fteta T&>$. mif reiLSgesehsichen Säuglingsschuh
imb Vassermann (ntl.) cmf Einführung her Reichs- wocheuh , Ife a l s Regelleistung der Krankenkasse n überwiesen.
Darauf nmrde «Ler die Anträge zum WohnnngZ. wesen ab ge stimmt. Sie verlangen im wesentlichen eine Förde- rung des Kleinwohnungswesens, eine Rcichsunterstützung für jene Kommnnalverbände, die Mietbeiträge gewährt haben, bringen eine Abänderung des Zwnngsversteigerungsgesetzeö zugunsten der Hairsbesther, wollen das Reich veranlassen, 250 Millionen Mack zu Bürgschaften auf den: Gebiete des Kleinwohnungswesens zu übernehmen und regen die Vorlage von Gesetzentwürfen an, die die Errichtung von Kriegerheimstätten zum Zweck haben iallen, eine praktische Ausgestaltung des Erbbaurechts bringen und Hausbesitzer und Mieter gegen die Folgen des Krieges sichern sollen. Die unkündbare Tilgungs- Hypothek für den städtischen Bodenkredit soll gefördert werden. Die Errichtung öffentlicher Schätzungsämter und besonderer Stadt- scyaften wird empfohlen
Alle diese Anträge turbc« einstimmig an. gen o m men. Damit war der Etat des Reichsamts des Jnnern und auch die Aussprache über die Wohnungsangelenheiten erledigt.
Ne Weitere Zensuraris^rache.
Die Verhandlungen über die Preffezensur wurden darauf fortgesetzt.
Vizepräsident Dr. Paasche
terkk mit, daß ihm die Anregung auf Vertagung vorliegt.
Das Haus beschließt aber unter allgemeiner Unruhe und Widerspruch mit schwacher Mehrheit, weiter zu tagen.
Abg. Licsching (Fortschr. Dp.):
Trotz aller Klagen sind wesentliche Verbesserungen in der Handhabung der Zensur nicht eingetreten. Das Verantwortlich- keitsgefühl der Zensoren scheint im Lause des Krieges nicht gestiegen zu fein. Im Gegenteil. (Im Hause herrscht allgemeine lebhafte Unruhe und Unaufmerksamkeit. Der Redner kann sich kaum bemerkbar machen. Der Vizepräsident läutet andauernd mit der Glocke.)
Vizepräsident Dop«:
Meine Herren! Sie haben sich soeben nicht vertagen wollen» nun halten Sie doch wenigstens Ruhe! — (Heiterkeit. Zustimmung und Unruhe.)
Abg. Licsching:
Ein Zensor hat der „O st s e e - Z e i t u n g" verboten, über- daupt noch Artikel des Abg. Gothein zu bringen. (Lebhaftes Hort, Hort!) Die Zensurbehörde hat hier nur im Sinne einer einzigen Porter gewirkt. (Sehr richtig!) Der Herausgeber der liberalen Zeitung wurde genötigt, seinen Redakteur zu entlassen. Eher durfte sein Blatt nicht wieder erscheinen. (Hört, hört! und Unruhe.) In der „Frankfurter Zeitung" war ein sehr sachlicher -und ruhiger Artikel des Abg. von Payer über die politische Lage erschienen. Als der dänische Abgeordnete Hansen ihn in seinem „Hejmdal" abdrucken wollte, wurde das verboten. (Hört, hört!)
lieber die staatsrechtliche Wirkung des Belagerungszustandes herrscht bei manchem General eine merkwürdige Auffassung. So
der
... , . ... Reichstag an die M 'g-
Irchkeit eines solchen Krieges gedacht, sonst hätten wir rechtzeitig eru Kriegszustandsgesetz geschaffen. Die Brief sperre wird zu häufig verhängt, so zum Beispiel über ein Bankgeschäft in L °Infolgedessen trafen seine Briefschaften drei bis ftrnr Tage später als sonst ein. Dem Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustandes können wir nicht zustimmen.
Das Gesetz über oen Belagmungszustand muß geändert werden; dabei mutz man zwischen den Folgen des Belagerungszustandes auf militärischem Gebiete und auf politischem 111 unterscheiden. Es gilt nicht, gegen das freie Wort rück- NastswS vorzngehen, sondern gegen diejenigen, die das freie Wort knebeln wollen. Der neue Staatssekretär des Innern hat um unser Vertrauen gebeten: eine bessere Gelegen- hert als hier, es zu erwerben, gibt'S für chn nicht! (Beifall.)
Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatuna auf Donnerstag 2 Uhr, außerdem Kolouialetat.
Schluß gegen 6 Uhr.
Die LauötagLsrfatzWahlen in Hessen.
Aus Darm stabt wirb uns geschrieen:
„Es läßt sich sehr darüber stzoeitzen, ob es zweckmäßig ober erwünscht sein kann, während der Kriegsjahre irgend eine ^ermrderung- an demjenigen gesetzgebearden Faktor im Groß- herFogtum vorznnehmen, in dem die allgemeinen Interessen des Landes dornchvrlich zum-jAusdruck 'gelangen sollen, näm
lich in der Zweiten Ständekammer. Die Frage bedarf um so mehr der reiflichen Erwägung, als ja in der Zeit des Burgfriedens die verschiedenen Parteien des Landes, von denen doch jede in ihrer Ärt das Wohlergehen der Volksgenossen zu vertreten glaubt, ihre gegensätzlichen Anschauungen gar nicht oder nur in ganz beschränktem Maße zum Ausdruck bringen und auf die Massen der Wählerschaft einwirken können. Bis zur Einführung des allgemeinen, direkten Landtagswahlrechts war eine solche Einwirkung nicht erforderlich, da ja die beschränkte Anzahl von Wahlmännern als die Vertrauensmänner der Wählerschaft jederzeit mit dem berufenen Vertreter des Wahlkreises in Verbindung standen und im Falle einer unvorhergesehenen Mandatserlöschung ohne weiteres zur Neuwahl eines Abgeordneten znsammenberufen werden konnten.
Eine Neuwahl der ganzen Volksvertretung oder eine gesetzlich vorgeschriebene Erneuerung der Hälfte der Mandate, wie in Hessen, ist während der Kriegszeit bis jetzt noch m keinem deutschen Staat erfolgt, vor allem deshalb nicht, weil ja ein sehr großer Teil der Wählerschaft zurzeit gegen die feindlichen Angreifer im Felde steht und gerade diese Wähler tn erster Qinit ein Recht darauf haben,'bei der Erneuerung der Volksvertretung ihre Stinrme mit in die Wagschale zu iversen. Es ist deshalb auch in Hessen schon im Herbst 1914 von den Landftärrden in Ueberemstimmung mit der Regierung eine Gesetzesändernng dahin beschlossen und im Herbst 1915 erneuert worden, daß die für den Herbst 1914 vorgeschriebene Neruvahl der Hälfte der Kammermitglieder um ein weiteres Jahr verschoben werden soll Und das mit Recht. Der Beschluß hat zweifellos auch im ganzen Lande volle Zustimmung gefunden.
„ Eine andere Frage aber ist bei diesem Beschluß völlig außer Betracht gelassen worden, nämlich die, ob es richtig ist und im Interesse des Landes geboten erscheint, auch die durch Ableben oder sonstwie durch Ausscheiden des M a n d a t s r n h a b e r s fr eige wordenen Wahlkreise nun für die ganze Zeit der Kriogsldauer unvertreten zu lassen. Wenn auch nach der Verfassung der einzelne Abgeordnete nicht imr die Interessen seines Kreises, sondern das Wohl des ganzen Landes zu vertreten verpflichtet ist, so ist dock) selbstverständlich der direkt gewählte Abgeordnete auch der vornehmlichste und meist auch einflußreichste Vertrauensmann fernes Wahlkreises, an dem alle Eingesessenen mit ihren Wünschen und Beschwerden heranzutreten gewohnt srnd. Und gerade in der jetzigen schweren Kriegszeit erscheint uns der Volksvertreter ganz besonders berufen, sich der Interessen seines Wahlkreises anzunehnren mrd den notleidenden Familien der Truppen an der Front, und den sonst bedürftigen Kreisangehörigen mit Einsetzung seiner ganzen Persönlichkeit durch Rat uno Tat zur Seite zü stehen. Anderseits aber erwächst ihm auch die durchaus nicht zu unterschätzende Pflicht, soweit erforderlich, bei der Organisation der Fürsorge für die Volksernahrung und den sonstigen mannigfachen Aufgaben sozialer Art mitzuwirken.
I? bissen sind nun schon seit längerer Zeit nicht weniger als fünf Landtagswahlkreise ohne chren legitimen Vertreter und zwar drei in der Provinz Starkenburg und zwei in Obcrhe,sen Im 4. Starkenburger Wahlkreis (Waldmichel- bach) wurde das Mandat des Abg, Oberamtsrichter Münze r-Darmstadt durch dessen Ernennung zum.Oberstaatsanwalt erledigt, wahrend die Vertreter des 9. und 12. Wahl- leises, die Abg. Dr. Boxhei mer- Worms und Landwirt Friedrich- Groß-Rohrheim gestorben sind, desgleichen die Vertreter der beiden oberhessischen (6. und 14.) Wahlkreise, c-E Angenrod und B u so ld-Friedberg. Diese
t l * n f Wahlkreise, die bod), nebenbei bemerkt, eine Zahl von ^tbcrttaufenb Seelen repräsentieren, sind also zurzeit völlig ihres berufenen Vertreters beraubt und haben keinerlei Gelegenheit, ihre Interessen anders als auf dem Wege der verschiedenen Verwultungsinstanzen Kur Geltung zu bringen was gerade jetzt bei den vielen eiligen wirtschaftlichen Fragen mrt Zeitverlust und Schwierigkeiten aller Art ver-
diesen Wahlkreisen bereits meht- fache Magen und Beschwerden zuge,gangen, und es liegt der Hand, daß das Fehlen des Volksvertreters sowohl für manche Gemeinde oder Interessengruppe, wie für Eiiizelpersonen schwere Schädigungen nach! sich ziehen kann ^aß bei dem Verlangen nach schleunigster Vorimhing der Ersatzwahlen kern parteipolitisches Interesse -obwaltend ist aus dem Umstande hervor, daß die betreffenden Wahlkreife durch zwei Bauernbürrdler und je einen Vertreter des Zentrums, der Sozialdemokraten und der National- liberalen besetzt waren, welch letztere bekanntlich noch
immer die stärkste Partei im Laiidtag bilden. Daß man auch in Preußen und im Reich nicht daran denkt^ die einzelnen freigewordenen Wahlkreise während- der ganzen Kriegsdauer unvertreten zu Lassen, geht schon daraus hervor, daß jüngst für den Landtagswahlbezirk Wiesbaden- Land und für zwei erledigte Reichstagswahlbezirke Ersatzwahlen angeordnet worden sind. Es ist zurzeit noch nicht abzusehen, wie lange sich dieser Weltkrieg noch hinziehen wird, obgleich ja über seinen endgültigen Ausgang bei uns nirgends mehr ein Zweifel bestehen kann. Wir möchten daher den maßgebenden Faktoren dringend empfehlen, durch Anberaumung der Ersatzwahlen noch vor Beginn der heißen Jahreszeit dem unhaltbaren Zustand in den fünf verwaisten Wahlkreisen tunlichst schnell ein Ende zu bereiten.
Anegshrieft am dem wefterr.
Von nnserm Kriegsberichterstatter. ßLckerechtigter Nachdruck, auch ausxugAoeise, verboKsr.)
Metzer Flugivetter.
Großes Hauptquartier, am 15. Mak.
Es war ein herrlicher Maientag in Metz, um die Mittagszeit. Auf der Römerstraße, zwischen den breiten blanken Schaufenstern, dre letzt fap nur Gegenstände zeigen, die der Mann im Felde gebraucht, flutete lachendes Leben auf und nieder, bis zur Ecke der Efflanade und wieder zurück zur Kleinpariserstrasze, immer dew- selben munter-gemächlichen Bummelweg. Man sieht viel elegante Tamenkleider. Es ist Geld in Massen.nach Metz, dem für euren der Front so günstig gelegenen Einkaufs markte, geflossen, namentlich im Anfänge des Krieges. Und .auch die Unzähligem Uernen Ladnerinnen und Tippfräuleins, die nur mit dem Herzen nrregsgewrnnc machen, halten aus Schick und tragen ihre netten! bunten Frühlings Hütchen, daß es eine Lttt 'hat, und wenn sie einen Feldgrauen grüßen, — Zivilisten sehen sie überhaupt nicht —• oartn rann man beobachten, daß sie den großen Damen schon viel abgeguckt haben. Und sie haben viel zu grüßen, denn es geht kein, braungebramrter Feldgrauer über die Römerstraße in Metz, dem n * .baar hübsche Fräuleins hLanke Augen machen oder die rairhe Kcregerhand schütteln, lvenn man bereits näher bekannt ist. ^as mutzte schon ein Weltfrerndling sein, der hier den Anschluß an "1^ 2 x>n vird Eva.so aussichtsvoll begründete Seelengemem-'
jchaft nicht fände, bk Feldgrauen passen in die Welt, das zeigen sre überall.
Auf einmal gibt es ein Aussehen,in dem schtvirreinden Volk- l^n reifender SHinen, bemi oben latter den Wolken rattert Fliegerpvopeller. Zwei, drei, vier Flugzeuge kommen in niederem Zibge über die Türme und Dächer daher. Für nlicb ist das ein! schönes Schansprel, vier Riesenlibellen als schwarze feingeschnittene Schattenripe aus atlasblauem Maren Himmel. Aber für die Gruppe von Metzer Mädchen, die drei Schrttte hinter mir geht imd nicht der Meinung ist, daß der liebe Gott ihüen die Hellen Stimnren zum Stille fern gejchentt l>at, ist die Sache mehr sozusagen r eine Fachfrage.
„Tomierwetter!" (Denn sie reden feldgrau), sagt die üppige Schwarze, die ich eigentlich nur auf ihr Sachverständnis in Erika- und der Adler-Schreibmaschinen eingeschatzt hätte, „der zweite ist a der Aviatik-Doppeldecker vom Leutnant S. von den . .. Feldfliegern."
Irde" antwortete sckmiMkch der kleftie Balg in der chotttschen Serdenbluse, der zwar noch ein reckst sußfreies .Kleid und einen langeii Zopf trägt, aber eben zwei Offrziersst^lver- treter sehr hohertsvoll-liebenswürdig begrüßt l>at. „Das ist ja ? « <'c^' ^^^pveldecker vom Oberleutn.ant M. von der Kampftaffe l Nr . . ^.ch sehe das ganz genau." Großer Streit. Zwei Parteien, die es beide besser wissen.
- ^ ^ ?<mn Kriegsberichterstatter noch was lernen. Ich
sehe emen Doppeldecker und weiß nicht n«hr, als daß ein Sperling ein Sperling istz was die Ornithologie bestrettet. Warum soll ich ernein frisck-en Madel aus, der Römerstraße in Metz NTeniger Fach- rc-nntnis. ans ihrein Spezialstndiengebiet ziitrauen, als eim-m ocr- trocknetm Ornithottigen. Die Flieger ziehen ihre Bahn Einer, es ift der dritte macht mitten senkrecht über der Römersttaße einen kecken Sturzfttig, lchranbt sich flink wieder in die Höl)e und folgt den aiideren, die schon außer Sehwette sind, schnell nach.
A-gen ,Vesperzett sitzen wtt im Cafe Geist, und am Nebentisch plauschen ein paar lustige Geschöpfe, deren Spur man ans der Römersttaße sckwn ewige Male gekreuzt zu haben sich erttmect. Die Dur öffnet sich, und es kommt noch eine herein, die Emmi. Man braucht nicht indiskret zu sein, um zu wissen, daß das die Emmi ist, denn me andereii begrüßen sic laut genug bei dieseni schonen Taufnawen. Emmi aber ninunt gar keine Notiz von den siohlich.en Zurufen, sondern stellt sich pfeilgerade in Kampfpose und fragt über die — ach so schlagsahnelosen — Kasfevgiläser lstn- ubcr: „dka, Hab' ich meine Wette gewonnen?"
Schweigen. „Nö, Philo mene. Du kommst mtt picht aus. Ich habe meine Wette gelovirnen! Das lvar nicht Oberleutnant P , svn- dern Leutnant S., der heute Mittag die Doppelschleife über der Römersttaße gemacht hat." Der Rest der Verhandlungen geht in
Uttnst Wissenschaft.
Türkische G äste beim „alten Fritz". Die Ab- orbnnng der ttrkrschen Kammermttgtieder, die mit so viel Herzlichkeit letzt in Berlin empfangen wird, ist ein Ausdruck der engen! Zu,ammengehörigkett rnit unseren türkischen Waffenbrüdern. Die ^mpsindung, daß da Männer eines fernen fremden Landes zu uns kommen, ist heute im Zeitalter des Verkehrs abgeschwächt, und E berührt uns wunderlich, daß einst solche Gäste aus dem Reich des Halomondes wie Söhne einer anderen Wett anqestaunt wurden. Zur <>ett peß aften Fritz war dies jedoch der Fall, und kaum hat ;e ern Gefandtfchaftsbesuch im Berliner Lebw größeres Aufsehen erregt als das Erscheinen der Ttttken im Oktober 1763 am Hose des alten Fritz. Gras Lehndorff, dem wir so inhaltsreiche Tage- kmcher vom Hope des großen Königs verdanken und der beim Empfang der Türken besonders tätig war, erzählt, der Staats- mmister Fmk habe ihm versichert, „daß der Dresdner Friede nicht halb io viel Arbeit genvacht habe roie die Festsetzung des Zere- moniells m diesem Fall". Der Führer der Gesandtschatt, Achmet Eff-endtz wurde m ernem Palast eatqimrtiert, der dafür ganz neu in turkifchem Geichmack scharlachrot möbliert worderr loar Beim Einzug des türkischen Gesandten „ist die gaiize Stadt in Bewegung Ein folches Schauspiel hat man hier zu Lande iioch nie gehabt.
' A r cornntt der Gesandte, ein ehrwürdiger Greis, an; er sitzt sehr gut zu Pferde, auch sind alle Türken in seinem Ge- wlge sch)ne Männer." Wer nur konnte, ivollte sogleich seine Neu- M.erde befrrÄngen und^ sehen, /f ob diese Türken auch Meuschop Graf Fehndorfs berichtet über seinen Eindruck von ihrem Leven: „Alles ist ch er so verschiedeii von unfern Sitten und Gebrauchen und scheint uns so ttaupig, daß wir deii Eindruck be- 25S& ? Iö r 'ich diese Leute recht unglücklich fühlen.
Vielleicht haben sie aber dieselbe Anschauung von uns." Der alte Frch wollte zunächst von einer großen Empfarigsfeierlichkeit nichts wp en: der Oberyofzeremonlenmeister Baron Pöllnitz setzte es aber
^ ^ ans im prächtig ausgestattettnj aal statt. Las Benehmen Achmets war dabei recht sonderbar „Ltatt sich dreimal zu verbeugen, wie es die christlichen Gesandten tun, erhebt er dreimal die rechte .Hmrd, nähert sich dann dem -j?™e ^d halt ferne Ansprache, wobei er die Augen schließt. Er revtt^den König mtt „Kaiser" an und nennt ihn „Anbeter Jesudes Zitterers von , Nazareth". Nachdem Graf Fink geauttvortek hat, ersteigt der Gesandte erlig die Stufen des Thrones, faßt des
^ne Sckiutter und verschwindet mit Blitzesschnelle aus dem ^ml Dami findet ein Pnmkmahl statt bei denr alles genau daraut achtet, wie die Türkerr cffen Sie lassen drc von den .-lochen des Königs beretteten Gerichte unberührt ge- m^eu nur dre nach ihrer heimischen Art hergesteltten Speisen. uno langen ueing mit den Fingern zu. Während der alle Ackmet sehr zurückgezogen lebte, betelligten sich die anderen Türken eifrig
**??■**?* KiNMevaffMichketten, und besonders sein junger Neffe inker- essierte sich für alles und amüsierte sich dabei vorttesflich. Mit w tbaren Geschenken beladen, wurde der Gesandte vom Köiiig ent- bbll Großherrn nahm ei' vier mit l§delsteinen aus gelegte Flinten mit, deren Wert auf 20 000 Taler geschätzt wurde.
Es "Butlerstehen" vor 120 Jahren. „Butterpolo- Berliner Bolksmund sagt — die infolge der !p manchen Orten Deutschlands vockommeii, sind durchaus rnchts Neues': mt Gegenteil: das Butterstehen und das BZaiteil in langen Rechen fvegen der wichttgften Lebens- imd Be- darsimittel überhaupt, ist in viel schlimmer Form vor rund 120
viele Monate hindurch nöttg gewesen.
^ Schiele m ferner kleinen Ährift „Die Wirkung der Avchßchrcffe, 'ein Kapitel aus der sianzösischen Revolutionszeit", me als „Tat-Flugschritt bei Eirgen Diederichs in Jena erschienen ü ö'ottgenössischer Schilderungen ausführt, führten
LLsttmmungeii über Höchstpreise und die schlecht organisierte Lebensmittelverteilung trotz ausreichend vorhandener Lebensmittel ^T^erch» der Rewlution dazu, daß^ zimächst vor den Bäckerläden sich tagtualich in aller Frühe lange Reihen von Leuten ansainmel- ten, dre Brot ttlufen ivollten, und daß dann diese Sitte des Brot- scehen.) jrch aus alles nrögliche andere ausdehnte. „In Ronen",
St ^ VIC ^' "£}<!;rS ?. pro Tag und Kopf ein viertel Pfund Brot, m Bordeaux schlaft dre Bevölkerung vor der Tür der Bäcker, um cm Stuck schlechtes Boot zu erhalten, welches zum Teil aus! Hafer ^mrd BohnM besteht." Aus Paris sind die Schilderungen' noch ^sser: Erschreckende Volksansammlmigen bilden sich vor der ^ur der Bäcker und Metzger uird der Kaufleute, in den Hallen ?Ä.^m Kar ^ darnuf laufen alle Polizei berichte hinaus, und das halt ohne Unterbrechung während der vierzehn Monate der Rcvo- lutronsregi-erung an. Man bildet Ketten für Brot. Fleisch, Oel, M'^ Butter, Holz, Kohle, -üorall. Sie blldeit sich von 3 Uhr, von 1 Uhr morgens, von Mitternacht ab uno wachsen ton Stunde zu Stunde. Man stelle sich die Reihe dieser elenden Männer und Frauen vor, wie sie bei schönern Wetter auf der Erde liegen, bei schlechtem auf ihren steifen und zitternden Bernen stehen, mit dem Rücken im Regen, mit den Füßen im Schnee, wahrend langer Stunden in den dunkeln, übelriechendcu kaum Ml-euchteten und mit Schnmtz bedeckten Straßen. Das Durchs einander, die gegenseitige Berührung und die Langeweile des Ab- wartens Und dve Nacht entzügeln die groben Instinkte, besonders im Sommer wird der menschlichen Besttalität und der Pariser Frechheit frerer Lauf gelassen..." > o
„TV®* ne neue Verbesserung der Farbenphoto- Wenn auch die Farbenphotographie schon seit Jahren theorellsch als vollkommen ausführbar bezeichnet wird, so ist sie Eher stets ut Versuchen steckeil geblieben, die keine breitere praktische Verwendung gestatten. Die bisher bekanntgewordenen
Versahven beruhen alle auf den Bedingimgen des sog. „Dreifarben-
einzelnen Farbabstufmigen durch die verfchledenattige Vermrschsmg von drei bereits aus der Platte be- stehendeii Grundfarben gewonnen wmden. Es gibt also farbige Vhotographren, doch handelt es sich hier um eineir technischen Prozeß, und nicht -etwa um die wirkliche Aufnahine der nattirlichen Farben. U^berdves w« & bei solchen Verfohren aewvhnlich k-runi etnc brolitchbare Kopie Ui erholten. Ueber eine nene Bicthohe, die von deni Amerikaner Frederick E Jves er- wurde und eine ivesEliche Verbessermip bedeutet, wird in b?ence Mvnthly" berichtet, sic besteht haupt- sachlich in einem Ausbou der photographischen Kamera, in welchem zu gleicher Zeit drm versch -denc Platten bei der Aufnahme dem tnitch ousge,otzt werden, und iede Platte ist durch einen Schirm ^schützt, der nur dir eine gewünschte Art von StraUen durch- ladt. So laßt man z. B. entt Platte nur die gelben Strahlen- aufnclpncu, dre zwnte du- roten, die dritte die blauen. Tic Platten werden nach der tluftiahtme in der üblichen Weise entivickelt. Hierauf J/P to n l^n > Negcttiv ein Abdruck gemacht und z»var der eine ^^p^lem Papier, dre andeveir beiden auf chemisch besonders emp- siudlich gemachtem Material. Daun wird die Kopie der Platte vre mir durch rote.Strahlen beleuchtet wurde, rot getönt, die andere vlau Und die dritte gelb Hierauf werden die drei Fllms desselben Bildes aufeinander gepreßt, in einer besonderes: Löchug gebadet und auf diese Weise erhält man beliebig zahlreiche Abzüge, die das Bild in -außerordentlich notürlichess und zarten Farben wiedergeben.
oi -100. Geburtstage Julius Sturms. Am
2l Jul: 1916 ist der 100. tz^eburtstag von Köstritz'S nasuhafteftcm Sohne, denk Dickster Julius Sturm, der über 30 Bücher, meist lyrische Gedichte, veröffentlicht hat, die teilweise in vielen Auflagen erschienen siiid. Trotz Krieg und Not soll seiner mit Dank und iflTren gedacht werden, und zwar vor allem durch die Gründung einer „Gesellschaft der Fremide des Dichters zu Köstritz tReuß)" die sich die Aufgabe stellt, in Köstritz ein Julius-Sturm Zimmer einzuricksten, m dem alle Erinnerungen an den Dichter aufbewabrt und ausgestellt werdeii sollen. Außerdem stellt sich die Gesell- schaff die Aiifgabe, Julius Stiirms Dichtungen im deutschen Volke • 5H verbreiten. Um weitesten Kreisen den Beitritt zu der Gesellschaft zu ermöglichen, ist der Jahresbeitrag aus 1 Mark festgesetzt rvorden.. Es Ware erwünscht, dah recht viele, nach in unserem Grosiherzogtimr Kassen, ine Sinn für Pflege der Heimatgeschichtc und für deutsche Dichtung haben, der Gesellschaft betreten würden Baldige An.
E Kbrrn Direktor Professor Dr. Settegast in Köstritz, oder an Professor Tr. Rost in Chemnitz iMittelstrassc 4) aber auch an Pfarrer Äepding in .-öanscn bei Gießen erfolgen Das erste Vereins,ahr beginnt an, 2l. Juli 19l«l, die Bereu,s.
k M^arNazn 5 Pf^BesLgAd).^""^ («If«'


