Nr. 232
Der Tletzener Anzetaer
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Kreisblatt
für den Kreis Gietzen.
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166. Jahrgang
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General-Anzeiger für Oderheffen
Zwillingsrunddruck u.Verlag: vrühl'sche Univ.-Such. u.Steindruclerei R.Lange. Schristleitung. Seschäftzstelle ».Druckerei: Schulstr. r.
Dienstag. 3. Oktober 1916
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vantoerkehr: Sewerbebank Gießen
Neuer Angriff von Marinelustschiffen aus England.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Nupprecht von Bayern.
Auf dem Schlachlfelde nördlich der Somme Vicder ein G r o tz k a m v f t a g ! Auf über 20 Kilometer breiter Front zwischen Thicpval und Rancourt brachen die Engländer und Franzosen nach äußerster Steigerung ihres Vor- bereitungsfeuers zum Angriff vor. Vielfach erfuhren sie bereits durch unsere gut geleitete Artillerie blutige Abweisung. Eingedrungcne Abteilungen unterlagen in erbittertem Nahkampf unserer unerschütterlichen Infanterie. Hart nördlich der Somme wurde ein französischer Teilangriff abgeschlagen.
Die Schlackt dauerte die Nacht hindurch fort und ist noch in vollem Gange.
Südlich der Somme teilweise lebhafter Artilleriekampf.
HeeresgruppedesDeutschenKronprinzen.
Nördlich von Le Mesnil (Champagne) brachte eine deutsche Erkundungsabtcilung auf einer gelungenen Unternehmung einen Offizier, achtunddrcißig Mann gefangen ein.
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Militärische Anlagen von Calais wurden von einem unserer Luftschiffe angegriffen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Westlich von Luck nahm die Feuertätigkeit ständig zu. Ansätze zu feindlichen Angriffen erstickten in unserem Sperr feucr. Auch die Versuche der russischen Artillerie, die Infanterie durch ihr auf die eigenen Schützengräben gerichtetes Feuer vorzutreiben, änderten hieran nichts. Bei Wojnin entspannen sich kurze Nahkämpfe.
Der von Generalleutnant M e l i o r geführte Gegenstoß führte z.rr Wrcdereroberung der von den Russen am 30. Sep- der genommenen Stellung nördlich der Graberka. Der Feind ließ über fünfzehnhundert Gefangene in unserer Hand. Seine Versuche, uns wieder zurückzuwerfcn, sind ebenso wie seine erneuten Angriffe beiderseits der Bahn Brody— Lemberg gescheitert, wo überzweihundertGefangene eingebracht wurden.
Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Der Kampf nahm östlich der Z l o t a L i p a um geringe, von den Russen gewonnene Stellungen seinen Fortgang.
Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.
Beiderseits der Gr.Koket haben die Rumänen Gelände gewonnen. Bei und nördlich von O rso v a hatten Angriffe unserer Verbündeten Erfolg. Im Hoetzinger (Hat- szeger)-Gcbirge wurden feindliche Angriffe beiderseits des Strell (Sztrigy)-Tales abgeschlagen, die O b o r o c a - H ö h e wurde von österreich isch-ungarischen Trup p e n genommen.
Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Südlich von B u k a r e ft hoben feindliche Truppen auf dem rechten Donauufcr Futz gefaßt.
Südlich von Topraisar wurden Angriffe des Gcg ners abgewiefen.
Mazedonische Front.
D'e heftigen Kämpfe am K a j m a k c n l a n dauern an.
Köstlich des Ta hl nos-Sees werden auf das östliche Strumaufer vorgedrungenc englische Abteilungen angegriffen.
Der erste Gencralguartiermeister Ludcndorff.
fühver erkoren hat, der unserer Reichs regierung eine dainpsende SchuM h^her Wünsche vorsetzt: Reform des Wahlrechts, Beseitigung von Ungerechtigkeiten, parlamentarisches Regierungssystem. Und dazwischen eingeschaltet, lerse und vorsichtig, aber sehr eindringlich, die Drohung: ^,Nur der Kanzler wird sich halten können, dem beim Friedensschluß eine Parteigruppe zur Seite steht, die mit ihm die Verantwortung für den Frieden teilt und deshalb genötigt ist, ifm auch, weiter zu stützen. Eine solche kann er aber nur gewinnen, wen^ er jetzt offen ausspricht, worauf seine Ab füllten hinauslaufen." Mit anderen Worten, £>m t). -Ochmann Hollweg soll sich ganz der extremen Linken verschreiben, wenn er im Amte bleiben will.
...Es ist nichts Welterschütterudes und auch nichts Staats- gefahrliches an diesen Erörterungen, die wir ja so oft gehört haben Es ist aber schon etwas Verbohrtheit dabei, so steif den alten Steckenpferden sitzen zu bleiben, wenn die Reitbahn einstweilen noch unbrauchbar ist. Der Ritt Wolfgang Heines, wird den Reichskanzler schwerlich „scharf" machen, er wird ihm alles andere denn nützen, denn diese Anbiederungen verstimmen die übrigen Volkskreise, die ohnehin stutzig geworden sind über die Bevorzugung dieser Richtung, der man nicht gerade heiße Wünsche in Bezug auf einen starken, siegreichen Frieden nachsagen kann.
9 CfEf/'ri’r'' 2 - Dkt. (WÄM Amtlich.) In der Nacht zum 2.Oktober haben mehrere Marlneluftschiffe London und ^irdustriean lagen am Hu mb er erfolgreich mit Bomben belegt ^ic Lnft'ckftsfe ttnü fteftißev Beschießung durch Braudgranatcn und Flicger- ?r! , c n 61 n f pirückgelehrt bis auf eins, das nach den Beobachtungen anderer Luftschiffe durch das Feuer der
d o n^b g" st ü"r z"tdsnnd geschossen wurde und ü b e r L o n- Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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• Der Nachklang zur Kanzlerrede in bezuq auf seine FS"Acußerung, dem Tüchtigen solle fortan ^nm geschaffen loerden in unserem staats merkwürdig leise, fast schon verstummt ^ die karre Bemerkung beschränkt, solch ein Ausspruch sei nichts als der Ausdruck der Zeit, rinÄ feategunfl des Urteils, daß die Tüchtigen im deutschen «nd NN? N ^ aufopferungsvoll beim harten Tagewerk W»k batffuf haben, auch später an den rechten
Zu werden. Widerspruch hat sich gegen diese S Rf Rerchskanz^rs nicht geregt. Da ist es sonder- oar, daß das „Berliner Tageblatt", das das Thema der liebsten und weitläufigsten behan- delt, dmr Kanzler den au gehobenen Finger der Waimuna ^S^Und War ist es^Lerum d?r SoA öemofrat Dolfgang Heme, den das Blatt sich zum Wort-
Ein Wunsch der Nationalliberalen mtb Fortschrittler, bei: im Reichstag vorgebracht worden ist, geht dahin, nach dem Vorbilde des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten de- Bundesrats einen ständigen Ausschuß des Reichs- tages für auswärtige Angelegenheiten zu bilden. Dazu äußert r b i r sreikonservative Landtagsabg. Frbr. ns ?J. eu / irc Ö; ® r meint, der Gedanke eines solchen
Reichstagsaus,chusses sei nur zu erklärlich, „denn in der Vergangenheit hat der Reichstag, wie Herr von Heydebrand in seiner Frankfurter Rede hervorgehoben hat, mangels aus- reichender Kenntnis des Zusammenhanges der Dinge nur zu oft Akte unserer auswärtigen Politik gebilligt und ge- lobt, die letzt als schwere Fehler erscheinen." Gleichwohl äußert Herr v. Zedlitz eine Reche von Bedenken, die zwar triftig sind, aber der Nützlichkeit, die ein solcher k^ch-n ^Abbruch"^rhältmssen entwickeln könnte.
. ständiger Ausschuß des Reichstages würde sich der Natur
der nach mit emer passiven Rolle nickü begnügen, fandet eine wrrkiauie Kontrolle über die Führung der ausroärft^u Politik ausuben wollen. Tann aber ist die Besürchtnna nickt abznwersen, dav der Ausschuß auf diese nur zu leicht eine ähnliche whmnide Wirkung- ausüben könnte wie weiland der österrcichischc
wftaÄÄ ^schhiwng. Nascher Entschluß ist iSrt« Um,tan den für die Führung der auswärtigen Politik genau so notwend,g wie für die Kriegsführung. '
wirkt ein anderes Bedenken. Ein ständiger .lnsschuß des Reichstages Nir auswärtige Angelegenheiten würde sich m v°l verantwortlicher Weise mü är Fühmna auswärtigen Politik zu befassen haben. Er würde Ahe? die Mitverantwortung dafür übernehmen. Eine solche Mitverant- an sich schon das volle Verantwortungsbewußtscin '^s^^^Drn der auswärtigen Politik. Aber eine solche tSSUrft ? terie /übrt den nach der Verfassung allein
MZWärtigen Politik nur zu leicht ^ Zls /Kulisse mr seine eigene Verantwortung zu benutzen
mmr, ri K b obcc M"iDer zu entziehen. Daß die Neü
Bung sich der Verantwortung in imbcguemen Angelegenheiten zu entziehen auch m unserer Zeit nicht ganz schlt. lassen die Schwie- eö, den parlamentarischen Körperschaften verurlacht, dos Auswärtige Amt zu bewegen, anzuerkennen
ist ?W von chm ^sgch?' ^ aut ble Zensur verantwortlich
^ir meinen, bei der gegenwärtigen Sachlage und der heutigen Besetzung unserer höchsten Aemter könnte ein Ausschuß für auswärtige Dinge doch Gutes leisten. Dem Reichskanzler stehen die Waffen seines Geistes und der Ernst seiner verantwortlichen Stellung etwaigen „Anmaßungen" des Partaments gegenüber. Wir sind der Ansicht, daß ein solcher Ausschuß in umso bescheidenerem Maße auftreten würde, ?Eun, es sich zeigt, daß von der Regierung geschickte, ziel- oewußte und konsequente Politik gemacht wird.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien 2. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 2. Oktober 1916.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front gegen Rumänien.
Im Abschnitt O r s o v a haben unsere Truppen dem Femd einige Höhen entrissen. Westlich von Petroseny nahmen sie den Berg Oboroca in Besitz. Rumänische Gegenangriffe wurden abgeschlagen. An der Großen Kükülö (Kokel) mußten unsere Vortruppen aus Szekely Keresztur zurückgehen.
Heeresgruppe des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl
In den Karpathen ruht der Kampf. Südöstlich von Brzezany wird um den Besitz einiger Grabenstücke gekämpft
Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
An der von Brody nach Zloczow ftihrenden Straße haben deutsche und österreichisch-ungarische Truppen im Gegenangriff alles vorgestern eroberte Gelände zurückerobert, wobei 24 russische Offiziere, 2300 Mann und elf Maschinengewehre eingcbracht wurden. Auch an der Bahn Brody—Lenlberg endeten russische Angriffe für den Geg- ner mtt einem vollen Mißerfolg: er büßte 200 Gefangene ein. In Wolhynien stand gestern die Arm^e des Gene ralobersten von Tersztyansky den ganzen Tag über unter dem schwersten Artilleriefeuer: zeitweilig richtete der Feind seine Geschütze auch gegen seine eigenen Gräben, um seine Infanterie zum Angriff vorzutreiben, was ihm aber nur stellenweise gelang. Diese Einzelangriffe wurden durch Feuei abgewiesen. Heute früh sandte der Gegner starke Kolonner gegen die Stellungen nordöstlich Swiniuchy vor; er wurdi durch Gegenangriff zurückgeworfen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Kindliche Artillerie entwickelte gegen die küsten- landische Front erne rege Tätigkeit. Besonders öcftia wur> ben unsere Stellungen auf der Karst-Hoch stäche beschossen. ^ biesem Abschnitt hielt bas Feuer auch die Nacht hin- durch an. ^
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts von Belang.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
Der Luftschiffangriff auf England.
London, 2^ Okt. (WTB.) Meldung des Reuterschen Du- reaus. Amtliche Meldung. An dem Luftschiffangriff auf London yaven 1 0 I e p p e l i n e teilgenommen. Zwei versuchten einen An- Ee auf London wurden aber vertrieben. Das niedekgeschossens Luftschiff war em Falwzeug neuester Konstruktion. Kerne Verluste, kein Schaden wurde an gerichtet. Tie anderen acht Zeppeline fuhren ziellos über dre östlichen Grafschaften in Lin c o ln s hi re und» ließen aufs Geradewohl Bomben fallen. Kein Schaden.
London, ^.Oktober. (WTB.) Gegen Mitternacht geriet ein Zeppelin m die Lichtkege der Scheinwerfer. Einen AugEick spater stand das Luftichifs m Flammen und fiel langsam! herab. Das brennende Luftschiff beleuchtete die Umgegend auf Meilen. Das Niederstürzen des Zeppelins wurde von Tausenden von Zuschauern mit Jubel begrüßt.
(WTB.) Meldung des Reuterschen Bu- reaus. Bis ztmi Uhr morgens wurden vier Leichen der Besatzung des hier abaeschossenen Zeppelins, darunter die des Kommandanten, gesunden. Sre wmcken unter den Trümmern des Zeppelin hervor- gezogen. Auch eins von den Maschinengewehren wurde gesunden
In der letzten Ausgabe der englvchen Wochenschrift „Truth" wird die Erwartung ausgesprochen, M Lord French drastisck^ Maßregeln zur Verbinde-. rung der Wiederholung der verhängnisvollen Jrrtümer ergriffen Klrbe, dre der emem der letzten Luftschrffanariffe auf London tfn bezug auf Straßenbeleuchtung und den Trambalmverkehr begangen worden seren. Ein Luftschiff sei, geleitet durch Straßen- lalernen und die Lichter der Trambahnwagen, die selbst beim! Nledertaueu der Bomben ihre Fahrt fortsetzten, genau der Route erner .Hauptverkehrsader gefolgt.
Der bulgarische Bericht.
o rf 2.Okt. (WTB.) Bericht des Generalstabes vom
2. Oktober.
^M& e A oni J® e ^ront: Vom Prespa-See bis zur Hölie 1944 rndlrch des Ka i m a kc a la u lebhafte Artillerietätigkeit ohne ^nfanterreu nt erne hmun gen. Infolge des heftigen Feuers der Artillerie auf den Gipfel des Kaimakealan und auf die Höl)e 2368 und um uberflüsiige Verluste zu vermeiden, erhielten unsere Truppen den Befthl, ftch aus die Hauptstellung zurückzuziehen.
Im M o g l e n i c a - T a l heftiges beiderseitiges Artillei-l?. feuer. Westlich und östlich des .Wardar schwaches Artilleriesener,


