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3.11.1916 Erstes Blatt
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hauptung richtig, das; die Deutschen keine Verluste hatten? Baisour an ttv ortete, die Admiralität habe keinen Wrund. auzimehmen, das; ein deutscher Zerstörer durch das Denier englischer Schisse in den Grund gebohrt worden wäre. Aber es sei Grund zur Annahme vorhanden, daß zwei deutsche Zerstörer aus Minen liefen und wahrsck-einlich -sanken.

DieTimes" sagt, daß Balfours Erklärung keinen günstigen Eindruck auf das Unterhaus machte. und daß man wohl noch mehr über die Sache hören werde.

Henry Norman teilte denn auch sofort mit, daß er morgen an B'alsour die Frage richten werde, ob seine Ant­wort als abschließende amtliche Erklärung ausgefaßt werden müsse oder ob eine Untersuchung der Umstände dieser deut­liche n Expedition stattsinden solle, und ob hierüber weitere Mitteilungen zu erwarten seien.

Daily C h r o n i c l e" sagt in einem Leitartikel:

Die Admiralität ivar auch diesmal mit ihrem amtlichen Be­richt nicht sehr glücklich. Der amtliche Bericht, der am Freitag bekannt geneben wurde, sagte,das, das TransportschiffQueen" und der Torpedo ZerstörerNubian" verloren seien, und gab zu verstehen, daß keine anderen Schiffe verloren seien. Zugleich behaupteten aber die Deutschen, daß sie mindestens el f Patrouil- lenfahrzeugc in den (^rnnd gebohrt hätten. Fetzt teilt man uns mit, daß sie tatsächlich sechs Netzleger versenkten, die der Beschrei­bung der Deutschen ziemlich entsprechen. Nun spielen die Drifters im modernen Seekriege keineswegs eine unwichtige Rolle: daher ist es verständlich', daß die Admiralität diese Verluste verschwieg. Der deutsche Angriff brachte in seinen bescheidenen Grenzen den, Feinde bestimmt einen gewissen Vorteil, wenn Balfour auch öri seiner ursprünglichen Behauptung blieb, daß zwei deutsche Zerstörer in den Grmid gebohrt seien, sagte er cs doch jetzt viel weniger bestimmt, was bepoeifcln läßt, ob sic wohl jemand an jenen: dunklen Abend wirklich, sinken sah. Es widerspricht der Er­wartung der Engländer, daß zehn feindliche Kriegsschiffe im­stande waren, quer durch unsere Kanalsperre. zu, fahren und Hnrückzu kehren, ohne mindestens ans fünf Schiffe eines zu ver- uereri Di i sten von itns glaubten, daß die Sperrung des Kanals viel gründlicher ist.

Schwedens Lebenönnttelnot.

S t o ck h o l m , 2. Nov. (WTB.) Die Lebensmittel- sragen bereiten in Schweden immer größere Schwierig­keiten. Seit dem l. November werden Zu ckerkarte n aus­gegeben, die Punsch und Spirituose,lsabriken erhalten nur ein Fünftel ihres früheren Verbrauches, .Hotels und Wirt­schaften nur vier Zehntel des bisherigen Bedarfes. Auch Butter wurde in Stockholm und anderen Landesteilen sehr knapp. Der Hauptgrund hierfür liegt in der Lahmlegung der schwedischen Margarineindustrie durch England, die den Butterverbrauch unverhältnismäßig steigerte. Ebenso .geht die Milchmenge bedenklich zurück. Die Zeitungen sind voll Erörterungen über geeignete Gegenmaß­regeln. Ans die Verhandlungen mit England werden im allgemeinen nicht allzu große Hoffnungen gesetzt.Stock­holms Dagblad" meint in einem Leitartikel:

Selbst wenn die Verhandlungen ein günstiges Ergebnis zeitigen, müsse inan damit rechnen, daß die überseeische Zufuhr immer knapper werde. DaS Hauptaugenmerk sei daher darauf zu richten, wie Schwede,, mit den eigenen Vorräten auskommew j könne. Man dürfe sich jetzt nicht zu Tode organisieren, sondern,

' müsse vor allein die Produktion der Landwirtschaft steigern.

Bon anderen Blättern wird die baldige Einführung von Brotkarten in Aussicht gestellt.

LebenSmittelkrise itt Rußland.

London, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) DieTimes" berichtet aus Petersburg, daß die Leben smitlelkrise täglich größere Dimensionen annimmt. Die Beratungen in der /gestrigen Sitzung des Budgetansschusses ließen keinen Zweifel über den Ernst der Lage übrig. Verschiedene Redner wiesen auf die Notwendigkeit hin, sofort kräftige Maßnahmen im Interesse her arlstiteuden Klassen zn ergreifen, wenn man die allerbedroh- lichsden Folgen vermeiden wolle. Die Lage des Arbeiter-- ! st andes i e i unhaltbar geworden, da die Leute keine Lebensmittel mehr erhalten, ohne täglich stundenlang vor den ^Geschäften zn weilen. Der Ausschuß ,var sich darüber einig, daß Idie Regelung der Lebenswittelfrage ir, die Hände eines bestimmten Ministeriums gelegt werden müsse. Die Mehrheit war aber be­zeichnenderweise dagegen, das Mmisterinm des Innern mit dieser Aufgabe zu betrauen. Miljukoff sagte, daß dieses Ministerium stets bereit sei. sich in solchen Fragen von politischen Erwägungen le,ten zu lassen. Der fortschrittliche Block nahm eine Entschlie­ßung in diesem Sftrne Mi und drang darauf. Höchstpreise sitr die wichtigsten Lebensmittel festznsctzen und die Semstwos, hlandelskammern und öffentlichen Körperschaften mit dem Verkauf 'Hi, > und der Berteituug der Lebensinitrel \\\ Inirmini. Der Ausschuß beschloß mit großer Mehrheit, daß es notwendig sei, Höchstpreise für Getreide, Schuhwerk, Textilwaren, Petroleum, Seife und andere Artikel sestzusetzen. »

Flüchtlinge aus Finnland.

Kopenhagen, 2. Nov. (W.T.V. Nichtamtl.)Berlingske ku Stockholm: D'i den letzten Tagen smd in bischen Häfen Boot'e >n,, Flüchtlingen m it s Fin n l a n d e i u g e t r o f f e n.AstenPosten" zufolge haben die jungen Finnen die Flucht ergriffen, mrif die Russen beginnen, innge Finnen im Alter von 19 bis 25 Fahren ziu den Waffenj e i n z u berufen, angeblich W Schützengrabenarl>eiten an der Ostfront Nn Finnland fürchtet nnm, daß dies der Anfang zur Einfttbrnng der allgemeinen Militärpflicht ist. Die Flüchtlinge teilen mit. die Beivachung der finnischen Küste sei in der letzten Zeit so v-'i schärst worden, daß streckenio-eise sogar Mrs je 100 Meter -ein WlichtPosten ausgestellt worben sei.

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Der bulgarische Bericht.

Sofia, 2. Novenwer. (WTB. Nichtamtliche Slnttlicher Be­richt des t^stneralstades vom 2. Nov.

Dc a z c d o n i sche Front: Schwache feindliche Abteilungen, die nördlich des Malik- SeeS vorgedrimgen waren, sind durch unsere Truppen in ö ff lieber Richtung vertrieben.

Im E e i n n B o ge n lwben mir einen schsvachen Angriff des Feindes /.nrückgesM^meu.

Am Fuß. der Belasica Planina und an der Strmna-Front .gelänge Artillerietätigkeit. ZAälwnrd des Kampfes am 91. Oktober ; tKit der Feind im Striima-Tal schwevc Verluste erlitten. Im Ab ! schnitt wüschen dm Dörfern Ebiristos und Barakli Dschnma haben , nur über 500 miberdigte Leichen, viele frische Gräber und -er- ..streui -ine beträchtliche Menge von An-rüstinrgSgeganständcn und , Waffen gefimden.

An der Kilste des ägäischen Mtzeves beschoß ein feindlicher l Monitor ohne Ergebnis unsere Steckling bei Orsano.

Rumänische Front: Tic Lage ist unverändert. Bier ieindliche Kriegsschiffe bombardierten 20 Minuten laug die Stadt Constant-a Unsere Küsdenbatterien zioangcn die Scknffc. sich zu entfernen Das 'llombardement hat weder Opfer gefordert noch ^Schaden,»erilrsach1

An der Donau bei Rustschuck und Swi stow beiderseits ArtiUerieseuer.

DieDeutschland."

Berlin, 2. November. (Priv.-Tel.) Wie die ,B. Z. a N därt. ist bis zur MittagSfüinde zwar an hiesigen zuständigen Stel ,md !>fi ser Deutschen Oz«ru Reederei in Brenum noch ke Nachricht von derDeutschland" eingetroffen, d 71 1 ber Meldung von den, Berichtt- der mnerikaiiisä "l^b^rdl-n an der Richtigkeit der Nachricht von d Hilsts hier wt Bremen nicht me

New London- (Connecticut). Meldung des Vertreters de^ WTB. «verspätet ein getroffen). Das deutsche Handel sunterseebovL Deutschland" ist am Mittwoch früh hier eingetroffen.

Zu der nun auch von deutscher Seite vom WTB. bestätigten Meldung von der Ankunft des deutschen Handels-Unterseebootes. Deutschland" in Amerika schreibt derBerl. Lokalanz.", sie werde im ganzen Volke freudig begrüßt werden.Kapitän .Wnig hat aber­mals ein glänzendes Zeugnis seiner seemännischen Tüchtigkeit und deutschen Wagemutes abgelegt. Das deutsche Volk stellt seine Lei­stung den größten Einz-elhandlungen des Krieges gleich." Der Vorwärt s" schreibt: Nach dem guten Gelingen dieser ztveiten Fahrt rechnet man in Deutschland mit der Möglichkeit, einen, wenn auch beschrankten, so doch geregelten Verkehr mit Amerika aufneh­men zu können. Die amerckanische Regierung wird sich den, Vor­schläge des dcutsck)en Botschafters kaum entziehen können. Auch ihr muß daran liegen, daß der Po st verkehr der amerikanisches Bürger mit Deutschland sowie mit ihren eigenen Landsleuten in Deutschland vor englischen Durchsuchungen und Zensureingriffcn gesichert wird. Die Ausführung des Planes hängt allerdings von der technischen Sckte ab, die jedoch durch die zweite Fahrt bev Deutschland" hinlänglich gesichert zn sein scheint.

Französischer Heeresbericht

vom 1. Noveinber, abends.

Nördlich der Somme erzielten unsere Truppen im Laufe des Tages bedeutenden QktDÜut. Nordöstlich von Lesboeufs nahmen wir, indem mir die Fortschritte der Nacht ausnutzten, irach kurzem Kampfe zwei neue feindliche Gräben und machten dabei 125 Ge- jangene, darunter 5 Offiziere. Ein anderer Angriff südöstlich Sailly Saillisel machte uns zu Herren des stark ausgcbauteu Gra­bensystems am westlichen Saume des Waldes St. Pierre Vaast. Im Laufe dieser Kaurpshandlung blieben etwa 50 Gefan­gene in unserer Hand. Es bestätigt sich, daß der von den Deutschen unternommene Versuch uns heute morgen aus Sailly Saillisel zu werfen, ihnen erhebliche Anstrengungen verursachte. Der Mißerfolg war vollkomineu und kostete dem Feinde sehr bedeutende Opfer, >vie aus zahlreichen auf dem Kanipfgelände liegeubei, Leichen zu schließen ist. Aber an der Front von Verdun bleibt dfr Artillerie- kampf besonders heftig im Abschiriti. von Douaumoul. Nach neuen Mitteilungen beträgt die Gesamtzahl der von uns an der Front v o n V e r d u n seit dem 24. Oktober gemachten unverwui,deteu Ge­fangenen 6011 darunter 136 Offiziere. Das dem Gegner allein am 24. Oktober abgenommene, bis jetzt gezählte Kriegsgcrät um­faßt 15 Geschütze, darunter 5 großkalibrige, 51 Grabengcschütze, 144 Maschinengewehre, 2 T. S. F.-Posten, eine große Menge Gc- ivchre, Geschosse und Kriegsgerät aller Art. Flugwesen: An der Svmme-Front wurden gestern im Verlaufe voi, Luftkämpsen zwei deutsche Flugzeuge durch unsere Flieger abgeschosseu.

-lu-tausch Schwcrverwundeter.

Konstanz, 2. Nov. (W.T.B. Nichtamtl.) Mit dem 20. 9tv- vcmber wird der Austausch Schwe rverwund eler zwischen Deutschland und Frankreich wieder anfgenoMmen. Zu­gleich sollen «zu dieser Zeit wieder erholungsbedürftige Offtzierc und Soldatei, von Frankreich. England und Deutschland als Inter­nierte nach der Schweiz kommen, die von einer Schfvcizer Aerztc- kommission Untersucht sind. Eingeschlosfen sollen diesmal auch österreichische Zivilinternierte in Frankreich werden, falls diese noch rechtzeitig von der Schw-eizer AerztekoinMission zn erreichen sind. Frankreich hat seine ZustiiNmüng dazu gegeben.

Der 5eekrieg.

Die Berseukung des ttricchrfchen Dampfers Angeliki".

London . 1. Nav. (WTB. Nichtamtlich.)Daily Telegraph" meldet aus Athen, daß ivegen der Berscukirna des Dampfers Angeliki" die deutsche Gesandtschaft eine Erklä- r u n g veröffentlicht, in der sie versichert, daß kein deutsches U-Boot etlvas gegen griechische Schiffe unternehmen dürste, deren P re in Ordnung seien. Nur svlch>e Schisse, die revolutionäre! Mannschaften zur Unterstützungi der EnteNtetruppen an Bord hätten, dürsten angegriffen werben. Was den DampferAngeliki" be­treffe, so sei die deutsche Gesandtschaft davon überzeugt, daß keine, Rebe davon sein könne, daß das Schiff von einen, deutsche,^ U-Boot torpediert wurde. Die Umstände, unter denen das Unglück sich ereignet habe, rechtfertigen diese Annahme, Ter Korrespondent desDaily Telegraph" fügt hinzu, daß in der Tat Zweifel darüber bestehen, ob daS Ui,glück nickst durch eine Mine verursacht worden sei. Admiral Fournet I-abe deshalb eine Untersuchung cingeleitet.

Athen, 2. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Der DcmrpserKi ki Jsais" ist gestern an dcr^ selben Stelle wieAngeliki" von >einein Tauchboot ver­senkt worden.

London, 2. Nov. (WTBZ Meldung des Reuterschen BureauS. Der englische DampferRi o Mi rah y" ist v er- senkt worden.

London, 2. Nov. (MTB. Nicht amtlich.)Daily Tele­graph" berichtet, daß die norwegischen Dampfer Caerlock^' undRavn" versenkt worden sind. Die Besatzungen wurden gelmrdet.

Kristiania, 2. Nov. (WTB.) Das imnvegische Tele- gramm-Burem, meldet: Nachdem die deutsche Regierung sich gemäß den, PrisengerichtsurteU bereit crNärt hat. für den versenkten norweg,sck>en DampferSjvcllyst" und das nor­wegische SegelschstsfGlendon" m,s Drainmeu Schaden­ersatz zu zahlen, wnrde dieser gestern in Koperrhagcn durch den von der uonvegischen Regieinng ernannten Vertreter Vorsteher Iautzan Und den deutschen Regiermigisvertreüer Diwcktor Gre-ve. festgesteNt. Der Ersch, fürSjoellyst" beträgt 620 000, für Glendon" 520 000 und für die Salpeterladung des letzteren Schiffes 155 000 Krouen.

London, 2. Nov. (WTB. Nichtanitlich.) Lloyds mel­det: Der Mschdanrpserhellie" ist versenkt worden; die Besasutng lm,rde gerettet. Ferner lvurd«n die norwegi­schen DmnpserDeltctt' (3109 Br.-R.-T.) undDromp" (2751 Br.°-R.-Tj versenkt.

London^ 31. Oktober. (WTB. Nichtanttlich.) Tie Blätter nu'lden: Das LoclstffZ u m a y U" aus San Sebastian ist gesunken, ein Mann nn,rde gerettet. Ter FisckidanrpferA r i t u s a" (227 Br. R.-T.) ist gcfimEcu; die Besatzung lvirrde gerettet. Der britisch« Dampferhacu inet" (2 500 Br.-R.-T.) ist gestrandet, elvnsv der TralvlerG i r d E d i t h".

Amsterdam, 2. Nov. .WTB. Nichtamtlich.) Der uieder- ländisckre DampferOl dam bl" wurde bei hock von 'Holland an den Strmrd gesetzt.

Aus den Reichstagsausschüssen.

Berlin, 2. Nov. (WTB. Nichitanrtlich.) Ter e ich8hau s- h alt Sau S schuß hat liieiür einen Antrag der bürgerlichen Par­teien. betreffend eine Erhöhung der vom Reickie geioährtar F a m ili e n u n te r stü tz u n g c n einstimmig angenomnfen. Wei­ter ivuiche nrti großer Mehrheit beschlossen, daß die Gemeindei, und Gemeindev-erbände verpftickstet ivcrden, aiu> ihren Mtteln Zu­schläge zu diesen Uuderstlchungen bis z^ir Beliebimg der Bedürf­tigkeit zu gelvälueu. Schließlich wurde ein von allen Krrwieit Unterzeichneter Antrag angeiwmiE, den R e i chSbe a m t en Mi t kleinen Gehältern sowie den in Reichsbctrielien beschäftig­ten Angestellten wib Arbeitern einmalige KriegSu nter- stützungSsulager, bis zur höhe eines Morurdstzchaltrs, bczw.

Monatslohnes zu gewähren, ferner RuhcgehaltsemPfändern imd hütterbliedenen von Reichsbeamten einmalige Kriegsteuerungs- zulagen zu bewilligen und die jyamifteramtexftü&imgen der Kriegs- teilnrhnver sowie Unterstützungen au Erwerbslose im Monat De- zentber 1916 in doppelter höhe aus Reichs Mitteln zu geioähreu.

Berlin, 2. Nov. Im Rcichstagsausscl' für Handel imb Gewerbe haben die Nationalliberalen den Antrag gesteckt, zur Förderung der Leipziger Messe 1 Million Mark in den Etat einzustellen. Nach längerer Aussprache wurde ein fortschritt­licher Antrag angenommen, die verbündeten Regierungen zu er­suchen, eine angemessene Beihilfe für die Leipziger Messe tu Aus­sicht zu nehmen und in den haushaltungSplan des nächsten Jahres einzu stellen.

Ter Reichstagsausschuß für die Beratung der Abänderung des Gerichts ko stengesetz es und der Gebührenordnungi sitr Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher nahmt aür Dienstag die einzelnen Artikel des lÄrtwurfs unverändert an. Die Erhöhung der Gerichtskosten ivnrde gegen eine Minderheit von 6 Stimmen, die übrigen Artikel gegen 2 Stimmen beschlossen'.. Ter 'Ausschluß erkannte nahezu einmütig gegen, eine verschwindende Minderheit die Notlage der Rechtsanwälte an. Wenn er trotzdemi von der Fassung eines Beschlusses, wonach alsbald nach dem Känege e,ne Erhöhung der Anwaltsgebühren Platz greifen sollte, absah, so geschah dies, weil der Ansschuß angesichts der Kriegslage und der llnübersehbarkeit der Verhältnisse nach dem Kriege sich zur Zeit nicht festbinden walle. Erleichtert wurde diese Stellungnahme durch die Erklärung des Staatssekretärs des Reichsjustizamtes, daß er nach wie vor sich km den Beschluß des Reichstages vom Jahre 1909 halten werde, der einen Gnttvurf ftcr eine solche Gebührenerhöhung forderte. Die Negierung habe die Vorarbeiten zu einem solchen Ent- itmrf in, Jahre 1914 so gefördert gehabt, daß seine Einbringung! nahe bevorstand. Ter Ausbruch des .Krieges habe diese Vorarbeiten unterbrochen, sie würden aber vom Reichchustizamtt bald wieder ausgenommen.

Berlin, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Ausschuß des Reichstages begann heute die Baratt mg des Enttvurfs des Gesetzes betreffend die Schutz ha st während des Kriegszustandes. T,e Frage der Schutzhaft gab bekam,tlich in dei, Sitzungen desi Reuhstages vom Samstag Anlaß zu lebhaften Erörterungen in, Plenum, hierzu Huben die Fortschrittler beantragt: Gegen ernien Deutschen ist 'die Anordnung oder Alffrechsterk-altung der Haft oder An scnthal tsbeschr än kung durch die vollziehende Gewalt auf Grurw des Kriegs- oder Belagerungszustandes nur dann zulässig, weirn Die «zur Abioendung einer Gefahr für die Sicherheit des Reiches erforderlich ist. Ein ähnlicher Antrag ist von national- liberaler Sei t e eingegangen und ein weitergehender' An­trag von der sozialdemokratisch>en Arbeitsgemeinschaft. Ein Zen­trumsredner drückte die Hoffnung aus, daß die Regierung die ganze Frage restt ernst nehme; loas sie jetzt erlebt habe, sei nur der Auf­takt und das ganze Volk und der ganze ^Reichstag stehe hinter ihm, >veun er angesichts des lvnnderbaren Heldenmutes an der Front! ime in der Heimat dringend fordere, die Regierung solle die präch­tige Sttmmung im Vater lande nicht dadurch stören, daß sie an dem ltürnnschem Verlangen des Reichstages und des Volkes untätig vorübergehe. Er erwarte bestimmt bis zum Wiederzusammentritt! des Reichstages im Jannar eine entsprechende Vorlage. Oberst von Wrisberg gab daraus eine eulgegertkomMende Erklärung ab. Von den GeneralkoMmairdoS sei bereits eine Liste der in Betracht koinmenden Fälle eingefordcrt »vordem In der Abstimmung »vurde der fortschrittliche Antrag angenommen.

Aus dem Reiche.

Anftaaen im RerchStag.

B erlin , 2.Nov. Beim Reichstag sind folgende Anfragen

eingegangen:

1. von dem Abgeordneten B a s s e r m a n n:Die englische Re- ^ierung beabsichtigt die Gründung eines Finanzsyndikats in Holland, »vclches die dAargarine-, Fett-, Butter-, Fleisch- und Gemüseproduktion für den englischen Kwrsnm zu monopoli­sieren und Deutschland dadurch aus Holland auszuschalten bestimmt ist. Ist dem herri, Reichskarfzler dieser Plan bekannt und ist er in der Lage und bereit, nähere Mitteilung darüber zu machen? Sind Gegenmaßiiahinen von seiten des Deutschen Reiches geplant und könnei, darüber Mittellungen gemacht »verden?"

2. von dem Abgeordneten Dr. Müller-Meiningen: Er,glaub l-at dem Bernehnien nach Briefe, die von Holland aus nach^ Deutschland abgesandt sind, aus holländischem Boden rechtswidrig an sich gebracht und zu Zwecken der Schwarzeir Liste kopieren lassen. Was hat der Herr Reichskanzler getan, um diesem Völkerrechtsrvidrigcn Treiben Englands auf neutralem Boden zu begegnen?

Verbotener Verkauf von Ferngläsern.

Berlin, 1. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Durch krieasmini- sterrcllen Erlaß vom 30. Septeinber 1916 ist verboten der Verkauf sämtlicher Ferngläser, gleichviel welcher Konstruktton uird Ver- urößernng, sowie der Objektive für Plwtographic und Projektton. deren Lichtstärke bei einer Bremttveite von inehr als 18 Zentt- Meter größer oder gleich 1:6,0 ist. 97ur die Gallleischen Gläser, deren Vergrößerung ckeiner als 4 fach ist. z. B. die bekannten kleinen Ol>erngläser, such von den, Verkaussverbot ausgeiwmmen. Ansnahmslveise mm, der Berkmif derarttger Ferngläser und Ob­jektive gestattet werden, l>ci ersteren jedoch mir. wenn die Ver­größerung 6 mal nicht übcwsteigt. Nähere Auskunft erteilen du hairdelskannnern, die auch die Antragsvordrucke abgeben.

Sitzung des Präsidiums des Hansa-Bundes.

Das Präsidrnm des haiffa^Bundcs trat an, 28. Oktober, unter Vorsitz des Geh. InstizratS Prof. Dr. R i e s s e r, zu einer Sitzung zusainnren, in der der GeschäftsW/rer. Regiernngsrat Prof. Dr. Leidig, über die Tätigkeit des .Hansa-Bundes in bei, letzten Monaten ausführlichen Bericht erstattete, dem sich eine ettrgehende Erötterung Übe,- die Stellung des Hirnsa-Bimdeö zu den Problemen der Kriegslvirtschast sowie den Ausgaben der Uebergandszeit und des Friedens anschloß. Die Erörterung.ergab eine völlrge Ueber- einsttimnung des Präsidiums in den Metlioden uich Zielen, die der Hansa-Bnnd zu beobachten hat. Die ü, Aussicht geiwmtncneu organisatorisckM, Mafgmhinei, iirne^alb des Hansa-Bimdes sanbei, die Zusttmmung des PräsidiunvS. Der vom stellvertretenden Ge­schäft Sfülwer, Geheinnat Sturtz, porgettagene Finanzbericht er­gab, daß die Mitgliedschaft in volley Treue zu in hansw'Blmd während der Kriegszeit gel-alten hat, und daß der Hansa-Bund auch siuanziell auf sicherer (ssrnndlage aufgebiUtt ist. Mit besonderer. Geuugtllilng wurde es vom Präsidium begrüßt, daß »milirend des letzten Jahres sicki 60 »virffckiaftlicl^ Verbände dem Hansa-Bund neu angesckzlossen haben, und danrit die Zahl der dein Hansa-Bund zugehörigen wittschffllichen Verbände das erste Tausend über­schritten hat.

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Berlin, 2. Nov. (WTB.) In der heuttge»' Sitzung des Bundesrales gelangten zur Annalnne der Entwurf einer ekanntmacliung über die Regelung der Verbrauchsabgabeermä- ßigungen und weitere Erleichterungen im Brennereibettiebc im Betriebsjahre 1016^17, der Euttvurf von Bestimmungen über die Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1916, der Entwurf crner Verordnung betreffend die Kranken ver- s i ch e x u n g von A U S l ä n d e nt während deS Krieges

Berl in, 2. Nov. (WTB.) Wie »vir von zuständiger Seite erfahren, stehen die bei der Z( E. G. und einigen Kriegs ge-, sells «Kasten tmxm staltrten Er heb u ngen über die Zahl der dort ln'schäftigten Inden nicht im Zusammenhang mit dem Beschlüsse der HaushaltskomMission vom 19. Oktober. Die heereS- Verwaltung Ixrt schon geraume Zeit vor dieser Kvmmissieonssitzung Erhebungen angeordnet, um die fortgesetzt dein, Kriegsministerium einlausen'den Klagen, daß angeblich eine unverhälttttsmäßig große Zahl wehrpflichtiger Angehöriger des israelitischen Glaubens vom Heeresdienst befreit und in diesen Gcsellsckiaften beschäftigt sei, aus ihre Nichtigkeilt rmä-zuprüfeu u»td ihnen aegebenvusallS ent- gMtzutreten.