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M. Zahrgmig
Dienstag, 23. TRal (9(6
Seneml-Mzeiger für Gberheßen
Rotatis!l5ökLS W!d verl.'g der vnihl'fche« Univ.-Vrich- unö Sieinöruck«rei 8. Lange. Lchnstlertung. Geschästsstelle und Druckerei: Schulstr. r.
Heue Männer in wichtigen Reichsstellen, weitere Erfstze im Westen und fsi Tirol.
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(WTB.) Großes Hauptquartier, 22. Mai. (Amtlich.)
W e st l i chr r Kriegsschauplatz.
OeMch von NieuPort drang eine Patrouille unserer Marirre-ZnsiMterie tu dir französischen Gräben ein, zerstörte die Verteidigungsanlagen des Gegners und brachte einen Offizier und zweiunddreißig Mann gefangen zu nick.
Südwestlich von Givenchy-en-Gohelle wurden mehrere Linien der englischen Stellung in etwa zwei Kilometer Breite genomuten und nächtliche Gegenstöße akgewiesen. An Gefangenen sind acht Ofsi- ziea'e, znreihundrrtzwanzig Mann, an Beute vier Maschmengewlchre, drei Mmenmerfer eingebracht. Der Gsgner erlitt ganz außergewöhnlich, blutige Verlüde.
In Gegend von Berry-au-Bac blieb in den frühen Morgenstunden ein franAsischer Gasangriffsversuch ergebnislos.
Liv^s der Mnras stürmten mrsere Truppen die französischen StettuMen auf den östlichen Ausläufern der Höhe 304 lund hielten sie gegen wiederholte feindliche Angriffe. Neben seinen großen blutigen Verlusten büßte der Gegner an GesirugerLA neun Offiziere, fünfhun- der^ach-tzehn Mnnu ein und ließ fünf Maschinengewehre in unserer Hand. Die Bente ans unserem Angriff am Südliange des ^Tvten Mannes" hat sich auf d r e i z e h n Geschütze, einuuÄzwanzig Maschinengewehre erhöht. Auch hier urw ans Richtung Ehattaneourt hatten Versuche des Feindes, den verlorenen Boden znrück- zugewinnerl, keinen Erfolg.
Rechts der Maas grisferr die Franzosen mehrfach vergebens unsere Linien in der Gegend des S t e i n b r u ch e s (südlich des Gehöftes Haudrrmumt) mrd auf der Vaux-Kuppe an. Beim dritten Anfturnr gelang es ihnen aber, im Steinbruch Fuß zu fassen. Die Nacht hindurch war die beiderseitige ArtMerirtätigkeit im ganzen Kampfabschnitt außerordentlich heftig.
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Unsere Fliegergeschwader wiederhotten gestern nachtnittag mit beobachtetem großen Erfolge ihre Angriffe auf den Etappenhaftm Dünkirchen. Ein fenrdlicher Doppeldecker stürzte nach Kampf ins Meer. Weitere vier Flugzeuge vmrveu im Luftraums innerhalb unfern Linien außer Gefecht «rsetzt, rmd zwar in Gegend tmt Wervicg, bei Nohon, bei Mmr- court (östlich der Maas) und nordöstlich von CHLteau Salms. Letzteres durch Leutnant Wintgens als dessen viertes. Außer dem schoß Oberleutnant Boelckc südlich von Avocourt und nrdlrch des „Tuten Mannes" den 17. und 18. Gegner ab Der hervorragerrbe Fliegeroffizier ist in Anertemmng seiner Leistungen von Seiner Ätajestät dem Kaiser zum Haupt- m a n n befördert morden.
Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz.
Die Lage ist im allgemenren unverändert.
Oberste Heeresleitung.
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> ^ Der gestrig« Tag hat «ns aufs neue von den gegen iwtärtrg wichtigeren. KriegAschEP Lätzen erfreuliche Kunde ge-
> bracht. Unanfhccktftrm schreiten unsere feeeve bei Verdun fort, und WiLder sind liEs der Maas, auf den östlichen MEuftrn der Höhe 304 glänzende 'Angriffe erfolgreich! durchgesuhrt rodrden. Rechts der Maas hatten die Franzosen einen kleinen, vorübergehenden Erfolg, indem sie den Steinbruch südlich des GeWstes Handromont besetzen tonnten; im Vergleich zu unseren Fortschritten ist dieser Vorgang j<Loch ziemlich bedeutungslos. Berichtet doch Foffre in Feinem amtlichen Bericht, daß nnr 80 Gefangene Lei der ^Besetzung des Gteinbruchs gemacht worden sind.
Am 20. Mai war es ein Vierteljahr her, daß die große Schlacht bei Verdun ihren Anfang nahm. Wenn die Ereignisse auch langsamer fortgeschritten sind, als mau anfangs dachte, so ist doch Großes vollbracht worden, und wir freuen uns der Stetigkeit unserer Erfolge, der Beharrlichkeit der deutscher: Führer und der UeberlegerUieit und Tapferkeit unserer Trnppem Die „Straßburger Post" hat ausgerechnet, daß die Franzosen in der drei- nronattgen Schlacht 350 Quadratkilometer Land verloren haben. V-erdmr hat die Bedeutung als Festung eingebüßt, und mehr als 50 französische Divisionen sind hier gefesselt. Die blutigen Verluste und die Verluste an Gefangenen sind. ungeheuer und vor allen Dingen ist die große Offensive des Vierverbandes, die für März oder April geplant war, durch den großen Verlust der Franzosen vereitelt worden.
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Die italienischen Berichte über die Schlacht in Tirol werden täglich kleinlauter; der Rückzug wird zugegeben, aber mit vielen Worten beschönigt und in seinen Folgen bemäntelt. Desto g>ewichtijg>er sprechen die präzisen Angaben bet österreichisch - ungarischen Heeresleitung. Der neueste Wwner Bericht mmht wicher glänzende Feststellungen. Die Zahl der seit Beginn des Angriffes gemachten Gefangenen ist auf nahezu '24 000, die -Zahl der erbeuteten Geschütze auf 172 gestiegen. Auch die Veränderung bet strategischen L-age mi der Grenz.e Italiens ist zum Vorteil unserer Bundesgerwssen höchst spannend, für die Italiener d-üpMnserregend geworden. Wenn der deutsche Reichskanzler
du Waffenbrüder in einem freudigen Telegramm beglückwünscht hat, so wird damit unter die militärischen Erfolge auch ein kräftiger politischer Strich gemacht, und zwar nicht in der Annahme, daß der Sieg in Tirol bereits ab- geschloßen sei, sorrdern in der Bekräftigung dauernden, einmütigen und siegesgewissen Zusanrmcnhattens. Wie kümmerlich sieht es dagegen mit der Uebereinstimmung im Lager unserer Feinde aus! Die italienische Presse weiß zu den Liegen der österreichisch-ungarischen Heere nichts anderes zu vermerken, als daß jetzt die viel berufene Einigkeit in der Entente die Lage retten müsse. Und die „Agenzia Stefani" ipottet ihrer selbst, indem sie aus amtlicher Feder verkünden lägt, „das Land teile jetzt mit Frankreich die Ehre icnd Last der drückenden Militärmacht der Zentralmächte". Mehr Last als Ehre, wird, da mancher Italiener denken, und die Welt draußen wird sich darüber wundern, wie unumwunden die amtlichen Kreise in Rom die steigende Kraft des Gegners loben!
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 22. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich
verlautbart: 22. Mai 1916.
N u i s i s ch e r und s ü d ö st l i ch e r Nichts Neues..
wird
Kriegsschauplatz.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Niederlage der Italiener an der Südtirolcr Front wird immer größer. Der Angriff' des Grazer Korps auf der Hochfläche von Lafraun hatte vollen Erfolg. Der Feind wurde aus seiner ganzen Stellung geworfen. Unsere Truppen sind im Besitze der Cima Mandriolo und der Hök-en unmittelbar westlich der Grenze von diesem Gipfel bis zum Aftachtal-e. Die Kampftruppe sturer k. und k. Hoheit des FeldmarschaLleulnanls Erzherzogs Karl Franz Josef hat die Lrnr-e Monte Tormeno—Monte Majo gewonnen
. Seit Beginn des Angriffs wurden 2 3 88 3 Gesänge ne. darunter 4 8 2 O f f i z i e r e, gezählt. Unsere Beute * ft fl u t 17 2 Geschütze ge stieg e n.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
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Die Liege in Tirol.
Eine Anerkennung des Kaisers Franz Josef.
Wien, 22. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegs- pressequartier meldet: Feldmarschall Erzherzog Friedrich hat folgenden Armeeoberbesehl erlassen;
Ihre AttrjestäL haben geruht, folgendes Tekegramm. an mich M richten: „Ich habe meinen» Großneffen, dem. FeldmarschaMent- nant Ertzh-erzvg Karl Franz Josef in Anerkennung der glänzenden Führung seines Kr>rps den Orden der Eisernen Krone Erster Klasse mit Kriegsdekoratton verliehen. Freudig teile ich Jhnen dies mit und beauftrage Sie, afteu meinen httdennmtig und erfolgreich kämpfenden Führern und Truppen nrcine vollste Anerkennung, wärmsten Tank und Gruß kundzugeben. Franz Jvstf." — Diese uns alle beglückende Botschaft rft sosvtt an die Truppen zu verlautbaren.
Ei»r GLückwuusch des deutschen Reichskanzlers.
Wien, 22. Mai. (WTB. Mchtamtlich.) Ter Reichskanzler von Bethmann Hollweg hat an Baron Burian gedrahtet :
Eure Exzellenz bitte ich, zu den glänzenden Waffentaten der osterrerchnch-ungarischen Armeen in Tirol ineine herzlichsten und freudig>ten Glückwünsche eirtgegennehmen zu rooüert. Gott schenke den braven Truvpen, die im unwegsamen Gebirge schier Ueber- menschliches leisten, imwec weitere Erfolge und Si-ege.
^ ^ Bethmann Hollweg.
Baron B u r i a n erwiderte:
Ich bitte Eure ExzeNenz, meinen herzlichsten und aufrrchttgsten chank für dre mir anläßliH der Erfolge der österreichisch-ungarischen Waffen m Tirol übermittelten freundlichen Glückwünsche entgegeic- nehmen zu wollen. Burian
* Z, *
Der türkische Bericht.
^uL^u^lropel, 22. Mai. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 20. Mar. An der I r a k f r o n t dauert die Ruhe an. Haupt- Aarm Schütz schoß einen feindlichen Doppeldecker ab, der in oOO Meter über den Flugplatz flog; es ist dies das dritte von diesein Flieger rm Irak abgeschosseue Flugzeug.
An dtw au ka sus s r o u t hat sich nichts von Bedeutung er- eigrvet Dre von uns in der letzten Schlacht gemachte Beute bestebt rn 400 Gewehren, 200 000 Gewehrpatrvncu, Tragzeiten für ein Bataillon und einer Menge von anderem ^iegsmaterial.
Die Kämpfe irr Mesopotamien.
L o n d o n, 22. Mai. (WTB.) Nach einer Mftteilung des Kriegs am tes meldet General Lake, daß der Feind am 19 Mai Bethaiessa und die vorgeschobenen Stellungen auf dem rechten Tigrisufer geräumt hat. General Gor- ringe verfolgte, griff den Feind an und nahm die Dujailah- ^chanze. Der Feind halte noch die San-miyat-Stelluilg auf dem linken Ufer. Eine russische Kavallerieabteilung stieß nach einem kühnen und abenteuerlichen Ritt zu den Truppen des Generals Gor ringe.
Flieger über Kairo.
. . '5 iro ' 22 • Mai. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Zwei un.ndli.cke Flugzeuge warfen 16 Bomben bauptfäckckich auf das aralnscku' Stadtviertel ab. Es wurden zwei' Zivilpersonen getötet und 13 venvundet, sowie 5 Soldaten verwundet. Tie Flieger be- uutzten Scheinwerfer, ehe sie Bomben " ‘ ‘ '
Rußland und Rumänien.
Bukarest, 22. Mai. (WTB.) Vintex dein Titel „Unbegründete Verdächtigungen" schreibt die ,^nDepe.ndcrnce Rournaine": In der letzten Zeit machten sich einige Petersburger Blätter, darunter die „Nowoje Wremjctttz znm Echo böswilliger Verdächtigungen gegen Rumänien. Es ist nicht unsere Sache, zu untersuchen, ob diese Haltung der: russisch-rumänischen Beziehungerc und den russischen Interessen entspricht. Solange es sich um wirtschnstliche Handelsmaßnahmen handelte, die Rumänien gut gefunden hat,' zu ergreifen, haben wir es nicht für notwendig ge- ftmden, auf die Sache znrnckzukommen. Nun aber wird Rumänien des Schmuggels mit in Rußland gekauften Waren beschuldigt. Hierzu sei üerrrerkt: Seit Kriegsbeginn hat Rurnänien aus Rußland kein Kupfer eingeführt; Pferde kauft Rumänien seit Jahren fast ausschließlich in Rußland. Wir wollen nicht glauben, dnß man sagen miu, baß die neulich ein geführten Militärs) serde wieder über die Grenze gegangen sind. Es wäre einfacher und loyaler gewesen, sich iiber den Sachverhalt vorher bei der amtlichen russischen Stelle zu unterrichten, die nicht verfehlt hätte, das Mißverstand uis zu beseitigeu.
Der Nachfolger Deibmfs.
Berlin, 22. Mai. .(WTB. Anitkch.) Seine Majest.Lt der Kaiser und König haben dem VizLpräsideirten des Staats minister mm s und Staatssekretär des' Innern Dr. D e l b r ü ck die nach- gesuchte En t l a s snp g aus seinen Aemtern unter Belastung des Titels und Ranges eures Staatsministers und urtter Verleihung des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler erteilt und ihn tmi der allgemeinen Stellvertretung des Rerchsbarrzlers entbunden,
den Staatsmürister nn.d Staatssekretär des' Reichsschatzamtes Tr. H el f fe r ich zum Staatssekretär des I n n e rn ernannt und mit der allgemeinen Stellvertretung des Reichskanzlers beauftragt,
den Staatssekretär ff'ir Elsaß-Lothringen, Wirklichen Gehemren Rat Grafen von Rödern vom 1. Juni 1916 ab> zum Staats- sekret är des Rei cksschntzamtes ernannt und bestimmt, daß bis znm 1. Juli 1916 die Geschäfte des Reichsschatzanktes durch den Steatss'ekretär des Jimern Dr. Helfferich lvetter z u führen find.
^peine Majestät haben ferner den Staatssekretär Dr. von Breitenbach zum Vizepräsidenten des SLEcksWtnißMAw^ ernannt.
Gral RoOdern
Staatchekretär Dr. H elsferich tritt an die Spitze des durch Dr. Delbrücks Rückttntt mwwaiften Reichsamts des Urnern und w.rrd Stellvertteter des Reichskanzlers. T^r noch nicht Viernnd- vrerzigjährige hat eine Laufbahn von seltener Vielseitigkeit und mannrgsack.'>er Betätigung in Theorie und Praxis Himer sich Doktor der Staatswffsenscbaften, Privatdozent für orientalische Sprachen, Profestor für Kolonialpolittk, Referent für wittschaftliche Angelegenheiten im Kolonialamt, Dichegierder bei Äßährungsverhand- lungen, Direktor der Anatolisckeii Balm, schließlich der Deuttcheir irVi*' ^ ac ct ec ft vor Jahresfrist R ei chsscha tzferretär, als gründlichster Kenner auch des Geldmarktes und Währungswesens, über die er gruudlegeude Bücher veröffentlicht hat. Als Organisator nuferer Kinegsanleihen neben dem Reichsbankpräsidertten Haven- stem hat er sich m seuver kurzen Amtstätigkeit nrehr als gewöhnliche Berdrenfte erworben: sie auch aus die große Neuordnung der Reichs- ffnanzeu nach dem KrieM auszudehnen, hat er über kxfeitbetv Aus- gubnt, dre chm m dem inneren Reichsamt tvirrten,' verschmäht. In - ^ Helperrch in der großen Uebersicht, mit der er dre ge-
samte Lage >des Rerchs umfaßte, in der schnell gelmmneiren Fäistg- rert als ,,Sprechmrm.ster", in nrmurigsachein Eingreifen auch in die äußeren -ulgclegenheiteu gezei«rt, daß er an fülrrerrde Stelle «gehört, und sec n e U cp er) cedel.ui cg ins Reichsantt des Innern wird vorerst mehr von oveiem Gesichtspunkt aus zu mürdigerr sein als nach seiner Ergnung für idre b-esvndeoecr Aufgaben seiner neuen Stellung, die chm. wie zumal die Sozialpolitik, eiuftmeücn Neuland fein müssen.
^ FlElMwandte Mann sich aber mul) airs diesem „nx'itcn (yeloe mühelos zurecktftnden wird, steht kaum zu bezcverfeln. Helsserichs Nach so l g er als Neichsfchatzfekretär wird
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