Ausgabe 
3.10.1916 Erstes Blatt
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Mn Fuße der BelasicaPlanina Pattonillangefechte nahe des Dorfes Porvy, die einen günstigen Ausgang für uns nahmen An der Slrumofronl gelang es feindlichen Batail­lonen, die unter dem Schutze eines orkanartigen Feuers vovrückten, die Dörfer Karadschakocj, Jenikoei und Nevolen zu besetzen. Durch Gegenangriff versagten mir den Feind aus den beiden letzgen-ann!- ten Dörfern und Marsen ihn Mieder bis in seine früheren Stel­lungen zurück. Der Kampf bei Karadschakoej dauert an.

An der ägäischen Küste beschoß die feindliche Flotte ohne Er­folg die Höhe nordöstlich des Dorfes Orfano.

Rumänische Front: An der Donau bei Rahova (zwischen Rustschuk und Dutrakan) brachte der Feind auf Fahrzeugen mehrere Bataillone auf unser Ufer. Es sind Maßnahmen getroffen worden, den Gegner anzugreifen und ihn zu verjagen. .

In der Dobrudscha verlachten zwei russische Divisionen zweimal gegen unsere Truppen auf der Linie BeschaulAmzatscha Topraisar vorzugehen, tvurde aber zum Rückzug unter unserem Artillerie- und Jnfanteriefeuer gezwungen.

An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe.

Ein Fliegerangriff auf Sofia.

Sofia, 1. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Luftangriff aus S o f i a hat infolge der guten Abwehrmaßnahmen mit einem voll- st ä in d i g ein Mißerfolg geendet. Sobald das Nahen des Fliegers gemeldet war, wurde die Bevölkerung durch Glockenläuten gewarnt und es stiegen drei Fokker auf. Ein Kampfflugzeug mit dem Feldwebel Wagner auf Fokker flog dem Feinde entgegen irrrd stellte ihn nahe der Stadt, während die Abwehrbatterien durch ununterbrochenes Sperrfeuer den Durchbruch des Feindes nach der Stadt verhinderten. Es entspann sich zwischen Wagner und dem Franzosen ein erbitterter Kampf, welcher mit dem Rückzug des Feindes endete. Wagner verfolgte den Feind bis zum Balkan, wo der Feind infolge zahlloser Treffer in dem Flugzeug, insbesondere auch in dem Benzinbehälter bei dem Dorfe Smoge nieder gehen mußte. Die Besatzung, bestehend aus einem französischen Offizier irrrd einem serbischen Offizier als Begleiter, wurde unverletzt ge­rangen. Das Flugzeug ist ein französischer Doppeldecker modernster Bauart. Der Franzose zollte der Geschicklichkeit und Kühnheit des deutschen Fliegers die höchste Anerkennung.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 1. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amt­licher Bericht.

Kaukasus-Front: Auf dem rechten Flügel hatte ein überraschender Angriff, den unsere Ausklärungspatrouillen gegen das feindliä^ Lager cmsführten, Erfolg. Auf dem linken Flügel schlugen unsere Aufklärungspa ttouillen überlegene feindliche Streit­kräfte, die sich näherten, zurück und erbeuteten eine Anzahl von Waffen und Grabenkampfwerkzeugen. Kein wichtiges Ereignis von den übrigen Fronten.

Unsere an der galirischen Front kämpfenden Truppen schlugen tapfer und nach einem erbitterten Kampfe, der den ganzen 30. September andauerte, einen heftigen Angriff, den die Russen mit frischen, unseren vielmals überlegenen, ganz kürzlich heran­geführten Kräften unternommen hatten, ab. Es gelang den Russen anfangs, einmal bei Novo Grobla, das andere Mal nördlich Molhow, in vorspringende Teile unserer Gräben einzudringen, sic wurden aber daraus infolge eines Gegenangriffes unserer Truppen geworfen, die unsere Stellungen vollständig vom Feinde säuberten ihm 80 Gefangene abnahmen. Dieser Angriff war von dem Feinde, der ganz frische Truppen herangeführt hatte, mit wuchtiger Kraft ausgeführt worden. Die Tatsache, daß er so abgeschlagen werden konute, ist von besonderer Wichtigkeit.

Der §eekr!eg.

Kristia-nia, 2 Okt. (WTB^ Aus Vadsö wird ge­meldet: Die norwegischen Dampfer FS innen" (1925 Ton­nen) undR a u m" (1260 Tonnen) wurden von einem deut­schen Tauchboot vor der Murmanküste versenkt. Die Be­satzungen wurden gelandet.

London, 2. Okt. (WTB.) Lloyds meldet aus Fal- mouth: Die englischen SegelschiffeW i l l i a m George" (151 Tormen) undPear l", ferner das norwegische Segel­schiffE m a n u e l" (246 Tonnen) sind versenkt worden. Die Besatzung desPearl" wurde gelandet.

Der feindliche und der deutsche Heeresbericht.

Reuter-Meldungen hatten die Behauptung aufgestellt, der deutsche Heeresbericht sei knapp und dürftig und ver­schweige einzelne Kampfhandlungen ganz. Dem stellt die Nordd. Allg. Ztg." folgende interessante und überzeugende Feststellung gegenüber:

Die Iampffvont der Engländer beträgt 135 Kilometer, die der Foaivz-osen 530, die der Russen 4400, die deutsche Westfront 700, die Ostfront 1400 .Kilometer, von denen etwa 400 Kilometer den österreichisch-wngarischen Truppen Anfällen. Die deutsche Front ist also 1700 Kilometer lang. Die unseres österreichisch- ungarischen Bundesgenossen hat unter Hinzurechnung der Kampf- fvont gegen Italien eine Ausdehnung von etwa 900 Kilometer. Bei dieser Berechnung lassen -vir die rumänische und die maze­donische Kampffront außer Betracht, weil über ihnen noch der Schleier des Geheimnisses in Bezug auf die Kräfteverteilung iiN Einzelnen liegt. Tie angegebenen Zahlen beziehen sich also nur auf das Kampfgebiet gegen Frankreich, gegen Rußland und gegen Italien. Wie kümmerlich nehmen sich die 135 Kilometer der Eng­länder gegen die 1700 Kilometer deutsche Frontbreite aus! Auch unser östcrreich-ung arischer Verbündeter, dem man die Kampfkraft so gern absprechcn möchte, übcrtrifft mit seiner 900 Kilometer langen Kampffront selbst die des ftanzösischen Heeres um ein ganz Erhebliches. Wollten wir die deutschen Heeres­berichte .nach Reuterschem Wunsch abfassen, so würden täglich für den Heeresbericht ganze Zeitungsseiten beansprucht werden, um jede Gefschtshandlung zu erwähnen. Wie gern täten wir es, wie gern verkündeten wir der Welt, der Heimat und unseren Truppen von jedem der täglichen Heldenkärnpfe unserer Truppen in dem ausgedehnten deutschen Kampfgebiet! Es ist klar, daß es nicht geht. Ter englische Heeresbericht, der nur über eine Fvontbreite von 135 Kilometer zu melden hat, kann es sich gestatten, jeden kleinen Kampf zu erwähnen. Dazu erscheint er auch mehrmals am Tage, der deutsche Heeresbericht aber nur einmal. Was der deutsck-e Heeresbericht kurz zusammenfaßt, das zieht der englische, der französische, der russische Heeresbericht jeder für sich an seiner Stelle in die Breite, und auch der belgisch? holt sich Zuweilen mühsam einen Brocken heraus.

Man kan also nicht vertan gen, daß unser Heeresbericht die Einzelheiten der feindlichen bringt. Wer das Wesentliche wissen und sich durch kleine Ereignisse nicht den Blick für die entscheidenden Ver­hältnisse trüben lassen will, dem empfehlen wir, schon der Zeit­ersparnis halber, den deutschen Heeresbericht.- Wir wollen die eng­lischen Heeresberichte nicht allgemein als unglaubwürdig hinstelleu: notwendig ist es aber, wenn inan sie nrit dem deutschen Heeresbericht vergleicht, daraus hinzuweiisen, daß sie auch den kleinsten Er­folg verzeichnen. Denn das erfordert angeblich ihre Genauigkeit. Gckk/t der Erfolg wieder verloren, oder wird ein entsprechender kleiner Mißerfolg erlitten, so geht mian darüber hinweg. Entweder, um sich mit suchen .Kleinigkeiten nicht zum zweitenmal zu beschäftigen, oder weil es dann die Großzügigkeit so fordert.

llriegsbriefe vom rumänischen Kriegsschauplatz.

Telegramm unseres zum rumänischen Kriegsschauplatz entsandten Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verböte?-'. ?

Die rumänische Niederlage bei Hermannstadt.

Deutsches Kriegspressequartter Süd oft, 1. Okt. Die Schlacht bei Hermannstadt hat zur vollständigen .Scnckeruim des Gebietes von den über den Roten-Turnv- .Paß vor 6 Wochen eingedrungenen feindlichen Kräften ge-

sührt. Ich war gestern auf dein von uns besetzten Pas; urrd konnte den Ausflug bis jenseits der seitherigen rumäni­schen Grenze ausdehnen. sah toll aus auf der Paßstraße, ivo die Rumänen bei regelloser Flucht einen guten Teil ihres Trosses verloren haben. Aus wild verfahrenen, teil­weise umgestürzten Wagen quillt neben Kriegsbedarf jeder Art mannigfaltiges, in Siebenbürgen geraubtes Privat­eigentum hervor. Fortgetriebenes Vieh und Pferde irren in Massen regellos umher. Die Rumänen hatten vor dem Paß bis südlich Hermannstadt in einer Brückenkopfstellung starke Kräfte untergebracht, die sich abwartend verhielten, auch in die von Ungarn geräumte Stadt nicht hinemgiirgen. Sie sahen sich zu Beginn der letzten Woche von deutschen und deutsch-ungarischen Truppen, die ans Westen und Nord­westen vorstießen, scharf angegriffen. Die Rumänen leisteten entschlossenen Widerstand, wurden indessen durch den wuch­tigen Anprall unserer StoAruPpen in der Ebene Ortschaft um Ortschaft, in den Bergen Kuppe um Kuppe zurück- gedrückt. Mitte der Woche rückten ungarische Truppenteile, zu deren Gefechtsabschnitt die Stadl gehörte, in diese ein. Ungefähr gleichzeitig sahen sich die Rumänen völlig uner­wartet auch in der östlichen Flanke angegriffen. Neue deutsche und ungarische Tr-uppen hatten sich im Tal der Alt znttschen sie und die rumänischen Tritt Pen bei Kronstadt eingeschoben. Noch hielten sie stand, da stellte sich am Donnerstag heraus, daß nunmehr nahezu unerklärlicher­weise auch in ihrem Rücken aus den Bergen am Paß deutsche Truppen erschienen und im Begriff standen, die Rückzugsstraße nach Rumänien abzuschneiden. Die Gefahr vollständiger Einkesselung war damit in bedrohlichste Nähe gerückt. Die Rumänische Führung suchte den unaufschiebbaren Rückzug durch energische Vorstöße Kegen Norden zu decken, wo neuerdings heftige Gefechte stattfanden, sah sich aber unaufhaltsam auf den Paß geworfen. Der Rückzug wurde zu wilder Panik. Das fahrbare Material wurde mit geschilder­tem Ergebnis bei fortwährendem Kampf gegen die durch die Berge vordringenden Deutschen, teilweise auch auf Nebenwegen in Richtung auf Südosten nach Möglichkeit abgebracht. Die Infanterie warf angesichts der Verstopfung der Paßstraße Tornister, Mäntel, Munition, vielfach auch Gewehre weg und sucht nun durch Wälder abseits des Passes über den Gebirgsgrat zu entkommen. Das volle Ergebnis der Schlacht und der Verfolgung ist materiell noch nicht zu übersehen. Die Gefangenen werden in Gruppen ver­schiedener Stärke ununterbrochen zahlreich eingebracht. Die stärkste Einzelgruppe war bisher ein geschlossenes Bataillon des Bukarester ersten Grenzregiments.

Adolf Z i m m e r m a ii n, Kriegsberichterstatter.

m% hm OMr.

Auswüchse iu den Lichtspielhäusern.

Auf die Anfrage Nr. 23 des Reichstagsäbg. Dr. Wer­ner (Gießen) hat Staatssekretär Dr. Helsserich wie folgt geantwortet:

Die in der Anfrage von den Darstellungen in den Lichtspiel­häusern gegebene Schilderung kann als allgemein zutreffend nicht erachtet werden. Seit Ausbruch des Krieges ist von den zuständigen Behörden darauf gehalten worden, daß die Aufführungen iii_ den Lichtspielhäusern dem Ernste der Zeit und dem vaterländischen Empfinden der Bevölkerung gerecht rvurd-en. Stücke, die hi die gegenwärtige Zeit nicht passen, sind von der Ausführung ausge­schlossen worden. Den dahingehenden Airorduungen der Behörden ist im wesentlick-en auch entsproüjen worden. Wenn dies, was nicht verkannt iverden soll, vereinzelt nicht geschehen ist, so ist der Weg der Beschwerde an die Aufsichtsbehörde gegeben, die bei berechtigten Klagen Abhilfe geschafft hat und schaffen wird.

Was die bildlichen Anpreisungen der Lichtspielhäuser anbetrisft, so ist zuzngeben, daß aus diesem Gebiete Mißstände bestehen, denen gegenüber Anordnungen geboten erscheinen.. Solche sind auch, zu­nächst für Groß-Berlin, getroffen worden. Von den Erfahrungen, die mit den neuen Bestimmungen gemacht werden, tvird es ab- hängen, ob sich diese zur allgemeinen Einführung eignen.

Im übrigen steht die Aufsicht sowohl über die Ausführungen in den Lichtspielhäusern, rvie über deren Rellamewesen ausschließ­lich dein Landeszentralbelwrden und den diesen Nachgeordneten Be­hörden zu. Der Reichsleitung ist ein unmittelbarer Einfluß hier­auf nicht gegeben:.

Graf Zeppelin zur Kriegsanleihe.

Ich habe das unbedingte Vertrauen zur Klugheit des deutschen Volkes, daß es jetzt am wenigsten säumen wird, seine Ersparnisse in der vorteilhaften Kriegsanleihe anzu­legen, wo es sich darum handelt, dein Heere die Mittel zur Ausfi'lhrnng von den endlichen Sieg bringenden Unterneh­mungen vollends zu gewähren. Eingedenk, daß ohne Millio­nen kleinster Quellen kein mächtiger Strom sich bildet, wird kein deutscher Mann und keine deutsche Frau die geringe Mühe scheuen, diese Pflicht zu erfüllen. Wenn ich'an Ech­terdingen denke, bin ich des Erfolges gewiß. Graf Zeppelin."

Frau v. Hindeuburg bei der Kaiserin.

Neues Palais, 2. Okt. (WTB.) Zur Mittagstafel bei der Kaiserin war die Gemahlin des Generalfew- mavschalls v. Hindenburg geladen.

*

Berlin, 2. Okt. (WTB.) Die nächste Sitzung des Reichstages findet nicht, wie ursprünglich beabsichtigt lvar, am 5. -Oktober, sondern erst Mittwoch, denll. Ok­tober, statt.

Berlin, 2. Okt. (WTB.) Die Reichs eierstelle hat mit Genehmigung des Kriegsernährungsamts angeordnet, daß vom 1. Oktober bis zum 21. Oktober an die versor- gungsberechtigten.Verbraucher nicht mehr als zwei Eier abgegeben werden dürfen.

Ans Stadt rrssd Land.

Gießen, 3. Oktober 1916. Hausschlachtungen.

Die seit Beginn des Krieges langsam zunehmende Fleischknapp­heit bat zu einer immer größeren Beliebtheit der Hausschlachtungen geführt. Familien, die früher niemals geschlachtet hatten, gingen dazu über; in besonders starkem Maße faeden Hausschlactstuitgtfrt im Winter 1915/16 statt. Im Interesse unserer Viehbestände wur­den bei Einführung der Reichssleiichkrrrte auch einheitliche Bestim­mungen für das ganz« Reich für Haussch lachten gen getroffen. Für die Frage, in -velchem Umfang Haus sch l achtu n gen gestattet werden sollen, waren folgende Erwägungen maßgebend. Ein I nteresse der Allgemeinheit an Hausschlachten gen besteht Er insofern, als durch die Hausschlachtungen uuid die damit verbundene Bevorzu­gung der Selbstversorger vor den übrigen Fleischverbrainhern ein Anreiz zur Aufzucht imb Haltung einer größeren Anzahl Schweine, als sonst zu er-varten wäre, gegeben wird: es wird also eine ver­stärkte Sch weine« uszucht und damit eine Vermehrung! der Fleischvorräte ««strebt. Dagegen hat die Allgemeinheit, wenn! nicht gleichzeitig eine Vermehrung der Tierhaltung eintritt, durch- taus kein Interesse daran, drß einzelne sich in bevorzugter Weise mit Fleischvorräten versehen und so die d» Allgemeinheit zur Ver­fügung stehenden Mengen schmälern. Erfahrungsgemäß läßt sich eine Vermehrung der Schweinehaltung ohne Aufwendung beson.- derer Krastsuttermittel am leichtesten in den Haushaltungen kleiner Leute erreichen, die in der Lage sind, die Schweine für ihren Be­

darf im wesentlichen mit den Abfällen ihres Haushaltes selbst aufzuziehen und zu mästen. Aus diesen Gesichtspunkten heran-S ist. in den Bestimniungen über die Regelung des Fleijchverbrauche vorgeschriebe», daß als Selbstversorger nur der auzusel-en ist, der für den eigenen Bedarf Schweine mästet und sie zur Zeit der Schlachtung mindestens sechs Wochen in seiner Wirt­schaft gehalten hat. Es genügt also nicht, daß man sich ein Schwein kaust und es einem andern zur Aufzucht und Mästung übergibt (sogenanntePenfionsfch-veinech, wie dies in zahlrercheu) Fallen gefächen ist. Vielmehr ist erforderlich, daß der Eigentümer das Schwein in seinem eigenesti Haushalt, in dem es zur Fleischverscwgung Verwendung finden soll, hält und mästet, ja es wird sogar verladt, daß eine unmittelbare per n- l i chb Betätigung des Eigentümers oder seines .Haushaltsangehörigen bei der Haltung undM ä - ftung d er Schweines erfolgt. Manche .Hoffnung auf ein ver­gnügtes Schlachtfest wird daher in den Städten cmsgegeben wer­den urAsseu! .

Die Vorteile bei der Haus schla chtung sind fol­gende: Selbstversorgern wird bei dem ersten Schweine, das sie innerhalb eines jeden Jahres, gerechnet vom 2. Oktober 1916 ab, schlachten, das Schlachtgewicht nur tzur Hälfte und bei jedem weiteren Schwein das Schlachtgeivicht nur zu 3 /s auf die Fleisch­karte an gerechnet. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß Selbst­versorger 250 Gramm Fleisch für die Person und Woche fürftich verwenden dürren. Wünschen sie, ioie das wohl meist der Fall sein wird, regelmäßig auch frisches .Fleisch vom Metzger zu be­ziehen, so erl-alten sie halbe Fleischkarten für jede Person des Haushalts und es werden nur 150 Gramm für die Person und Wache auf die durch Hausschlachttmg gewonnenen Vorräte ange- rechnet: die Vorräte müssen in diesem Falle also länger halten. Wer die Hansschlachtung eines Schweines, Rindes oder Kalbes über 6 Wock-en vorzuuelmien beabsichttgt, hat folgendcr- maßen zu verfahren. Er muß unter Vorlage der Bvotmarrenaus-' weiSkarte einen Anttag nach Formular auf dem städtischen Lebens­mittelamt, Ostanlage 39, stellen und dabei unter anderem das tcbent-Kewiä-t des zu schlachtenden Tieres durch einen Wicg- fch.'in Nachweisen, lieber diesen Anttag entscheidet des Kreisamt: ohne dessen schriftlich^ Genehmigung darf die Hausschlachtnng nickt vor genommen werden. Nach cftolgter Schlachtung ist das Schlachtgewicht durch. Wiegschein dem städttschen Lebens- mittclamt zur Vornahme der oben angegebenen Anrechnung auf die Flcischlarten nachzuweisen; etlva bereits zuviel eöhalteng Fleischmarken sind zurückzugeben. Der Zeitpunkt, bis zu dem infolge der Anrecknmng der Fleischvorräte eine Beschränkung bei der Ausgabe der Fl Tischkarten stattzufinden hat, wird dann dem zuständigen Bvöluurrkenbezirk zur Beachtung mitgeteilt. Hans- scklachtungen von Kälbern unter 6 Wochen, Schafen und Hühnern (Halme und .Hennen» sind zwar nicht genelMigungspflichttg, sie müssen aber binnen 48 Stunden dem städttschen Lebensmittelamt zur Anrechnung aus die ,Fleischkarte an (gezeigt werden. Das 'Schlachtgewicht ist durch einen Wiegesch-ein nackHuweisen: bei Hühnern nnrd ein Tuwchschnittsgelvicht von 409 Gramm, bei jungen Hähnen bis zu }/% Jahr ein Durchs chnitts ge wicht von 200 Gramm angenommen.

sehnliche Vorteile wie bei den HaUsschlachttmgen sind mit der Ausübung der <5 b verbunden. Selbstversorger, die Fleisch von Rot-, DaM-, Schwarz- öder Rehwild (Wildbret­dur ck Ausübung der Jagd gewinnen und- int eigenen Haus­halt vemonden, haben binnen 48 Stunden dem Städtischen Lebensmittelamt das Gewicht des Wildbrets abzüglich der Decke oder Sch.varte anz.uzeig>cn und die entsprechende Anzahl Fleischmarken ftbzuliesern. Jede Fleischmarke wird hierber ständig mit 5 0 Gramm gerechnet. Anders ist dies jedoch, wenn ein Jäger Wildbret an nicht zu seinem Haushalt gehörige Personen entgelt­lich oder unentgeltlich abgibt. Er mUß z'rvar auch Fleischmarkcn abnehinen und binnaiz 48 Standern an ,das Städtische Lebens- nttttelamt einsendni, die Fleischmarken gelten aber nicht schlecht-- hin 50 Gramm, sondern für ihren Wert sind die von dem Ober- bürguaneisler über die H lchst verbrauchsmenge Und die Anrechnung von Wildbret uns die Fleischnurrßen für die laufende Woche jeweils getroffenen Bestinrmungen maßgebend. Die Marken werden mit anderen Werten in gleicher Weise angerechnet wie bei dem Kaufe von Wildbret bei denr Wildbrethändler.

Für die laufende Wock>e haben die Fleischmarken nach der bereits erschienenen Bekamrttnachimg für Wildbret einen Wert v on 30 Gramm.

Prinzessin-Elisabeth GedächtniS-Spende. Bei der diesjährigen Verteilung der Zinwn der Vrinzessin-Elisa- betli-Gedächtnis-Spende haben die Meinkindcrschnlen zu Alsbach, Br«rkhardtsfelden, Bunbach, Framersheim Heuchelheim, Homberg a. d. Ohm, Pfeddersheim, Reiskirchen, Rödgen bei Gießen und Stockstadr a. Rh. Zicwendungen erhalten. Gesuche um eine Beihilfe ans der Pl-inzesfiu-Elisaheth-Gedächtnis-Spende sind je­weils bis spätestens 15. August rm die Großherzogliche Kabinetts- Direktion in Darmstadt zu richten.

** Auszeich n u n g c n. Dein hiesigen Kausmonn Jakob Hei l b r o n n e r, der bei dein 14. Ponnnerschen Res.-Jnsant.-- Regt. st ehr, wurde vor versammelter Mannschaft von dem Divi- ft'oiis-KoiNluaiideclrdas Ei lerne Kreuz persönlich ailgeheitet. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde dem Vizefeldwebel G l a t t h a a r von hier verliehen. Glatthaar trat als Lkriegs- feeiivilliger ein und mar bereits mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der Tavierkeitsmedaille ausgezeichnet. - Dem Schreiner­meister Karl Schäfer, z. Zt. Uuieroffizier im Inf.-Regt. 334, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, nachdem er im Herbste d«s vorigen Jahres die TapierkeitZmedaille erhalten batte.

** (£ i n Nachtrag zu der Bekannt m! a ck u n g betreffend Beschlagnahme baumwollener Spinnstoffe und Garne (Spinn- >un d Webverbvt) (Na. W. II. 1700/2. 16. K. R. A. und IV. II. 5700/4.16. K. R. A.) tritt am 1.10.1916 in Kraft. Durch den Nachtrag wird den Reibereien, Spinne reim, Webeveim nsw. di« ihnen bisher gewährte fTrmächttgung entzogen, , die bei ihnen, »anfallenden F ä de n als P n tz b a n m w o l l e für deir»arij Uwes eigenen Betriebes M verwenden. Sämttiche Fäden sollet vielmehr künftig der Aktimgesellschast zur Verwcrttmg von Stoffe abfällen, Berlin W. t Bellevuestr. 12a, zu fließen: jedoch wird den Händlern das Samineln der Fäden gestattet. Erst Mengen von 2000 kg an sind der Aktimgesälschaft zirr Bettvertnng von Stoff- abfälleic airzubieten. Außerdem ist die den Baumwollspin­nereien bis auf Widerruf erteilt gewesen« Erlaubnis. Bcrmn^ wollabfälle ohne Beleg schein oder Fwcigabeschein ans'Vorrat zu verspinnen, widerrufen worden. Ter Wortlaut des Nachtrags ist in heutiger Nummer be3 Gießen er Anzeigers abge- »drtuckt und arn Bür-epmeiftereigebände dahier einzüsehen.

** K r i e g S f li ck st u b e. Seit einer Reihe von Jahren kommen während des Winters an einem Abend der Woche die bedi'iritigen Frauen der verschiedenen Gemeinden unserer Stadt zu­sammen. um ihre schadhaften Sachen unter Aufsicht und Hilfe einiger Damerc auszubessern. Es werden ihnen dazu die Flicken gestellt. Diese segensreiche Arbeit luitö in diesem Jahre sehr er­schwert durch die Knappheit und die hohen Preise der Stoffe. Daher ergeht an die Hausfrauen die Bitte, mit dem Entbehrlichen aus dem Vorrat der gebrauchten Wäsche und Kleidliugsstücke, be­sonders bunter Bettlväsche, die Flickabende zu unterstützen. Sachen nimmt in Empfang Fresi Professor Gisevius, Schriftführerin des Fracienvereins der Matthällsgeineinde.

** R i ch t p r e i s e für S a u e r k r a u t. Demnächst werden die von der Kriegsgesellschaft für Sauerkraut zu Berlin festgesetzten Richtpreise für Sauerkraut amtlich veröffentlicht werden. Der Richtpreis lür Sauerkrallt beim Absatz au. den Verbraucher ein­schließlich handelsüblicher Verpackung ist lnerlrach aus 16 Pfennig für das Pfund festgesetzt. Die tteberschreitung der Richtpreise wird gemäß § 5 der Bundesratsverordnung vom 23. Jllli 1915 straf­rechtlich verfolgt.

" D e r Z a h l k a r t e >l v e r k e h r v o in F e l d e ist auf die mit Genehmigung der zuständigen Militärbehörden iin Kriegs«ebiets von Deutschen einaeriehtetHn Marketender- und sonstigen Wirtschaiks- betriebe einschließlich der Feldbuchhaildluugen ausgedehnt worden. Zur schnelleren Abwickelung von Zahlungen empfiehlt sich für die Postscheckkunden, bei Lieferungen an diese Betriebe ihren Sendungen Zahlkarten beizufügen, auf denen die Kontonummer, der Name