in gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung gemeinsam an der Lösung der großen Külturprobleme zu arbeiten.

London, 11. Jan. (WTB. Nickyamtlich.)Daily Chro- niete" meldet, daß die Note der Alliierteil Ml den Präsidenten! Wilson im allgemeinen aus dem Nationalitätenprinzip basiere urld daß darin besonderer Nachdruck auf formelle Rückgabe, Vergütung und Garantien für Belgien gelegt werde.

Die Antwortnote der Entente an Wilson.

Paris, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Davas. Briand empfing gestern um 2 Uhr 30 Minuten nach­mittags den amerikanischen Botschafter Sharp und übergab ihm namens aller alliierten Regierungeil die Antwort aus die am 19. Dezember 1916 von Wilson den kriegftihrenden Staaten gemachte Mitteilung. Briand übergab Sharp gleichzeitig eine Note, durch die die belgische Regierung, unter Feststellung ihrer völli­gen Zustimmung zu der gemeinsamen Antwort der Alliierten, ihre Dankbarkeit bezeugte gegen die von der amerikanischen Regierung der unglücklichen Bevölkerung des besetzten Belgiens geleisteten edel­mütigen Dienste und für die lebhafte Sympathie, die die amerikani­sche Nation bei jeder Gelegenheit Belgien auf Grund der eigenarti­gen Lage dieses Landes, das durch die Verletzung seiner Neutrali- tät zum Kriege gezwungen wvrden sei, bezeigte. Baron Beyens, der belgische Minister pes Aeußeren, wohnte persönlich an der Seite Briands dem Empfange Sharps bei. Die Antwort der alli­ierten Regierungen wird am Freitag früh ver­öffentlicht, da die alliierten Regierungen die Sicherheit haben' wollen, daß der Präsident der Vereinigten Staaten auf diese Weise die Note persönlich zur Kenntnis nehmen kann, ehe eine Veröffent­lichung durch die Presse erfolgt ist.

Ein Vorschlag der ameritanischcn Sozialisten.

Haag, 11. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Das Sekretariat des internationalen sozialistischen Bureaus hät heute von der sozialisti­schen Partei in den Bereinigten Staaten ein Telegramm aus Chicago erhalten, in dem vorgeschlagen wird, für den 3 V Juni 1917 im Haag einen internationalen Kongreß ernzubernfen. Wenn das Bureau bis zum 1. März keine Schritte getan haben sollte, um einen solchen 'Kongreß einzu berufen, so würde die amerikanische sozialistische Partei sich für berechtigt hallen, selbst die Initiative zu ergreifen.

Die angeblichen Aerrßerirngerr des Grasen Bernstorff.

Berlin, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DieNordd. Altgem. Ztg." schreibt: In der deutschen Presse wurden auf Grund von Meldungen der LondonerTimes" angebliche Aeuß er ungen des Botschafters in Washing­ton, Grafen Bernstorff wiedergegeben, nach denen dieser jjefagt haben soll, Deutschland wolle um jeden Preis zur Friedenskonferenz gelangen. Es sei bereit, Belgien her­zustellen und zu entschädigen und Kriegsentschädigungen zu bezahleit. Es liegt zwar auf der Hand, daß der Botschafter derartige Aeußerungen nicht getan haben kann und daß wir es hier mit den bekannten Verdrehungen und Entstel­lungen der amerikanisch-englischen Presse zu tun haben, trotzdem sei aber ausdrücklich festgestellt, daß weder der Bot­schafter noch ein Mitglied der Botschaft in Washington der­artige Aeußerungen getan hat.

Unmenschliche Behandlung der deutschen Kriegsge­fangenen in Frankreich und deutsche Gegenmaßnahmen.

Berlin, 11. Jan. (WTB. Amtlich.) In letzter Zeit Läufen sich die Nachrichten über die unmenschliche, jedem Völkerrecht hohnsprechende Behandlung, die den deutschen Kriegsgefangenen in französischer Gefangenschaft zuteil wird. Nicht genug damit, daß die Gefangenen ijn idem Wirkungsbereich des deutschen Feuers zu schwersten Arbeiten, darunter Ausheben von Schützen­graben und Transport von Munition, gezwungen werden, wird in unmenschlichster Weifte alles getan, um ihnen ihr ohnehin bitteres Lois verschärfen und ihnen das Leben zur Hölle zu machen. Schon unmittelbar nach der Gefangen­nahme werden die Gefangenen ihrer Wertgegenstände plan- niäßig beraubt; bei dem Transport zur Sammelstelle werden sie von Wachmannschaften, und Bevölkerung a ngespien, in gemeinster Weise beschimpft, durch Schläge, Kolben­stöße und Fußtritte roh mißhandelt. Wiederholt sind Hunde auf die Gefangenen gehetzt worden. Französische Offiziere haben derartigen Brutalitäten nicht nur nicht ge­wehrt, sondern sind selbst daran beteiligt. Die erste Unter­bringung findet in offenen mit Stacheldraht umzäunten Pferchen statt, wo der bloße Erdboden ohne Rücksicht auf Wknd und Wetter als Lagerstätte dient. Das Essen ist un­zureichend und oft ungenießbar. Krankheitsepidemien sind oie Folge. Disziplinarstrafen von beispielloser Härte werden verhängt So hat man wieder ergriffene Flüchtlinge in einen Drahtkäfig gesperrt, der zum Niedertegen zu kurz und zum Stehen zu niedrig war. Die Verhältnisse in den Sam­mellagern, wohin die Gefangenen nach wochenlangem Auf­enthalt in den Drahtpferchen übergesührt werden, sind un­würdig und trostlos. Die Mannschaften liegen in Zelten, die regendurchlässig sind und der Winterkälte freien Zutritt lassen. Nur selten lverden Decken geliefert und dienen Stroh und Flechtwerk als notdürftiges Läger. Aerztliche Für­sorg e ^ e h l t f a st gänzlich. Kranke werden ohne Rück­sicht aus ihren leidenden Zustand zur Arbeit angetrieben, ^ostiack-en der Gefangenen werden nickst oder nur nach langer Liegesrist befördert. Ihnen aus der deutschen Heimat ge­schickte Pakete und Geld werden nur in Einzelsällen aus- gehändigt, die Pakete sind fast durchweg beraubt.

Selbstverständlich hat die deutsche Reichs­reg - c r u n g sofort Maßnahmen ergriffen, um iik diesen unerhörten Zuständen Wandel zu schaffen. Den unglücklichen kriegsgesangenen Deutschen,

die in der französischen Armeezvne im deutschen Feuer unter o elenden Bedingungen ihr Leben fristen, muß und wird und zwar schnellstens geholfen werden, dessen kann das deutsche Volk versichert sein.

Näheres darüber wird in Kürze mitgeteilt werden.

Neue Großtaten des Krieges.

Berlin, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Während die Ver­bündeten den Russen das südliche Serethufer entrissen, dringen deutsche und öfterreichhch-uugarische Verbände unaufhaltsam über as Hochgebirge der Karpathen gegen die Moldau nach Osten vor. Unwegsame enge Gebirgsschjluck>ten, zerklüftete Bachtäler, wege­lose, zerschneite Gebirgszipfel und undurchdringlicher Urwald sürd as Kampsgelände: Die Geschütze müssen an Seilen in die Schl u ch ten.h in abgelassen werden. Ten Nach- cknb an Mn nitton und Verpflegung können nur an wenigen stellen Fuhrwerke bewältigen; größtenteils muß alles auf dem Rücken nac^eschleppt werden. Daz-u kommen die Unbilden der Witterung, Nebel, Schneestürme und Kälte bis zu 15 Grad. Tie Leistung dieser Verbände nruß zu den Großtaten des Krieges gezählt werden. Trotz aller dieser Schwierigkeiten drängen diese Truppen den Feind Schritt um Schritt zurück. Zur großen Verwunderung der Gegner ist es ihnen sogar gelungen, schwere Artillerie über das Gebirgsmassiv zu schleppen. Sie haben heute bereits die Ausläufer des Gebirges erreicht, in denen die Russen und Rumänen in aus ge bau ten Stel- hmgen ihren Vormarsch vergebens izu hindern versuchen. Ihr südlicher Flügel steht im Pintna- und Susida-Tal, wenige Kilo­meter von der Ebene eittfernt, und bedroht die russische Flanke nördlich Fvcsani. Weiter nördlich! im Tale des Citur ist der Ver­teidiger durch einen ( kühnen Vorstoß erneut geworfen. An zwei ausgebauten, vorbereiteetn, mit Drahtverhau verrammelten Höhen- stellungen verursachte der Russe >den Bormarsch der Verbündeten aufzuhalten. Beide Stellungen, von denen jebc wieder aus meh­reren Linien bestand, lagen etwa 1,5 Kilometer hintereinander und wurden am 11. Januar durch das Infanterieregiment Nr. 189 un­ter Führung des Oberstleutnants Bayer trotz zähester Verteidigung gestürmt. Mte wütenden (Gegenangriffe wurden zurückgeschlagen. Die zweite Stellung wurde nach Einbruch der Dunkelheit ber heftigem Schneesturm genommeu und gegen alle Angriffe gehalten.

Während unsere Truppen im Osten groß angelegte strategische Operationen ausführen, beschränken sich Engländer und Fran­zosen aus Feuertättgkeit und schwächere oder stärkere Patrouillen- vorstöße, die größtenteils im deutschen Sperrfeuer nicht zur Ent­faltung gelangen. Mur bei Beaumont mußte dem Gegner ein knieförmig vorgebogenes unbedeutendes Grabenstück überlassen werden.

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Der bulgarische Bericht.

Sofia, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des General- stabes vom 10. Januar.

Mazedonische Front: In einzelnen Abschnitten spär­liches Artille riefcuer von beiden Seiten. In der Ebene von Serres drangen unsere Patrouillen an zahlreichen Stellen in die feind­liche Stellung und brachten nach gelungener Unternehmung Ge­angene rrnd ein Maschinengewehr ein. In der Gegend von Drama wurde ein feindliches Flugzeirg zur Landung gezwungen. Mir nabmen £te Insassen, zwei Serben, gefangen. Der Apparat ist vollständig unversehrt.

R u m ä n i s ch e Frvnt: Keine Ereignisse von Bedeutung.

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Englischer Bericht aus Mesopotamien

vom 10. Januar.

Am 9. Januar eroberte eine indische Division, die mit großem Schneid vorging, feindliche Gräben, in einer Frontbreite von 1000 Metern, in der Krümmung des Tigris auf dem rechten User, nordöstlich von Kut el Amara. 7 Offiziere nnd 255 Mann wurden gefangen genommen. Am glcich«en Tage wurden die feindlichen Gräben bei Sannyat beschossen. An drei Stellen wurde erfolg­reich, in die feindlichen Linien vorgestoßen.

Das Programm der neuen Regierung in Rußland.

Petersburg, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der neue Ministerpräsident Fürst Golizyn erklärte in einer Unterredung mit Vertretern der russischen Presse, daß für ihn ebenso wie für seine Borgängey der Wahlspruch Augenblickes: Fortsetzung des Krieges bis zum vollkomme­nen und endgültigen Siege sei.

Stockholm, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der neue Ministerwechsel in Rußland wird in der schwedischen Presse vielfach als ein weiterer Schritt nach der reaktionären Seite hin beurteilt. So schreibtStockholms Dagblad": Der Um­land, daß außer Trepow auch der Unterrichtsminister Graf Jgnatiew, das am wenigsten konservative Mitglied des Mi­nisterrates, abging, spricht dafür, daß die Umbildung in reaktionärer Mchturrg ging. Daß der ganze Wechsel durch rein innerpolitische Konflitte hervorgerufen wurde, ist über jeden Zweifel erhaben.

Eine russische Eisenbahnanteihe.

Kopenhagen, 10. Jan. (WTB.)Berlingske Ti- dende" meldet aus Petersburg: Das Finanzministerium hat das Ersuchen mehrerer großer Eisenbahnlinien um Auf­nahme einer großen Eisenbahnanleihe znr Ent­wicklung des Eisenbahnnetzes bewilligt. Die Anleihe wird wahrscheinlich im Marz zur Zeichnung aufgelegt werden. Die Eisenbahnlinien MoskauKasam-Donetz aitb Moskau WindauRybinsk fordern für sich allein 300 VUllionen Rubel.

Aus Petersburg.

Petersburg, 11. Jan. (WTB.) Gestern fand die Einweihung der neuen Brücke über die Newa im Stadtzentrum statt. Die Brücke ist etwa 280 Meter lang und 24 Meter breit. Der mittlere Bogen gewährt geöffnet allen Schiffen, die in die Newa einlaufen können, die Durchfahrt.

Kammer und Senat in Frankreich.

Paris, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Ayence Havas. Kammer und Senat nahmen heute nach­mittag die übliche feierliche Einführung ihrer in der Sitzung am Dienstag gewählten Bureaus vor. Der Seuatspräsrdent D u b o st setzte dabei auseinander, daß j-eder Franzose nur die eine Aufgabe habe, das Vaterland zu verteidigen. In diesern Sinne, so führte er aus, werden wir auch hier unsere Arbeiten fortsetzen. Wir sind einmütig in dem Willen, den Krieg fortzuführen, bis wir diejenigen zur Ohnmacht ge­bracht haben, die ihn entfesselt haben, bis zur endgültigen Befreiung Frankreichs, bis zur Befreiung Europas und bis die Signatur Frankreichs rrnd ihrer Alliierten durch den Sieg bestätigt ist. Zum Schluß widmete er den heldenhaften Soldaten und Seeleuten und ihren Befehlshabern Worte der Anerkennung und der Ermunterung. Kammerpräsident Dö­schen e l hielt ein eähnliche Ansprache.

Kritische Worte des Senators Humbert.

Bern, 11. Jan. (WTB. Nichckrintlich.) Senator Humbert erklärt nn PariserJournal", er müsst leider feststellen, daß es den Verbündeten noch nicht gelungen sei, eine nnrksame Cinl>eit> lichtcit ihrer Unternehme uHen zu erzielen. Die Hoffnung, welch« inan stit Monate,! rn die Konferenzen tu Paris gesetzt l^ättc, auf der bk Einheitlichkeit der Aktion traf eine Einheitsfront als

gwße Tat verkündet wurde, seien verfrüht gewesen. Man Hab« !^ch mit halben Maßnahmen begnügt, da es an Energie und Me- sthle. Wenn die Entente Wochen brauche, um aus die deutsche oriodensiwte und Wilsons Note zu antworten, wie körme man daran 1 eine wirkliche enge militärische Zusammenarbeit hoffen, ivel- ck>e schnelle Entschlüsse und rasche Aussülwung erfordere. Humbert befurchtft daß auch die Konferenz in Rom keine vollstän­dige Lösung bringen werde. Im feindlichen Lager herrschte Einheit, Disziplin und Ordnung. Alle Pläne würdeii dort sofort aus geführt. Bei den Alliierten habe jeder ttotz des besten Wissens aller ferne eigenen Wege. Man versucht wohl, die Unterneh-mmr- gen in Einklang zu bringen, aber es seien nur Ansätze, Disziplin sn notwendig. Es genügten jedoch Konferenzen nicht, 1 ondorn eine ständige Organisation sei notwen­dig, welche ein zuverlässiges Zusammenarbeiten der Entente-» regierungen verbürge. Noch kein großes Krieasproblem sei für die Entente gelöst, ioeder das Problem der efsekttven Bestände, noch das Problem des Materials, der Verproviantierung und der Fi­nanzen. Das betrübende rumänische Sck-auspiel dürfe sich mcfyt wiederholen. Die Entente müsse berett sein, üm den furcht­baren neuen.Schlag, zu dem der Feind zweifellos aus holen werde, auszufangen.

AuSstand der Munitionsarbeiter in Paris.

Bern, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Zensur läßt nur Ipärliche Nachrichten über den Streik der Munitionsar­beiter cnd Arbeiterinnen in Paris nnd Um­gebung zu. Das BlattOeuvre" teilt mit, daß die Zahl der Ausständigen am Dienstag abend über 6000 betrug. Dem., Temps" zufolge haben Versammlungen zur Vorbereitung neuer Ausstände stattgefunden, durch die eine Lohnerhöhung erzwungen werden soll. TieBataille", das Org-an der Gewerkschaften, erfährt, daß zwei Arbeiterinnen wegen Betelligung am Aus stand zu drei Monaten Gefängnis verurtellt wurden. Das Blatt protesttert gegen das ungerechtfertigte Urteil und berlangt sofortige Hastenllassung. Man könnte weitere Llusstandsbewegungen infolge der ungenügen­den Löhne und der schlechten Behandlung voraussthen. Energisches Eingreifen sei notwendig, um die Arbeitgeber an die Wahrnng der Interessen der Arbeiter und damit des /'indes zu erinnern.

Reden Lloyd Georges und Bonar Laws.

London, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Auf einer großen. Versammlung, die heute nachsmittag zur Unterstützung der ineuen Kriegsanleihe abgehalten wurde, sprachen Lloyd George, Bonar Law nnd Mc. Kcnna. Bonar Law gab bekannt, daß der Zeichnungspreis der neuen Anleihe 95 Prozent bei fünf Prozent Zinsen und 40jähriger Laufzeit sein würde. Die Re­gierung habe das Recht, die Anleihe nach 12 J>ähren zu pari zurück-» zukaufen. Tie vorherige 4 1 / 2 , 5 und 9 prozentige Fonds können zu pari gegen die neue Anleihe umgetcruscht werden. Bezüglich der Einkommensteuer unterliegen die ftemden Besitzer von An- leichen der brittschen Besteuerung. Dem Publikum ist jede Er- leichiterung gegeben, von den Banken Tarlelien zu erhalten,, um auf die neue Anleiche zu zeichnen. Bonar Law erklärte, daß dem Publikum nie bessere Bringungen in der Vergangenheit angeboten worden seien, und daß ilM nie in Zukunft bessere angeboten werden würden. So lange Geld im Lande wäre, würde der Krieg nicht aufchören.

Lloyd George sagte, man mu ßsichi eine große Anleihe; sichier n,nicht nur, um den Krieg wirksam zu finanzieren, sondern als Beweis der fortdauernden Entschlossenheit des Landes, den Krieg fortzusetzen. Ein Krieg ist besser, als »in Friede unter preußischer Herrschaft. Mit der Unterstützung unseres tapferen Heeres werden wir uns den Wog zum Siege im Jahre 1917 öffnen. Eine erfolgreichie Anleihe wird helfen, den Krieg abzukürzen und den Bestand des britischen Reiches,, Europas und der Zivilisation zu retten. Die Flotte hat den feind-. lick.«n Handel unterbunden, sie wird damit fortfahven, trotz ttfbrr seeräuberischen Pläne der Feinde.

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Griechenland nimmt das Ultimatnm an.

Athen, 10. Jan. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Antwort der griechischen Regierung ist heute nachmittag überreicht worden. Griechenland nimmt das Ultimatum der Entente an.

Bern, 11. Jan. (WTB. Nichtanttl.)Corriere della Sera" meldet Es Athen: IN der Nacht z-um Donnerstag durchzog ein Denuonstrattonszug die Hauptstraße und protestierte gegen die An­nahme des Ulttmatums. Bereits um die Mittagsstunde hatten sich trotz des polizeilichen Verbots der Zug unter Hochrufen aus den! König und Schmähirufen Es die Note nach dem Sitz des Minister­präsidenten begeben. Die große Mehrheit der sehr starken An­sammlung zeigte sich der Note gegenüber resigniert. Vor dem Mini-- ftenirm nmrden die Demonstranten, etwa 3000 Personen, aufge­fordert, den Platz zu verlassen, was ohne Zwischeiisall geschah. Die Bevölkerung schickt sich angeblich in die verbürgte Häftz» entlasftmg der Venizelisten und in die Wiederherstellung der Kon­trolle der Mliierten.

Ein Detikmal Kaiser Franz Josefs in Budapest.

Budapest, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ministerpräfi^ dent Graf T ii s z a brachte in der heuttgen Sitzung des Mgeordneten- Hauses den Gesetzentwurf betrefseird die JNartikulierung des An­denkens weiland Franz Josef I. ein. Danach soll in der Hauptstadt ein würdiges Denkmal errichtet werden. Der Minister des Innern brachte einen Gesetzeattwurf betreffend Verewigung des Andenkens der im gegemvärttgen Kriege ftlr das Vaterland kämpfenden Helden ein. Danach soll jede Gemeinde durch ein ihren materiellen Kräften entsprechendes würdiges Denkmal die Namen derjenigen ihrer Ein­wohner verewigen, die im gegenwärtigen Kriege ihr Leben für das Vaterland geopfert haben. Der Finanzminister brachte einen Gesetz­entwurf über die CisenbähukriegMeuer, die Erhöhung der Stempel­gebühren für Transporturkunden sowie Frachtbriefe, Aufnahme- bestättgungen und Lagerscheine «in Die Eisenbahnkriegsstcuer be­trägt 30 Prozent der gegenwärtigen Transporttarife, ist dem be- tteffenden Tarifsatz hinMznrechnen und gleichzeittg mit ihm ein­zuheben. Die Steuer ist für drei Jahre geplant.

Die fünfte öfters chifche Kriegsanleihe.

Wien, 11. Januar. (WTB.) Tie Blätter brücken ihre hohe' Genugtuung über den alle Erwarttrugen übersteigenden glänzenden Erfolg ber fünften österreichiischen Kriegsanleihe ans, die zu einer waren HirldigungsEleihe für den jungen Herrscher geworben sei. Sie betonen, daß dieser neuerliche finan­zielle Sieg, der Oestetreichis ungebrochene wirtsckMftliche Kraft darttre, wohl die beste Antwort auf die Vitwverbairdsnote gebe, die von den zusam.mengebrock,lenen Mittelmächten spreche. Ferner wird hervorgel>oben, baß das bisher festgestellte Ergebnis auf den ersten Schiätzungen beruhe und baß nach den bisherigen Er­fahrungen mit einer erheblich,en Erhöhung der enbgi'llttgen Zeich- nungsfuMine zu rechnen sei, Iso baß sich die Erwarttmg recht- fertige, baß bas Ergebnis der vierten KriegsEleihe noch, über­troffen worden ist.

Der Seekrieg.

Ein englisches Schlachtschiff im Mittelmeer versenkt.

London, 11. Jan. (MTV. Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschen Bureaus. Amtlich wird gemeldet: Das SchlachtschiffCornwallis" wurde im Mittelmeer am 9. Januar von einem feindlichen Unterseeboot ver­senkt. Der Kapitän und sämtliche Offfziere wurden ge­rettet. 13 Mann werden vermißt. Man glaubt, daß sie durch eine Explosion ums Leben gekommen sind.

Das Flugzeuaschiff (wörtlich: Waterplan Eurrier) B. e n m a ch r e e", unter dem Kommandanten Samsen,