«der vorübergehendem Aufenthalt in der Hekmvt. Die Portov^r-
gmi Äsungen geltennichti in Ortsverkehr und nichtfür
Zivil beamte der Militärverwaltung.
^Sendungen, welche rein gewerbliche Angelegenheiten der Wsender oder der Empfänger betreffen, haben auf Gebührenvergün- stigung überhaupt kernen Anspruch. Es wird dringend davor gewarnt. Brieffcud'uugen zur Erlangung der damit verbundenen Gebührenvergünstignirgen unrechtmäßigerweise mit oem Vermerk „Feldpostbrref" m versehen. Die Postverwaltung leitet in allen L-u ihrer Kenntnis kommenden Fällen dieser Art gegen die Absender das Strafverfahren wegen Portohintecziehung ein. Sendungen in rem gewerblichen Angelegenheiten der Absender oder der Empfänger sind noch den vollen inländischen Gebührensätzen srei- tzumachen. Drucksachen, Gleschästspapiere imd Warenproben sind inr Fewpostverkehr überhaupt nicht Fugelassen. Als Sendungen in rem gewerblichen Angelegenheiten gelten alle gewerblichen Sendungen von Personen, die nicht Heeresangchörige sind, wenn sie. den Heeresangehörrgen uncuifgefordert Fugehen, wie F. V. Warenanpreisnngen, nicht aber Sendungen, die sich aus bereits augeknüpsten Geschäftsverbindungen ergeben. Dabei wird vorausgesetzt, daß die von den Geschäften an die .Heeres an gehört gen im deren Umnittel barem oder mittelbarem Aufträge ins Feld ge- smidlen Waren nicht zum gewerbsmäßigen Wertervertrieb daselbst bestimmt sind. Der Schriftwechsel, den die zmn Heeresdienst ungezogenen iKanft-eute, ^ Alerzte usw. mit ihren Angehörigen oder Geschäftsangestellten in Angelegenheit der Geschäftsführung od>er Berufsausübung Fu führen lsabea, gilt nicht als rein gewerbliche Angelegenheit: er genießt daher die Portovergünstig un gen für Heeresan gehörige. Dagegen find Sendungen von Heeres an gehöri gen in ihren gewerblichen Angelegenheiten mit anderem P ' svnen, [Firmen, Banken usw., insbeforDere mit den künden wechseln portopflichtig.
Lebensmittelmarken.
Für die Zeit vom II. bis 16. Dezember d. I. haben nachfolgende Lebensmitelkarten Gültigkeit:
Brotmarken für die 50. Woche, gültig vom 11.—16. Dez. Buttermarken „ „ 50. „ „ „ 11.—16. ,
Fettmarken » 50. . „ „ 11.—16. „
Reichsfleischmarken „ . 50. „ . „ 11.-16. „
Kartoffelmarken „ „ 50. „ „ „ 11—16. „
Zuckermarken Nr. 1, 2 und 3, gültig für den Monat Dezember. Seifenmarken für den Monat Dezember.
Alle früheren oder die zurzeit noch nicht gültigen Marken können nicht eingetaufcht werden.
fallen b t c Werktagszüge 4151 ( Nidda an 6.13 vorm.) und 4152 (Nidda
M Auszeichnung. Der bekannte Ooruet k pistoü' Virtuose Louis Kümmel (Wieseck-Lollar) wurde vom Großherzog zum Kammervirtuosen ernannt.
** Die Fleis chr a tion des Landkreises Gießen. Auf mehrfache Anfragen teilen wir mit, daß. solange kerne Aendarung der Wochenmenge durch Bekanntmachung im Kreisblntt erfolgt, diese nach wie vor auf 200 Gramm pro Kopf und Woche bemessen ist.
** Krieg s-Teuer un gszulagen für Eisenbahner. 9lußer den forckaufenden Teuerungszulagen, die den Eiseubahnarbefteru seit einiger Zeit gewährt -mrd. ist jetzt bahn-, amtlich bestrnttntt worden, den zuständigen Eisen bahnarbei Lernmne einmalige KriegsteuerungsFUlage zu gewähren, die je imch der Höhe der KinderzoHl in der Familie 10—1OO Mark beträgt. Auch die verwitweten Arbeiter und Arbeiterirrnen werden eine entsprechende Zulage erhalten.
** Die im November 1899 geborenen Land- st u r m p f l i ch t i 'g e n muffen sich am 15. d. Mts. im alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturmrolle melden. Siehe Bekanntmachung.
'*5)er 3. Dort rag in der Vortragsvereinigung konnte vorgestern nicht stattfinden, da der Vortragende eine kleine Terminsänderung, die er selbst vor einigen Wochen wünschte, nicht beachtet hatte.
** 33 er nächste Städtische Seefisch markt findet am Samstag, den 9. Dezember 1916, von 8 Uhr vormittags ab in den Marktlauben statt. Es kommen zum Verkauf Rauchfische, Heringe, Sardinen und Fischkonferven.
** Da s hent igeKreisblatt Nr. 15 9 enthält Bekanntz- markungen über die Prägung von Einpfennigstücken aus Aluminium, die Verwendung von Ehlorzinn zur Beschwerung von Seideuwaren, Höchstpreise für Hafer und Gerste, wirtschaftliche Bergeltungsmaßregeln gegen Italien, Betrieb der Anlagen der Großeisenindnstrie, Gemeindliche Hundesteuer, die Erhebung des Jagdpachtstempels, sowie fteiwillige Ablieferung der- Fahrrad-Bereifung.
Landkreis Gießen.
ra. Lollar, 8. Dez. Unser früherer Lehrer Ernst Bernhardt, geboren zu Rodheim a. d. Bieber, starb den Ehrentod in einem Feldlazarett. Bernhardt war ehemaliger Schüler der Oberrealschule zn Gießen.
b. Steiubach, 7. Dez. Karl N i c o l a u 3 , Sohn beS Wagnermeisters Karl Nicolaus IV. dahier, als Unteroffizier und aktiver Soldat in einem Fuß-Artillerie-Reqiment an der Westfront stehend, empfing Ende v. Mts. für mutvolles Verhalten die Hessische Tapferkeitsmedaille. Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe wurde ihm im Juni d. I. zuteil.
* Saasen, 7. Dez. Musketier Will). Hetterich im Jnf.-Regt. Nr. 186 wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.
Kreis Büdingen.
F.C. Büdingen, 8. Dez. Bei jeder gewerblichen Schweineschlachtung muß, wie der Metzger-Verband für den Kreis Büdingen bekannt gibt, der Metzger den ganzen Rückenspeck, das Schmalz, die Krause und das Netz auslassen und abliefern. Tie Menge muß abgekühlt gewogen mindestens V« des Schlachtgewichts des Tieres ausmachen. Fett darf zur Herstellung von Wurst nach wie vor nicht verwendet werden.
z Borsdors, 8. Dez. Der älteste Sohn unseres Lehrers, der Gefreite Rud. Henrich, 4/254, erhielt wegen Tapferkeit vor dem Feind das Eiserne Kreuz. Henrich, bis zu seiner Einberufung Lehrer zu Höchst an der Niddrr, steht bereits über ein Jahr im Feld und nimmt gegenwärtig an den siegreichen Kämesen in Rumänien teil.
Kreis Alsfeld.
F, C. Alsfeld, 7. Dez. Das Kreisamt ordnete den Milch- tieierungszwang für sämtliche Milcherzeuger in den Gemeinden des Kreises mit sofortfger Wirkung an. 15 Molkereien des Kreises kommen als Empfänger und Verarbeiter in Betracht. Magermilch ist nicht einbegriffen.
up Ruppertenrod. 7. Dez. Der Artillerist Hrch. Weber, Sohn des Johann Weber hier, im aktiven Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 8, Munitionskolonne, wurde zum Gefreiten befördert und mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet-
up VonderOhm, 6. Dez. Das winterliche Wetter hat das Einsammeln der Bucheckern unterbunden. Bei Schnee und Eis werden die fleißigen Häude unserer Schulkinder bald unfähig, die kleinen, glatten Waldfrüchte anfzulesen. Es muß aber dahingestellt bleiben, ob nicht trotzdem der Eintritt gelinderen Wetters das Auslesen der Bucheln wieder fortsetzen läßt. Im vorigen Jahre hatten wir anfangs des Januars neun Grad Wärme nach Reaumnr Tagestemperatur, dabei sogar ein Gewitter. Bei einer derarttgen Wetterlage wäre also das Eckernlesen noch recht gut möglich. Uebrigens ist das Ergebnis der Sammlung sehr beaästenswcrt. Zentnerweise ururden in vielen Schulen die Bucheckern angesammelt und somit zum Besten des Vaterlandes beigetragen.
Kreis Schotten.
El Laub ach, 6. Dez. Die am 1. Dezember hier vor geuominene Volkszählung ergab in der Gesamtheit 1750 Einwohner. — Musketier Kraft, Sohn des Schulpedells Peter Kraft, galt seit 8 Wochen als vermißt. Jetzt haben die Eltern
Nachricht von ihm aus englischer Gefangenschaft bekommen. Eine schon früher an sie abgesandte Karte war nicht angekommen.
up. Aus dem Vogelsberg. 6. Dez. Bekanntlich waren in diesem Herbste die Aepfel nur unvollkommen entwickelt. Statt voller Frucht mir klein gestaltete, rissige, grundige Früchte. Dafür aber zeigen diese Aepfel eine ausfallende Haltbarkeit. Während sonst um diese Zeit die meisten Aepfel schon aufgebraucht sein mutzten, weil sie sich nicht hielten und- faulten und ein grüßest Teil unbßs 'itufot zugrunde ging, zeigen die diesjährigen Früchte eine eiserne Dauerhaftigkeit. Für die Minderwertigkeit in der Entwicklung entschädigen die Aepftl in ihrer Haltbarkeit — sie halten auch durch.
Kreis Friedberg.
nt Friedberg, 8. Dez. Auf Anordnung Großh. Ministeriums ist gestern der Unterricht an der hiesigen Landwirtschaftlichen W i n t e r s ch u l e . der einen recht guten Beftsch auszuweisen hatte, geschlossen worden Die Maßnahme hängt mit dem Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft zusammen. Die Schiller werden davon recht unliebsam betroffen, da sie den Winterkursus gern mitgemacht hätten.
oa. Friedberg, 8. Dez. Vom 9. Dezember ds. Js. ab
(Beienheim'ab 5.16 vorm . ab 4.13 vorm., Beienheim an 5 05 vorm.) aus. — Dem Postdircktor Harres wurde das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste verliehen. — Dem Sanitäts-Gefreiten Martin H a n st e i n, Sohn de? Mechanikers Christ. Haustein, fett Beginn des Krieges im Felde beim Res.-Jnf.- Rgt. 116, wurde, nachdem er vor kurzem das Sauitätskreuz am Bande der Hessischen Tapserkeitsmedaille erhielt, das Eiserne Kreuz verliehen
oa. Fried berg, 8. Dez. Tie Bürgerschaft wurde gestern ftüh durch Feueralarm, aus denr Schlafe geweckt Anscheinend durch Selbstentzündung von Staub, war in der Mälzerei der Brauerei Steinhäutzer ein Brand ausgebrochen. Das Feuer, das an dem Malz. Heu und Sttoh, sowie an dem ttockencn Holz der Mälzerei reichlich Nahrung fand, fraß sehr schnell um! sich, und ist es ein Glück zu nennen, daß kein heftiger Wind wehte, fönst hätte der Brand bei den arg zusammen gebauten Häusern leicht weiter um sich gergisfen. Tank und AnerInnung gebührt neben den eben nicht sehr zahlreichen Feuerwehrleuten all dm freiwilligen Helfern und namentlich den Offizieren und Mannschaften der hiesi- gert Garnison, deren tatkräftiger Hilfe es l>auptsächlich zu banfett' ist, daß es verhältnismäßig schnell gelang, das Feuer Ms seinen Herd zu beschränken. Neben dem beträchtlichen Gebäudeschaden ist hauptsächlich- der Verlust von Heu, Stroh und Malz zu beklagen. Ter Betrieb der Brauerei aber kann ruhig weitergehm und wird nicht gestört. Das Feuer brach fast an derselben Stelle aus, wie vor 23 Jahren im September: auch damals verbrannten hauptsächlich Vorräte. — Demj Musketter»W. Heinz aus Meder-Weisel, Geschäftsführer der Firma Kümmickr hier, wurde_ das Eiserne Kreuz verliehen — Wilhelm Schmidt von hier, im Jnf.-Reg. Nr. 87, wurde zum Unteroffizier befördert.
oa. B u tz b a ch, 8. Dez. Dem Ersatzreservisten W. Büttner beim Jnf.-Rgt. Nr. 143 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Die Hessische Tapserkeitsmedaille besitzt er schon.
oa. Griedel, 8. Dez. Dem Gefreiten Heinr. Strasheim von hier, bei einer Artillerie-Munitionskolonne im Westen, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.
oa. Vilbel, 8. Dez. Landsturmmann PH. Wasser wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dem Landsturmmann Wilhelm S t o s s e l von hier wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Dem Unterossizter Karl Füller beim Landsturm-Jnf. Ngt. Nr. 20 wurde das Eiserne Krüuz verliehen. Die Hessische Tapserkeitsmedaille besitzt er schon.
Starkenburg und Nheinhessen.
ko. W a ch e n h e t in , 6. Dez. Ein für die hiesige Sektkellerei bestimmter mit Strohhülsen belogener Wagen geriet auf dem hiesigen Bahnhof in Brand. Von dem Wagen stehen nur noch die Eisenteile aus dem Geleise. Die Firma erleidet dadurch einen Schaden von 10 000 Mark.
Kreis Wetzlar.
F. C. Wetzlar, 8. Dez. Tie Vereinigten Brauereien des Kresies Wetzlar geben bekannt, daß sich Gäste und Wirte für die Folge auf höchstens 5 0 Prozent der für das Jahr 1915/16 erreichten Menge einrichten sollen.
ra. Wetzlar. 8. Dez. Der Vorstand der Landesversicherungs anstatt Rheinprovinz hat beschlossen, 200000 Mark dem Ober Präsidenten der Rheinprovinz zu überweisen zur Fürsorge flir schwangere Kriegerfrauen.
ra. Aus dem H ü t t e n b c r g, 7. Dez. Für die Feldtruppen und die Feldlazarette wurden zur Beschaffung von Weihnachtsgaben in der Bürgermeisterei Hüttenberg gesammelt: Torn- holzhausen 71 M., Ebersgöns 59,20 M., Gr. Rechtenbach 138,50 Mark, Hochelheim 68,35 M., Hörnsheim 63 M., Kl. Rechtenbach 50,50 M., Lützellinden 53 M., Münchholzhausen 31M., Nieder kleen 104 M., Oberkleen 50 M„ Reiskirchen 52,30 M., Vollnkirchen 89,50 M., Volpertshausen 44,75 M., Weidenhausen 19 M. Zusammen 889,10 M.
Hessen-Nassau.
"Wißmar, 7. Dez. Heinrich Mandler erhielt am 21. November das Eiserne Kreiiz 2. Klaffe und wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde znm Gefreiten befördert, nachdem er bereits ziim 4. Male ausgernckt war.
js M a r b u r g , 6. Dez. Bei der Rückkehr von einem Luftschiff angriff auf England hat vergangene Woche auch ein Marburger, der Oberleutnant zur See Kurt Frankenberg, als .Kommandant eines Luftschiffes ssin Leben eingebüßt. Ter VeMichene ist ein Sohn des Majors der Landwehr Oberlairdmesser Frankenberg, der zurzeit als Kommandeur des lEifenacher Landsturm-Bataillons im Felde roeilt. Kurt Fraitkenberg war Inhaber des Eisernen Kreuzes erster und zweiter Klaffe und des Hamburgischen Hanseaten-Kreuzes.
[] Marburg, 7. Dez. Nach der neuesten V o l k s z äk) l il ii g stellt sich die Eimvohnerzahl Marburgs auf 21 376 Personen 10 006 sind männlichen und 11371 weiblichen Geschlechts.
zoo. Frankfurt, 8. Dez. Tie Kaninchenfarm im Zoo logischen Garten ist jetzt mit nrnd 200 Tieren besetzt und findet das größte Interesse der Besucher. Bei einer größeren Anzahl Tiere ist bereits Nachzucht zu verzeichnen. Für eine Besichttgung der Anlage durch die „Vereinigten Kaninchenzüchter-Vereine Oj-rofr Frankfurt" am kommenden Sonntag findet vorher eine Bewertung und Prämiierung der Zuchttiere durch den bekannten Preisrichter Den e ffe-Höchst statt. — Das 3. Sinfonie-Konzert im Zoologischen Garten uitter Leitung von Konzertmeister Alfted Heß firch-et statt am Mittivoch, dem 13. Dezember, abends 8 Uhr. Folgende Orchesterwerke gelangen zur Aufführung: Hebriden-Ouver- türr von Mendelssohn, Sinfonie D-dur lGlocken)insonie) twrf Haydn. Adolf Redner wird das Beetyovensche Violinkonzett Vorträgen.
---- Bad Homburg v. d. H., 6. Dez. Tie Stadtverordneten versamnrlung stellte in gel>einrer Sitznirg für die neu zu erbauende Offiziers-Heilanstalt das vom Kaiser ausgewählte Baugelände im Kurpark, nahe dent Elisabethenbrunnen, geschei:kweise zur Verfügung.
— König st ein, 7. Dez. Zwei aus dem Anttsgerichtsge- fängnis entwichene Einbrecher machen seit einigen Tagen die Umgegend Ivieder durch ihre verwegenen Einbrüche imsicher. In Falkeustein crbrack>en sie in der Feldbergstraße das Landhaus Hardt, in dem sie verwüstend hausten. Die Mrttwochnacht sah die Einbrecher in Schloßborn, irw sie nickst weniger als drei Ein brüche mtt gutem Erfolg begingen. Me Versrrche, das Paar wieder dni.gfest zu machen, silMterten bisher. Die Bnrscheir halten sich tagsüber in den Wäldern auf und gel>en dann mit eirrbrechend-er Dunkelheit ihrem „Gewerbe" nach.
König st ein, 6. Dez. Der Krieg f>at die seit länger als 100 Jahren in den Hockstannustälern lagernden Eisenstein Schlacken halben sich auch nutzbar gemacht. Die Halden ent stammen den Höhenöfen, in denen ehedem der Eisenstein mit Holzkohlen geschnwlzen wurde, aber in solch unvollkommener Meise, daß das meiste Eisen in den Schlacken verblieb. Unterfflchungcn, die nmn jetzt von fachmännischer Seite vorgenomnien hat, ergaben daß sich das Ausschmelzen der Schlacken in neuzeitlichen Hochöfen durchaus lohnt. Infolgedessen wevden gegcnwüttig die umfang
reichen Halden abgefahren und Eisenschmelzen zugeführt. Dre chmelzen in den HochtaunusEern werden bereits vor 500 ^zayr urkundlich erwähnt. . „ .., _ , t/l
= Idstein, 7. Dezember. Das baukünitlercsch, wertvoll zrnappZche Haus in der Obergasse wurde für 2500 Mark von der Stadt angekauft und bleibt damit erhalten. Für dre not wendiasten Instandsetzungen an dem prachtvollen Fafscwenyan)., das bereits unter Denkmalsschrrtz steht, sind beretts 1o00 Mark Verfügung gestellt worden. In dem Hause plant nmn^dre ox richtung eures Jdsteiner H ei ma tmuseumis. — den Erhöhmrgen der Kriegsnnterstütznngen durch den Bunoesrai besckl-oß auch die Stadtverordnetenversammlung eine rnt gleichen Verhältnis stehende Steigerung der Unterstützungss-ätze für vre Angehörigen der hiesigen Kriegsteilnehmer.
= Kassel, 6. Dez. Für etwa 4000 M ark Waren aller Art haben hier Mütter und Tochter im Laufe eines Jahres m hiesigen Geschäften zusa mm enge stöhle n:-aber nicht etwa auf dem sonst „üblichen" Wetze, sondern das Pärchen ließ alle die schönen Sachen mit bewundernswerter Geschwindigkeit m stinen Regens chirmen verschwinden. So gestochen Mutter und Tochter es einmüttg der Polrztzi, als diese sie in einem hiesigen Warenhause auf frischer Tat ertappte. Zur Fortschaffung des Drebs- lagers bedurfte es eines großen Wagens. .
ia Kassel, 7. Dez. Eine weitere Verringerung der B i e r e r z e n g u n g steht im Bezirk der Brauereivereinrgung, der 26 Brauereien angehören, bevor.
Vevmrsehtes.
* Berlin, 8. Dez. Die „99. Z." meldet: Der Fabrikbesitzer Franz Stock in Treptow hat eine Million M a r k zur Einrichtung eines Wohlfahrtshauses g e st i s t e t, das Kinder gefallener Soldaten aufnehmen und für sie bis zur Er- werbssähigkeit sorgen soll.
Gerichtssacrl.
X H a n an, 7. Doz. Der früher als Schrmber auf dem Bür^r- meisteramte ziu Mcking-en beschäftigt gewesene Holzarbeiter Frrtz H i l l e n b r a n d aus Rückingen hatte das Gerücht verbreitet, daß 'ich der stellvertretende Bürgermeilter Bmnnann in Rückingen verm Lebmismrttelverkehr auf Kosten der GemeinD-e bereichert Me. Das Schöffengericht Langenselbold verurteilte ihn M 100 Mr. Gell»- 'träfe, seine Behauptungen hatten sich als hattlos erwiesen.
Letzte Nachrichtea.
Der MinisterVechftl in Bayern.
Berlin, 7. Dezember. Die „Vossische Zeitung" schreib: Uebcrraschen kann bei diesem Ministerwechsel, daß auch der Kriegs' minister Freiherr Kreß von Kressenstern ausscheidet, da man bisher von diesem Rücktritt niemals etwas gehört lyat. Daß die Tage des nunmehrigen Grafen von Soden als Leiter des belonder s rn Ernährungsftageii so wichtigen Amtes gezählt sein würden, stMw schon seit geraunter Zeit fest, und es ist besonders nicht nur me Tatsacle, daß Soden twutc im 72. Lebensjahr steht, die ihn zu diesem Abschiedsgesuch veranlaß: hat. Der Widerstans gegen seme MaßnakMen aus allen Gebieten, vornehmlich, aber aus dem der K r ie g s e r n ä h r u ir g s f r a g e u , war so laut und allgemem geworden, daß er das gesamte Kabinett gefährden konnte. Gerade die Kreise, die Freiberrn von Soden bei seiner Ernemrnng im Februar 1912 am lebhaftesten begrüßten, standen ihm zuletzt kühl und mit Abneigung gegenüber. Bei den Patteien der Rechten hatte er nie Freunde, und die vier Jahve seiner Tätigkeit h aben reicht dazu beigetragen, ihm dort Anhänger zn schaffen. Er wor reaktionär und stark agrarisch und hat auch während des Kriegs sich jeder Forderung, die man zusmnmenfaffend als Neu- orrentterung bezeichnen kann, sich immer hartnäckig verschlossen. Vermuttick, wird dieser Ntinistevwechfel zwar die.Krise im Kabinett vorläufig beenden, aber in der höheren bayerischen Beamtenschaft weitere Folgen nach! sich ziehen. Minister von Brettreich, der -nun wieder auf feilten Posten zurückkehrt, wurde früher als liberal angefprochen, ohne es im parteipolittschen Leben jai sein.
Das Schicksal der „Bremen".
Berlin, 8. Dezi. Ter Präsident der Deutschen Ozean-Reederei in Bremeit, Tr. A. L'ohmann, macht der Presse folgende Mitteilung: Tie zahllosen Anftagen, welche die Zeitungen nutz wir hinsichtlich der „Bremen" erhalten haben, beweisen die warme Teilnahme weiter deutscher Kreise an dem Ergehen unserer Han- dels-Unterseeboote. Ein starkes, wenn auch ganz anders geartetes Interesse daran bezeugt ebenfalls der Feind, indem er infolge Ausbleibens jeder Nachricht von unserer Seite über die „Bremen" alle möglichen Enten der wildesten Arten losläßt. Einmal sollte die „Bremen" in Amerika torpediert worden sein. Ein andermal soll sie anfgebracht sein und in Togo liegen. Alle diese Mittel^ lungen sind glatt erfunden und sollen dazu dienen, von uns eine Antwott l)erausznforderti. Dieser Versuch wrd jedoch we bisher vergeblich bleiben. Mir liegt daran, unseren deutschen Mitbürgern mftznteilen, daß die Deutsche Ozean-Reederei angesichts unserer Feinde lediglich eine Meldung veröffentlicht: Die jeweilige An^ kunst der Boote hüben imd drüben. Me sonittgen Nachrichtens we sie in den Zeitungen erscheinen, stanrmen nicht von uns. Ich zweifle nicht daran, daß jeder gute Deutsche die. Gründe für unser Veralten verstehen und sich demgenräß auch nicht wundern wird- wenn wir selbst den wildesten Gerüchten nicht entgegentteten.
Gerard ohne Friedcnsvorschläge.
Kopenhagen, 7. Dez. Wie „Nationalridende^' aus London berichtet, meldet ein Washingtoner Telegramm, daß Botschafter Gerard vor feiner Ahreise nach Europa in einem Interview erllätte, er hringe keine Friedensvor schl äge nach Berlin. Er fügte hinzu: nach meiner Meinung müßten solche Vorschläge von Englans gernncht werden.
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