Ausgabe 
4.10.1916 Erstes Blatt
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ttvungrnen rtn neuer russischer Ansturm hegen die

Armee des Generalobersten von Terszwanski los. Nach mehr­stündigem rn'mmelfener warf der Feind seine Massen gegen d,e zwischen Swiniuchy und Zatnrey stehenden österreichisch- ungarischen und deutschen Streitkräste. Im Raume von ^winiuchn rannte der Feind siebzehnmal Sturm, südwest­lich von Znturen bis zu zwölf Malen. Auch nördlich von Zaturey breitete sich der Kampf aus. Au allen Teilen der angegriffenen Front konnte beobachtet werden, welch reichen Gebrauch der Feind von seinem Geschützfeuer gegen die eige­nen Graven und gegen seine zurückflutenden Regimenter ^nachte. Die Gefangenen sagen aus, es sei allen Truppen aufgetragen worden, Wladimir Wolhpnsk um jeden Preis zu gewinnen. Die neu aufgefiillten russischen Garden wurden abermals hingeopfert, znm drittenmale in einer kurzen Spanne Zeit. Aber alle Opfer waren vergebens. Die Russen wurden überall zurückgeschlagen. Unsere Stellun­gen sind restlos in unserem Besitz. Der Feind hat sich eine neue schw ere N i ed erla g e geholt. Die Zahl der in den letzten Tagen südlich von Brodp eingebrachten Gefangenen beträgt 41 Offiziere, unter ihnen ein Oberst, und 2758 Mann.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Hohen östlich Görz und die .Karsthochfläche stehen andauernd unter lebhaftem Feuer.

An der Fleimstal-Front hat der Feind seine Angriffs­tätigkeit wieder anfgenommen. Unsere Stellungen beiderseits des Travignolo-Tales und mehrere Abschnitte des Fassaner Kammes wurden von der italienischen Artillerie stark be­schossen. Bersaglieri griffen den Col Brieon Pieeolo wieder­holt an. vermochten das letztemal auch in die zerschossenen Verteidigungsanlagen einzudringen. wurden aber durch Ge <genangrjff wieder geworfen. ?luch ein feindlicher Nacht angriff gegen den Passo di Falmaggiore scheiterte.

S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Nichts von Bedeutung.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

Erfolge unserer Seeftugzeuge.

Berlin, 3. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Am 1. Oktober nach­mittags verfolgten Seeflugzeuge der Seeflugzeugstation Zee- brügge ein feindlichesSeeflugzeugge sch wader. Im Verlaufe der sich entwickelnden Gefechte wurde ein feindliches Seeflugzeug abgcschossen. Die eigenen Flugzeuge sind sämtlich un­beschädigt zurückgekehrt.

Amerikanisches Kriegsmaterial im Westen.

Berlin. 4. Okt. IN der S o m m e s ch l a ch t sollen, verschie­denen Blättern zufolge, 4000 3 9 - Zentimeter- Geschütze amerikanischerHer kunst teils am Kampfe teilnehmeu, teils in Reserve stehen.

DemBerl. Tgbl." zufolge beißt es in einem New- Porker Brief eines italicniscben Blattes über die amerikanischen Sol­daten an der französischen Front: In Kanada stehen deute 20 000 Amerikaner, die zum .Kampfe für die Entente aus- a ebild et find oder werden. Als die amerikanische Regierung auf dem Umwege über London bei der kanadischen Regierung dagegen prote­stierte. daß die Legionäre alle die amerikanische Sternenkokarde tragen, erhielt sie zur Antwort, daß jede Einheit des kanadischen Heeres sich amerikanische Legion nennen könne, da Kanada ebensogut in Amerika liege loive die Union. Die Legion sei, lote es weiter heißt, zu ihrem kleineren Teil aus Rauhreitern zusammengesetzt der überwiegende Teil bestehe aus Idealisten, die von einer Art religiösen Wahnsinns befallen sind und sich für Werk­zeuge der Vorsehung halten, um Deutschland zu strafen.

Ein Armeebekehl FalkenhaynS.

Armeeoberkommando Falkenhayn, 3. Okt. Der Oberbefehlshaber der in Siebenbürgen kämpfenden ver­bündeten Truppen General von Falkenhayn hat nach der siegreichen Schlacht bei Hermannstadt folgenden Armeebefehl ausgegeben:

Ich spreche den an der Schlacht vor dem Rotenturmpaß beteiligten Truppen der .... ten Armee meine volle Anerkennung mr ihre glänzenden Leistungen aus. Der zahlenmäßig weit über­legene Gegner ist so gut wie vernichtet: denn was von ihm noch im Gebirge herumrrrt, wird dem verdienten Schicksal nicht entrinnen. Die schwachen Teile, die sich auf Schleichpfaden nach Rumänien geflüchtet haben, sind keine Truppen mehr Möge es allen Feinden des Vaterlandes so ergehen! Das ist der heiße Wunsch, der in unserm Herzen lebt. Vorwärts denn zu neuen Daten und neuen Siegen für alles, was uns teuer ist!"

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 3. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des General stabes vom 3. Oktober:

Mazedonische Front: Westlich und östlich von Lerin ' Florina« lebhafte Artillerietätigkeft ohne Infanteriegefechte. Im Tale der Mogleniea Feuer der Artillerie, der Infanterie und von Maschinengewehren. Beiderseits vorn Wardar schwaches Artillerie- fever, stärkeres südlich von Doiran am Fuße der Belasica Planina An der Struma-Front Ruhe. Beidersefts heftiges Artilleriefeuer und andauernd hartnäckige Gefechte bei Kazagtschakioeg.

Ruhe an der ägäischen Küste.

Ru m än i sche F ron t: An der Donau-Front haben wir die Insel Makak Kalafat gegenüber von Widdin besetzt und Hafen Bahnhof mid Kasernen von Kalafat Mit Erfolg beschossen. Bei dem Torfe Gigicin haben wir eine feindliche Gruppe, die dabei war, sich zu verschanzen, durch «Geschützftner zerstreut. Bei dem Torfe/ Bianowo gelang es dem Feinde, eine Brücke zu schtagen, mittels deren er starke Truppenteile herüberznführen vermochte Oesterrvick.ische Monitvre haben die Brücke zerstört.

In -der Tobrndscha wurde ein 2lngrfff des Feindes aus imfcw Truppen in dar Linie BeschaulAmsatschaperweli durch unser .Feiler aufgehalten, und ein Gegenangriff der Truppen imseres rechten Flügels e-ndigte mit der Zurückwerfung des Feindes in seine alten Stellungen imb Vernichtung eines feindlichen Bataillons, dessen Ueberbleibsel, zwei Offiziere und 100 Mann, gefangen genommen wurden.

An der übrigen Front schwaches Geschützfeuer und Patrouillen-- gefechte.

An der Küste des Schwarzen Meeres hat am 1. Oktober ein feindliches Torpedoboot die Stadt Mangalia erfolglos beschossen.

gez. Minister R a d v s l a w o w.

Der türkische Bericht.

Konstanlinopel, 2. Okt .MTB.) Bericht des Haupt- auartiers.

An der persischen Front wurden Angriffe der Russen in der Richtung auf Teveltakad mit schweren Verlusten für sie zurückgeschlagen. Ter geschlagene Feind flüchtete sich nordöstlich.

Kaukasusfvont: Scharmützel und an einigen Punkten schwache I nsanteri ekämpfe.

An den anderen Fronten fern Ereignis von Bedeutung.

An der gal i zischen Front erneuerten die Russen am Morgen des Oktober ihre Angriffe. Unsere Truppen schlugen die Angriffe wiederum gänzlich ab. Die Zahl der von unseren, Trnppen am 30. September und am 1. Oktober morgens gemachten Gefangenen erhöht sich auf 5 Offiziere und 500 Soldaten.

Aus Griechenland.

Bern, 2.Okt. (W.T.B. Nichtamtl.) Französische Zeitun- fif 11 VffiÜL: i n des venizelistischen BlattesEleutheros

Weber, nach der man Älgemain überzeugt sei, daß, die

Hoffnilngeli auf gin Eingreifen der griechischen Regierung infolge des Widerstandes Himer den .Kulissen zu sichte geworden seien. Weitere Mättermeldungcn bc* logen : G e neral Del l a gr am ma ti c a, dem von König 'Konstantin der Oberbefehl über das 1'. Armeekorps übertragen trotzen ist, hat einen Tagesbefehl erlassen, in welchem er erklärt, daß von seinen 600 Offizieren nur sieben sich Ve- nrzelos angeschlossen haben.

Berlin, 4 Okt. lieber den Stcmdpimkt des Königs von Griechenland heißt es nach verffchiedeneu Morgenblättern in derlcowoie Wveinja". so lange König Konstantin die Geschicke Griechenlands lenkt, ist mit einer Wendung der griechischen Politik zugunsten des Vierperbandes nicht zu rechnen.

-d^ris, 3.Okt. (WTB. Nichtamtlich.)Temps" erfährt /l")en, dw griechische Regierung suche mit allen. Mitteln der Ausdehnung der revolutionären Bewegung JJ 1 /nzuarboiten. Der Marineminister habe die Ber- A^ußstücke der Geschütze auf den bei Salamis liegenden griechi- )chw Kriegsschiffen im Ministerium in Verwahrung nehmen lassen. Uus der Insel Zante hätten sich ähnliche Ausschreitungen wie in Eitras ereignet. Die Fenster des Benizelistenklübs seien einge- j chlagen uitd Demcofftranten und Polizeiboanrte verwundet worden.

Die Kriegswirtschaft Dänemarks.

, Kopenhagen, 3. Okt. lWTB. Nichtamtlich.) Der Finanz- legte l>cute dem Folketing den Finanzgesetzentwurf für 1917/18 vor. Er erklärte dabei, die Ausfuhr Dänemarks gastlichen Erzeugnissen, die im Jahre 1913 5 j 4 Millionen Kronen betragen habe, sei im Jahre 1915 schätzrmgsweise auf 800 Millionen Kronen gestiegen infolge der Ausfflhrsteigerung von Fleisch, besonders Schweinefleisch, Butter lind Eiern. Tie Ausgaben nach dem Staatshaushcckt für 1915 bis 1916 überstiegen die Einnahmen um 70 Millionen Kronen, die größtenteils durch Anleihen gedeckt seien. Im laufenden Jahre würden die Ausgaben des Militärbudgets etiva 100 Millionen betragen. Die Teuerungsausgaben erforderten etwa 30 Millionen Kronen. Für die Jahre 1914 bis 1918 erforderten die Verhältnisse des'Krieges eine gesamte Mehrausgabe von 200 bis 250 Millionen Krvncn. Davon seien noch 100 Millionen Kronen zu beschaffen. Es würde richtig sein, diesen Betrag recht zeitig durch eine Anleihe zu sichern. Wenn er noch keinen dahin­gehenden Vorschlag eingebracht habe, so sei dies geschehen einer­seits, null man nichts über die Dauer des Krieges wisse, der mög lilcherweise unerwartet schnell zu Ende gehen könne, andererseits aber der Staatskasse -aus anderer Quelle sehr große Beträge zu- sließen könnten.

Der Keldzug in Ostafrika.

London, 30. Sept. (WTB.) Das Reutersche Bureau mel det, daß der Feldzug in O st a s r i ka beinahe beendet ist. Das Hauptereignis in dieser Woche ist die Besetzung von Tabora. wo die Deutschen von schwerer Artillerie über eine Front von ungefähr 30 Meilen aus den Stellungen vertrieben wurden. Tie Belgier drangen von zwei Seiten in die Stadt ein, während sich die Deut scheu rasch zurückzogen.

mann frei gegen en und es steift zu erwarten, oag auct? ote Gerne ull<n dem Beisp iel der Dolnanimverwalt ung folgen werden« -rabei darf vorausgesetzt werden, daß die Anordnungen der Forste» behörden, die lediglich inu Interesse einer geordneten Sammel-- tätigleit und eines planmäßigen Aberniens des Waldes getroffen werden, auch beobachtet werden.

Das Sammeln kann durch Auslesen mit der Hand oder ihurch Zusammen lehren der abgefallenen Bucheckern erfolgen. Das Auslesen ist zroar nrühsamer, liefert aber die reinsten Buckieln und erspart spatere Reinigung. Beim Zusammenkehren läßt sich das Imitaufgeraffte Laub usw. durch Sieben nrit weitmaschigen Sieben, auch durch Hochwerfen der zusammengefegten Menge leicht ab- scheiden. Die weitere Reinigung erfolgt durch Auslesen mit dev Hand, wozu dre schon langen Abende verwendet werden können, 'ooer iiack) -oberftächkichem Trocknen durch feinmaschige Flach-- Ruttel- oder TroMmelsiebe, auch durch Getreideremigungs- maschmeii. Tas^ Sammeln sollte möglichst an trockenen Tagen Und Mich an diesen erst erfolgen, wenn der Tau abgetrocknet isft Bucheckern sind leicht dem Verderben ausgc- setzt,' fte müssen trocken und kühl lagern,^am besten auZ luftigen Speichern. Je mehr Feuchtigkeit den Früchten an hastet^ desto modriger nMsen sie aufgeschüttet, desto luftiger muß der Boden gehalten und desto häufiger müssen sie umgeschaufelt, durch- gerecht oder auf sonstige fiDeise dlurchigearbeitet werden. Die Bucheln dürfen überhaupt nicht höher als 20 bis 30 Zentimeter hoch Mlsgeschuttet und müssen zunächst und so lange sie äußerlich feucht sind, täglich ein- bis zweimal, später alle acht bis vierzehn Tage einmal umgeschaufelt werden. Nach einer Behandlung von zwei bis drei Wochen werden die Früchte so weit getrocknet sein- daß sie als lufttrocken an die Sammelstellen eingeliefert iuerbeuj können, Sam mel st e l le n werden öffentlich bekannt ge-

'geben. Nebtm bem Sammler lohn, der nach den örtlichen Verhält­nissen festgesetzt werden muß, ist dem Sammler die Vergünsti- gung zügestanden, daß er ein Viertel der gesamlmelten Menge- tedoch höchstens 25 Kllograniw Bucheckern, zur Herstellung von Qel für den Beda r s 'd e r eigenen Hauswirtschaft ein- vehaltcni darf, während im übrigen die gesammelten Ducheckernj an den Kreisausschuß für Oele und Fette oder an die von ihm bestimmten Stellen abMliefecn sind. Weiterhin ist den Landes- zentralbehörl^n die Zuwendung von . Kilograinm Oel oder 20 Kilogramm Oelknchen ^ oder Oelmehl auf je 100 Kilogramm aus rhjren Gebieten nbgelieferten Bucheckern tzugesjichert worden.

Urrtex den dar gelegten Verhältnissen und bei der großen! Bedeutung, me einer möglichsten Ausnutzung der Bucheckern er ute tut ine Oelversorgung (und Volksernährung zukomMt, erscheint ev nicht nur erwünscht, sondern dringend geboten, daß sich alle Kreise der Bevölkerung in weitestem ilmfang, besonders aber die Schulen rege Und eifrig an dein Sammelgeschäft beteiligen.

Der Seefrieg.

Berlin, 4. Okt. Mit Ausnahme der Zeelandgesellschaft haben, wie dieVoss. Ztg." meldet, alle englisch-hol ländischen Schiffahrtsgesellschaften beit Ver k ehr infolge fortgesetzter Wegnahme der Schiffe durch deutsche Kriegsschiffe einge stellt.

Kopenhagen, 3. -Okt. (WTB.)Nationaltidende meldet aus Kristiania: Die gestern im Eismeer ve rs c n f ten fünf norwegischen Dampfer hatten zusanimen einen Tonnengehalt von 6262 Tonnen und waren für über 5 Millionen Kronen gegen Kriegsgefahr versichert. Wahr scheinlich läßt die Kriegsversicherung hente eine Prämien erhöhung eintteten. Der Verlust Norwegens an Schiffen während des Krieges beträgt bisher 216 000 Tonnen, was 8,14 Prozent des Tonnengehalts der norwegischen Handels flotte bedeutet.

Die russische Dampferverbindung zwischen Bardoe und Archangelsk ist wegen der Tätigkeit der deutschen Tauchboote vorläufig eingestellt worderr

Kopenhagen, 2. Okt. (WTB.) Meldung des Ritzau scheu Bureaus. In V a d s o e (Norwegen, am Barangtzr- fjord) wurden gestern abend 30 Mann von den Besatzun­gen der Bergener DampferHafnia" undHekla" ge landet. Beide Dampfer wurden gestern vormittag vor der russischen Küste, etwa 30 Seemeilen von Kiberg entfernt von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Die Mann schäften wurden in den eigenen Booten von dem Untersee­boot in Sturm und Regen nach Varangerfiord geschleppt.

Berlin, 2. Okt. iWTB.) In der Zeit vom 20. bis 29. September sind in der Nordsee und im englischen Kanal außer den bereits bekanntgegebenen elf englischen Fisch dampfern und vier belgischen Seeleichtern fünfund^ drerßra ferndliche Fahrzeuge mit rund 14600 Tonnen (darunter 27 Fi scher fahr zeuge) durch unsere U-Boote versenkt und 31 Gefangene eingebracht worden.

** Fleisch- Verbrauchsregelung. Eine amt­liche Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Blatte bestimmt u. a.: Für den Bezirk der Stadt Gießen gilt als Fleisch und Fleischwaren 1. das Muskelfleisch Mit eiugewachsenen Knochen von Rindvieh, Schafen und Schweinen (Schlachtviehfleisch) sowie Hühner: 2. das Mus­kelfleisch mit eingewachsenen Knochen von Rot-, Dam-,. Schwarz- urid Rehwild (Wildbret): 3. roher, gesalzener oder geräucherter Speck und Rohfett: 4. die Eingeweide des Schlachtviehs: 5. zubereitetes Schlachtviehfleisch und Wild­bret, sowie Wurst, Fleischkonserven und sonstige Dauerwaren aller Art.

Vom Fleische losgelöste Knochen, Euter, Füße, mit Ausnahme der Schweinepfoten, Flecke, Lunge, Därme (Ge­kröse), Gehirn und Flozmaul. ferner Wildaufbruch ein­schließlich Herz und Leber sowie Wildköpfe gelten nicht als Fleisch und Fleischwaren.

Fleisch und Fleischwaren dürfen entgeltlich oder unent­geltlich an Verbraucher nur gegen Fleischkarte abgegeben und vom Verbraucher nur gegen Fleischkarte bezogen wer­den. Dies gilt auch für die Abgabe in Gast-, Schank-, und Speisewirtschaften sowie in Vereins- und Er­frischungsräumen und Fremdenheimen.

Die Fleischkarten sind nicht übertragbar. Nach Maß­gabe der zur Verfügung stehenden Fleischmengen wird bekannt gegebsn, welche H ö ch st m e n g e a n F l e r s ch und Fleischwarcn aus die Fleischkarte bezogen werden darf und mit welchem Gewicht die einzelnen Arten von Fleisch und Fleischwaren auf die Höchstmenge anzurechnen sind. Die Fleischkarten geben keinen Anspruch auf die Abgabe von Fleisch; die Abgabe erfolgt nur dann, wenn Fleisch vorhanden ist. Ist dies der Fall, so darf die Abgabe gegen Barzahlung und Ablieferung der entsprechen­den Fteischmurken rricht verweigert werden. Die Derbrauchs­regelung erstreckt sich auf Selbstversorger. Als Selbstver-

oder Ausübung der erbrauch im eigenen

Aus dem Retche.

Der Verkauf von Sauerkraut.

B e r l i n, 3. Okt., (WTB.) Die Kriegsgesellfchast für S a u er - kraut erinnert daran, daß die von .ihr festgesetzten Höchst Preise für den Verkauf von Sauerkraut am 1. Oktober in Kraft getreten sind. Danach darf in Ladengeschäften Sauerkraut nur iroch zum Preise von höchstens 16 Pfennig das Pfund verkauft werden HebersckMeitun gen dieses Preises werden mit Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre mrd 10 000 Mark Geldstrafe oder einer dieser beiden Straefn geahndet.

O

Berlin, 3. Okt. (WTB.) Die für heute anberaumte Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages wurde ver- choben. Der Hauptausschuß nimmt voraussichtlich übermorgen die am Samstag abgebrochenen Beratrmgen wieder auf. Wie von Uns angekmrdigt nxrr, wurden an den vergangenen sitzungsfreien Tagen streng vettrauliche Verhandlungen mit der Regierung ge­pflogen. Die Verhandllmgen, zu denen mir geladene Mitglieder Und keine Zuhörer Zutritt haben, gehen heute weiter. Man hofft, ie heute zu beendigen.

Au» Stadt «nd Land.

Gießen, 4. Oktober 1916.

Sammeln und Behandlung der Bucheckern zur Oelgeminnung.

Tie Bucheckern sind jetzt so weit herangereift, daß inft dem Saw^meln begonnen und diese in der KriegZzeit doppelt willkoM- inicne Gabe der Natur eingebracht ^oerden kann. Jeder Zent­ner Bucheln, der gesammelt und zur Oelgewinnung abgeliefert! wird, Liefert 10 ^iter Po r t r e f sl iche s (Speiseöl 5 0 Pfund Oelknchen. Es gilt nun in den nächsten Wochen besonders nach der Kartoffelernte die Bucheln möglichst rest­los in rftrter Beichaff<mheit cinzubringen. Der Hauptabfall der ausgereiften mrd besten Bucheckern fällt mit dem Abfall des Laubes zusammen. Daim heißt es rasch sammeln, well längeres Liegen im Walde den Geschmack des Oeles kecinträchtigt.

Um das Samnreln in weitestem Umfang zu ermöglick)en. ist iiv Dom«rn.ralwavb das Samelir der Bucheln für jeder-'

sorger gilt, wer durch Hausschlachtun

Jagd Fleisch und Fleischwaren zum T .....

2 shalt gewinnt Näheres siehe Bekanntmachung ** 61 i f t u tt g. Ein hiesiger Bürger und seine Ehefrau, die nicht genannt sein wollen, überwiesen zum ehrenden Ge­dächtnis an ihren für das Vaterland gefallenen Sohn der Stadtverwaltung den Betrag von 20 000 Mark. Die Zinsen dieses Betrages sind zugunsten von hilfsbedürftigen Witwen und Abkömmlingen im gegenwärtigen Kriege gefallener Gießener Einwohner zu verwenden. Dieses hochherzige Bei­spiel berdient wärmste Anerkennung und Nachahmung.

Aufhebung derZwetschenbes chlagnahme. Von der Landesobststelle wird uns geschrieben: Durch die Zeitungen geht die Notiz, daß infolge der Aufhebung dev Zwetschenbeschlagnahme der Handel mit Zwetschen wieder frei ser. Für das Großherzogtum Hessen aelten fedoch die Einschränkungen, welche die Landesobftstelle im Interesse eines geregelten Absatzes getroffen hat. Darnach dürfen Händler, die üicht im Besitze einer Aufkäuferkarte der Lan- desobststelle sind, überhaupt, kein Obst, also auch keine Zwet­schen aufkaufen. Auch die Aufkäufer des Krieasernährmrgs- amtes oder der Marmeladefabriken sind ausgeschlossen. Pri­vatleute können Zwetschen gegen Bezugsschein beziehen. Letzteren stellt die Bürgermeisterei des Wohnortes des Emp­fängers der Zwetschen (Käufer) aus. Gewerbliche Betriebe, wie z. B. Obsthaudlungen, Konditoreien usw. dürfen keine Bezugsscheine benutzen. Deren Bedarf an Zwetschen ist entweder durch die betreffende Gemeindeverwaltung oder unmittelbar bei der LandesobstfteUe zu bestellen.

** Milch dieb. In letzter Zeit ist es häufig vorge- konrmeu, daß auf den Straßen stehende Milchkarren ihres Inhaltes beraubt wurden, ohne daß es bisher ge- ttlngen wäre, des Täters habhaft zu ivierden. So wurde am 2. Oktober vormittags gegen 10 Uhr wieder von einem Karren, der Ecke Löwengasfe-Bahnhofstraße stand, ein Paket, das für einen Soldaten besttmmt war und Kuchen usw. ent­hielt, und die AdresseSeewehrmann Jakob Haas, Wil­helmshaven" ttug, entwendet. Wer über die Person des Diebes, offenbar kommt immer ein und derselbe in Frage, irgendwelche Angaben rnachen fomt, wird ersucht, dies der hiesigen Kriminalpolizei mitzuteilen.

** Eine Neuregelung der Post- und Telegra-« phen gebühren in Oesterreich, Ungarn und Bosniew Herzegowina findet bekanntlich zum 1. Oktober statt. Im Aw schluß daran ist auch im Telegrammverkehr Deutschlands mit den letztgenarmten beiden Ländern infolge der Zahlung von Durchs gangsgebühren an Oesterreich eine Tarijänderung nötig geworden. Vom 1. Oktober ab beträgt die Wortgebühr für Telegramme nach Ungarn und Bosnien-Herzegowina 8 Pfg. (statt bisher 7 Pfg.l