Ausgabe 
26.10.1916 Erstes Blatt
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1 VttHjembet 1916 ait. Ihm wurde ans bresem Anlaß öer Tttvl ^Reklvr" verlichen: die Lehrerin an der Volks sckpcke M Worms Luise Reiller aus ihr Nachfuche:: wi'gen ge^vach^^mdherl «inter Anerkmmma iswer treuen Drmste vom 1. ^Ember 1M6an . Ter Grostheizeg bat «nt 14. Oktober den Oberlehr«, an.dem jAmnnasium zu Worms Professor Dr. Otto Se:p aitt sem Narb- suchen unter Anerkennung seiner lawgiäiTjriflen treuen Dienste mit Mrkung vom 16. Oft ober 1916 au in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß! die Krone zum Ritterkreuz 1. .Klasse des Derdienswrdims Plnlipps des Großmütigen verliehen.

** Warn u n g- Die Großh. Direktion der Landes-Heil- und Pfleqeanstalt Gießen teilt mit: Der frühere Wärter der Heil- und Pflegeanstalt Gießen Konr. Decker aus Garbeuteick treibt leider immer noch sein Wesen in unserer Provinz und Hessen-Nassau, und brandschatzt Angehörige von Patienten und Personal der Anstalt, die töricht genug sind, seinen rührseligen Schilderungen Glauben zu schen­ken. In Friedberg, Limburg a. L.. Obermörlen hat er kürzlich Beträge, am letzteres: Ort im Werte von 100 Mk.. ausgeschwindelt, in Elz, Weckesheim es versucht. Er tritt jetzt auch mit gefälschten Bescheinigungen auf, sein Beneh­men wird immer frecher und sicherer. Jeder, bei dem er vorqesprochen hat, sollte unverzüglich Anzeige erstatten, damit der Behörde endlich die Festnahme des gemeinschäd- 5icken Betrügers möglich wird.

** Zu Hausschlachtungen sind nach den Be­stimmungen des Kriegsernäbrungsamts nur wirkliche Selbst­versorger berechtigt. Als Selbstversorger ist aber nicht der­jenige anzusehen, der nur ein Schwein für seinen Haus­halt schlacktet, sondern es gehört dazu, daß er dieses Schwein miitdestens 6 Wochen lang gehalten und wirklich gemästet hat. In neuester Kit hat sich nun vielfach der 'Gebrauch eingeführt, daß namentlich vermögende Personen schon aus­gemästete schwere Scliweine von Landwirten oder Mastern erwerben und sie, um zur Hausschlachtung berechtigt zu sein, «och sechs Wochen in ihren Räumen halten ohne Rücksicht darauf, ob die Schweine noch ferner in ihrem Gewicht zu mehmen oder gar abnehmen. Ein derartiges Vorgehen ent spricht nicht dem BegriffMästung". Um aber dem erwähn ten Mißbrauch vorzubeugen, hat Gr. Ministerium des In nern neuerdings im Interesse der übrigen Versorgungs berechtigten den nicht zweckmäßigen Ankauf von Schweinen über 140 Pfund Lebendgewicht zum Zweck demnächssiger Hausschlachtung verboten.

** Kunstgewerb 1 irches. Daß während des Krieges auch Kunstwerte geschaffen werden, hatten wir Geloqeniheit uns in den Werkstätten der Hofmöbelfabrik Db. Brück, hier, zu überzeug^. Ein selten schönes Stück Arbeit ist tm Laufe eines Jahres von tüch­tigen Arbeitern geschaffen worden. Das Werk, eine Kanzel mit an- schlieszendei- Treppe, Treppenbrüstung und Schalldeckel, wird in allernächster Zeit <nt seinem BesttmMungsvrte, der Walpurgrs- kirche Alsfeld, zur Aufstellung und Einweihung gelangen Die im 16. Jahrhundert erbaute Kanzel sollte vor einigen Jahren in einer Alsfelver Werkstätte repariert werden, wurde aber der einem Brande vom Feuer völlig zerstört. Rach einigen kleinen Photographien wurde nun von Baninspektor Kuhlmann, der auch die Renovationsarbeiten der Walpurgiskirche und des Als- felder RatlMises leitete, die Rekonstruktioir der Kanzel und des prächtigen Schalldeckels zeichnerisch unter schwierigen Umständen genau der alten Kanzel entsprechend, vorgenommen und glänzend erledigt. Tie Ausführung wurde der Hofmöbelfabrik Th. Brück vertva^ich nach engerem Wettbewerbe übertragen. Die reiche kon struktive JNnenarbeit, die den Kern des ganzen Werkes bildet- wurde von Brück ausgeführt, loähvend die Mldhanerarbeit und die reiche Jntarsieuarbeit von Mldhauer Friese in Friedberg in meisterhafter Weise gefertigt und in den Brück'schen Werkstätten an­gegliedert wurden. Das Gan^e ist mit einer Beizung, die bei den zur Verwendung gelangten etwa acht verschiedenen oberhessischeir Holzarten besondere Sorgfalt erforderte, versehen, um den Charas- 1er des Mten zu wahren. Wir werden an anderer Stelle noch eine genauere Beurteilimig des Kimstiverkes bringen. Eine Besichtigung des prachtvollen Stückes, das einige Tage in den Schaufenstern der Firma Brück, hier, ausgestelltivitd, dürste wohl für manchen, der das künstlerische Empfinden wahrend der jetzigen ernfteii Zeit nicht verloren hat, Interesse haben. Die Zeichnungen, nach denen ge­arbeitet werden muhte, bilden ein Merk für sich, und werden cm' Wunsch auch gerne von der Firmia Th. Brück vorgezeigt.

** Ein Hilferuf für die Sieben bürge r Sachsen Unter den siebenbürgischeu Gebieten, die nach der rumänischen Kriegserklärung von ihren Bewohnern geräumt und dem Feinde vorerst preisgegeben werden mußten, befanden sich dm beiden Ge spanschaften Kronstadt und Hermannstadt, die Siedelungsgebiete der kerndeutschen Völker der Siebenbürger Sach»- ien. Schneller avs :non es zu hoffen wagte, hat das deutsche Schwert im Verein mit Truppen des Hobskniraerreiches das ge räumte Gebiet von dem verachteten Feinde gesäubert, aber tunt gilt es, auf dem von den rohen und beutegierigen Rumäne:: geplün derten und verwüsteten Boden neues deutsckns Leben erstehen zu lassen. Tätiger Hilfe bedarf es hierzu lmb doppelt wirksam wird sich die .Mfe erlocksen, die voin den deuchchjen Volksgenossen im Reiche kommt. Stets ist in jenen fernen Bergen und Tälern in deutschen Herzen, in Lied und Sage der Traum vom großen deut scheu Volk und Reich lebendig gewesen: heute ist dieser Traum zur Wirklichkeit geworden. Deutschlands Söhne hoben jenen Boden be freit, und wenn mm noch mit deutscher Hilfe die alten Höfe wie­der aufgebaut, die trefflichen deutschen Schulen wieder eingerichtet werden, dann wird wohl keiner je es wieder wagen, die deutsche Art jenes kleinen, aber kernigen Volkes anzutasten. Wir wisseu wohl, wie sehr die Last des Krieges uns alle bedrückt, wie man von allen Seiten au uns herantritt, und doch haben :oir das feste Ver trauen, daß die BAbe um eine:: Notpfennig für die deut lschen Volksgenossen in Siebenbürgen nicht unachört in Gießen verhallt, daß vielmehr das deutsch-völkische Empfinden unserer Mitbürger dem Aufruf, der im Anzeigenteil erscheint, lverk tätige Teilnahme entgegenbringen und mich zu feiner weiteren Verbreitung nach Kräften beitragen wird.

Der Alice-Frauenverein stellt von Samstag bis Montag die in seiner Nähstube angesertigte Kindergarderobe aus Die Sachen sind alle aus seinerzeit zu diesem Zweck gestiftete Stoffen hergestellt und manche Hanssrau wird sich freuen über die nützliche Verwendung, die der oder jener bei ihr nutzlos herum liegende Rest gesunden hat. Ein Teil der Sachen ist verkäuflich ES steht zu hoffen, daß durch die Ausstellung noch ein Sünimche unserer Kinderfürsorge zufließt und mancher angeregt wird, für ihn nicht mehr verwendbare Sachen der Mähstube zu überlassen.

** Bezirk Gießen Gab elsberger'scher Steno graphen. Bei dem am 10. September in Frankfurt a. M. abge yaltenen Verbandswettschreibendes Hesfisch-Nässauischen Verbandes erhielten folgende Mitglieder Preise: 340 Silben: 2. Preis Fritz Dörr -HeuckMeim Sch.-V.; 260 Silben. 2. Preis: Gg Koch-Gießen. V.: 200 Silben: 2. Preis: Karl Bin ge l Friedberg, 3. Preis: Heinrich I h l -Friedberg; 180 Silben 2. Preis: Lina B ra s ch-Gießen, G.; 160 Silben: 1. Preis Karl Hammel -Gießen, B.: 140 Silben: 1. Preise: Karl

t a m m e l-Gießen, V., Johanna Kn o r r-Gießen, D.-V., Adolf t ö r i k o-Gießen, Sch.-V., Elfriede Winzer-Gießen, D.-V 2. Preis: Lilli Hermann-Gießen, G., 3. Preis: Paul Al- brecht -Marburg. 120 Silben: 1. Preise: Ludwig Krämer- Butzbach. Erich K y r m s e -Wetzlar, Franziska K v r m s e -Wetzlar, Emilie Lehr -Gießen, D.-V., Emmi L e u s e r -Wetzlar, Marga­rethe Mittermeier -Gießen, Sch-B., Fritz Schmidt -Gießen, Sch.-V., Johannes Werner -Bad-Nauheim, Janna Wetz­stein -Bad-Nauheim, 3. Preis: Heinrich B e n n e r -Bad-Nau- heim. Lobende Erwähnung: Rud. Stoll-Bad-Nauheim. 100 Silben: 1. Preise: Christian Becker -Bad-Nauheim, Eli­sabeth Becker -Gießen, D.-V., Elisabeth Hartmann -Bad- Nauheim, Agnes He ß l er Bad-Nauheim, Wilhelm Läufer- Bad-Nauheim; 2. Preise: Anna Becker-Gießen, D.-V., Louise .Boeck-Gießm, G., Emmi Oswald-Gießen, G., Ernst Pfeif­

er-Gießen, G., Willi Re in bar dt-Gießen, G., Marie S chweig er-Gießen, D.-V., Me Mit ko w s ki -Gießen, D.-V.;

Preise: Karl Port -Gießen, G., Auguste W i 1 k e r -Gießen, G., Lina Witkowski-Gießen, D.-V.: Lobende Erwähnung: Henn: Meininger -Gießen, G. 80 Silben: 1. Preise: Johanna Bang -Butzbach, Ernst B e ck er -Butzbach, Elli B i n g e 1 -Gießen, G., Marie Faß -Gießen, G., Tilli Hofmann -Gießen,G., Frieda 'alb fleisch-Gießen, G., Gertrude Kraft-Gießen, G., Marie Krauskopf-Gießen, G., Auguste Lang-Gießen, G., Elise ich-Gießen, G., Karl Nachtigall-Gießen, V., Ottilie R ü h l -Gießen, G., Bertha Schäfer -Bad-Nauheim, June Schlemm-Gießen, G., Friedrich Stvl 1-Bad-Nauheim, Elisa­beth T r e n k e r -Gießen, G., Heinrich Webe r -Gießen, G., Preise: Ernst Becher-Gießen. G., Softe B e pl c r-Gießen, V., Mathilde B i e ra u -Gießen, G., Minni Da mb mann- Bad-Naulwim, Else Fischer-Gießen, G.. Fr. Wrll). Hart­man n -Bad-Nauheim. Wilhelm Hermann -Gießen G., Paula Horn-Gießen, D.-V., Margarethe Hübner -Gießen, D<-V.^ Ottilie Krebs-Gießen. D.-V., Anna Ne es-Gießen. G.. Tom Rechts-Lollar, G., Tilli S chub e ck er-Gießen. G., Remhard Wenzel -Friedberg, Wilhelmine W :d meier-Gießen, D.-V., Preise: Lina Lehr -Gießen, D.-V., Michael S ch ü f c r -Gießen, G., Otto Schnell-Efießen, G.. Emilre Schwan-Gießen, G., Karl S i m m c r -Gießen, G., Wilhelln Weber-Dutenhofen In den höheren Abteillrngen:oar ein Diktat von 3 Minuten, m den niederen 4 Minuten gegeben worden. Fast alle Teilnehmer konnten mit einem Preise ausgezeichnet werden, ein Beweis, daß mittels der Gabelsberger'sckpen Stenographie gute Erfolge rm SchneU- schreiben erzielt werden können, gleichzeitig auch ein gutes Zeugnis für die rege Vereinstätigkeit. Tüchtige Stenographen werden gerade in der jetzigen Zeit überall gcsuäft. In jedem Orte bestehen ätabelsderger'sche Stenographenvereine, wo Gelegenheit geboten ist, Kurzschrift zu erlernen. , ^ .

Haus- Schlacht,:gen von Gewerbetreibenden und von Privaten haben ausschließlich im Städtischen Scklachthos »u er­folgen. Die Benutzung des Städtischen SchlachthoiS zu HauS- chlachtungen ist Montag«, Freitags, SamStags von 7 Uhr vor­mittags bis 4 Uhr nachmittags gestattet. HauSschlachtungen sind nur mit schriftlicher Geuehmigung Großh. KreiSamtS Gießen aesiattet. Anträge zur Erteilung der Erlaubnis sind aus dem Städtischen Lebensmittelamt, Ost-Anlage 39, zu stellen, hier erfolgt auch die Anrechnung aus die Fleischmarken.

Bierglasdeckel und Bierkrugdeckel muffen bls pätestens 27. Oktober l. IS. bei dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen nach bestimmtem Vordruck angemeldet werden; die hierzu erforderlichen Meldescheine werden auf dem StadthailS, Zimmer Nr. 1b, kostenlos abgegeben.

'»Das heutige Kreisblatt Nr. 136 enthält Bekannt machungen über Rohtabake und Reichsreisebrotmarken.

KrciS AlSfelv.

nt. Ruppertenrod, 26. Olt. Der Musketier Adam P h i l i p p i, Sohn des hiesigen Bäckermeisters Philippi, erhielt für seine in der Sommeschlacht bewiesene Tapferkeit das Eiserne Kreuz: er steht seit dem 3. März 1915 in: Felde. Den, Ge- f»-eiten Heinrich Kratz bei der Maschinengewehrkompagnie de? elben Regiments Nr. 116 wurde die Hessische Tapferkeits­medaille verliehen; er befindet sich feit Anfang des Weltkrieges in: Felde. ^ _ Mr

up. Vom unteren Vogelsberg, 26. Okt. So über raschend der Frost eingesetzt, so schnell hat er heute wieder einem wahren Sommertag Platz gemacht. Da geht die Weizensaat des,er ab wie die Kornbestellung, die zuletzt das Regenwetter behinderte. Der Frost hat nun wobl dem Sch'ieckensraß ein Ende be reitet. Dieser trat erst in letzterer Zeit in die Erscheinung. DaS Bestellen des Wintetteldes geht rüstig vorwärts, so daß alle Ar beiten bewältigt werden können.

up. A u s d c m O h m t a l, 26. Okt. Nun sind die ersten Kra- nich^üge nackl> dem Süden gegangen. Welch feiner Instinkt diese Zug Vögel beherrscht, beweist die ihrem Wegzüge unmittelbar folgende Winterkälte. Der Frost überraschte unsere Lmidwirte beim Ern kbringen der Herbstgewächse. Die iwch im Felde stehenden Tick wnrz wurden durch den Frost gedrückt, ziehe:: aber wohl wieder aus Den Gartengewächse:: l>at der Frost das Scheidelied gesungen. Als ein seltenes Vorkommen muß es gelte::, daß mkm noch Mßtte Ok tober grüne Bioh::eii und Erbsen pflücke:: konnte. Den einzeln noch hier und da hängenden Zwetschen hat der Frost nicht geschadet^ sondern sie nur noch süßer gemacht. Zwetschenkuclien Ende Ok tober, das kommt sehr fetten vor.

Kreis Schotten.

Ober-Seemen, 22.Okt. Unser langjähriger Bürger^ meifter Peppel erlag plötzlich einem Schlaganfall: nachdem der Kampf ikms VaterlanL ihm! in den letzten Tagen einen ferner Enkel und zu Beginn des Krieges einen Sohn von 35 Jahren ent­rissen hatte. 71jährig, in ferner 4. Amtsperiode stehend war Bürgermeister Pepoel in den lange:: Jahren seiner Amtstätigkeit bei aller Sparsanlkeit im Gerneiiidehans'liialt dock: auch stets lebent 1 gesunden Fortschritt zugetan. Der Verschiedene war Direktor der hiesigen Spar- und Darlehnskassc und Präsident des Kriegerver eins. Unter überaus zahlreicher Beteiligung fand die Beerdigung! sijalt. Pfarrer Re pp zeichnete ein getreues Lebensbild des Ber storbcnen, und die in Urlaub weilenden Soldaten erwiesen denk

1870/71

Tat eines Verbrechers heraus. Vor einigen Tagen wurde veretts der sehrs charfe Hu:id der Familie vergiftet aufgeftmden. Man nimmt an, daß der Mörder das Tier vor Begehung seiner Tat beseitigen wollte. Die Frmi wurde gestern iwn ocm Mörder durch eine:: Sttch ins Herz getötet. Der Verbrecher floh und konnte ent­liehen, obwohl die Bluttat schon nach wenigen Augenblicken zur .Mmntnis ka:n. Die Polizei ist der Ansicht, daß der Mörder mit den: Räuber identisch ist, der die Raubüberfälle ans der Zeil, der Kaiserstraße und in der Ncngasse an allein sich in Geschäfts raumen aushaltenden weiblichen Personen verübte. Da verschieden« Gegenstände verniiht werden, handelt es sich um einen Raubmord Im Laufe des heutigen Tages wurden versclnedcne Festnahmen vorgenommen, die aber keine AufNärung brachten.

ul. Bad Soden, 26. Okt. Im Alter von 35 Jahren starb hier der Kaplan Heinrich M e u r e r. Der Priester, der schon längere Zeit leidend war, wurde während der Predigt von einem Herzschlag betroffen.

'* B a d S o d c n a. d. Werra, 23. Okt. Unser beliebter Kur­kapellmeister, Nlnsikdirektor Eduard Lertz, ist in Köln a. Rh. im besten ManneSalter plötzlich verschieden.

ul. Limburg, 26. Okt. Bürgermeister Philipp H a e r 1 e n von hier ivurde mit der Rotc-Kreiiz-Medaille dritter Klaffe aus­gezeichnet._ _

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tapferen Streiter u::d Inhaber des Eisernen Kreuzes von 1870/71 die letzten militärischen Ehren. Es wurden Kränze niedergelegt u. a vom Kreisa:nttnann Sch ä fr r-Sclwtten, Geineinderatsmitgliev Sittel und Lehrer Keller. Bor kurzem T>at ein Einnwhücr unserer Gemeinde empfindliche Sttaftn wegen verschiedener Ver gehen! «iegen die Kriegsgesetze erhalten. Weil er Frühjahre seine Dauerwaren, Getreidevorräte und Kartoffeln richtig angegeben liatte, erhielt er 200 Mk. Geldsi/ralfe, die durch Einziehung der nicht angemeldeten Vorräte noch erlieblich ver stärkt >vu:de. GleickMittg wurde er we^en Berl-eimlichang eines kupfernen Kessels beittaft, der ihm ebenfalls ohne Vergütung schlagiiahmt wurde.

Kreis Friedderg.

"Södel, 26. Okt. Unser»: Pfarrer Beckel ist vom Großherzog das K r i e q s e h r e n z e i ch e n verliehen worden

* Ansder Wetterau, 24. Okt. In diesem Jal/re bereitet !das Wetter dem Bauersniann manche Sorge. Heu-, Getreide- mch Grummeternte waren verregnet: der Erntesegen mußte, wenn miau so sagen darf,gefangen" werden. Jetzt habe:: wir Frost. Die Temperatur sank stellenweise so tief, daß ein Deik der Hackfrüchte erfrcwen ist. Ganz besonders haben die Dickwnrz gelitten, die am> Tage vorher ausgemacht und über Nacht nicht z-ugedeckt «uf dem! jAcker lagen. Auch die Runkeln mit schleckst ausgebildetem Kraut sind nickst olwe Schaden davon gekommen. Die Herbstansscrat ist im Gange: doch ist ein sehr großer Deil noch aus^usäen. Der Mangel an Arbeitskräften macht sich sehr fülstbar. Die Lieserrnig der Zuckerrüben tot bereits begonnen. Man ist mit dem Ertrage zufrieden.

Kreis Wetzlar.

n. Atzbach, 26. Oft. Einen erfreulichen Anblick gewähren jetzt unsere Krantf el der. Kapes ist sehr begehrt und wird im Zentner mit 7 Mk. bezahlt. Aus Station Dorlar wurden bereit« mehrere Waggons verladen, eS gilt in erster Linie die Bedürfnis: der Kreisbewohner zu decken.

Hessen-Nassau.

0 Marburg. 24. Okt. Daß in diesem Herbst auf dem Lande in der näheren und ferneren Umgebung unserer Stadt viel Zwei sckiennms gekocht wurde, zeigte die rege Nachfrage bei den hiesigen Töpfer::, die die weitbekanntenM arb arger Dippcrchc n" machen. Die Bestellungen gingen so reickstich ein, daß alle Vorräte schnell aus verkauft waren und alle Töpfe, die nur zu l^abe:: waren als Mustöpfe Berwerldling fanden. Dem Töpfergcwcrbe, das infolge der dlurch den Krieg stocke::den Ausfuhr von Waren ilach den: Auslände sehr geschädigt ivurde, ist die Einnahme wohl zu gchmen. sDem Leutnant und Kompagiiieführer Budde im Jnf.-Reg. 2?, Sohn des Univcrsitätsprofessvrs Geh.-Rat Budde :vurde vom Kaiser das Eiserne Kreuz 1. Klasse persönlich über reichst.

--- Frankfurt a. M., 25. Okt. Die Mordtat in de Kölner st raste, der am Dienstag nachmittag die 30 jährige Ehefrau des Gastwirts Fritz Lähnemann zun: Opfer siel, stellte sich den bisherigen Ermittlungen zufolge als die wohlüberlegte

vermischte».

* Stockholm, 25. Okt. (WTB. Nichtaintltch. Der neue Trollbättan-Kanal, der bedeutend vergrößerte und ver­besserte Verkehrsweg zwischen de:n Weener-See und der Nordsee, ist nach siebenjähriger Arbeit heute vom König feierlich eröffnet worden. Ein Sonderzirg führte gestern abend den König mit Prinz Wilhelm und dern Prinzen und der Prinzessin Karl, der Herzog dieses LandeSteileS ist, nach Göteborg und heute früh nach Mille Edet, von ivo der Kö,:ig, die Fürstlichkeiten, die Behörden und die geladenen Gäste ans dem Kanal nach Trollbättan zn der eigent­lichen Eröffnungsfeier und nach Weenersdorf fuhren. Dem neuen Wasserweg wird eine sehr große Bedeutung für dnS Verkehrswesen in wichtigen Teilen Schwedens von der Preffe beigelegt. _

Universitäts-Nachrichten.

Frankfurt a. M., 25. Okt. In der Universität fand heute die fricrltrfje Uebergabe d e s Rektorats an den mm-, ^wählten Rektor der Universität, Geheimrat Dr. von Arnim, tatt. Mit dem Festakt war die Ernweilsnng einer vom Konsul! Kotzenberg gestifteten Marmorbüste von Franz Adicke-, dem Schöpfer der Universität, verbunden. An der Feier nahn:en nebe:: vielen Ehrengästen auch der Rektor der Universität Gießen und der Prorektor der Technische:: Hochschule zu Darmstadt teil. Der Vorsitzende ides Kuratoriums, Oberbürgernreister Voigt gal' während seiner Festansprache eine neue mehrere Millionen Ma r k unfassende Stisttmg für die Universität bekannt. Der Spender soll aber, da die Satzungen und EinzeNieiten der Stif^ tung noch nicht sestgelegt sind, vorläufig nickst genannt werden. Ferner stiftete:! Kuratorium und Lehrkörper der Universität zum Andenken an Oberbürgermeister Adickes einen Adickesfondst in Hülfe von vorläufig 20000 Mk. für junge Gelehrte zur För­derung ihres Studiums in Form eines Reisestipendiums. Das Ehepaar Ludwig und Rosa Cohnstädt stellte zun: Gedächtnis an ihren im Felde gefallenen Sv-Hn der Universität 12 500 Mk. ür wissensckwftliche Forschungen zur Verfügung. Weitere Sttf- hingen fielen der Universität im letzten Jahre zn von A. Laden.g bürg, A. Meston, Freiherrn von Hvlzhausen und der Familie Keller. Aus dem Jahresberickst. den Prof. Pohle als schei­dender Rektor erstattete, ging hervor, daß der Besuch der Univer- 'ität sich ständig steigert. Im letzten Sommer Halbjahr betrug er 1343 Sttidenten. Von der Studentensckxaft ftelen 24 im letzten: Jahre. Dottorpromvtionen fanden 6 statt. Oberbürgermeister a. D. Mickes sollte von der Technischen Hvckstckiule zu Darnistadt zum Clnendoktor ernamtt werden, die Ernennung unterblieb aber in­folge seines raschen Dahinscheidens. Eine »wertvolle Gabe in Form einer Festschrift stiftete der Verein akademisch gebildeter Lehrer Fvankfurts. Der Neubau der Universität ist fertiggestellt und bietet Raum für 2 3000 Studenten. Dr. v. Arnim behaiidelte in seiner Antrittsrede das Tliema:Gereckstigkeit und Staatsrwtwenbigkeit".

Nirche und Schule.

IsMarbur g . 25. Okt. Unter großer Beteiliaung wurde heute rn: PhÜipvsHause die Missionskonferenz für den .Konfifto- rialbezirk Kassel abgehalten. Nach Ansprachen des Pfarrers H 11 1 - mann und des Vorsitzenden, Konsistorialrat Prof. 0. Born- häuser, sowie Erstattung des Rechensckxiftsbericksts durch den Superinteaidenten Grimmei ans Kaufnngen. hielt daS Ehren­mitglied der Misiionskonferenz, Geheimer Konsistorialrat Professor v. Mirbt aus Göttingen einen über einstündigen Vortrag über Tic evangelische Vdissim: unter dem Druck des gegenwärtigen Krie­ges" Er schob die Schuld des Brnck?s der Kongoakte auf England. Dadurch seien die farbigen Völker chit in den Krieg gezogen und die Mission in der ganzen WAt geschädigt worden. Ten Vorteil hätten die heidnischen Religionen. Ueberhaupt würde die Verdrän- gung der Vorherrschaft der weißen Rasse die Folge sein Ferner erwähnte xr das merkwürdige Veihalten in dei: neutralen Ländern, besonders in Amerika, das doch sonst sich überall melde, ,wo Unrecht geschehe Cr schloß seine Ausführungen mit dem H:nwnie,,daß auch bei der Mission das Durchhalten geboten sei Abend-5 fand eine öffentliche Dersanistilung statt, wo ebenfalls noch Vorträge über die Lage der Mission in Indien und die Gefangenenlager von Pfarrer Bader-Marburg und Wessel-Obe-rllsttngen gehalten wurden.

" Gießen, 26. Okt. Der Rasensportverein »Hessen^ bittet uns um folgende Berichtigung: Am Sonntag hat nicht die

1. Mannschaft deS SportvereinsHessen", sondern eine gemischte

2. und 3. Mannschaft gespielt. ES wäre außerdem noch zu be­

merken. daß der SportvereinMerkur" mehr mit einer geliehenen als mit einer KriegSmannschalt spielte, da sich darunter verschiedene Svieler eines auswärtigen Vereins befanden. _

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heute

von

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Cciitc ttäehrtet»fett.

Das Kabinett Kverber.

26. Okt. In parlameutarisck^en Kreisen wucke nachmittag mitgeteilt, daß der gemeinsame Finanzurniister Dr. Kverber sich entschlossen habe, die Kabinettsbildung zu nehmen. Um Vs4 Uhr nachmittags erschien der Obersthofmeist^r des Kaisers, Fürst Montenuovo, bei ihm.

Der Sieg in der Dobrudscha.

Budapest, 26. Okl.Az Eft" meldet aus Softa: In der Dobrudscha schreitet die Verfolgung des geschlagenen Feindes fort. Der verfolgenden Kavallerie folgt Jnfantene und Arttllerre beinahe auf dem Fache. Die feindlichen Nachhuten wurden nach erbitterten Kämpfen gelvorfen. Mr den.Feind lvar das Ein­setzen des Angriffes am linken russifckxumä:fischen Finget eine große Ueberraschung, da der Angriff el?ec im Mschnitt Cobadinn er­wartet w::rde. Die unvorhergesehene. Ve.rleg.Nng des Angrincs in die Nähe der Küste rief eine Panik hervor, deren Anze,ck>en im feindlichen Heere immer dealtlicher heroortreten und täglich stärker werden. Der anfgescheuchte Feind wird von den Verbnlndeten mit beispielloser Energie verfolgt, so daß es ihm nicht gelingt, fick: von dem Drucke der Verfolger loszulösen. Die größte Beute wurde m scharfem Nackidräugen bei Mranmrat gemacht.

Bern, 26. Okt. Wie die schtweizerisck)e Presse mdbet, erklärte Rumänien die Gebiete links der Donau als Ki'ie.gszone Die Mittet Mächte halben bisher imgefähr 20 000 Quadratkilometer runräniifchen Bodens besetzt. . ^

Budapest, 26. Okt. Einem Journalftten erklärte Khuen Hedervarv: Die Rumänen haben nur eine einzige Rückzugrsiinie in der Richtung nach J a s s ß. Die Besetzung von Cernavoda bedeutet einen raschen Fortschritt. Die 14 Kilomieter lange Eisenbahnbrncke über die Donau und die Nhnnstirebiete dürften die RuMMlen zn«r sprengen. Die zienrlich stark gebaute Binicke. die einen .Kostenanf- wand voi: 24 Millionen Francs erforderte, wird aber von den Rumänen kannr bis auf die Grundpfeiler vernichtet lverden können, und unseren brave:: Piumäeren :vird es Klingen, die Brücke rasch wiederherzustelle::.