Neue StrfeßSfrefcite in England.
London. 5. D«K. (WTB.) Meldung des Reuterschen Au- wss-.-. Dlmtfid». Diel neu^itl^mHigaiden Kredite, lueldic dem lhttcrlTQiifv in it*enLgen Dagnr vorgclagt werden sollen, werden 4 00 Miltionen Pfund Sterling betragen.
Das englische Kriegsbrot.
Zondon, 5. Dez. (WTB. Ntchtamtl?) Das neue Kriegs- brol, daS ivalnschenÄrck', in weinigen Taigen in allen Bäckcrem M haoen sein wird, und das narr 76 Prozent reines Weizenmehl enthalten soll, wird vermutlich nicht bmiger sein, als das I^tage, denn fti den letzten Monaten ist auch der Preis der Kleie beträchtlich gestiegen.
Preiserhöhung für die englischen Zeitungen.
Londo n . 5. Dez. '(WTB. MchtamÜich.) In einer Bersamm- Lung der wickftigsten Zeitun gs besitze r in London ttmcbc bcjd?lo))€n, den Preis süralle Z ei t u n g e n um einen halben Penny KN erhöhen. Für die Penny-Blätter wird diese Preiserhöhung erst in drei Vöonaten in Kraft treten.
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Der bulgarische Bericht.
Sofia, 4. Dez. (MTV.) Generalstabsbericht. M <r z e d o n i - sche Fron r: Ter Feind coiiffitetc ein sehr heftiges Artilleriefener gegen die Hohen nord;vestlich non Bitolia. Im Cerna-Bogen schwache Tätigkeit der feindlichen Artillerie. Oestlich der Cerna sehr l)eftiges Geschützfeuer. An der Front zu beiden Seiten des Wlardar schwaches Geschüttener. An der Front an der Belafttza SBforiaut Mrhe. M der Struma zeittvnliges Artilleriefener und PatroiMengefechte.
stdumänische Fron 1: In der Wala chei dauert der Vormarsch Mi. Ter Feind versuchte imseren rechten Flügel anzugreifen, wurde aber -zrrrückgeworfen. An der Donau 'zwischen Tutrakan und Cernaveda Artillerie- und Infanterieseuer. In der D o b r u d - s cha Artillerietätigleit an ber ganzen Front. Nach dem völligen Scheitern der feindlichen Angriffe. bi" in den drei letzten Tagen gegen unseren liftken Flügel zivischm 'Satiskoej und der Donau gerichtet ittrrden. zog dar Gegner heute endAltig in seine alten Stellar gen zuriick. Unsew vorgeschobenen Abteilungen besetzten Satiskoej. Tie feindlichen Verluste fiitb sehr schwer. Allein vor der Höhe 234 zählten wir 600 feindliche Leichen. Wir nahinen 80 Soldaten gefangen und erbeuteten vier dNaichinengewelrre. An der Front am Lochoarzen Meere beschossen'zwei Kriegsschifte Kon- stantza. Menschen sielen der Beschießung nicht zum Opfer.
Sofia 5. Dez. -WB? Bulgmüscher Heeresbericht vom 5. De- tzentber:
Mazedonische Front: In der Gegend von Bitolia Gefechte zwischen Patrouillen. Fm Cerno Bogen Ruhe. Oestlich von der Cerna lebhaftes Artilleriefeuer Im Moglenica-Tal schwache feindliche Angriffe bei Bahova nnd Nonte. die scheiterten. Zu bechen Seiten des Wardar sckMackies Artilleriefener. Am Fuße der Belasica Planina Rübe. An der Struma Gefechte Manschen Patrouillen imd schwache Artillerietätigleit.
Rumänische Front: In der Walachei l>aben die ver- bürcheten Trupftm die r u «n ä n i s ch e n Truppen a in A r - gesul geschlagen. Längs der Donau und bei Tutrakan Jn- fauterie- und Moschiöreng«yehrfeuer. Bei Cernavoda Artillerie feuer. I» der Dobrudscha Artilleriefeuer mit Unterbrechungen und Gefechte zwischen Patrouillen. Der Feind verschanzte sich und zieht Drahtverhaue
Aus Griechenland.
Amsterdam, .5. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem hiesigen Blatt meldet die „Time s" aus Athen, daß anr Sonntag mit der gricrhischen Regierung ein Abkommen ge- Wossen worden ist, nach loelchem sechs Batterien ausgeliefert werden, sollen und die Alliierten die Kontrolle über die Eisenbahnen und die Zensur über den postalischen und telegraphischen Vermehr erhallen. Alle gefangen genommenen ftar^ösischen Soldaten wurden in Freiheit gesetzt. Tie französischen Truppemkontingente ftud noch dem ^Piräus abmarschiert. Die Ordnung ist wieder hergestellt. Die Stadt nimmt imeder ihr gewöhnliches Aussehen Qi.
Nach, einem anderen Telegramm der „Times" aus Athen Hecht es, die Gerüchte, daß die griechischen Truppen nach dem Mräns vorrücken^würüen, hätten neuerdings eine unruhige Stimmung in der Stadt erzeugt. störch einer Konferenz Admiral FsurnetS mit dem britischen und französischen Gesandten wurden die Truppni der Alliierten l nieder eingeschifft.
Vier Gesandte der Gutentestacrten HA>en den >rriech-ischen Mtmsrer des Aeußern besuch:. Ein darnach veröffentlichtes Com- Mniaue beruhigte die Bevölkerung. Oberst Zimbrakakis, der fttiHere Cher der .Athener Polizei, ist verhaftet worden. Die griechische Presse erklärt, offenbar durch die Regierung inspiriert, das Borgefallene für bedauerlich und schreibt, sie würde es als m großes Unglück betrachten, wenn es zu einem Konflikt mit den Staaten komme, mit beiten 0/riechenland freundschaftliche Be- zrehungen zu unterhalten wünsche.
i. Köln, 5. Dez. Die ..Köln. Ztg." meldet aus Amsterdam: Dan „Dahn Telegraph" wird aus dem Piräus vom Sonntag abend gemeldet: Ter König macht überall mobil und läßt merken, datz Griechenland sich aus den Knieg mit uns vorbereitet, aber 3«t zu gewinnen sucht, um möglichst viel Mannschaften einzu- flellen und Mackensens Truvven. welche die Griechen an der ifomn von Monasrir erwarten, beim Angriff aus Sarrails Flanke <m unterstützen. Dies scheine auch der Plan des Generals Dus- manis zu sein. Athen hat sich heute nachmittag beruhigt, allein das Verbleiben ist für die Angehörigen der Verbandsländer nicht acheu-er Die Gesandten haben den Familien geraten, stch nack, dem Piräus zurückzuzieben. Die königstreue Presse bereftet das Volk aus, die Möglichkeit eines Krieges mit dem Verbände vor mch veröffentlicht deutsche Berichte, wonach Bukarest erreicht und Monastrr wieder genommen sei, und 100 000 Deutsche auf Larissa verrückten.
Der Schutz der deutschen Interessen in Griechenland.
Berlin, 6. Dez. (WTB.) Nachdem der kaiserliche Gesandte in Gras v. Mirbach-Har ff > Griechenland verlassen hat, w^^der Schutz der deutschen Interessen in Griechenland von der nredarländischeu Gesandtschaft wahrgenommen.
Eröffnung der italienischen Kammer.
^ Bern, 5. Dez. WTB.) Zu der heutigen Eröffnung der rtalieaischeu Kanrmer meldet der „Cdrrier<- della Sera": Zu
Beginn der Sitzung wird der Kammerpräsident eine kurze Rede haften, in der er die Ereignisse der letzten Zeft, sowie die internationalen Beziehungen berühren wird. Daran anschließend gibt der Müirsterpräsideni Erklärungen ab.
Dem „Oft'ornalc d'Italia" zufolge wurde von einigen konstitutionellen Abgeordneten die Frage der GehAmsitzung anfge- wlmni Dem Vorschlag wird vielfach zugestimmt.
„Corriere della Sera" schreib: dazu: Eine l^eheimsitzung wäre für ^tatu'i neu Die italienische Kanimer stimmte nie der Einberufung einer Geheimsitzung zur Besprechung von politischen Fragen xu, was dem Geist der italienischen Verfassung entspricht.
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Die russische Dienstpflicht.
Berlin, 6. Tez. Mü Vorbehalt verzeichnen ernige Blätter die Meldung, der rus-ftckie Mimsterrat habe einen Gesetzentwurf eingebracht, wonach das wehrpflichtige Alter auf 51 Jahre heraufgerückt werde.
Futtermangel in Schweden.
Kopenhagen, 5. Tez. (WTB.) „Bcrlingske Tidende^' neidet aus ^ t o ck h o l ni . Wegen des großen Butter man- '" ‘ ^ 'Nt die Let^nsmittelkvnmriffion bei der Regierung becm^ t'-eyrt , m orten Meiereien, die sich dm Bestimmmlgen der Lebens^ wEldstmufffton nicht unterworfen {jcüjqi, alle Puttervorrüte zu
Ein vcrdienftvoUer Kltegec.
Berlin 4. Dc^. (WB.) Oberleutnant Berr vom Jäger- bcrtaillon Nr. 4, Führer einer Kampfstxrftel, hat den Orden Pour le mörfte >erl)alten. nachdeni er seinen zehnten Gegner im ^uit-' kämpf abgesckxossen hat. Er füllte in den schweren Kämpfen Ql der Somme seine Staffel mit hervorragender Tatkraft urw glanzendem Schneid.
Der 5eekrkeg.
L o n do n, 5. Dez. (WTB.) Lloyds meldet: Die Damps-er „H i t t e r o g" und „E r i ch 2 i n d o e", der griechische Dampfer „Demetrios Jnglessis" und der frunzösisüie Dampfer „Skjoldulf" sind versenkt worden. Der Kapitän und die Besatzung wurden gelandet.
Lloyds meldet weiter: Bon der Besatzung des schon früher als versenkt gemeldeten Dampfers „Nagatomar u" wurden durch Geschützfeuer fünf Personen getötet und fünf verwundet.
London, 4. Dez. (WTB.) Lloyds meldet: Die englischen Goeletten „Grace" und „^eckeft^ und der dänische Dampfer „Vrsrck' sind versenkt worden. Die Besatzungen der beiden Segler wurden gelandet.
London, 5. Dez. (WTB. Nichtanrtlüh.) Lloyds niel- det: Die englische Goelette „Mizpah" wurde versenkt. Die Besatzung wurde gerettet.
Bern, 5. Dez. ^WTB. Nichtamtlich.) „Temps" rneldet aus Bordeaux: Der uorwegisck>e Dampfer „Bossft' (1462 Tonnen), mit Grubenholz beladen, der englische Dampser „M o e r a k i" und die französische Goelette „R o b i n f o n" wirrden versenkt. Die Besatzungen sind alle gerettet.
Ferner meldet das Blatt aus Ereft: Der englische Dampfer „Eggesford" (1414 Tonnen) wurde von einem U-Boot angegriffen llnd schloer beschädigt, konnte jedoch im Schlepptau ins Trockendock ver- brcüit werden.
London, 5. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Die norivegischen Dampfer „B o s s i" und „Dran tner" sollen versenkt worden sein.
K r i st i a n i a , 5. Dez. (WTB.) Meldung von Norsk Telegramm-Bureau: Die Dampfer ,,£) arald" und „E r i ch" Lindoe" sind von deutschen Tauchbooten versenkt worden, die Besatzungen wurden gelandet.
Von Kriegsanfang bis Ende November sind 24 2 norwegische Schiffe mit znsamrnen 325 415 Tonnen durch die Kriegsereignisse vernichtet worden, darunter 182 Dampfer von 281628 Tonnen und 60 Segelschiffe von 43 787 Tonnen. Die Schiffe, waren für 145,7 Millionen Kronen versichert, wovon 142,4 Millionen auf Dampfer entfallen. In den letzten drei Monaten wurden 03 Schiffe von 145 295 Tonnen, die mit 97,5 Millionen versichert waren, vernichtet, nämlich iin September 25, im Oktober 32 und im November 36.
Kristiania, 5. Dez. (WTB.) Der heutige Leitartikel von „Handels og Sjoefartstidende", betitelt „Schifssver- luste", schließt mit dem offenbar an die englische Adresse gerichteten wehmütigen Hinweis, daß die deutschen Tauchboote ihre Tätigkeit anscheinend ziemlich ungestört betreiben können
K r i ft i ü ’ . Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die nor
wegische Gesar..: . )aft in London meldete am 4. Dezember dem Ministerimn des Aeußern: Der Dampfer „Hitteroy" ist am 2. Dezember aus der Fahrt von Glasgow nach Italien versenkt worden. Die Mannschaft ist in Liverpool gelandet. „Hitteroy" war in Kristiania beheimatet und mit 1700 000 Kronen kricgsversichert.
Industrie und Handel im hansa-vund zum vaterländischen Hilfsdienst.
Unter sehr starker Bebeiligurig aus allen Teilen des Reiches begannen gestern vornvittag in Berlin unter dem Porjitz de^ Neichtstagsabgevrdnetien Gel>eimrat Prof. Dr. Riesser die Ber- bandlungen des Honsa-Bmides. Zunächst sprach Prof. Tr. Schär, der Rektor der Handelshochsckjnlr in Berlin, über den bargeldlosen Bärkehr als! einen Teil unserer Kriegs- r ü ft u n g. Er wies hin Qis die starke Steigerung der Inanspruchnahme unserer Zahlungsmittel durch die Kriegsführung. Eine weitere Zunahme des Bedarfs an Zahlungsmitteln kann für uns ein nationales Unglück werden. Dem vorzubeugrn, muß die Reick-s- bank sich genötigt sehen, entnvder die Ausgabe neuer Banknoten zu verhindern oder ans eme Aenideviurg des Bankgesetzes hinzu^ wirken: beides ist ungemein mierwünscht. Als Abwehr mittel bleibt uns nur, aus eme Verrin.-perimg der ZahliUlgsmittel durch möglichst weite Verbreitung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs hinzuwirken. Zu dem Behufe ist die Bevölkerung in möglichst weiten Kreisen durch Wort und Schrift liber die nationale Bedeutung und die Votteile dieses Zahlungsverkehrs sowohl für die Gesantthett wie für den Einzelnen, aufzuklären. Daß eine bedeutende Erwei- teruirg desselben möglich ist, zeigt die Tatsackse, daß bisl^er nur rund 20 Prozent der in das .Handelsregister eingetragenen Firmen ein Postscheckkonto besitzen.
Unter dem lebhaften Beifall der Versammlung schloß der R^ner: Unter den heutigen Verhältnissen ist Geld totes Nationalvermögen, und die Mittel, die im Zahlungsverkehr erspart werden, kommen der Prodnktionskraft unseres Volkes zugute.
Zum Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst legte der Präsident des .Hansa-Bundes, Geheimrat Prof. Dr. R i e s s e r, einleitend die Gedanken dar, die den Gesetzgeber bei der Ausarbeitung des Gesetzes geleitet haben. Gegenüber der Frage, was einen so starken Eingriff in unser Wirtschaftsleben reckftferti- gen könne, wies er hin auf Ausführungen des englischen 9Runi- tionsministers über die gewaltige Steigerung der Herstellung von Munition und KriegsVedarf durch die Engländer und if;re' Verbündeten. Unter brausendem Beifall der Berfanmilnng rief er Industrie nnd Handel zu vatriottschier Opferwilligleit auf.
Der Berichterstatter, Regierungsrat Prof. Dr. Leidig- Berlin sonach über den Aufbau des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst, die notwendige Organisation und die Ans- sührungsoorfchriften. Er brachte unter wiederholter Zustimmung der Versammlmrg für die Durchführung des Gesetzes eine Reihe organisatorischer Einzelmaßnahinen zur Vermei.dung unnötiger Härten gegenüber Handel und Industrie in Vorschlag, erörterte die Notwendigkeit einer Organisation, auch ideft freiwilligen Meldungen, besprach die Rückwirkung dieser Unistellnng unseres Wirtschaftslebens aus den Uebergang zur Friedensarbeit und schloß seine von lebhaftestem Beifall beglefteten Darlegungen mit der Aufforderung tot Handel und Industrie, mich das Letzte zu geben, um den Sieg urrd einen ehrenvollen Frieden uns zu sichern.
Tie Erörterungerö fftrete das HaTtdelskammermitglied L o e v y- Rawrtsch, der die Wünsche, des Kleinhandels warm vertrat, Generalsekretär Baum-Frankfurt a. M. brachte namens der deutschen Angeftelltenverbände deren Zustimmung zum Gesetze und ihr Vertrauen, daß das Gesetz vom Kriegsamt und den Unternehmern in sozial-wohlwollender Weise durchgeftrbrt werde, zum Ausdruck Handelskammevmitglied B r y - Berlin erklärte für' toeitt Kreise des Berliner Mrtschaftslebens das volle Einverständnis mit den Zi«len des Gesetzes.
Mit begeisternden vaterländischen Worten schloß dann Ge- l-eimrat Rresser, die von starkem patriotisckjen Wollenr getragene Versammlung, die Zenanis gab von dein entschlossenen Willen mit dem Deutsckfttoids Handel ntid Industrie an die Durchführung des
Hindenburg-Pvogrwnnls zur Ueberwältigung rmserer Feinde bw>
angeht.
Aus dem Reiche.
Die Kriegszielr des Zentrums. ,
Köln, 4. Dez. In einer Versammlung iv Bonn sprich" gesterm laut der „Kötn. Volks ztg/' der Zentrnmssüyrer Dr. Spahn über die politische Lage nnd erklärte, den ^Anspruch Englands, daß nicht die Kriebsßarte, sondern die Heeres- ftärce bei einem Friedensschluß maßgebend sein sollte, erkennen wir nicht an. Wir verlangen Friedenssicl)ernngen, die teilweise in Gebietserweiterungen, teilweise in anderen realen Garantien bestehen. Bezüglich des Z i v i l d i e n st g e s e tz e. s versicherte der Redner, daß dieses theoretisch eine vollständige Umaeftaltnng unseres wirtschaftlichen Lebens darstelle, praktisch werde es dazu wohl nicht kommen. Wenn im Frühjahr die Früchte des Ote* setzes sichtbar werden, dann steht hoffentlich der Weg zn FriedenSverhandlungen offen. Wilson als FriedenSver- mittler könne man sich kaum denken. An einem Znscunmen- schlnß deS österreichischen Volle/ haben inir das größte Interesse; eine Verständigung mit ihm aus wirtschaftlichen Gebiete wird wohl erreicht werden. Gegenüber der ansge- lvorfenen Frage, ob daS ZentrnmSprogramm erweitert lver- den solle, versicherte Dr. Spahn: Unser Programm reicht ans, alle Ausgaben zu erfassen und zn erledigen, die uns die Gegenwart nnd Znkmrft zuweisen.
Aus Stcrdt rrnd &an&.
Gießen, 6. Dezember. 1916
Der heilige Nikolaus.
(Zum 6. Dezember.)
Ter heilige Nikolaus, der auch heute noch in verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes umgeht, um die guten und fleißigen! Kinder zu belohnen und zu belobigen, die schlechten mrd faulen! aber zu bestrafen^ gilt als der eigentlichste Patron der Kinder, weift er nach dem Tode seines Vaters mit Hilfe der reichen Mittel, die ihm zü Gebote standen, sich unabWftg als Helfer der kirnten und Bedrängten, insbesondere aber der verwaisten Kinder erwies. Noch hente ist in dem katholischen Westen und Süden nnseres Bater- laiwes der Nikolaustag ein Kinderfesttag!: vor der Einführung der Nesormation war dies überall in Teutschland der Fall. Martin Luther erwähnt in seiner Hausrechitung, die er mit seüler Frau Käthe iiber die Alts gaben seines Hauses aufftellt, ausdrücklich neben den GeschenHwi, die der Jahrmarkt für Kinder und Gesinde nötig machte, anch die des St. stttklas. In Holland und den angrenzenden Ländern ist sinte Mölaas, den nobelen baas (der heilige Nikolaus, der edle .HeLd) der einzige Heilige, dem wich die Reformierten Ber- ehrn'.rg zollen, im protestanttschrm Deutschland hingegen hat der Nikolaustag seine frühere Bcd-cuttmg als Kinderfest tag eingebüßt und sie an daS Weihnachtsfest abgegeben. Als Kaufmannssohn, der, anfänglich auch dem Beruf seines Vaters nachgegangcn war, wurde' der Heftige auch der Patron der Kaufleute. Wie viel der heilige OttkolQis bei den Mufleuten des Mittelalters galt, kann man schon daraus ersehen, daß bis zum heutigen Dagx die Hauptkftcken bedeutender .Handelsstädte, nne Berlin, .Hamburg usw., obwohl sie nach der- Einmhrung der Reformation protestantisch geworden sind, nach ihm Nikolailirck»n heißen. Die Legende ft'ihrt mehrere Wunder aus, die er in seiner Eigenschaft als Sckmiipatron der Kftusleute voll- bracht hat. Eine dieser Wundergeschichtcn, die von dem tatkräftigen Reckstlickffeitssimt des Heftigen beredtes Zeugnis ablegen, sei hier nach der Schilderung im „Pässional" )vottgctteu iviedergegebcn: „Einesmals war ein Mann, dem ging sehr an Gut ab. Da bat er einen Juden, daß er ihm! Gold lieche. Da sprach der Iud: „Setz mir Bürgeik oder Pfartd?" Da sprach er: „Wahrlich, ich mag Dir weder Bi'rrgen noch Pfand setz-nr. Ich null Dir aber einen Eid bei Sankt NitlaS schwören, daß ich Dir znrückgeben will." Da nahm der Iud den (£0) unjd lieh ihm das^ Gold. Da gewann der Ehtüft viel mit dem Gold, das merket der Iiird. und sprach: „Tu sollst mir rrun heim zahlen." Sprach daft Christ: „Hast Du vergessen, daß ick) Dir gezahlet Hab?" Da erschrak der Ind sehr und sprach: „Du hast nicht recht. Du hast mir nicht gezahlet. Du mußt mir eiuen Eid schibören darnm." DK ließ der Christ einen hohlen Stab machen und Allst den mit Gobd. Unid da er dem Iüden schwören mußt, da gab er chm den Stab und sprach: „Nimm den Stab, bis ich Dir geschw-oren." Das tät er mit List, daß er möchte sckwören, er l>ätt chm das Gold gegeben. Und schwur, er hält chm gezahlet, das er schuldig war. Da gab ihm der Iatd den Stab uüeder nnd ging von ihnc betrübt lind spracht: ,/Äia, Sankt Niklas, was soll ich Dir Gutes wwtrauen? Er hält mir bei Dir gesckmwren, und Hab doch mein Gut verloren." Danach leget sich der Christ an die Straße und schlief ein. Ta ging ein Wagen über ihn und über den SEab. Und er starb, nnd der'Stab zerbrach, und fiel das Gold heraus. Do sah man feilte große Falschheit gar wohl. Da kam der Ind auch dazu uns) sah es. D^i sprachen die Laut zu ihm: „Nun beb auf, was Dcftir ist." Also rösch Sankt NUlas an dem Mann."
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** Amtliche P e rsv nalna chr i chien. In den Ruhc- stand versetzt tvurde am 25. Oktober der Lehrer Franz Mulch zu Oftvß-Gercnr auf sein Nachsuchen, imter Anerkennimg seiner langjährigen tveuen Dienste, mit Wirkung vom 1. November 1916 an Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Oktober i>em Lehrer Franz Mulch zu Grvß-(^)erau anläßlich seiner Versetzung in den RuhestaTid das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des GoosMütigen ziu verleihen.
** Personalnachrichten der Ober-P ostdi rek tion in Darmstadt. Verliehen wurde das Hessische Ml- gemeinc Ehrenzeichen Ar Kriegsveroienste: den Geheimen Post- räten Kublmann, PormanN, Scherpe und Stamm urkd den Oher-Postrnspektoren Deutler und Venus in Tarm- stadt; den Postdirektoren Z immer tn Bad-Nauheim. T r a i f t r Bingen (Rhein), Blaß und Geyer in Drrnistadt, Harros in Fricdberg (Hessen), Scharfer in Gießen, Bo r.met in Mainz, Fritzel m Offenbach (Main) nnd Grämling in Wvrnrö: den Telegraphendirektoren Seitz rn Darmstadt, Wiebusch in Gießen, Wolf in Offerrbach (Ätain) und Bothe in Worms, denr Vize-PosLirektor Stahl in Worms und dem LtochtaigSabgeoMroteik, Postsekvetär Mergell in Rei
chelsheim ('Odenwald). Das Hessische Kriegsehrenzeichen: den Ober-Postsekretären Spie hl in Alzey: s)1echnungsrat Evlils, Kabey, Kaufmann, Krämer uno Vogler in Darmstadt, K o h l h a s e und Weiß in Gießen; Rechmmgsrat Brinkmanie und Vogel in Mainz, Arnold und Storger in Offenbach (Main): dem Ober-Telegraphensekretär Andreß m Mainz: den Postmeistern Schm idt A Büdingen (Oberhessen), Schuckmann in Groß-Gerau, Freisens in Heppenheinl (Bergstraße^
und S ch i r m a n n in .Lauterbach (Hessen); den Poftsekretären K l e i n s ch m i d t in Bcnsh äm,, S ch ä f f e r in Büdingen (Oberhessen), Engel, Sack und T o d t in Darmstadt, Zimmer- m a n n in Dieburg, L e i b f r i e o in Groß-Umstadt, St r a u ß in Lampertheim, kU-nvres in Nteder-Ingelheim, Zinser in Reichelsheim lWetterauft Lo tz m Vilbel lMam-Weser Bahn» und dem Postassistent Geißner in Darmstadt. Uelumgsplatz. Das Eiserne Zlreuz 2. Kl.: dem Feldwebel len htaittf, Ober-Postassistent Seipp in Bingen ())?hein). Die Hessische TapferkeitSmedaill'e: dem Feldpostsckretär Philipp Schmidt in Eberstadt (Kr. Darm- stadt^. Ferner beim Scheiden aus dem Dienste das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste: dem Ober- Briefträger 'S e. i p p e l in Reichelsheim (Odemvald). Etats- mäßig angestellt wurden: als TclegraphennrechaniSer, der Telegraphen-.Hilfsmcchaniker Sei pp in Darmsftwt und dre Tele- grapliengehilfin K r o n e r in Offenlxub (Main >. Bestanden haben die Postassistentenprüffing: die Postgehilfen Freude- macher in Mainz und L. Koch in Butzbach. Versetzt nmrde: der Telegraphensekretär Erbe voll Mainz nach Bad-Nauhäm Angenommen wurde: als Pofta-gent der Krieg sin valide
Jäger in Hechtsheim mrd als Postagentin Frau MargarellL Nau Wftive in Ruppertenrod. In Ruhestand trftt der Tele- «rraphensekretär Seibert tn Bad-Nauheim. Freiwillig auS-


