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10.1.1917 Erstes Blatt
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Die Kathedrale von Reims.

Bern, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DerPetit Pa- Mfiett" meldet nach demCourier de la Champagne: Die Kathedrale von Reims wurde infolge der letzten Regenperiode sehr stark beschädigt, besonders die Wölbungen Der Sei Len schisse. Die Ausbesserungen sollten unbedingt noch in diesem Winter gemacht werden; bisher ist aber gar nichts unternommen worden.

Lloyd George wird reden.

'Haag, 9. Jan. (Zf.) Holländische Blätter melden aus London: Am nächsten Donnerstag wird Lloyd George bei Gelegenheit einer Versammlung in der City eine Rede halten. Man erwartet, daß er wichtige Erklärungen machen werde. (Frkf. Ztg.)

Die Nöte Englands.

London, 7. Jan. (WTB.) Die WochenschriftNation" schreibt: Unser Schiffsraum wurde so beschränkt, daß, »venn unserer Schiffahrt noch viel zugemutet wird, die Versor­gung unseres La'ndes und der Ausfuhrhandel, der nötig ist, um unseren enormen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, Gefahr laufen, zusammenzu brechen. Unter diesen Umständen kann man von der stärkeren Beteiligung an einer Offen­sive von Saloniki aus, für uns nicht den siegreichen Ausgang er­warten, den alle wünschen, sondern wir würden nur unsere zahlen­mäßige Ueberlegeuheit einMßen.

Die Konferenz in Rom.

Paris, 9. Jan. (WTB. - B r i a n d , Kriegsminister L y a n - rep sund der Unterstaatssekretär für Artillerie und Munition Thomas sind abends aus Rom hier eingetroffen.

Ein neues Ultimatum an Griechenland?

London, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terschcn Bureaus: DieTimes" wollen wissen, daß nach der von der griechischen Regierung eingenommenen Haltung und nach ihren Erklärungen an die Alliierten von den Ministern der Alliierten in Rom eine neue Note versaßt worden sei und nach Athen ge­schickt wurde. Me genauen Bedingungen sind noch nicht bekannt. Man glaubt daher, daß darin die unverzügliche Durchführung aller früher .formulierten Forderungen und die Bekanntgabe der An­nahme der genannten Bedingungen durch die griechische Negierung binnen 48 Stunden verlangt wird.

Pirä ns , 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terschen Birreaus. Die Ententemächtei Frankreich, England, Ruß­land und Italien überreichten heute morgen der grie­chischen Regierung ein Ultimatum, in dem die An­nahme der ir der Note vom 31. Dezember enthaltenen Forderungen binnen 48 Stunden verlangt wird.

Die Wilson'sche Friedensnote und die Börse.

Washington, 9. Fan. (WTB. Nichtamtlich.) Mel- bnng des Reuterschen Bureaus. Der Sekretär Wilsons, Tu- multy, ist heute vor dem Repräsentantenhaus erschienen, um eine Erklärung im Zusammenhang mit der Tatsache ab­zugeben, daß die Note Wilsons bekannt war, ehe sie ver­öffentlicht wurde. Tumulty erklärte, daß er den Inhalt der stlote noch nicht gekannt habe, ehe sie veröffentlicht wurde .und daß er keine Spekulationen auf Grund von vorher! empfangenen Informationen unternommen habe. Lan- sing gab eine Erklärung dartiber ab, welche Beamte an der Note tätig waren, wünschte aber über seine ergänzenden Mitteilungen an die Presse keine Mitteilung zu machen Schließlich wurde ein Effektenmakler ans Boston gehört, der zugab, daß der Inhalt der Note vor der Zeit der Aus­gabe bekannt geworden sei, allerdings nicht durch Zutun des Weißen Hauses. Er weigerte sich, die Namen seiner Anf- traggeöer, für die er Börsentrarisakttonen ausführte, zu nennen.

Der Seekrieg.

Erfsilge unserer Marineflugzeuge.

Berlin, 9. Fan. (WTB. Amtl.) Deutsche Marine­flugzeuge griffen am 7. Januar nachmittags Ba­rackenlager westlich von La Panne-Bad und Nieuport- Dad erfolgreich mit Bonckrn an.

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Bern, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.)Petit Parisien" Meldet aus Ronen: Der französische DumpferBille de Rouen" ist überfällig. Der hier eingetvoffene Dampfer Puerto Rico" sing ans der Höhe von Santander einen Funksprnch des Postdampsers ,,Es!pagne" auf, nach dem dieVille de Rouen" von einem U-Boot verfolgt sei und um Hilfe bitte. Seither sei das Schiff verschollen. Dasselbe Blatt meldet aus La Rochelle: Am 3. Januar wurden zehn Fischdampfer versenkt. Die Besatzungen wnrden sämtlich gerettet.

London, 9. Fan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß der japanische DampferChimto Maru" versenkt worden ist. Es wird angenommen, daß der französische DampferAlphonse Conieyl" und der englische DampferLesbian" gleichfalls versenkt worden sind.

London, 9. Fan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, man glaube, daß der norwegische DampferB o r g h o l m" versenkt worden sei.

Kopenhagen, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der DampferDannewirke" (1431 Tonnen), mit einer Kohlenladung von England nach Gibraltar, ist im westlichen Kanalteil von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden, als fünfter dänischer Dampfer seit Neujahr; die Besatzung wurde rn dem nordftanzsischen Hafen Lannion gelandet. Der dänische DampferSvend", mit einer Holzladnng von Schweden nach England, wurde von einem deutschen Kriegsschiff in einen deutschen Hafen aufgebracht.

Bergen, 9. Fan. (WTB.) Der DampferMark­land" aus Bergen (1637^onnen) ist am Samstag auf der Höhe von Bordeaux verdenkt worden. Der Kapitän und sieben Marrn wnrden gerettet.

Kristiania, 9. Fan. (WTB.) Das Dizekonsnlat in Cherbourg meldet: Der DampferAuta" von Tveste- strand wurde von einem deutschen U-Boot versenkt. Die Besatzung ist gerettet.

Hamburg, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der nor­wegische DampferLupus" ist am Montag als Prise nach Hamburg ansgebracht worden. Er hatte Bannware für Eng­land an Bord.

Der postpaketenbezug aus Dänemark und den Niederlanden.

B e r l i n , 8. Jan Ter Postpaketbezug von Butter, Marga­ret. fleuch und FleistEvaren. Speck, Schmalz, Käse, Dauermilch aller Art und Eiern aus Dänemark und den Nieder­landen hat in der letzten Zeit cineu solchen Unrfang angenom­men, oatz eme Aeuderung in der bisherigen Regelung emtretenl juruu Tre Zent ral-Einkaufsgesellschuft hat Anwei­

sung erhalten, alle Paketsendullgen mit Butter, Xi arya rare, Fleisch und Flefichwaren Speck, Ach malz, Käse, Tauermüch aUer Art und Eiern vom 1. Januar 191? ajb zu be sch lag-» nahmren und Freigabeanträge abzulehnen, wenn nicht durch einen konsularischen Ausnahmeschein, der den sonstigen Postbegleit­papieren bei gefügt ist, nachgewiesen tvird, daß für die einzelne Sendung von dem Kaiserlichen Generalkonsulat eine Aus­nahme bewilligt worden ist.

Derartige Ausnahmescheine sind nur zu erteilen:

1. für Postpaketsendungen an Gesandte, Konsuln sowie an Ge­sandtschafts- und Konsulatsboanrte aller neutralen Staaten in Deutschland ohne Beschränkung der Menge nach, jedoch unter der Voraussetzung, daß die Lebensmittel nur für den Verbrauch im Haushalt der Enrpsängcr bestinmrt sind,

2. für Postpaketsendungen an d änische oder nie der l än- dische Staatsangehörige ans Dänemark oder den Nie­derlanden mit der Beschränkung, daß die Lebensmittel als Geschenk geliefert werden und nur für den Verbrauch! in dem! Haushalt der Empfänger bestimmt sind, ferner, daß monatlich nicht mehr als

insgesamt 5Klg. Butter, Schmalz und Margarine 10 Fleisch, Fleischwaren und Speck,

5 Käse und

5 Dauermilch aller Att und

60 Stück Eier

bezogen werden können.

3. In sonstigen Fällen sind Ausnahmescheine nur beim Vor- liegeu besonderer Gründe zu etteilen, z. B., wenn sin Deutscher Butter, Fleisch usw. von seinen in Dänemark oder den Niederlanden gelegenen landwirtschaftliche:: Betrieben be­ziehen will. Verwandtschaftliche Beziehungen oder gesehen llveise Zuwendung allein sind feint Grund zur ^lusnahmebewilligung.

Me Etteilung der konsularischen Ausnahmcscheine soll in der Weise erfolgen, daß der Anttagsteller die ausgefüllten Postbegleit­papiere vor Absendung des Pakets der dortigen Konsularbehörde einreicht im Falle 2 unter Nachweis der dänischen oder nie­derländischen Staatsangehörigkeit des Empfängers, und nach Empfang des Ausnahmescheiris diesen zugleich mit dem Postpaket und den sonstigen Postbegleitpapieren der Post übergibt. Dabei können Anttagsteller, die den Konsularbehörden als ver­trauenswürdig bekannt sind, unter Umständen Ausnahmeschcine für einen längeren Zeitraum voraus erhalten. Der Staatssekretäv des Reichspostamts ist ersucht worden, wegen der Zulassung und Mitbeförderung der konsularischen Ausnahmescheine mit der König­lich d ä lt i f d) e n bezw. niederländischen Postverwaltung sich zu verständigen.

, Gebühren sind gemäß § 2 Ms. 2 des Konsulatsgebührengesetzes nr den oben unter Ziffer 1 genannten Fällen (Gesandte, Beruss- konsuln usw.) nicht zu erheben; in den anderen Fällen ist der Satz auf das gesetzlich zulässige Mindestmaß zu ermäßigen.

.Die Ueberscndung von Formularen für die Bescheinigungen bleibt Vorbehalten.

_ ohne solche konsularische Ausnahmescheine eingehenden Postpakependungen mit Butter, Fleisch usw. werden in Zukunft von der Post an die Sammelstelle der Zentral-Einkaussgesellschast ge­ltet werden und beschlagirahmt bleiben. Das gleiche gilt vors wichen Butter-, Fleisch- usw!. Mengen, die in gentischten Paketen mit anderen als dm hier genü,tuten Wären, z. B. Kaffee, Tee usw. zusammen verpackt sind. Die mit einen: konsularischen Ausnahme- ,che:u verieheucn Postpaketsendungen iverden von der Post ohne werteres an den Bestimmungsott weitergeleitet und dott ausge- handtgt werden. ,

Zur Ausstellung der ftaglichen Ausnahmescheinein den Nieder­landen ist das Generalkonsulat Amsterdam und das Konsulat Rotter­dam ermächtigt.

Am dem Reiche.

Eine Ansprache des Königs von Bayern.

München, 9. Jan. (WTB. Nichtamtl.) Bei der Königs­geburtstagsparade am Sonntag versammelte König Ludwig di, Verwundeten und Offiziere um sich und wandte sich an sie mi ourer Ansprache, in der er w a. sagte: Vor kurzem hatten luii ae hofft, dg/ß der Friede bald konnnen werde. Ter Kaiser mi sinnen Hoheit Verbündeten hatte den Feinden, obwohl wir siegreick sind, das Anerbieten gemacht, Frieden zu schließen. Es ward von den Feinden zurückgewiesen. Wir wissen jetzt, :vas wir zi tun l)aben. Wir müssen fortsahren, zu kämpfen, um zu siegen, wb brshcr wir müssen siegen bis der Feind ge- nötigt ist, uns um Frieden zu bitten um einer Frreden, der ehrenvoll und dauerhaft ist rnrd der den riesiger Opfern entspricht, die wir gebracht haben. Nicht wir waren es dtc den furchtbaren Krieg begonnen haben. Wir haben ihn aber angenommen, wie es sich geziemt, Und l)aben den Feinden gezeigt was cs heißt, ivenn mau das Deutsche Reich und seine Verbüu detcr: angreift. Der König wandte sich darrn an die Verwundeter und wünschte ihnen baldige Genesung. Er dankte den Offiziere: für die gut geleistete Ausbildungsarbeit an den Soldaten. Mi den WortenGott besohlen" verließ der Körrig den Paradeplas und fuhr nach der Residenz.

Eine Auszeichnung v. Kneuszl.

Berlin, 9. Jan. (WTB.Amtlich.) Ter Kaiser hat den küntglich bayerischen Generalleutnant Ritter v. Kne N', '' hurd folgendes allerhöchstes Handschreiben das Eicheirlaub zum'Order Pour le merite verliehen.

An der: königlich! bayerischerr Generalleutnmtt Ritter v.Krre. ' Kommandeur der königlich! bayerischst 11. Jnstmterie-Tivision übe' dem Armeeoberkommando Mackensen.

Mein lieber Generalleutnant Ritter v. Shteu. '

Ich! verleihe Ihnen heute, zu dem Zeitpunkt, an dein drc rulMrerchert Schlachtfelder Rnmäniens mit Ihrer königlick bayerticken 11. Infanterie-Division zu neuem Wirken verlassen das Etchenlaub zu meinem Orden Pour le merxtc. Seit ihre, Auptelulng stehen Sie an der Spitze dieser überall bewährter ^wriron, dte aus den verschiedenen Kriegsschauplätzen, in Wes wtd Oft, nnvergängliche Lorbeeren geerntet hat. Die Namer Przenchsl, Verdurt, Argesul und Filipesti sind Marksteine dei Stcgeslirnchahn, aus der Sie mit fester Hand und zielbewußtei Ltchethett Ihre tapferen, stets kampftssreudigen unermüdlicher gruppen von Erfolg yn Erfolg geführt haben. Geben 'Sie de: braven Dtviiion Meine lZohe Anerkenmntg mit Vöeirrem Grus und den "esten Wünschen bekannt. Wilhelm I. R.

Einführung der durchgehendrn Arbeitszeit.

Die zwangsweise Einftthrtorg des 7-M)r-Ladenschluffes unt der verkürzten Polizeistunde strt bekanntlich! Verkehrsschwierigkeiter und mancherle: wirtschaftliche Schädigungeit zur Folge gehabt dte den Gedanken der allgemeinen Einführung dei durchgehenden Arbeitszeit wieder auf die Tagesord :rung gesetzt lyattc. Unzwetsclhaft gibt es eine Unzahl von industtiel len und geschäftlichst Bettieden, -namentlich aber von Brweaus usw dte nur aus den Anstoß warten, um die jetzige geteilte Arbettszeit durch, die d u rch gehende zu ersetzen. Tie'Erfahrum lehrt, daß d:e Arbeitsleistung des Einzelnen hei durchgehende, Arbettszett nicht vermindert, sv:ü>ern vermehrt rvird' Jetz wird, namentlich! in der Großstadt, der wesentlichste Teil de, 1 1 / 2 - oder 2-sttmdigen Mittagspause dinch! die Fahrt von und z: der Arbeitsstätte m Anspruch genommen. Erst mit der durch gehenden Arbeitszeit aber wird sich, vor allem eine tatsächlick tns Gewicht fallende Ersparnis an Lichst und Kras erreichen lassen. Jetzt stehen hundetttmisende "von Bettieben zwe stunden hindurch! in einer Zeit still, in der noch Tageslicht zu: Verfügung steht, dre Heizung der Raume aber, die Feuevunc der Kessel usw. muH fortgesetzt werdcu. Andererseits zeigt Statistik der Gasanstalten und Elektrizitätswerke, daß es gerad, dte frühen Abend,tunden sind, in densr die größte Jnanspruch, nähme erfolgt. Alle diese Werk? wid ihre Bettiebe wicderun

.mü,'diesen Höchstverbrauch zugeschnittm. Eit: allgenteinei Arbettsschluß uni 4 Uhr würde auch den schversten Teil de: Schädigungen beseitigen, die jetzt die Ladengeschäfte, Warcnhäuse, usw. durchl den 7 Uhr-Schluß erlitten lyaben: er würde abei vor allen Dmgen eine Licht- und Kraftersparnis mit sich bringen die zweifellos nach! Millionen zu bewerten Niäre.

T ie Frage ist frcilicL . ob durch b r 1: i? t b l i che ^Aaßnalnnen d« vurck gehende Arten? ,.ir zur Einführung gebracht :verden Uinn. Dafür schemen u tis einsttveilen hie Berbältniße noch zu ver- schiedenarliL zu sein. Wohl aber ließe sich, namentlid: nxnnt die Behörden und alle diejenigen Großbetriebe, die dazu ir.geird in der Lage sind, mit gutem Beispiel vorangingen, zunächst wenigstens ein sehr wesentlicher Teil des gewerblichen Lebens auf die durchgehende Arbeitszeit zusckmeiden.

Aus Stadt und Land.

Dießen, 10. Januar 1917.

** Auszeichnungen. Ten: Musketier Heinrich Drein, IrU.-Rgt. 98, aus Dießen, wurde die Hessische Tapserkeitsinedaille verliehen. Pionier Karl Weiter erhielt vor längerer Zeit die Hessische Tapferkeitsmedaille und nun wurde ihm von: Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen.

** Beförderung von Briefen und Po st karten mit H a n d e l s - T a u ch b 0 0 t. Dem Vernehmen nach empfiehlt es sich, Tauchdoolbriese dis Mitte Januar ausznlie'ern.

** Me gemeinnützige Rechtsberatungsstelle des Evangelischen Arbeitervereins wurde im Jahre 1916

V.3 fallen in Ansprirch getwmmen. Entsprccheiid deii jetzigen Verhaltnisien ioar die Inanspruchnahme aus den: Gebiete der Krregsversorgung, sowie in sonstigen nrüitarischeu Augelegm:- heiten (Unter:nitzung der Angehörigen - der Kriegsteilnehmer! be­sonders rege. Bon den Ratsiuheitdcn waren 9 w von Greßen, die übrigen aus den Otteu Holzheim, Grüniugcn, Großen Buseck, Garbenteich, Harbach. Grüubcrg, Trais-Horloj's, Biitzbcrch, Höckel­heim, Wetzlar und Salzböden. Tie Jnanspriichnahme erfolgte von 9 4 w e i b l i che n , 7 9 männlichen Personen. Hiervon waren 114 Angehörige von Kriegsteilnehmern, 59 sonstige Per)onen. Dem Berufe nach gehörten 82 Personen dem Arbei­te r stände Mi, 51 waren Gewerbetreibende, 29 kleine und mittlere Beamte. 1 ^Akademiker, Lehrer usw. Von de:: erteilten Auskünften betrafen : Arbeiterveriicherimg 36, Angestelltenversicherung 5, Kriegsversorgtuig, Unterstützung der An­gehörigen der Kriegsleilliehmer usw. 92, Steuerftagen 14. Bürger­liches Recht 15, Verschiedenes 11 Fälle. Außer der Erteilling von Rat und Auskunft, die 264 Konferenzen erforderte, nxrr die Anfertigung von 222 Schriftstücken notwendig, die den Rat­suchenden von der Beratungsstelle gegen Ersatz der bar«: Aus­lage:! (für Unbennttelte kostenlos) angefertigl wurden. Weiter er- folgte in Arbeiterversicherungsangelegenheiten die Vermittlung unentgeltlicher Vertretung vor dem Reichs-Versicherung samt Berlin. Soweit es sich um die An­gehörigen eingczogener bezw. um Hinterbliebene gefallener Kriegs^ teilnehmer handelte, wu-kden den Ratsuchenden d-ie erforderlickMt Unterlagen beschafft bezw. die VerhandliMgen mit den maßgebelidon Behörden u)W. geführt. Auch in geschäftlichen und sonstigen An- gelegenl-eilen stand die Beratungsstelle den Angehörigen der Ein­berufenen zur Seite. Weiter hat die Beratungsstelle in Tages- zeittingen, durch die Herausgabe eines lleinen Füiwers sowie bei sonsitgen Gelegnth-eiten aus dem Gebiete der Arb>?iterversick;erung sowohl wie auch bezüglich der durch den Krieg in den Vordergrund getretenen bezw. neu erlassenen gesetzlichen Bestimmungen auf- Närend gewirkt. Erfreulicherweise wurde die Beratungsstelle auch im verflossenen Jahre von Behörden, Geistlichen, Lehrern usw. durch Ueberweiiung von Ratsuchenden usw. in ihren Besttebemgeu. iden Minderbemittelten, besonders den Angehörigen der Einbe­rufenen in sozialen Angelegenl?eiten zur Seite zu stel-eu, ive- seritlich unterstützt. Mit dem 1. Januar l. Js. ist im Interesse der auswättigen Ratsucheuden insofern eine Erweiterung der Tätig­keit der Beratungsstelle ein getreten, als außer den Dienstags lmfc Freitags, abends 8 9 Uhr, statt findenden Sprechstunden, auch Sonntags von 2 3 Uhr die Möglichkeit geschaffen :vurde, die Beratungsstelle (Schiffendergernwg 16 III) in Älmpruck) zu nehmen.

** Gedenket der hungernden Vögel. An alle Freutide des Gartenbaues und der Landwi x-t f d; af t rich­ten wir die dringende Mtte: Gedenket der hungernden und notleidenden Vögel im Winter, unserer besten Helfer und Freunde im Garten, Feld und Wald! Ihre Zahl ist in den letzten 10 20 Jahren ganz auffallend zurückgegmigen. In frul-eren Jahren hielten im Winter vor meinem Fenster, wo ich stets allerlei Futter ausgelegt hatte, meine geftedetten Fvarude in zahlreichen Scharen lustige und possierlich Konferenzen, während in den letzten Jahren kaum noch effüge Meisen und Finken sich sehen lassen. Wir werden der unheimlich- zunehmenden Ungeziefer-- Plage nicht Herr werden, wenn es uns nickst gelingt, wieder ein rechtes Heer von Singvögeln all-eratt heranzuzüchtcn. Mor allem sollte man für geeignete Nistplätze sorgen, und der un­vernünftigen Zerstörung und Entfernung der Hecken und Sträncher, die Kwr wie nach- im Gange ist, Einhalt zu gebieten.

** Aus dem St ad tthe ate r b ureau. lieber den neuen SchwankD er alte Fei ns chm ecke r", den Ludwig Dhoma be- kauntlich! unter dem DecknamenVogelfang" eigens für Conrad Dreher geschrieben hat und den Dveher am nächsten Samstag mit eigener Gesellschaft hier geben wird, schveibt dieFrankfurter Zeillmch' im letzten Montag-dlbendblatt in einem Münchner Theaterbericht.Zwischen der äußerlichen Märchenpoesie des Besen­binderstückes und den Weisheitssprüchen des aus Tiefe gearbeiteten Saloninders war es sonderbar und wohltuend, im Volkstheoster den populären Komiker Conrad Dreher in jenem eigens für ihn ge- schjriebenen Münchener StückDer alte Feins chmecker" zu selben, das einen gewissen Hass Georg Bogelsang zum Autor hat. Fürwahr: ein munterer Vogelfang! Wollte Gott, daß alle Bögch, die volkstümlich zwitschern :md gackern, so natürlich sängen! Das lstckbe Theater mar voll Soldaten, die sich an der derben Frische dieses Volksstücks königlich! ergötzten."

** Streuer satzmittel für die Heeresverwal­tung. Tie Besch,affutrg von Stteuersatzmitteln flir die Heeres­verwaltung erfolgt durchl die Intendantur der militärischen Insti­tut in Berlin W 30, Luitpoldsttaße 25 als Heevesbeschaffungsstelle. Angebote ab Verladestation sind seitens der Hersteller dttekt an diese Stelle zu richten. Als Stteuersatzmittel kommen in Frage: .Heidekraut, Ginster, Schals, Laub- und Waldstteu, Moos, H>bel- späne, Sägemehl i:nd dergl-

** Der Verein für Frauenstimmrecht hat für einen öffentlichen Vortrag Herrn Professor Strecker Mls Bad- Nauheim gewonnen, und ilstn um 9lussühruugen über das Thema: Bodenreform und Kriegerheimstatten gebeten. Alle Probleme zu künftiger Friedensarbeit hängen aus das Engste mit einer gesunden Bodenpolitik zusammen, ganz besonders wich die brennende Bevölkerungsfraae; es ist dringend zu wünschen, daß ein großer Kreis ernster Menschen sich si'cr diese Angelegenheiten intereffiereu. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß der Bor- ttag schon um 6 U hr nackMittags begiunen muß.

** M u fick: e l s l e i s ch. Morgen Donnerstag, von vor­mittags 8 Uhr, findet in den Marktlauben Verkauf von Muschel- fleisch und Fisch-Marinaden statt.

* Ablieferung von Fahrradschläuchen. Die vom Oberbürgermeister angesetzte freiwillige Ablieferung von Fahrrad­schläuchen und -Nerfen am Donnerstag, den 11. ds. Mts., bezieht sich nur aus die Stadt Gießen. FürFie Einwohnerschaft der Ge­meinden in: Kreise ist die zuständige Stelle ihre Bürgermeisterei. Landkreis Gießen.

* Steinbach, 10. Inn. Mehrinnls schwer verwundet, aber a»lch wiederholt ansgezeichnet und zum Offizier-Stellvertreter be­fördert wurde der bei Kriegsausbruch i:n 1. Garde-Reqt. zu Fuß stehende Sergeant Karl Größer von hier. Nachdem er schon längere Zeit Inhaber des Eisernen Krelizes 2. Klasse, der Hessischen und der Badischen Tapserkeits,nedaille ist, wurde ihm in diesen Tagen auch noch das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehe»:.

' [1 Watzenborn-Steinberg, 9. Fan. Eine traurige Weihnachtsbotschaft wurde kurz vor detn Feste der Familie Georg H a r n i s ch V. in Steinberg zu teil. Ihr einziger Sohn Georg, ein braver junger Mann und tüchtiger Soldat, ist am 15. De­zember v. Js. bei einem Sturmangriff den Heldentod gestorben. Er stand inr 185. Jnf.-Regt., 12. Komp. Am letzte:: Geburtstage unseres Landesherrn, 25. November, war dem vereivigten tapferen Krieger noch die Hessistlie Tapferkeitsmedaille verliehen worden. Gefreiter W i l h e l m S 0 m tn e r l ad, Sohn des hiesigen Pfarrers Sommer lad, wurde zun: Unteroffizier befördert und eirenr Offi- ziersausbildungskursus überwiesen..