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Der L-4etz«rer Anzeiger
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Mittwoch, ,r. Mai ,4,6
General-Anzeiger fir Oberhessen
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Cm siegreicher Ysrftotz unserer verbündeten in Cirsl.
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Dia Ergebnisse des rassischen Pormerscbes in Armenien and Persien nach nrss/sci/er amfehlich nm den /fasse# besetztes Sebief.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 16. Mai. (Arutlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Kleinere Unternehmungen an verschiedenen Stellen der Mront führten zur Gefangennahme einer Anzahl Engländer und Franzosen.
Auf dem westlichen Maasufer wurden mehrere schwächliche französische Angriffe gegen unsere Stellungen auf der H ö he 3 0 4 durch Artillerie-, Jnfanterie- und Maschinengewchrfeuer blutig a b g e w i e s e n.
Das gleiche Schicksal hatte ein Angriff, den der Feind nördlich Vaur-lcs-Palamcir (südwestlich von Eom- bres) gegen einen vorspringenden Teil unserer Stellung unternahrn.
Oestlicher und Valkankriegöschauplah.
Keine besonderen Ereignisse.
Oberste Heeresleitung.
In wenigen Tagen „feiern" die Italiener den Jahres- jtag ihres Treubruchs, ihres Eintritts gegen ihre bisherigen Verbündeten in den Kaneg. Aber sie werden mit Wehmut Feiern, und Herr Salandra hat es erst vor kurzem auf einer (Besichtignngsreise bekannt, daß auch er und sein Kabinett dfter von drückender Sorge heimgesucht würden. Trotzdem faselte er dabei von Ehre, die es Italien zur Pflicht gemacht habe, so KU handeln, w-ie es geschehen ist. Wir können die "ltalienischen^ Sorgen leicht nachfühlen. Wenn der Friedens- ischluß nahe sein sollte, wer wird sich um Italien bekümmern? >Es besitzt in seiner zu nichts Positivem verpflichtenden Zusage, nur gemeinsam mit seinen Freunden Frieden zu schließen, keiner^i Bürgschaft dafür, daß Oesterreich-Ungarn nicht den Rücken freibekommt, bevor es dem Gerreral Eadorna lieb rst. Im Gegenteil, wenn sich Frankreich, Rußland und Eng- totb genötigt sehen sollten, den Krieg als aussichtslos zu beenden, werden sie mit einer gewissen Schadensieude auf den großen „nationalen Feldzug" Italiens sehen, der es nicht gestattet hat, daß auch nur einzelne italienische Truppenteile an gemeinsame Fronten abgegeben wurden. Dann würde es beim Friedensschluß also einen Hilfeschrei in Rom geben, auf den die Entente schwerlich hören würde. Alle ihre Hoffnungen mußten also Salandra, Sonnino und Eadorna auf einen baldigen Sieg der italienischen Waffen setzen. Und wie kläglich sind diese Hoffnungen gescheitert! In Albanien wurde die italiemsche Aktion durch die starke Faust Oesterreich-Ungarns zerschellt, und dort liegt bereits ein fertiges Grab gestorbener Hoffnungen Italiens. Und nun ist die neue österreichisch-ungarische Offensive erfolgt, nicht im Lande Essad Paschas, sondern auf verschiedenen Abschnitten der Alpen- und Karstfront. Es nnwden dabei von unseren Verbündeten beträchtliche Erfolge erzielt, besonders bei denr Vorstoß in Tirol, wo nicht weniger als 65 italienische Offiziere und über 2500 Mann gefangen genommen wurden. Auch an arrderen Stellen der Front wurden die Italiener geschlagen, und nun wird sich die drückende Sorge des Herrn Salandra bald noch drückender melden.
In der „Köln. Ztg." wird über den Sieg in Tirol folgende Betrachtung angestellt:
In den letzten Wochen hieß es, daß General Eadorna das Hauptgewicht der Operationen vom Jsonz-o an die Tiroler Grenze verlegen wollte, und schweizerische Blätter wußten von größeren Truppenverschiebungen zu melden. Sollte diese Meldung richtig fein, so hat der Stoß unseres Bundesgenossen mitten in die Vorbereitungen hineingetroffep und dem Gegner das Konzept gestört. Es läßt sich noch gar kein Bild von der Bedeutung der gestern ' berichteten Erfolge entwerfen, dazu muß man die weitere Entwicklung abwarten; fest steht aber, daß unser treuer Bundesgenosse auf dem italienischen Kriegsschauplatz dem Feind noch JniTttt derartigen Schlag in der Offensive versetzt hat. *65 Offiziere^ und _ über 2500 Mann wurden gesangenge- ' mornmen, elf Mas chinen gewehr e und sieben Geschütze erobert, und diese Zahlen beweisen äußerlich schon, daß die Jtalierrer ■ J^Tte schwere Schlappe mittcrt haben, die sie aus einem großen .
der Stellungen warf, die sie allmählich und teuer eriavft patten. Es ist der von beiden Seiten mit Gebirgsbesestigungen ver- ÜEte Raum östlich der Straße und Bahn Trient—Ala. die im Aichtal sich hinziehen, wo sich diese Kämpfe abgespielt haben. Viele .Deutsche wandern jahraus jahrein in friedlicheir Tagen durch das < Suganatal, das von dem blauen See von Levieo an der Bvnita , mnab nach Borgo und über den italienischen Greiizort Primolano ■ Wp„ unb die Verbindung mit Bassano herstellt. Südlich dieses ' west-östlrch gerichteten Tals wurde vmi den ößerreichrsch-rmgarischeii < ^Eresteilen eine Stellung aus dem Armcnberrarücken genonrmen. Die Angriss^front dehut sich noch weiter zur Etsch aus. Ans de^ . Hochebene von Bielgereuth, dereii Forts seit einem Fahr unter schwerem italienischem Feuer lagen, brachen nördlich des ^ ^^" 5 ?olatals, das bei Rovereit in das Etschtal mündet, i ürrd südlich von Rovereit ebenfalls Truppen unseres Bundes- I genossen siegreich in die feindlichen Linien ein. Eine ge- I &t<run:e Angabe über den Kanipsplatz südlich von Rovereit wird i *krcht gemacht Es faim das Ballarsa in Frage konnnen, durch \ das eine enge, vielgewimdene Straße irach Schio in Italien führt, < vld-e das Effchtal selbes mit seinem Osthang. Im Sugarrertal hatten die Italiener Borgo erreicht, aus der .Hochebene von Viel- gereuth waren sie an der Fortslinie zum Steheir gekommeii, und an Etschtal starrden ihre Bortruppen zwischen Ala und Mori, wo ^ou der Hauptlinie Bozen—Verona die Seitenstvecke irock) Riva
abgeht. Die Oesterreicher und Ungarn stützen sich hier nördlich der Strecke nach Riva auf den Monte Eremo. Rovereit ist wiederholt von den Italienern beschossen worden.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 16. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. Mai 1916.
Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Artilleriekämpfe dehnten sich gestern auf die ganze Front aus mrd steigerten sich vielfach zu großer Heftigkeit.
Im Wschnitt der Hochfläche von Doberdo drang das bewährte Ege rer Landsturm-Regiment in die feindlichen Gräbnr östlich von Monfalcone ein. nahm drei Offiziere und 150 Mann verschiedener italienischer Kavallerie- Regimenter gefangen und erbeutete ein Maschinengewehr.
Unsere vorgestern gewonnene Stellung westlich von San Martins wurde trotz aller Anstrengungen des Gegners. sie zuri'rckzuerobern, behauptet und beftstigt. Hier fielen drei Offiziere, 140 Adann, ein Maschinengewehr mrd viel sonstiges Kriegsmaterial in die Hände unserer Truppen.
Heute früh warfen feindliche Flieger auf Ko n st a n j e - vica und aus mehrere deutlich gekennzeichnete Sanitäts'- anstalten Bomben ab, ohne Schaden anzurrchten.
Jrn Görzer Brückenkopf, bei Plava und im Tolmeiner Abschnitt hielt unsen' Artillerie die Deckungen des Gegners unter kräftigem Feuer. Verschiedene Jnfanterieunternehmnngen an dieser Front brachten einen Ofstzier und 116 Mann als Gefangene ein.
An der Kärntner Front entspannen sich bei guter Sicht gleichfalls heftige Geschützkämpfc und bei Pondebba auch Jnfanter rege fechte unserer Truppen mit Bersaglieri- Abteilungen. In den Dolomiten wurden mehrere italienische Angriffe auf unsere Stellungen im Eol di Sana und Tresassi- Gebiet alrgewiesen.
In Südtirol nahmen unsere Truppen, unterstützt durch überwältigende Artilleriewirkung, die erste feind- li che Stellung auf dem Armenterra-Rücken, südlich des Suganertales auf der Hochfläche von Vilgereuth, nördlich des Terragnolo-Tales und südlich von Rovrcit (Ro- vereto). In diesen Kämpfen wurden 6 5 Offiziere, darunter ein Ob er st und über 2500 Mann gefangen genommen und 11 Maschinengewehre und sieben 6; eschützeerbeutet.
Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs , v. Höfer, Feidmarschalleutriant
Der türkische Bericht.
Kio n ft a n t i n o pe l, 16. Mai. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers : Bou derKaukasus - und Irakfrvut keine wichtige Meldung.
Eins unserer Wa s serflwgtz euge überflog rn der Nacht zum 13. Mai die Insel I mb r>o s und warf mit Erfolg Bornben auf zwei große feindliche Schiffe, die in der Bai von Keptelos ankerten. Unser Wasserflugzeug kehrte trotz des Feuers der feindlichen Artillerie unversehrt zuriick. Ern feindlicher Monitor, der in den Hafen an der NordwesMfte der Insel Keuften ernlousen wollte, geriet in das UeberraschiLrgsfeuer unserer Artillerie: ihre Volltreffer ließen den Monitor in Flammen gehüllt und rauchend scheitern. Während der mehrere Stunden andauernden Feuersbrunft wurden deutlich Explosionen gehört, die von der in dem Schiffe befindlichen Munition herrührten. Ein feindliches Flugzeug, das inzwischen erschienen war, warf 6 Bomben auf die Gestade von Ourla, tötete einen Mann und zwei Frauen der Zivilbevölkerung und verletzte ein Kind.
Kon st an tin o p el, 16. Mai. (WTB. Nichtarntlich.) Mel- duirg der Agenve Milli: Nach soeben eingelmffenen amtlichen Meldungen ist ein Teil der mnselmarri scheu Bevölkerung, die in den Dörfern des Distrikts E h i t a, deir die Russen besetzten, zurückgeblieben war, durch den IFeind niedergemetzelt worden. iCs wurden hauptsächlich die Dörfer E r k e n i s und H a s s i s angezündet und die Einwohner in den genannten Dörfern, ungefähr 500 Personen, Frauen, Kinder und Greise darin einbegriffen, lebendig verbrannt.
Der russische Bericht.
Petersburg, 16. Mai. (WTB.) Amtlicher russischer Bericht:
Wie st front: Auf der Front der Truppen des Generals Evert an mehreren Orten lebhafte Fenertätigkcit der femdlichen Artillerie.
Kau kasnsfront: In der Richtung von Mam'achatum für uns günstige UirternehmNngen unserer Anfklärungs-dlbtei- lnngen. In der Richtung Diarbekir wiesen wir durch Feuer einen Angriff von Kurden ab. In der Richtung M assul drangen unsere Truppcai in die Stadt Rewandns (135 Kilometer östlich Masnll) ein und erbeuteten ein Munitionsdepot. Der Feind trat überstürzt den Rückzug an und ließ die Zufuhr mit Begleitung, sowie Kriegsmaterial zurück. Unsere Kavallerie bleibt dem Gegner auf den Fersen.
vie österreichisch-ungarischen Erfolge gegen Italien.
Berlin, 17. Mai. Unter der Ueberschrift: „Ein wichtiger Erfolg!^ schreibt illdafor Morath im „Berliner Tageblatt": Ssit einiger Zeit ist der Kampf Oe st erreich- Ungar ns gegen Italien lebhafter geworden, und es ist nicht unmöglich, daß bei längereut Andauern der Erfolge auffeiten unserer Verbündeten man davon sprechen ftmu, daß der nunmehr einjährige Krieg in ein neues Stadium >eingetreten ist. Die erste feindliche Stellung ist in den H ä ubeit n nser cr Verbündete n. Wenn man die Schwierigkeit der Kriegführung in Südtirol richtig zu würdigen versteht, so muß man diesen Erfolg für bedeutend halten. Aeußerlich kennz-eichuet er sich in der für das gebirgige Gelände hohen Giefarlgerrenzahl. Daß auch gleutWeitig A^a schirren gewahre kund Geschütze erbeutet werdor konnten, zeigt für die schnelle und


