Amerikanische Heeresverstärkung?
London, 14. Mai. (WTB.) Das Neutersche Bureau meldet 6'. ? Uork: Am Samstag nachmittag fand ein
Demo n st x a t i o n su mzug von 160 000 Menschen zu-
»runflcn der Vergrößerung der amerikanischen Armee statt.
Der türkische Bericht.
KoN stan ti n o pei 1t. Mal (WTB.) Amtlicher Kriegsbericht vom 30. ^lpril (türkische Zeitrechnung).
An der Cs raff r o u t keine Veränderung.
Lln der Ka u k-a s n s f r on t unternahm der Feind, nachdem er im Zeni' um im Abschnitt von Koche aus seinen Stellungen verjagt worden war am 29. 2lpril, indem er seine am 23. April gescheiterte Offensive ern-enerte imd verstärkte, eine Reihe von t ätigen Angriffen, um die verlorenen Stellungen wieder git erobern. gegen den B erg Koche und den Berg Bahtli, der nördlich des Kope gelegen. Alle diese Angriffe wurden durch unsere Gegenangriffe z u r ü ck g e s ch läge n. Das wirksame Feuer unserer Artillerie räumte furchtbar in den Reihen der zurückgeheno-en feindlichen Kolonen auf. In -diesem Kampfe inachten wir mehr als hundert Gefangene. Auf den übrigen Abschnitten dieser Front unbedeutende^ Vatronillengefechtie.
Drei feindliche Flugzeuge überflogen gestern die Halbinsel Gallipoli. Sie flüchteten nach Tcnedos, als die unserigen erschienen und nrck ihnen zusammenzutreffen suchten.
^ . ®fat feindliche r Kreuzer versuchte in den Hafen von Sighadjik südlich der Küste von Bourla, einzudringen, mußte ''ich aber nach Samios zurückziehen, nachdem er mit zwei wirkungslosen Schüssen auf unser Feuer geantwortet hatte. Drei unserer Geschosse erzielten Volltreffer.
Auf den anderen ffrernten nichts von Bedeutung .
Reue deutsche Angriffe in Ostafrrka.
London, 13. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus: General Snmts meldet drahtlich: Die deutschen Truppen entfalten unter der persönlichen Führung von Leitow-F orbeck eine bedeutende Tätigkeit bei K o n d o a - I r a n g i. Sie versuchten in der Nacht des!9. Mai einen Angriff, dem ein heftiges Bombardement voranging: sie wurden aber mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Der Feind setzte seirte Offensive am 10. und 11. Mai fort. Am letzteren Tage machte er eine letzte Anstrengung gegen den linken britischen Flügel, die aber zurückgeschlagen wurde. Unsere Verluste sind und e deutelte). In einem noch Unbestätigten Bericht wird gemeldet, daß belgische Streitkräfte in Ruanda bis Kigali vorgedrungen sind, nachdem sie auf schwachen Widerstand gestoßen Waren.
London, 13. Mai. (WTB.) Wie das Reuter sch e Bureau aus Moschi in Ostafrika vom 11. Mai meldet, wiederholte . der Feind gestern seine Angriffe bei K o n d o a - I r a n g i, wobei er sich eines Geschützes vom Kreuzer „Königsberg" bediente. Er wurde infolge der vorzüglichen Haltung unserer Truppen zurückgeschlagen. 15 tote Feinde, darunter 2 Europäer, wurden von unseren Truppen aufgefunden. .Die britischen Verluste sind gering. Man vermutet, daß der deutsä)e Oberkommandierende von Lettow-Forbeck bei dem Angriff zugegen war. General van de Venterles Geschütze tatet! ausgezeichnete Dienste.
Aus Studt uud
Gießrn, 15, Mai 1916.
Versammlung des Lahu-KanalvereinS.
Der Lahnkanalverern hatte für gestern nachmittag im Groß-
Herzog von Hessen feine achte ordentliche Hauptversammlung an beraumt, die bei dem Interesse, das den Bestrebungen des Vereines zukommt, gut besucht war.
Verschiedene Behörden hatten ihre Teilnahme absagen müssen. Vertreten waren: das Wasserbauamt Diez, das Hess. Ministerium des Innern durch Gehermerat Wagner, dbnwesend waren ferner
Pro vinz ial-Tirektvr Dr. Üsinger imd Oberbürgermeister Kel l e r. Als Vertreter der Umversität war Geheimrat Tr. Somme-
Der Seekrieg.
Berlin. 14.Wai. iWTB. Anttlich., Die U-Boots- Lrfolge im Monat April 1916 sind: 96 feindliche ^ a n d e l S; ch i f f c mit rund 225 Wl> Bruttorcaiitertonnen
anwesend, ebenfalls erschienen npren: »g. Tr. Säumer und Br. Werne r. Der Vorsitzende Generaldirektor Bergrat Grvebler eröffnete die Versammlung und wies in seiner Be- grußungs-wde darauf hin, daß gerade Gießen bei dem Lahn- kanalprvjekt berufen sei, als Umschlagshasen eine besondere Rolle zu spielen.
. A4- Rat Wagn e r hieß die Versammlung im Namen
der Hessrichen Regierung willkommen und überbrachte die Grüße des Ministers des Innern. Er betonte, daß die hessische Regierung von jeher die Wichtigkeit des Lahnkanals für ganz Hessen vertreten habe und durch den Krieg in ihrer Ansicht bestärkt worden ser. Die glänzenden Leistungen der Eisenbahn hätten dem Projekte keinen Abbruch getan. Der Krieg habe unfern Mick mehr auf die Schätze im Jimrern- gewiesen, zumal auf die Eisenerze des Landes. Er glaube, daß nach dem Krieg die Verbindung nach dem Auslande sich nicht so sckgrell herstelle, und daher müßten die Wasserstraßen zur Ausschließung des Landosinnern notwendig gefördert werden.
Geheimerat Tr. Usinger dankte im Namen der Provinzial- vcrwaltung für die Einladung und sagte seinerseits den Bestrebungen des Lahnkanal Vereins !<ruch fürderhin weitgehend ste Unterstützung zu.
Oberbürgermeister Keller hieß die Versammlung im Namen der Stadt willkommen. Als im vorigen Jahre in Diez die letzte Versammlung getagt, habe man gehofft, die Versammlung in Gießen zu ruhigeren Zeiten abzuhalten. Wenn diese Hoffnung sich auch nicht verwirklicht habe, so sehe er doch ein Zeichen deutscher Krast und Zähigkeit darin, unbeirrt auch während des Krieges die wirtschaftlichen Beziehungen eines Teilgebietes zu Nutz und Frommen des Ganzen zu fördern.
Ter Vorsitzende dankte den Vorrttmern für ihr Versprechen, die Ziele des Vereins zu fördern, und gab hierauf den Bereinsbericht und die Versuche mit dem Probemio torschiff bekannt. Im JahriZ 191o mußte die Werbetätigkeit des Vereins ruhen. Tie Versuchsfahrten mußten beschränkt -werden. Eine Fortsetzung der Versuche mtt dem fertig -ausgebauten Lahnschiff Mußte der Verhältnisse wegen aufgegeben werden. Tie Ergebnisse wurden in der letzten Versammlung bereits bekanntgegeben. Das Schiff ist in seiner jetzigen Gestalt von 32 Meter Länge für sein Ladegewicht zu schwer. Die Ladefähigkeit war wegen der mangelnden Tiefe ans 138 Tonnen beschränkt. Mit einer Ausnahme wurden die Versuche ohne Rückfracht gemacht. Das Ergebnis stellte sich bei einem Tonnenkilometer Wasserfracht aus 1,37 Mark. Ter Bericht der Lahn-Schiffahrts- Gesellschaft ist an das Ministerium der öffentlichen Arbeiten abgegangen. Tie Berechnungen wurden vor der Nachprüfung als optimistisch angesehen. Die - Nachprüfung ist noch nicht abgeschlossen. Tie Versuche sollen fortgesetzt werden. Nach dem heutigen Stand der Tinge scheine der Beweis der Berechtigung der Idee noch nicht voll erbracht. Bisher sei aber noch kein Kanal auf Staatskosten erbaut worden, dessen Rentabilität von vornherein sestgeftanden habe. Deshalb könne davon auch nicht der Bau des Lahnkanales abhängig genracht werden. Der Krieg habe die Notwendigkeit des Ausbaues der Wasserstraßen erwiesen. Es sei von ganz besonderem Interesse, daß vor 50 Jahren, als Hcssen-Nassan an Preußen ffel, es in der damaliger Proklamation geheißen habe, daß sich damit der Schiffahtt Hessen-Nassaus weite Perspektiven eröffnet!
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wendignit habe sich
AMral habe die Erwattungen weit übertroffen, und sein Verkehr habe tn 1915 )'dx>tt 3,5 Millionen Tonnen betragen. Bei der Beschränkung des Eisenbahnverkehrs während der Mobilmachung
habe der Rhein-Hern-e-Kanal die beste Möglichkeit zur Versorgung
Abensmitteln geboten. Er sei ebenso wie der Mittellandkanal für 1000-Tvnnen-Lchiffe ausgebaut. Der Hohenzollernkanal sei noch vor denr Kriege eröffnet worden. Die. Fortsetzung der Ver- vrndung nnt den Wasserstraßen des Ostens werde letzt schon geprüft. 2rte Rhein-Main-Ton au-Straße, die Lebens-' or ^ brutschen Wesens, habe große Leistungen zutage gefördert. Auf der Donau herrsche fieberhaftes Leben. Der Eisgang sei in oretem Jahre glücklrchworübergegangen. Jetzt folge Schiff auf Schiff mw Schleppzug aus Schleppzug. Durch den Mäin-Käual seien die Schlepper gegangen, die jetzt Weizen transportierten. Die Ver- vefserung der Donaufttaße müsse mit dem Ausbau des Mittelland- tenals das,erste Werk des Friedens sein. Bon großen Entwürfen ständen noch in Frage die Schiffbarmachung des Rheins v!^ zum^ Bodcniee, dre die Schweiz in ein besseres wirtschaftliches und waßerwrttichafZiches Verhältnis zu uns bringe und die Fortsetzung des Donau-Mam-KanalS über Thüringer Wald und Werra Tte Baußrmmen der Projekte betrügen etwa E /2 .Mrllrarden. ^ie Erhebmrg von Schifffahrtsabgaben könnte damrt nrcht länger hingehalten werden. Neben den lokalen Flotten wurde sich eine Flotte über ganz Mittel-Europa bilden und so wurden die Güter des Vierv erbarrdes besser aus getauscht werden können. Der deutschen Weltwirtschaft werde der Weg nach Südvsten immer offenstehen und so werde es Deutschland ermöglicht, seine Hwhrerrolle gerecht und stark durchs führen.
Ter Vorsitzende dankte dem Redner für den Vortrag, der mit reichem Bestall ausgenommen wurde. Abg. Dr. W e r n e r wünschte, daß der Vortag weiteren Kreisen zugänglich gemacht werde. Es wurde daher beschlossen, die Rede gesondert drucken zu lassen und zu Propagandazrvecken zu benutzen.
Zmn Schluß gab der Vorsitzende noch einen Rückblick auf die Greignisse des vergangenen Jahres und drückte das Verttauen der Versammlung rn die Zukunft aus.
An die Versammlung schloß sich ein gemeinsames Essen an.
silw durch deutsche und österreichisch-ungarische Unterseeboote versenkt worden oder durch Minen verloren gegangen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
London, 13. Mai. (WTB.) Wie Lloyds Meldet, ist der britische Dampfer „Eretria" gesunken.
London, 14. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Die Admiralität teilt mit, daß das britische Sk^elschifs „Galgate" am 6. Mai von einem deutschen U-Boot 50 Meilen westlich von Quessant torpediert worden ist. 12 Mann der Besatzung sind in einem Boot in Brest gelandet: ein zweites Boot mit 13 Mann wird noch vermißt. Der Maat sagte aus, daß der Segler beidrehte, als das Signal zum Verlassen des Schiffes gegeben wurde.
Die Reichsbehörde für den Lebensmkttelverfehr.
Berlin, 15. Mai. Alle Blätter beschäftigen sich mit der als nahe bevorstehend bezeichneten Entscheidung über die Einrichtung einer ReichSbehöiwe, der die wichtige Aufgabe der Lebensmittel- eerteütmg über das ganze Deutsche Reich übmttagen werden soll. Tue neue Behörde soll, wie der „Lokal-Anzeiger" erfährt, keineswegs mit dittatorischen Gewalten ausgestattet werden, sondern von den Beschlüssen des Bundesrates abhängig sein. An ihrer Spitze würden eine oder zwei einander n-^engeordnete Persönlichkeiten stehen, die mit unbeschränkten Befugnissen für die T^rchstihrung der Beschlüsse des Bundesrates versehen sein sotten S^lte die Leitung der Behörde doppelköpfig werden, so würde sie wohl einem General- rmd eineni Zivilbeamten zufatten. Eine in leckender Stellung stehende Persönlichkeit äußerte sich laut
würden. Ter Bericht schloß in der Hoffnung, daß dies Persprechen, Mt emgelöst werde, mit der festen Zuversicht: Gebaut wird er doch.
Lokal
Anzeiger", daß ohne Zuhilfenahme des Belagerungszustands eine! deutschen Beziehungen nach Südosten so verstärk, daß dieser kleine
Lie,E i n n a h m e n des Berettis beliefen sich 1915 auf 2174,70 Äiark, die Ausgaben auf 1378/75 Mark, so daß ein ansehnlicher Ueberschuß verbleibt. Das'Vermögen belief sich 1915 auf 4439,92 Mark. Tie Rechmmg war geprüft und für richttg befunden. Dem Vorstände nmrde daher Entlajtnng erteilt. Als Rechnungsprüfer für 1916 wurden die gleichen Herren n>i oder gewählt. Als Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Limburg festgesetzt.
Nach den geschäftlichen Erledigungen ergriff Direktor B a n s a , Limburg, das, Wort zu einem Vorttage: ,U eber Binnenschiffahrt im Kriege und die Zukunft der Lahn". Ter Redner führte etttw folgendes aus:
In unmittelbarer Beziehung zur .Front sei die Bitmenschiffahrt nur in wenigen Fällen getreten. Proviant sei jedoch auf den Flüssen weck vorgeschoben worden. Lazarettschiffe seien aus der Donau benutzt worden. Das gleiche sei auch rin Frankreich geschehen. Den kleinen Abm-Z'sungen der Kanäle entsprechend seien es dort sehr kleine Schiffe mit etwa 50 Verwundeten gttvesen. Eine durchgehende Wasserftchrt von. Metz nach Gießen hätte auch für uns segensreich wirken können. Zuletzt habe man Schleppkähne notwendig gähiabt für Beförderungen auf der Donau. Es seien dies Schiffe von 58,Meter Länge und 8 Meter Breite. Besondere Schwierigkeit bigte die Garantie, daß sich der Kahn durck^ Eiserne Tor schleppen lasse. Nach, besonderem System seien gleichartige Donau schiffe im großen 'hergestellt worden, wobei die deutsche Technik die amerikanische noch überftügelt habe. Die Entwicklung gehe zum MptorschU. Die nordischen Mächten hätten ihre Motorschiffahtt verzehnfacht. 'Für die Binnenschiffahrt gelte das gleiche. Der Donau-Main-Kanal habe bis in neuere Zeit wenig Bedeutung gehabt. Durch die Verwendung von Motorschiffen habe sich seine.Leistung außerordentlich gesteigert. In 1915 verkehrten auf ihnl 13 Motorschiffe. Die Schiffe seien nur 31 Meter lang und faßten 100 Tonnen, der Tiefgang sei nur 1,02 Meter. J§ Motor sei^ftärker als beim Lahnversuchsschiff. Der Krieg habe die
durchgreifendere Form einfach nicht möglich' sei.
An der „Kreuzzeitung" heißt es: Man scheint sich also endlich an tnamebender Stette zur Einrichkmg einer Lebensmittel- diktatur entschlossen zu haben, in der Ansicht, daß eine solch straffe und energische Zenttalisierung die Abstellung der vorhandenen Uebelstände am ehesten erhoffen läßt. — Die „Bo ssi sch c Zei tu ng" schreibt: Der Mann, der auf diesem Posten wirklich das lei
sten will, was dass deutsche Volk von ihm erwartet, nniß eine H e r rennatur sein, eirrer, der den Mut hat, schnell anzuordnen
rennarur fein, einer, der den wtut hat, schnell anzuordnen, und den noch viel größeren Mut, eventuell sveiwcklig zu widerrufen. Ein solcher Mann teilt weder Macht noch Verantwottlichkeck gerne mit anderen. Es würde uns nicht wundern, wem: auf der geplanten Zweiteilung der Macht sich schon bei der Auswahl der Personen Schwierigküten ergeben. Ein starker Mann tnacht keine halbe Sache. Jedenfalls ist tzs die höchste Zeit, daß ohire große Furch! vor denr Aufdruck „Diktattlr" die Sache selbst ins Leben gerufen wird, damit eirdlich die offenbaren Mißstände beseitigt werden. Das ist nicht nur eine Forderung im Interesse der Wohlfahrt der deutschen Bevölkerung, sondern ist vor allem eine äußere, polittsche Notwendigkeit. Dos Ausland blickt mismerksam auf die Entwickluttg der Verhältnisse auf dem deutschen Lebens Mittelmarkt.
Aus dem Reiche.
Berlin, 15. Moi Am Freitag mrd Samstag hat unter dem Vorsitz des Obermsisters Rahardt von der Handwerkskammer zu B-rlin die abschließende Verhandlung zwischen Verttetern der dncksche t Handwerks- und Gewerbekammern mit Aus- nafjme re rer von Bayern, Sachsen imd Württemberg zur Be- einer Haupt stelle für gemeinschaftliche r ks lie ferungen, ß). m. b. H., mit dem Sitz in; gesunden. Vertreter von 56 Handwerkskammern Preu- kllec Bundesstaaterl, denen preußische Armee-Korps Zunahmen cm den Verhandlungeii teil. Für die Bundes- 'igener Militärhoheit: Bar-ern. Sachsen und Württem- i gleichfalls LieserungsHauptstellen des Handiverks ge-
grunvung H a n d w
tzen ini geleckt si stellten - berg we
grfctbct.
Kanal zu einer Reichswasserstraße ansgebaut werden solle. Mo derne Technik, Lustaiittieb und Schiffe aus Beton ließen noch viel erwarten. Eine behördliche Organisation der Schiffahrt in Dentsch- land habe während des Krieges nicht stattgeftmden. Sofern man nicht den Wäg der Verstaatlichung gehen wolle, müsse man die Kahnbesitzer zu einer O.rganisatton zusammenfassen. Bon dem Bezug der englischen Kohle müßten wir uns unabhängig machen. Das deutsche Kanalnetz ermöglich; das schon beim Ausbau der aller- wichttgsten Wasserstraßen. Die großen deutschen Sttöme zögen von Süden nach Norden. Daher könne ein genügender Ausgleich landwirtschaftlicher Produkte auf ihnen nicht stattfinden. Der Rhein- Verkehr wies' im .Kriege einen erheblichen stdückgang auf, Duisburg verlor 48 Prozent. Je mehr der Rhein Binnenstrom werde, um! so weniger hätten die Rheinhafenstädte verloren. O b e r l a h n st e i n habe 44 Prozent zu genommen, gleich 118000 Tonnen. ?Für den zukünftigen Lähnverkehr seien 1 Millivir Tonnen in Anschlag gebracht. Die Zunahme von Lahnstein beruhe auf dem Abtransport von Eisen aus Nassau. Der Geschäftsbericht des Vereins zur Kana- lisatton von Mosel und Saar weise nach, daß durch die Kanalisation von Mosel und Saar große Mißstände verhütet worden wären. Die Bedeutung des Schiffahrts'n-eiges 'auf der Mosel sei im Kriege sehr groß. Wirtschaftlich biete er mit 9 Millionen Tonnen Erz auf bei Hin- und Rückfahrt bedeutende Aussichten. Die Staatsbahnen seien niemals imstande, mit einer rattonell angelegten Kanalisation in Wettbewerb zu treten. Der Widcrstteit der Interessen., der sich bei der Kanalisation der Mosel betnerkbar gemacht habe, iverde infolge des Krieges wohl beseitigt werden. Dadurch änderten sich auch die Aussichten der Lj a h n k a n a l i j a t i o n. Die preußische Regierurtg habe den Nachweis der Rentabilität erfordett. Heute könne man sagen, die Sache würde auf dem ausgeprobten Wege mangels besserer Möglichkeiten gehen. Der nassauische Bergbau nrüsse unterstützt tverden. Die Ausblicke, die das kleine Projekt gebe, würden sich bei einem größeren noch verbessern. Die Gesamtausführtmg der Lahnkanalisation müsse sich organisch in das große Wafferstraßensystem einsügen. Es würde niemals schwer sein, die Tarife der Eisenbabn^ zu unterbieten. Wenn wir hier nur mit einem 200-Tonnen-Schiff arbeiten könnten, müßten
Bargeldloser Verkehr mit der Eisenbahnverwaltung.
Die Königliche Eisenbahndirektton Frankfurt (Main) hat schon lange mancherlei Einrichtungen zur Förderung des bargeldlosest Verkehrs getroffen. So waren bereits fast alle größeren Kaffen des Bezirks au den Giro- bezw. Postscheckverkehr angeschlossen. Dre-
Anschluß ist nunmehr vollständig. Um aber auch il/rerseits alle beteiligten anzuregen, von der Einrichtung zum Nutzen des -^a.erlandes Gebrauch zii machen, sind neuerdings folgende Anordnungen für den Direktionsbereich ergangen:
1. In allen Ausschreibnngsbedingungeri ist ein Satz aufge- nommen, daß es erwünscht erscheint, wenn der Bieter ein Bank- odcr Postscheckkonto besitzt.
2. Allen Bestellzetteln über Lieferungen Und Leistungen wird nu Zettel beigefügt, in dem gebeten wird, bei Vorlage oer Rech-. nungeu das Bankkonto oder die Nummer des Postscheckkontos des Einsenders anzugeben.
, 3. Das Gleiche geschieht bei Ausserttgung von Schreiben an Drttte, in denen mese einen Anfttag zu irgend einer Leistung erhalten.
^ Bei Vereinbarung laufender ZäMungen an Dritte sowie voic Dritten an die Verwaltung ist möglichst die bargeldlose Zahlung vorzuschreiben.
5. Die Bediensteten sind durch Verfügungen, durch Vorttage und durch belchrende Auffätze in der Fachpresse veranlaßt worden, von der Ueberweisung ihrer Bezüge aus der Eiseubahnkasse an eine Baiik oder Sparkasse weitestgehenden Gebrauch zu machen
b Bei Eirfforderung von Rechnungsbeträgen wird deri Schreiben oder Rcchmlngen ein Bordrtick mit dem Hinweis auf die bargeldlosen ZaUungsmöglichkeiten beigefügt, o v,7- U ! n . bas Abbuchungsverfahren im Postscheckverkehr allen Zahlern bekannt zu mack-eu, ist ein Merkblatt ansgearbeitet, das dazu bestimmt ist, alle Verkehrstreibende usw. — besonders die te-raci)11 timer — auf die Vorteile, dieses ve7.'ein'achten Zahlungsversahrens aufmerksam zu machen. Das Belehrungsblatt kann von den Abserttgutrgsstellen der Eisenbahn kostenlos bezogen werden.
. 8. Allen Kassen des Bezirks ist ein Aushang zuge
stellt worden, der die Oeffentlichkeit darüber aufklärt, wie der bargeldlose Zahlungsverkehr mit der Eiscnl>abnverwalttmg erfolgt. Die Bekanntmachung ist an leicht sichtbarer Stelle in dem Kassenraum! anzuschlagen.
Diese Berwaltungsmaßnahmen können jedoch ttuv Erfolg haben, ivenn das Publikum sich ihrer auch bedient und dadurch den bargeldlosen Zahlungsverkehr so wirksam fördert, daß er zum Wähle, des Vaterlandes —' in dieser schweren Zeit besonders — sich von Tag zu Tag mehr ausdehnt.
Amtliche Personalnachrichten. Uebertragen wurde am 9. Mai dem Lehrer Leopold Vierh eilig in Klein- Sausen eine Lehrerktetle an der katholischen Volksschule zu Linden- telS, Kr. Beusheim. — In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast Friedrich Engel zu Gustavsbnrq vom 1. Juni 1916 ab.
** Ehrentage der 2 22er. 16. Mai 1915: Luka- wicanyzna wird trotz sehr starkem Arttlleriefener erstürmt und der Oöegner Vertrieben. 18. Mai 1915: Bei Ba- nia wird eine-'feindliche Stellung trotz zäher Verteidigung genomnren; es tverden zahlreiche Gefangene gemacht.
** Militärisch e Ausbildung der Jugend. Am Samstag abend der vorletzten Woche wurden die Jung- mannschasten neu geordnet. Hierat! schlossen sich Exerzier- übungen auf dem Trieb an. Am Mittwoch abend übte die erste Abteilung mit den neuen Gewehren, die zweite bajonettierte, die dritte ttrrnte. Am letzten Samstag abend fand eine Uebung im Gelände des P'hilosophienwaldes und Trieb statt. Wr den kommenden Sonntag ist ein Uebungs- marsch vorgesehen.
** Allgemeiner deutscher Verein für Haus- beamtinnen. In neuerer Zeck schließen sich ans allen Gebieten die Angehörigen des gleichen Berufes Msammen, zur gegenfeitegeu Förderung und zur Wahrung der gemeinsamen Interessen. Einc> Vereinigung, deren Bestehen wohl noch nicht allgemein bekannt ist, die aber in den zwanzig Jahren ihres Wirkens schoti manchen Erfolg errungen hat, ist der „Allgemeine deutsche Verein ftir Hausbeamtinnen". Unter „Hansbeamttnnen" sind alle häuslichen Hilfskräfte zu verstehen, die nicht dem eigentlichen Dienstbotenstande an gehören, sondern solche, die den gebildeten' Kreisen entstammend, der Hausftau eine Stütze oder unter Umständen eine Vettretunst sein sollen. Aus eine gründliche Ausbildung zu diesem Zweck' bei seinen Mitgliedern hinzu wirken, ist eines der Ziele des Vereins, ein weiteres Ziel ist der Znsanrmenhalt, den -er in größeren Städten den Mckgliedern in seinen Heimen bietet. Dort werden Ausbil- dungs- und Fortbildmrgsmöglichkecken eingerichtet, imd gesellige Zusammenkünfte veranstaltet, auch wird vorübergehend Aufenthalt und Unterricht zu mäßigen Preisen gewährt. Die Hatlpttättgkeil des Vereins aber bildet die gemeinnützige Stellen Vermittlung für höhere Musliche Stellen. Für lleinere Städte kommt zunächst nur diese in Betracht. In unserer Stadt lmt es bisher an einer Spreck>stelle dieses Vereckrs gefehlt, nun will sich die Anskimftsstelle für Frauenberu.se des Ällgemeinen deutschen Frauen Vereins in den Dienst dieser Sache stellen mrd in ihrer Sprechstmrde Dienstag abend 7—8 Uhr im Rathaus gerne jede gewünschte Auskunft erteilen.. Mitglied des Vereins kann jeder- niann tverden, nicht allein die Hausbeaintinnen und solche, die es werden wollen, sondern alle, die dieser nützlichen Einrichtnngj ihr Wohlwollen schenken. (Siehe Anzeigenteil.)
** D i e städtische F l e i s ch v e r s 0 r a u n g. Die Bewirtschaftung unserer Viehbestände, wie sie durch die Viehlmndels- verbände in Verbindung mit der Reick>sfteischstelle geübt wird, ließ ein Stocken des Marktauftriebs mit begrnnendeni Fnihjahr er->
wir allerdings gegen «andere Wasserstraßen znrücktreten. Eine durch- watten, nachdem vor der Ausnahme der Bewirtschaftung unser«


