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Au- Stadt und Land.
Gießen, 3. November 1916.
** Der Bericht über die gestrigen Reichs- lagsverhandlunaen kann beute nickt aebracht werden.
L. U. Von der La nt esuniversrtät Gießen. Lun Samstag, dem 4. November, kann Herr Geh. ftofrat Professor Dr. Hansen aus eine fünfundzwanzig- j'üyrige Tätigkeit als Ordinarius in der philosophischen Fakultät unserer Landesuniversität Kurückblicken. Er hat sich 1888 an >der Technischen Hochschule in Darmstadt habilitiert; bereits nach drei Fahren erhielt er den Ruf in das Gietzener Ordinariat ftir Botanik, das er seither ohne Unterbrechung verroaltet hat. Seiner Oberleitung untersteht auch der Botanische Garten, der iit der Zeit seiner' Wirksamkeit feer gesamten Einwohnerschaft von Keßen besonders lieb geworden ist.
L.U. Die LandeS-Universität bittet uns um Ausnahme folgender Zeilen : In der Mitteilung über die jüngst erfolgte Verleihung von Kriegs-Ehrenzeichen an Mitglieder der Landes- Universität ist eine Angabe enthalten, die der Berichtigung bedarf. Das Allgemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste ist nicht am Kriegsbande verliehen worden; das beigegebene Band ist das satzungsgemäße Band des Allgemeinen Ehrenzeichens.
** Personal Nachricht. Dem Königlichen Oberkassenvorsteher August R u f a g wurde Allerhöchst der Charakter als RechnungSrat verliehen.
** Personalnachrichten der O. P D. in Darm- ft a dt. Verliehen: Die Rote Kreuzmedaille 3. Klasse und das Hess. Allgemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste dem Ober- Postdirektor, Geheimen Ober-Postrat Mil kau in Darmstadt; das Ritterkreuz 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern des Ordens vom Zähringer Löwen dem Armee-Postdirektor, Postrat Laemmlein aus Darmstadt: das Hess. Allgemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste am Kriegsbande dem früheren Feld- poftsekretär, Ober-Postsekrelär Lolt in Darmstadl; das Hess. Allgemeine Ehreirzeichen für Kriegsverdicnste dem Postdirektor K l r n g e l hö f f e r und dem Telegraphendirektor Habe r m e h l in Mainz und dem Feldpostsekretär Petri aus Darmstadt; die Hess Tapferteitsnredaille dem Zahlmeister-Stellvertreter Postassistent Ritzerl aus Groß-Umstadt und dem Vizefeldwebel d. R., Postgehilfe Haupt cuttz Mainz-Kastel; das Hess. Kriegsehrenzeichen dem Feldpostsekretär Kramer aus Mainz, dem Feldwebelleutnant. Ober-TeleIvaplzenassistent Krämer aus Tarm- stadt. dem bei der derchchen Post- Nnd Telegraphenverwaltung in Belgien beschäftigten Postasfistenten Ehrhard aus Worms und dem Postagenten Schmidt in Herrnsheim (Kr. Worms). Ferner aus Anürß des Scheidens aus dein Dienste: die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des roßmntigen dem Postdirektor Schäfer in Gießen und das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- mittigen dem Postsekretär F a s i g in Mainz. Versetzt: Der Postdirektor Snell von Schmalkalden nach Gießen und der Oberpostassistent Wunsch von Ofsenbach (Main) nach Michelstadt. Angenommen als Pvstanwärter: Der Vizewachtmeister R e i tz in Grünberg (Hessen).
Auszeichnung. Dem Landwehrmann Karl L i n d eilst r n t h von Gießen, bis zum Ansbruch des Krieges Schriftsetzer m der Brühl'schen Universitäts-Druckerei, wurde das Eiserne Kre uz verliehen. — Der Unteroffizier Fritz Dunkel, Kriegs- sreiwilllger, wurde an den Sommekämpfen für befondere Leistungen mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Seinem Bruder, dem Musketier August Dunkel, wurde vom Kaiser die Kronen- orden-Medaille verliehen.
** Erhöhung der Preise sür Vieh V erluste. In Anbetracht der stark gehobenen Schweineprerse sind auch die aus der Staatskasse geivöhrten Entschädigungen sür an Rotlaus gefallene Schweine mit Wirkung vom 18. Oktober dieses Jahres erhöht worden. Es werden fortan von dem Kadavergewicht der Tiere vergütet: Vom 1. bis 10. Kilogramm 3 Mk., vom 11. bis 2K). Kilogramm 2.50 Mt. und vom 21. Kilogramm ab 2 ME.; die bisherigen Sätze waren 2 M, 1 Mk. bezw. 90 Pfg. nach den vorgenannten Gewichts normen. Bon dem Gesamtergebnis.werden sodann, wie bisher, 4 /s der Entschädigungssumme vergütet, vorausgesetzt, daß den Besitzer ein Verschulden an dem Verlust des Tieres nicht trifft, dies gilt insbesondere durch Weigerung oder Nichtanmeldung der crngeordneten Rotlaufschutzimpfungen.
** Die Regelung der Milchversorgung nimmt ihren Anfang. Unser heutiges Blatt enthält eine diesbezügliche Bekanntmachung des Kommunalverbands für Milch- und Speisefettversorgung im Großherzogtnm Hessen, auf die wir besonders Hinweisen.
M Aus dem Stadttheaterbureau. Paul Quensels Kleulstadt-Komödie „Das Alter", die heute hier erstmalig in Szene geht, hat bei der gestrigen Erstaufführung in Marburg eine sehr freundliche Aufnahme gefunden
** D i e Hess. Lazarett-Zeitung Nr. 31 enthält folgende Beiträge: Kriegserinnerung vvn Wehrmann Pabst, Haß und Liebe von Kriegsfreiw. Gesr. Schlosser, Ratschläge für die Träger eines Kunstbeins vvn Oberstleutnant z. D. Beigel, Das Heilverfahren nach der Entlassung aus dem Heeresdienste von Dr. M. O., Ftttsorge fttr Kriegsteilnehmer, Lazarett-Beratung, Rätsel-Ecke. Die Gießener Beilage bringt: Große Schicksale von Dr. R Strecker. Lazarettarbeiten von Verwundeten von Dr. Schn., Warum wir noch kämpfen, Stellen sür Kriegsbeschädigte, Verwund eten-Unterricht.
** Der Höchst betrag f ü r Zahlkarten aus dem Felde - bisher 800 Mark — ist auf 10 000 Mark hinaufgesetzt worden.
"Die Brotzulagen für Jugendliche können in den Brotmarken bezirken täglich während der üblichen Sprechstunden in Empfang genommen werden.
*• Städtischer Weißkraut-Verkauf. In den Marktlauben wird SamStag, den 4. November, vormittags von 8 bis 12 Uhr, Weißkraut pro Zentner zu 5,50 Mk. abgegeben.
** Der Höchstpreis für das Liter Vollmilch, das von Molkereien, Aufkäufern und den ,zur unmittelbaren Abgabe von Milch ermächtigten Milchwirtschaften an Bedarfsgemeinden abgegeben wird, wird bei Lieferung in Kannen frei Rampe (d. h. einschließlich Bersandkosten bis zum Bestimnumgs- ort) auf 30 Pfg. festgesetzt. Der Höchstpreis sür das Liter Süßer Magermilch in Kannen ist frei Rampe (d. h. einschließlich Versandkosten bis zum Bestimmungsort) auf 20 Pfg. festgesetzt. Der von den Molkerei«: innerhalb des Rahmens des üblichen Fettgcl-altsbczahlungSversahrens, sowie von Aufkäufern an den Milcherzeuger für Vollnrilch zu zahlende Mindestpreis (Stallpreis) ist auf 24 Pfg. für das Liter festgesetzt.
Landkreis Gießen.
H Leihgestern, 2. Nov. Der Gefreite Georg Reitz bei der Minenwerfer-Kompagnie 408, welcher vor kurzem wegen seines tapferen Verhaltens vor dem Feinde mit dem Eifernen Kreuz ausgezeichnet wurde, ist jetzt auch zum Unteroffizier befördert worden. - Ein neues Opfer forderte der Krieg ous unserer Gemeinde. Gefreiter Häuser aus Steiuberg und hierher verheiratet, im Res.-Jns.-Reqt. Nr. 254, 2. Komp., starb in Siebenbürgen den Heldentod fürs Vaterland.
. u nster, 8. Vloo. Unserem in der KriegMrsorge sehr
tätigen Geistlichen, Pfarrer Ah l heim, wurde vom Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen.
. . J Nonnenroth, 3. Rov. Dem Lehrer Weiter wurde dar Knegs-Ehrenzeichen verliehen.
:: Röthges, 3.Nov. Dem hiesigen Bürgermeister Meckel wurde das Kriegs-Ehrenzeichen überreicht.
Kreis Büdingen.
Büdingen, 2. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt derLand- stnrmmann Christian K n a f.
** 93übin gen, 3. November Eine Kompagnie des Land- ^tz^Zvfanterie-Regiments Nr. 116 wurde dieser Tage von dem Obst- und Gartenbau-Verein des Kr. Büdingen mrt^ enter reichen Liebesgabensendung bedacht. Es waren zwei Kisten mit köstlichen, in der Heimat eingekochten Gemüse- mrd Obstckonferven, denen auch noch einige andere nützliche Gegenstände, wie Fußlappen, Tabakspfeifen, Zigarren, Zigaretten. Rauch- tabak, Feuerzeuge, Schreibpapier, Bücher beigefügt waren.
ko.' B ü dingen. 3. Nov. Bisher hat int Kreise die Versorgung der israelitischen Bevölkerung mit Fett große Schwierigkeiten gemacht. Nunmehr beabsichtigt der Metzgerverband für ben Kreis Büdingen rituell bereitetes Fett nach Maßgabe der Kopfzahl zu verteilen
# Düdelsheim, 2. Nov. Dre Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Kanonier Heinrich K n a u ß.
Wenings, 2. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Reservist Karl W o l f g a n g.
Kreis Alsfeld.
up. Vom unteren Bogelsberg, 1. Nov. So wie in diesem Herbste hat die Kaninchenzucht noch niemals in der Blüte gestanden. In allen Ortschaften stehen in fast jeder Hofreite die bekannten Kisten mit der .Drahtvorder feite, hinter der die Kaninchen lagern. In dieser Zeit des beschränkten Fleischgenusses liefern die Kaninchen einen gar willkommenen Sonntagsbraten, der selbst am Werktage nicht zu verachten ist. Wenn vereinzelte Klagen über das Eingehen der Tiere laut werden, so liegt letzteres an dem nassen Herbsttutter, das nicht gereicht werden darf.
Kreis Schotten.
Michelbach, 2. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Karl Bischofs im Juf.-Rgt. 116.
Stornsels, 2 Nov. Vor etwa 14 Tagen führte der Landwirt Schneider von hier ein Rind von Schotten heimwärts. Unterwegs scheute es und e n t s v r a n g seinem Herrn auf Nimmerwiedersehen in teil Wald Dieser Tage erlegte Jagdaufseher Böhnier vom Jagdhaus Wolfslanf das Tier, das sehr scheu geworden und schwer zu schießen war.
Kreis Friedberg.
ko. Fried berg, 3. Nov. Von den Mühlen im diesseitigen Kreis sind in der letzten Zeit mehrfach Klagen laut geworden, daß sie von Selbstversorgern unreines (betreibe erhalten, wodurch ihnen die Herstellung des Viehles innerhalb der vorgeschriebenen Ausbeute sehr erschwert wird. Die Behörde hat Vorkehrung getroffen, um diesem Unfug zu begegnen.
Starkenburg und Rheiuhessen.
ha. D a r m st a d t, 2. Nov. Tie Sta dtverordneten- versa m m l u n g beschäftigte sich heute nachmittag eingehend mit der Beratung von Teuerungszulagen und zwar um eine Erhöhung der schon bestehenden Zulagen für Arbeiter und Bedienstete und die Gewährung von Zulagen an Beamte und Lehrer. Es wurde beschlossen, den ständigen Arbeitern und Arbeiterinnen, soweit sie ledig sind, monatlich 12 Mk., den verheirateten ohne Kinder 15 Mk. und denen mit Kindern je nach der Zahl 18—36 Mk. monatlich zu gewähren. Die Vorlage ist auf dem Grundsatz der Gleichheit der Bezüge für Arbeiter, Bedienstete, Beamte und Lehrer aufgebaut. In Rücksicht auf die allgemein ungünstigen Verhältnisfc, besonders auch der freien Berufe und der Gewerbetreibenden wird die Teuerungszulage nur Lehrern und Beamten mit Einkommen bis zu 3500 Mk. gewährt und zwar beträgt sie einmalig für das laufende Rechnungsjahr für Ledige 60 Mk. und für Verheiratete mit Kindern von 90 bis 180 Mk. Die Teuerungszulage erfordert insgesamt 150 000 Mk. Mehrausgabe und umfaßt etwa 3,4 des Personals aller in Betracht kommenden Gruppen. Auch für die Hinterbliebenen von Beamten und Arbeitern kann eine Teuerungszulage bewilligt werden, ebenso den Familien der zum Kriegsdienst herangezogcnen.ständigen Arbeiter. Die Stadt schließt sich ^rit der Annahme der Vorlage dem Grundsatz derjenigen wenigen Städte an, die die Teuerungszulagen auch über den Kreis der Bediensteten mit Einkommen von über 2000 Mk. gewähren. Nicht zu diesen Städten gehören, wie Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g betonte, die Städte Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Wiesbaden, Mainz, Ofsenbach u. a.
ch. Aus Rheinhessen. 3. Nov. Die allgemeine Lese der weißen Trauben, die im Anfang einen recht flotten Verlauf nahm und in einzelne!: Gemarkungen bereits zu Ende geführt werden konnte, l>at durch die ungünstige, regnerische Witterung der letzten Zeit eine recht unliebsame Verzögerung erlitten. Der Mengeerttag fällt in den einzelnen Bezirken, ja selbst in den eiw- zelnen Gemarkungen recht verschieden aus. Im großen und ganzen dürfte er zwischen einem Drittel- und einen: Zweidrittelherbst schwanken. Die Güte ist im allgemeinen zufriedenstellend, um so mehr, als der Säuregehalt der Moste nicht so hoch ist, als ursprüng- lich angenommen Svurde. Die Mostgeloichte schwanken zwischen 55 und 95 Grad nach Oechsle. Der Verkauf von Trauben, Maische und Most ist sehr rege. Bei sehr großer Nachfrage gehen die Preise schnell in die Höhe. Der Zentner Trauben kostete 60 bis 70 Mark. Das Stück Most wird nnt 1900 bis 2100 Mark bewertet, wobei die Weine aus den geringeren Lagen fast die gleichen Preise erzielen, als die aus den besseren. Bemerkenswert ist, daß selbst größere Besitzer ihr Wachstum jetzt schon verkaufen, während sie es sonst zu versteigern pflegten. Tue kleinen Bestände vvn 1915er Wein, die hoch bewertet werden, sind auch recht gesucht. Iw Rhein- hessen wurden in den letzten acht Tagen wesentliche Umsätze inl 1915er vollzogen, wobei 2100 bis 3000 Mark für das Stück angelegt wnrden.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 2. Nov. Jni Schulaufsichtsbezirk Dutenhofen wurden einstweilig angestellt die Lehrer S ch i f f m a n n in Münchholzhausen und B i n d e w a l d in Krofdorf. — Lehrer Karl Groß, bisher in Laufdorf, starb den Ehrentod fürs Vaterland.
** Krofdorf, 3. Nov. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ausgezeichnet Hermann Abel von hier. Gleichzeitig wurde er zum Unteroffizier ernannt. Eine Ehre für die Mutter, Witwe W. Abel, deren beide Sohne seit Beginn des Krieges im Felde stehen.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 2. Nov. Die Polizei hob heute früh in der Wirtschaft von M. Rack, Fahrgasse 23, ein E i n b r e ch e r- und Hehler ne st aus und erbeutete dabei zwei Wagenladungen voll Diebsgut nebst zahlreichen Gold- und Silbersachen. Die Wirtin Rack mitsamt der DiebSgesellschaft kam in Haft.
X Hanau, 2. Nov. Die Stadt Hanau wird eine zweite Volksküche mit Speisesaal einrichten.
----- Fulda. 2. Nov. Die große T r o ck n u n g S a u l a g e des Landwirtschaftlickeu KreiSvereins wird Mitte November dem Betrieb übergeben Um für die knapp werdenden Kartoffeln Ersatz zu fchaffeu, beschloß man den Ankauf von 20 000 Zentnern gelber und iveiher Rüben zur Trocknung. Diese' Trockenprodukte sollen vorzugsweise zur Verköstigung von Gefangenen verwendet iverden.
X Gelnhausen, 2. Nov. Seit gestern ist hier eine A! o l k e r e i unter dem Nanien „Kreismolkerei Gelnhausen^ für Rechnung des KommunalverbanVes Gelnhausen in Betrieb gesetzt worden.
— Aus dem Spessart, 2. Nov. In der Genieinde Kraisdorf biß ein tollwütiger Hund drei Frauen, die sofort dein Pasteurschen Institut zu Berlin zugeführt ivurden.
--- A u s d e in R he i n g a n , 2. Nov. In Niederwalluf wurde au dem Baumschulenbesitzer Rasper ein fast beispielloser Racheakt verübt. In der Attmtagsnacht wurden in seiner Baumschule 1500 Rosenhüächtämmc und 200 Fliederbäume von ruchloser Hand abgeknickt. VltS inutmaßlichen Täter verhaftete nran einen Gärtnereibesitzer auS 2ttederwalü:f, zu dem der Bingeuer Polizeihuud
„Prinz" sofort die Spur aufnahm und diese bis in die Wohnung verfolgte. Der in den Baumschulen Raspers angerichtete Schaden, ist sehr bedeutend.
Boeldes Beisetzung.
Dessau, 2. Nov. (W.B.) Nachdem gestern abend die Leicht Bvelckes hier eingetroffen Mw in feierlichem Zuge nach der Johanniskirche übcrgesührt worden war, fand heute hier für einen kleinen Kreis die kirchliche Feier statt, wobei Pastor Finger die Worte des Trostes sprach. Dann setzte sich der endlose Trauer- Kng unter denr Geläute sämtlicher Glocken die schnurgerade, mehvere Kilometer lange Straß? nach dem Ehrenfriedhot in Be- rvegung. Zu beiden Seiten bildeten die beiden Ersatz-Bataillone ^des 93. Jnfanterie-Regimeitts Spalier. Die Bürgerschaft von Dessau grüßte in ehrfurchtsvollem Schweigen den Heldensohn der Stadt. Ten Zug eröffneten die obersten Klassen des herzoglichen Fr^drich- Gymnasiums und der Lehrkörper dieser Anstalt, der der Verblichene nemr Jahre lang als Schüler angehörtc. Es folgten dre anhalttschen Militär- Und Kriegervereine, ungefähr 3000 Mann stark, mit 84 Fahnen, die Kapelle des 1. Ersatz-Bataillons des 93. Infanterie-Regiments, eine Ehrenkonipagnie desselben Regr ments, eine Mordwung der Feldflieger-Abteilung Hannover. An den von einer Ehrenwache begleiteten Leichenwagen, aUs dem der in ein Bahrtuch aus deutschen Frrben gehüllte Sarg stand, schlossen sich an die Angehörigen des Verstorbenen, die Geistlichkeit, der Kommandierende General v. Lbucker als Vertteter des Kaisers, Graf Schäfberg von der Feldfliegerabteilung der Armee des .Krön - Prinzen als Vertreter oes Kronprinzen, Prinz Friedrich Siyis mUUo, Sohn des Prinzeir Leopold von Preußen, Kontreadmrral Below. Befehlshaber der Marine-Lu ft st reitkr äste. Oberstleutnant Tliomson, Befehlshaber des Generalstabes der Luststreitkräfte, sowie viele hunderte Offiziete. der Gemeinderat von Dessau, Mordniln ^ gen der Schulen und Jüngwehren Anhalts, und der Madiinder. Eine Militärabteilung schloß den Zug. Auf dem Ehrenfriedhot fand noch eine kurze kirchliche Feier statt. Die Einsegnung der Leiche erfolgte durch den Onkel des Verstorbenen. Pastor Boelcke. Zu dieser Feier war -auch der Herzog von Anlzalt erschienen. Wohl 20 Doppeldecker umkreisten und begleiteten den Trauerzug. Bei der Nreder- legung des Kranzes für die Stadt Dessau, die die ganze Beisetzung übernommen hatte, gedachte Oberbürgermeister Dr. Ebelina des großen Mitbürge-rs urw sprach die Hoffnung aus, daß der Name Boelcke ein leuchtendes Flammenzeichen sei und uns den Weg zur Zukunft zeigen weroe. Langsam senkte sich der Sarg in dft heimatliche Eroe. Mn Berg von Lorbeer türmte sich auf dem frischen Hügel auf, über oem sich bald ein Denkmal des Helden erheben wird. ___
Handel.
— Vom rheinischen Brikettmarkt. Man berichtet uns: DaS rheinische V r a u n k o h l e n b r i k e t t - S y n -
di tat stellt ivegen Waggonmangels und Bevorzugung der Kriegs indnflrie feinen Abnehmern von Unioii-Hau^brandbriketts für No- veinber nur 40 Prozent der 9iate in Aufsicht.
Märkte.
kc. Wiesbaden. 2. Nov. Heu- und Stroh markt ) Man notierte: Heil 0,00 bis 0,00 Mark, Stroh (Richtstroh)
0.00—0.00 A!k., Kornlangstroh 5.00 Mk. Alles für 50 Kilo.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
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Niedrigste „ * 1. „ 2. , 1916: + 9,0° C.
Niederschlag 0,0 mm.
letzte Nachrichten.
Eine deutsche Erklärnrng.
Berlin, 2. Nov. (WTB. Arittlich.) Auf eine Anfrage im Unter Hause über den Vorstoß unserer Torpedv- bootsflvttillen in den englischeu Kanal in der Nacht vom 26. zum 27. Oktober erwiderte der englische Marineministrer Bal- f o u r, die deutsche Mitteilung, daß kein Zerstörer verloren gegangen sei, sei falsch. Deutsche Zerstörer seien von dem englischen Arttllerieseuer getroffen loorden. es werde aber nicht belxruptet. daß sie duvck) Geschützfeuer versenkt ivorden seien. Nach den bei der Admiralität eingegangenen Mitteilungen Zeien dagegen z>wei deutsche Zerstörer auf die Nttnen in den auSgelegten Netzen gestoßen, in die Luft gcftogen und .,wabrscheinlick gesunken".
Es wird _ hiermit nochmals amtlich festgestellt, daß sämtliche deutsche Torpedoboote, die an der Unternehmung in dem englischen Kanal teilnalMen, ^urückgekehrt sind; es (sh VeineS der Boote weder durch Artilleriefeuer noch durch Rtinen beschädigt worden. Von den durch unsere Torpedoboote versenkten feindlichen Wachtfahrzeugen tzab der englische Marine- minister, nachdem der englische amtliche Bericht zunächst überhaupt inchts envähnt hatte, sechs zu. Die von uns gemeldete Zahl e l f ist, wie aus den nochmals eingehend geprüften Meldungen unserer Boote hervorgeht, noch sehr niedrig gegriffen. Bon einem Vertreiben unserer Torpedoboote kann keine Rede sein, da überhaupt keine englischen Streitkräfte vorhanden waren, die dies hätten tun können. Die Ivenigen Zerstörer, die sich zeichen, wurden teilweise so überraschend abgeschossen, daß sie Seinen Schuß erwidern korrnten. Der Rest rettete sich schleunigst durch die Flucht.
Ein englischer Büllon verunglückt.
Kristiania, 3. Nov. An der Jäder-Küsde UTurde am Mitt- ivoch ein Luftballon beobachtet, der vom! Meer cmS Land trieb. Ter Ballon ging in großer Höhe und fiel zuletzt bei Lister herunter, wobei er das Doch eines HaiffeS fdjiwr beschädigte und die elektrische Leittlng zerstörte. Unter dem Ballon lnng ein Korb nrit Klei- deni. Lebensmitteln und Sandsäcken. Plötztch stand der Ballon in Flammen und wurde Anm größten Teil veririchitLt. Er stammt, une man feststeilen konnte, aus England. Tie Besatzung vvn jme Mann ist wahrscheinlich in der Nordsee verunglückt.
Ein neuer Kriegsrat des Vierverbandes.
Lugano, 3. Nov. Ter .Kvrrespondent des „Vtsssasgerv" nrcldet, daß in diesen Tagen zavischen Paris irnd London, Petersburg und RomBerHandlungen eing-ekeitet iverden zwecks Beranstalttrng eurer großen Zusaunnenkmlfl der General stabe der 2Mirerten. Man wünscht, daß neben dem Militär- rat <n«h ein lwlittscher Mt bestehen soll.
Dobrudscha und Mazebsnie«.
Sofia, 3. 9^>v. Das Organ des KriegSmiiriftettk ,Moennk Jstvestia" vergleicht die großer: Erfolge in der Dobru-^scha mit den geringen Erfolgen Sarrails und führt mis: Kn der Dobrudsckia wurden vom 2. September bis 19. Septeini»« und 10. Oktober bis 29. Oktober die Linie Oftrov—Babadagb cv«nchlt iund 13 000 Quadratkilometer feindlichen Gebiets erobsn &Btgv gen gelang es Sarrail vom 14. September bis ach««G November trotz teils sehr verlustreicher Angriffe, kaum bis & zerren Stellungen zu konmwn, die seine Truppen vor der driHpuchchen Gegenoffensive im ?lugnst innehatteu. Dabei waren die Verluste deS Feindes au Meirschenlebeu und Material größer die ^unsrigen in der Dobrudsckra.


