Ausgabe 
30.9.1916 Drittes Blatt
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knachen, beim ein derart ir hochverzriisliches Wrrtpavier werde immen. ffrry gekauft fmrcben. 9tekftcit§ w gut Ttri-e jedes aridere -Va-ier, wird dre Deutsche Kriegsanleihe als Unterlage für Kredtt- ' ^beschaffnng geeignet sein, diese werde aber den Inhabern der Kriegs- ernlerh-en in besimdercm Mage erleichtert werden, namentlich orrrch die.ReichSdarlehrrskassen, deren Fortbestand für eine Reihe ton Jahren and) nach dem Kriege gesichert ist. Im allgemeinen wird me Kriegsanleihe in vielen Hinsichten so gut nne bares (Seid jerni Möge der Krieg noch länger toben, möge ein baldiger Friede uns beschieden sein, mögen Wechselfälle eintreten, wer an der 'Deutschen Kriegsanleihg sich beteilige/d e r b r i n g e k e i n Opfer, der Landete .wie ein guter Hausvater, der begehe^eure patriotische Tat und gleichzeitig eine nützliche Handlung, der könne demnächst den heimkehvenden Kriegern, dre mit. ^

. samen Augen zu uns Herüberblicken und dre Ereignisse im des Reiches mit lebhaftem Interesse verfolgen fter und srant ins Auge schauen mit dem Bewußtsein: i ch habe Treue nt i

Treuevergolten^nchichhabemeineL-chuldigre

für das Vaterland getan.

Anschließend arklärbe ReichsbanDirektor Müller die Schnldbu cheintragnng und dre Bedeutnn g der Dar MnäJrftffen. Er em pW jedem!, der |em ©> auf lang« Ämer anlegen will, die Schuldb!rch-!orderu.ng als d-ie Ncherjte und Seauemste Kapitalanlage. Ebensowenig tme urrt der Luibcwahrung von Wertpapieren brauche sich der Schuldbuchglauviger^Mit der Einlösung voil Zinsschein eil zrc bemühen Schon 12 Axige vor Fälligkeit erhalte er seine Zinsen zugeftellt, ganz nach Wun,ch durch die Post, Reiä>sbank oder bargeldlole Überweisung. Ein­tragung und Verwaltung seien ganz gebührenfrei. Rur bei Löschung einer Schuldbwchforderung ivevde eme Gebühr von 75 Psg. für ie 1009 Mk., mindestens aber 2 Mk. «hoben. Bei dreier zreiw lich hohen Mindestgebühr sei es für kleine Geschäftsleute und Hand­werker nicht ratsam, kleine Beträge, die bald ivreder gebraucht wer­det, ins Schuldbuch eintragen M lassen. In wichen Fallen ser die bewegliche Form der Arckage in Schuldner! ckwerbunaen m 5 °/o Anleihe oder 47, % Schatzanweisunaen vorzuzrehen. Wer dauernd Geld anlegen wolle, die wirklichen Sparer, besonders die Leute aul dem Lande, machten zweckmäßig von der Schuldduch- «intragung Gebrauch die auch den niedrigeren Zeichnungspreis, nämlich nur Mk. 07,80 für je Mk. 100 Nennwert habe, wahrend die Zeichner von Stücken Mk. 98 zahlen müssen.

Zur Frage der Bedeutung der R eichsdarlehns- kassen für die 5. Kriegsanleihe benlerkte Rerchsbankdirekrov Müller, daß jemaiid, der <rm' 1. Juli nächsten Jahres die Rück­zahlung eines Kapitals zu erwarten habe, oder mn anderer, der jetzt 500 Mk. gezeichnet hübe, aber bis zum 1. Oktober 1917 noch 300 Mk. hinzusparen könne. auch dieses Geld dem Vaterlande dienstbar machen könne. In solckMi Fällen hilft die D ar l e hns- ikasse aus, die Wertpapiere, z. B. frühere Kriegsanleihen, beleiht. Mit deni später eingehenden oder ersparten Geldc zahlt man dann das Darlehen zurück. Von der Darlehnskasse werden alle gang­baren Wertpapiere angeiiominen. Die Zinsen für Darlehen, mit denen Kriegsanleihe bezahlt werden soll, sind ans ö 1 /* ®/® ermäßigt. Demnach hat man für ein Darlehn von Mk. 100 jährlich Mk. 5,25 Zinsen zu zahlen. Mstn hat von der 5 o/o Kriegsanleihe, da sie unter Nennwert herausgegeben wird, ein Zinserträgnis von Mk. 5,10. Also hat man für Mk. 100 nur 15 Psg. zuzulegen, für Mk. 1000 = Mk. 1,50, für Mk. 10 000 = Mk. 15, ein gewiß recht kleines Opfer! Auf Wunsch werden die Darlehen über die gesetzliche Frist von 6 Monaten verlängert, tvie überhaupt die Darlehnskasse jedes Entgegenkommen dein Kriegsanleihezeichner gegenüber beweist. Die! Darlehnskassen werden nachdemKriege eine ganze Reihe von Jahren weiterbestehen bleiben und so tvird auch nach dem Kriege Gelegenheit geboten sein, die letzt ge­zeichneten Reichsanleihen bei den Darlehnslassen bei Bedarf vor­übergehend flüssig zu machen.

Gastwirt Rahnefeldt wies darauf hin, er höre von seinen Gästen öfter die Aeußerung, die Kriegsanleihe könnte gekündigt oder der Zinsfuß herabgesetzt werden.

Zu diesem Bedenken, das dicrch die Ausfü.hrungen Justizrat Grünewalds eigentlich bereits erledigt war, nahm nochmals Ge­werbebankdirektor Arnold Stellung. Er betonte: das Reich könne die 5 o/oigen Schuldverschreibungen frühestens zum 1. Ok­tober 1924 kündigen urid dürfe die Zinsen nicht vorzeitig herab­setzen, weil es rechtlich und moralisch gebunden sei. Die Kriegsan­leihen unterliegen keinem Sonderrecht. Für sie gelte alles das, roas auch für die sonstigen Anleihen des Meiches, der Bund-echtaaten, der Städte, Landgemeinden, Gesellschaften und Privaten Rechtens sei. Das Reich könne nicht früher als zum 1. Oktober 1924 kündi­gen. Und wenn es dann kündigen sollte, müsse es den vollen Nenn­wert der Schuldverschreibung zahlen. Aus dein Ausschluß der ^Kündigung bis zum 1. Oktober 1924 folge ohne weiteres, daß das Reich die Zinsen nicht vorzeitiA herabsetzen kann. 'Denn das Reich sei vertraglich an die testgelegten Bedingungen, 'der Anleihe gebunden und'.rne einseitig daran nichts ändern. Bis zum 1. Oktober 1924 müsse also das Reich unweigerlich 5 o/o Zinsen ! zahlen. Die Klausel:Unkündbar bis 1924" liege nur im In­teresse des Zeichners, nicht des Reiches. Das Reich biete bis dahin den Zeichnern den hohen Zinsfuß, um sie anzureizen, und könne ihnen .hinterher den Zinsfuß natürlich nicht kürzen. Aber auch nach er­folgter Kündigung könne das Reich den Zinsfuß nicht zwangsweise ^ heruntersetzen und die 5 %ige Anleihe in eine geringer verzinsliche umwandeln. Denn der Irr Ha ber einer Schuldverschreibung könne ..reicht gezwungen werden, eine geringer verzinsliche Schuldner- Fchrerbung zu nehmen. Vielmehr müsse ihm das Reich auf Ver­fangen den vollen Nennwert der Schuldverschreibung bar lreraus- .zahlen. Alles dies gelte für die 5 o/oigen Schuldverschreibungen. stAus den gleichen Gründen könne aber das Reich auch den Zinsfuß der 472 °/oigen Schatzanweisungen nicht herabsetzen.

So liege die Sache rechtlich. Das Reich sei <ck>er auch moralisch gebunden allen den Zeichnern, die ihnr ihre Ersparnisse in Zeiten Her Not gebracht haben, nicht zum wenigsten den kleinen Händen Her Schüler und Schülerinnen, die ihre Sparbüchsen geleert haben, den Dienstboten und Tagelöhnern und allen sonstigen kteineft 'Zeichnern. Nie und nimmer werde das Reich den Zeichnern ba'3 gegebene Wort brechen. Würde es doch seine ureigensten Interessen lauf ewige Zeiten schädigen! Denn das Reich sei auch späterhin aus ,den Anleihekredit angewiesen und kömre sich diesen Kredit nicht (durch einen groben Vertrauensbruch untergraben. Und wer in aller 'Welt sollte denn diesen Vertrauen sbruch begehen? Er könnte doch lnur erfolgen durch die Gesetzgebung unter Mitwirkung des Reichs­tages. Dazu wäre aber der Reichstag nie zu haben!

Obermeister Sack erbat nähere Auskunft über die Nutzbar­machung von Sparkasseneinlagen, die Stellung Her Sparkassen zur Kriegsanleihe und über Spar­karten. ,

Bezipßssparkassendft'ektor Z a ch e i s führte hierzu aus: Die deutschen Sparkassen haben es stets als ihre vornehmste Ausgabe be­frachtet, durch Freigabe der Ei.nlagen zur Zeichnung der , Sparer bei ihnen, durch eigne Zeichnung mit beizutragen zu den ungeahnten Erfolgen der bisherigen Kriegsanleihen. _ Nichts be­feuchte mehr den bisherigen Erfolg der Anleihe auch bei den Spar­kassen als die Tatsache, daß die deutschen Sparkassen ihren Sparern zu den vier Kriegsanleihen insgesamt über sechs Milliarden Mark zur Zeichnung zur Verfügung gestellt, außerdem aber für eigene Rechnung dort Riesenbetrag von 27z Milliarden gezeichnet haben. lBei einem Einlagenbestand am 1. Januar 1915 von: 437 500000 'Mark betrug die Beteiligung der im H es s i s ch e n S p a r k a s s e n- ,'verband zusammengesck/lossenen Sparkassen bei den vier Kriegs­anleihen insgesamt 186 500 000 Mark oder über 42 % des Ein- ftagenbestandes. Auch die hiesige Bezirkssparkasse ist mit irhrer Beteiligung hinter diesem Gesamtergebnis im Verhältnis nicht zurückgeblieben. Es betrug die Beteiligung bei den vier .Kriegsanleihen 9 326 000 Mk. oder 41,8 % des Einlagebestandes von 22 000 600 Mk. Dies war mir möglich im Hinblick daraus, daß die Beteiligung an den Kriegsanleil)en zu der vorteil has­te ft en und sichersten Anlage gehört, die überhaupt geboten werden kann. An der vierten Kriegsanleihe waren bei den 5 300 000 Einzelzeichnungen nicht weniger als 2 400 000 Zeich­ner mit Beträgen bis zu 200 Mlk., 967 900 Zeichner mit Be­trägen von 300500 Mk. beteiligt. Bei der hiesigen Sparkasse waren zur vierten Kriegsanleihe über 2 300 Em- zelzeichnungen cingegangen.

Auch die Beteiligung an der fünften Kriegsanleihe können die Sparkassen ihren Sparern mit gutem Gewissen empfehlen. Keiner von ihnen braucht Sorge zu tragen

insbeson­

dere aber auch der Sparer aus dem Handwerker- oder B aue rn- st a n d nicht, es möchten ihm später Gelder seh^r, wenn zu seinem Geschäfte, zur Bezahlung von Rohstoffen, von landwirt- ,chaftlichQi Geräten u. dergl. braucht, das er vielleicht letzt jirr Kriegsanleihe anlegt. Die Reichsdarlehnskass«r dem Kriege eine Zeitlang weiter bestehen. Aber auch dre ubri^ Banken, die Genossen)chasten und die Sparkassen werden )rcy dc- reit finden lassen, die Kriegsanleihepapiere SU beleihar.

Durch die sogenairntenKriegssparbücher der Schu­len sind bei der letzten Kriegsanleihe in Hesien allein über 1000000 Mk., im Bezirk der hiesigen SParkaNe über 8 4 000 Mk. aufgebracht worden. Die starke^Beteiligung der Schulen hat diesmal zu dem Gedanken geführt, Mich anderen Kreisen (Vereinen, Fabrikangehörigen usw.) und Einzelperionen Gelegenheit zur Beteiligung zu geben. Es wurden oit logenannten Kriegssparülrten" geschaffen, die in Beträgen von d, 6, uwi 10 Mk. bei der Sparkasse, auch bei den bekannt gegebenen Sanmrel- stellen der Pfennigsparkasse ausgegeben werden. Di-e erngezahlten Beträge werden vom 1. Oktober 1916 ab bis zwei ^ayre nach Friedensschluß zu 5 °/c> verzinst. .. ^ ^

Eine unsinnige Meinung werde gegenwärtig trotz weit­gehendster Aufllärung immer Und iminer wieder, besonders aver auf dem Lande, verbreitet, nämlich: man solle kem Geld mehr zu den Sparkassen oder Genossenschaften brin^n, da es ia doch beschlagnahmt werde, man meine eben, da man nun Mal beimBeschlagnahmen" sei, tverde auch das nicht ausblerben. Solch törichten, einfältigen Gereden, von wem sie auch verbreitet werden, kann nicht scharf genug entgegangetreten werden. Ode: glaube man wirllich, das Reich, der Staat werde den Sparkassen, Genossen schäften das Vertrauen des Publikums entziehen? Den Sparkassen und Instituten, die für Tlufbrmgung von Geldern für Hypotheken, für Personalkvedit in den vergangenen Jahrzehnten schon so Riesenhaftes geleistet haben und noch zu leisten bcrusQi feien? Kein führenderSparkassenmaun unseres Vaterlandes glaubt dies. Redner meint, auch die Silber-und Banknoten h a m st e r gehören, wie alle anderen, an den Pranger gestellt. Ein leder, der sparen könne, solle in dieser schwdreU Zkrt )em Geld vertrauensvoll zu einer Sparkasse tragen, um w für Kriegsanleihe nutzbar zu machen, und -so an dem Siege über unsere Feinde zu seinem Teile mitzuhelfen!

Zu einer Anfrage, die Herr August Noll stellte, was von den Gerüchten über eine Sondersteuer aus Kriegs­anleihen zu halten und wie die Kr i e g s gewi n n fteuer - pflichtigen die Kriegsanleihe verwenden könnten, nahm nochmals Justizrat G n e wa l d Stellung und sagte: Die Zeichnung der Kriegsanleihe steht in keinerlei Beziehung zu der Besteuerung. Er beschäftige sich nicht mit der Frage, ob und wie ein Steueri^ichtiger seinen Besitz deklariere, feine gesetzlichen Verpflichtungen würden in keiner Weise durch die Kriegsanleihe irgendwie berührt. Er wisse, daß jedem, auch, dem der forgsam in diesen Dingen verfährt, es nicht erwünscht sei, datz das Auge des Steuereinnehmers in seine Verhältnisse Einblick nehme. Schon unser Einkommensteuergesetz lehnelästiges Eindringen" m die Vermögensverhältnisse des Pflichtigen,ab. Es, sei keine Bam be­rechtigt, keine Sparkasse, nicht die Post und Nicht die Reichsbank, Auskunft zu erteilen über die Zeichnung von Kriegsanleihen. Bon einer Sonderstcuer könne keine Rüde sein, sondern eher von einer Bevorzugung der Inhaber der Kriegsanleihen in steuerlicher Hinsicht. Alle Befürchtungen, mehrenteils von femd-' lichcn Agenten in unsere Bevölkerung hineingetragen, jcicn grundlos. Die deutsche Kriegsanleihe sei, eine sichere, hoch- verzinsliche, leicht realisierbare Geldanlage, die von jedem Sach­kundigen mit gutem Gewissen dem deutschen Volke -empfohlenwerdenkönne.

Hiermit waren die Anfragen erledigt. Werter zum Wort hatterl sich noch die Herren Stadtv. Kr um ml, Adalbert Bin. bewald, Handelskammersyndikus Dr. Z e id l er und »Pros. Dr. Skalweit gemeldet.

Stadtverordneter Krumm rvendete sich mit kräftigen Worten an die Verärgerten: Ich habe mich zum Worte gemeldet, sagte er, um den Mitbürgern, in Stadt und Land, welche durch irgend eine der vielen Verordnung«: verärgert sind und sich deshalb nicht an der Kriegsanleihe beteiligen wollen, ins G^ wissen zu reden. Wer, wie wir Geschäftsleute, weiß, wie mannigfach die Gelegenheit zum Aerger an uns herantritt durch all dre Maß­nahmen, welche der Krieg erforderlich macht es sind viele daber, welche vielleicht überflüssig sind der hat ja ein Verständnis für die Verärgerung. Aber auch hier muß das Bibelwvrt gelten 5 Laßt die Sonne über Eurem Zorn nicht unter gehen." Mlrn kann den ganzen Dienstag auf die Behörden und >ihre Maßnahmen räsonieren, aber am Mittwoch geht man doch hin und zeichnet die Kriegsanleihe. Was fir die kleinen Beschwerden des täglichen Lebens gegenüber den u n - g eheuren Lasten unU /Anforderungen, dre an unsere Brüder im Schützengraben und nicht zuletzt an die F r a u e n und Mütter daheim gestellt werden? Mückenstiche sind es nur, wer deshalb irgend eine Verärgerung als Grund für eine Nrcht- kbeteiligü-NO an der Krieg sanlei he vorschützt, den erlaube rch mir als einen elenden, jämmerlichen P h i l r st e r zu be­zeichnen. lieber all den kleinen Mißhelligkeiten des täglichen bens muß uns das Vaterland stehen,. Wer aber seinen Aerger nrcht bemeistern kann, der gehe hür und zeichne linr Zorn das d o p p eit e, was er beim, ruhigen lleberlegerr vielleicht gezleichnet hätte. Der Sieg .auch der finauzielte wird und Muß rurs bleiben. ,

H'err Adalbert Brndewald wendete, sich gegen^die Mres- wacher, die glaubten, wir müßten den jetzigen Krieg verlieren, weil noch kein Volk einer derartigen Prüfung imterzogen worden sei Zum (^egenbeiveis führte er den Siebenjährig«: Krieg und die Befreiungskriege an, in denen das völlig ausgesogene Volk trotzt dem die Mittel ausgebracht habe, die es ihm ermöglichten, ma Fremdherrschaft abzuschütteln.

Handelskammersyndikus Dr. Zeidler betraastete von allge­mein wirtschaftlichen Gesichtspunkten und im besonderen vom Standpunkte des Handels und der Industrie die Frage, ob drs orbedingungen für einen guten Erfolg der 5. Kriegsanleihe gegeben seien. Er legte die Ueberlegenhett Deutschlands dar, das seine .Kriegsausgaben durch Volksanleihen fundieren könne, während unsere Feinde gezwungen seien, ihre Notenbanken in immer stärkerem Maße in Anspruch zu nehmen oder in Amerika anzuklopfen. Ihre Geldmärkte seren aufs schwerste erschüttert und an >uns sei es daher, unfere finanziellen Kräfte aufs höchste anzusvannen, um bald dem endgültigen Siege nahe zu kow^ men. Die Wahl des Zeitpunktes der 5. Kriegsanleihe müsse als durchaus glücklich bezeichnet werden, da sich bedeutende flüssige! Mittel in allen Schichten der Bevölkerrmg angesammelt haben Besonders- kaufkräftig seien gegenwärtig die land wirtschaftlichen Kreise, da ihnen die Ernte reiche Erträge und dementsprechend hohe Gewinne zugesührt habe. Die Industrie habe infolge ihrer Beteiligung an der weiteren Deckung des Heeres bedarses erhebliche Mehrgervinne erzielt und auch der Handel habe aus dem Verkaufe seiner Rohprodukte und Waren Nutzen g^ogen. Diese günstige wirtschaftliche Lage komme auch rein äußerlich zum Ausdnick. Angesichts dieser günstigen wirtschaftlichen Lage würden es nun unsere heldenhaften Söhne und Brüder im Felde nicht verstehen, wenn die Daheim gebliebenen, besonders aber diejenigen welche unter dem Schutz der schimmernden Wehr große Gewinne erzielt haben, nur einen Augenblick zögern wollten, die Mittel zur lveiteren Kwiegssührung bereitzustellen. Vergessen müssen wir eben alle Schwierigkeiten, irelche mit der Lebensl)altung im Augenblick verknüpft sind, vergessen muß auch der Handel alte ihm auserlegten Beschränkungen Leitstern und Führer darf uns in diesen Tagen nur der eine große Gedanke sein: teilzuhaben an den Opfern dieses Krieges, welche doch im Vergleich zu denjenigen, welche unsere Tapferen im Felde täglich und stünolich bringen mihsen, ver- schlvindend klein zu nennen sind. Aber auch diejenigen,, welckie keine Kriegsgewinne gemacht haben und nickst zuletzt auch die Zaghaften, die Aengstlichen, die Zweifler und wie sie alle heißen mögen, sollte eine ganz einsackst Erwägung zum reichlichen Zeichnen veran­lassen, nämlich die Erwägung:Zeickmest du, so gibst du deinem Lande die Kraft und die Mittel, den Kr:ieg siegreich durchzurülsten;

ganzes Vermögen wertlos und der triumMer«^e Fettck nin^ dft zLhn^^das, was du deinem Vaterlande rn Memmnt vorertt-

Un^ta* unserer hoch-Ewickett-n Industrie b-vorstcht. n^mr der Feind ins Land cmdrrngt, brauche er wohl urcht nayev auszusühren, es sei ja hinreichend bekarrnt. Auch den wir aus^uns selbst angewiesen sein und darum mutzen. wir uns stark machen darum ser es notwcndrg/ einen lolchen Sieg zu er ringen? Ser alle Anschläge unser« Feinde SU'chM^n mache. Und dieses 'stiel könne eben rarr erreicht werden, mennwir die­jenigen Mittel zur Verfügung stellen, welche imiere .'deereslettung n dm Sta^ setzen, unsere Feinde in den Staub zu werfen. Und diese Mittel sl^eben das Geld - die silbernen Kugeln. D'S liege jetzt ein großes Maß.twn B«antwartttng^ mm jeden Einzelnen von uns. Möchte )ich em leder dieser Verantwor­tung bewußt sein und darnach handeln. .

Prof. Skalweit wendet sich hieraus gegen die Meinung, daß durch ein Nicht^eichnen der Kriegsarckeihe der Krieg verturzt werden müßte, weil der Heeresleitting das Geld zur Kriegvführnng fehlen würde. Auch wenn die Kriegsarckeihe ein Mnzcrlolg wird, so führt der Redner aus, kann das Reich boch nicht aiis Geldmangel, gezwungen w«den, Frieden zn schlietzen. Unsere Gegner haben es uns ja gezeigt, wie Wan aua) ohne A n l ei h e e r f o l g e Kriegs finanzieren kann. Durch die Ausgabe ungedeckter Banknoten und kurzfristiger Sck>atzwechsel haben sie sich S" Helsen gewußt. Nichts hinderte uns, im Notfälle den gleichen Weg yU beschreiten. Freilich laicht ein solcksts Verfahren allen Grund­sätzen einer soliden iymcmiexmiQ Hohn und brrgt die )ck>wersten Gefahren in sich. Für JahrzelMe hmaus kann der Geldwer. erschüttert und damit das ganze Wrrt)ck-astsleben geimrt iverden. Ten Gegnern ist ja auch bei ihren Frnanzrermrs-kün,ten schon längst nicht mehr tvohl zu mute. Aber alle ihre wre.>erholten Ver­suche, durch langfristige Anleihen nach deutscher Art ihre Finanzen auf eine sichere Grundlage zu stellen, smd mehr oder weniger mißglückt. Unser Stolz war es bisher gewesen, daß wrr dant der Kriegsanleiheerfolge die denkbar ,vlidesten Kriegsfinanzen hatten. Welchen gewaltigen moralischen Erfolg würde es bedeuten, ioenn auch die fünfte Kriegs­anleihe ein großes Ergebnis haben würde, und wrr es nrcht nötig hätten, unsolide Finanzhrtsen in Anspruch zu mchrmn, so wie es Rußland, Frankreich, Italien und England tun Man hat unsere früheren, Kriegsanleihen als gewonnene Schllichttm bezeichnet. Also arbeiten wir, werben wir, kämpfen wrr snr die fünfte Kriegsanleihe! Auch diese Schlacht muß gewon­nen werden! ^_

Ganz zum Schluß ergreift nochmals Geheimrat Eck das Wort. Die Kriegsanleihe ist, so führte er aus, zweifel­los auch eine Vertrauensfrage der Reichsleitung an das Volk. Alle die Bedenken, die laut geworden sind, und die nur mit Grund zu zerstreuen suchen dursten, gelstn doch in dieser Richtung. Aber wie merkwürdig doch. Wir vertrauen unsere Sohne ohne Wanken den Führern an, wiewohl wir wissen, daß cs sich um ihr Leben handelt. Legen wir aber das Teuerste m ihre Hand, wie viel leichter sollte das mit dem Gel de der Fall sem. Halten wir am Verttauen fest! Geben wir die Kriegsanleihe im ertrauen zum Recht, zum Weitblick und zur Zielsicherheit der Führung.

Zum Gpsertag für die deutsche Slotte Oktober Wb.

Was hebt sich schweigend aus Wellenschaum Noch einmal vom Grund in die Höh' ?

Was schreitet wie Wider aus erstem Traum Heut über die schimmernde See?

Von der Tsingtaubucht, von btn Falklands her.

Sie wandeln schweigend die Wasserbahn,

Es regt sich im! Indischen Ozean,

Es hebt sich aus weitem Atlantischen Meer:

Und Afrikas Küsten, Arabiens Sand,

Die Türkenuser, das belgische Land,

Sie senden heut' alll ihre Toten ans Licht,

Die unter der deutschen Flagge gestritten,

Und Ostsee und ddordsee halten heut' nrcht.

Die" Seemannstod in den Wogen erlitten, - Und wo an Helgoland brandet die Wellie,

Schallt's unaufhörlich:Zur Stelle! Zur Stellet Da ragt, wie gegossen aus deutschem^ Stahl,

Graf Spee, der unsterbliche Ahmiral,

Und nimmt ernst grüßend die Meldung entgegen Der vielen, die nahen auf Wasserwegen:

Kap'täne und Leutnants und Ingenieure

Und Aerzte und Pfarrer, Matrosen und Maaten,

Die Seemannspflicht bis zum Tode taten,

Die kämpften und starben für Deutschlands Ehre.

Graf Spee hebt schweigend die nervrge Hand

Und weist hinüber zum deutschen Strand. --

Nun, Deutschland, tu auf die Paläste und Hütten,

Tu auf deine Hände, tu aus deine Seelen ^ ,

Dem Saevolk, dem treuen, das für dich ge,butten!

Es naht dir und ruft dich:Aus SeemanuskehLen Vernehmt ihr kein Klagen, vernehmt rhr kern Flehn;

Die zarten Worte uns widersteh'n.

Wir können nicht bitten in Worten weich.

Wir wollen nicht bitten, wir fordern von Wir fordern und haben ein Recht dazu:

Daß uns kein Klagen störe die Ruh',

Kein Klagen von Witwen und Waisenkind,

-Kein Klagen derer, die Krüppel sind!

Wir opferten alles, ja alles für euch.

Nun opfert auch ihr, und 'opfert so reich.

Daß niemals die Winde und Wellen <nn Klagen,

Von Undank erweckt, über die Meere tragen: llttb eins noch zu fordern ist rmser Recht:

Sei stählern, du deutscksts Weltkriegsgesckstecht!

Sei stählern im 1 Blut, stahl fest in den Kirochen,

Ws England, das arge, ist niedergebrochen !

Nicht eher wird uns Ruh, wird euch Ruh beschieden,

Ws England sich beugt emeni d e ri t s ch e n Frreden. Mm öffnet zum opfern wcklig die Hand!

Dann ballt sie: Nieder mit Engelland!"

Ludwig Rermckr.

ia

ichnest du nicht und unterliegt dadurch dein Land, dann wird dem 9. Oktober,

spielplati der vereinigten frankfurter Stadtttzeater.

Opernhaus.

Sonntag, den 1. Oktober, nachmittags 37, Uhr:Die Fleder- mau?.- Abends 7 Uhr: .Die Jüdin.- Montag, den 2. Oktober,

abends TL Uhr:Das Dreiinäderlhaus." TienStag, den abends B Uhr: ,D:e Walküre." Alillwoch, den 4. Oktober, abends 7 1 / Uhr:Das Dreimäderlhans." Donnerstag, den 5. Oktober, abends 7 % Uhr: .Das Heimchen am Herd." Freitag, den tz. Okober, geschlossen. Sainstaq. den 7. Oktober abends «'/, Uhr: ^er flieaende Holländer/ Sonntag, den 8. Oktober, nachmittags Vj 4 Uhr:Martha/ Abends 7% Uhr: .Tiefland." Montag, den

9. Oktober, geschlossen. , .

Zchaufpnlhaur.

Sonntag den 1. Oktober, nachmittags 37, Uhr:Wie einst im Mai" Abends 7ft, Uhr:Der Lebensschüler." Montag, den

2. Oktober, abends 7»/, Uhr:König Heinrich der Vierte." 1. Teil. Dienstag, den 3. Oktober, abends 7 1 /, Uhr:König Heinrich der

Vierte. 2. Teil.

Lebensschüler."

70, Uhr

abeiids 70, Uhr:

Mittwoch, den 4. Oktober, abends Donnerstag, den 5. Oktober, abends 7'/, Alt-Frankfurt." Freitag, den 6. Oktober, abe^ids 6^ Uhr: Gynt/ Samstag, den 7. Oktober, eilte." Soiilitag, den 8. Oktober,

Der

Uhr:

Beer

und Heimat

Uhr:

abends 70, Uhr:Der LebenSschüler-

abends 1'/, Uhr:Tie Wild- nachrnittags 3 Uhr:Glailbe Peer Gynt." * Montag, den