cfct Weine* Pwjekt zurückgekommen, weil es sich darum drehte, tnifi Vielleicht die L?l/rr allein kanalisiert werden sollte und das Baui> pital niedrig! geilten werden müßte. Jetzt rückt aber die Möglichkeit nahe, das Mosel und Saar, die bisher seitens! dec Negierung ab ge lehnt wurden, auch zur Kanalisierung kommen, und b<\ darf die Lahn nicht zurückstehen. Also komme jeder und veranlasse seine Bekamrten hinzugehen. Tie Versammlung ist nicht auf Mitglied des Lahnkanal-Vereins beschränkt, sondern, jeder ist gerne willkommen.
** Kriegswahrzeichenwettbcwcrb. Die Stadt Gießen beabsichtigt, die frühere Ohrenklinik, Liebigstr. 20, im Erdgeschoß, einstöckig, etwa 8 zu 12 Meter im Grundriß, als Ge dächtniShallc zu Ehren gefallener Krieger auszubilden und zu diesem Zimcke später einen Wettbeiverb unter den Gießener Architekten auszuschreiben. Für nachstehende Deilaufgabe wird zunächst folgender Wettbewerb.ausgeschrieben. Die offene Eingangs- Halle soll zur Aufnahme von benagelten K rie g s w a h r z e i ch e n derart vcnvendet werden, daß sowohl die mittlere zweiflügelige! Eingangstür als auch die beiderseitigen Blenden der zuzumauern- den Fenster als benagelte und heraldisch wie polychrom behandelte Flächen hergestellt werden und einen möglichst einheitlich ausgebildeten Schmuck der Borhalle ab^eben. Die sdrei besten Entwürfe werden durch Verleihung von Ehrenurkirnden ausgezeichnet. Das Preisgericht besteht aus: Oberbürgermeister Keller in Gießen, Vorsitzender; Geheimer Oberbanrat Professor Hofmann, Geheimer Banval Professor W a l b e in Darmstadt; Banrat Becke r, Professor Dr. R a u ch , Stadtverordneter Winn in Gießen. Zu dem Wettbewerb sind nujr in der Sikadt Gießen geborene oder- ansässige Architekten zu gelassen. Näheves ist im Anzeigenteile des heutigen Blattes zu ersehen.
** Vorübergehendes Schlachtverbot. Nach einer neuerdings erlassenen Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern sind die Hausschlachtungen b i s zum 1.0 k t o b e r 1. I s. verboten. Es geschah dies in erster Linie mit Rücksicht darauf, daß zurzeit außerordentlich große Mengen Schlachtvieh an unser Heer geliefert werden müssen und die für die Zivilbevölkerung zur Verfügung stehenden Fleischmengen, auf die das aus Hausschlachtungen gewonnene Fleisch nach den von der Landessleischftelle aufgestelltenGrund- sätzen anzurechnen ist, recht gering bemessen sind. Außerdem dürften diejenigen, die selbstgezogene Tiere zu schlachten pflegen, jetzt genügend mit Vorräten versehen und das aus Hausschlachtungen herrührende Fleisch während der heißen Jahreszeit leicht dem Verderben ausgesetzt sein, namentlich da, wo geeignete Ausbewahrungsräume hierzu fehlen. Bei Eintritt der kühlen Jahreszeit und spätestens am 1. Oktober 1916 wird das Schlachtverbot wieder aufgehoben werden. Es liegt mithin für diejenigen, die sonst ihr Schwein aufgezogen haben und sich auch jetzt wiedejr ein oder mehrere Ferkel zur Aufzucht einlegen wollen, nicht der geringste Anlaß vor, hiervon Abstand zu nehmen. Es kann vielmehr bestimmt damit gerechnet werden, daß nach erfolgter Mästung das aufgezogene Schwein auch für die eigene Haushaltung geschlachtet werden darf. Nur muß sich der Fleischverbrauch in der Haus- schlachlung am Schlachtorte innerhalb der Grenzen halten, die für den Fleischverbrauch der Allgemeinheit gezogen sind.
^Preisausschreiben. Es entspricht der großen ernsten Zeit, sich auch in seiner Kleidung würdig und einfach zu zeigen. Ktttifiler und modelleschafsende Firmen müssen es desl-atb als Ehesache betrachten, darin Vorbildliches !fiit die kommende Wiuter- mode zu ersinnen. Der Modebund, Sitz Frankfurt a. M., schreibt daher zur Erlangung von Entwürfen neuer Kleid- u n b Huts armen unter deutschen Modekünstlern, Modegcschaf- ,1en und Fabrikanten, Malern und Zeichnern nachstehenden Wett- b^verb aus Gewünscht wird: 1. die Einsendung eines fertigen Kleid model l s, welches in Form, Farbe, Material dem vor- b^zeichneten Zweck entspricht. Als Preise sind im ganzen 2000 Mk. vvryesehen, davon für 1. „Fertiges Kleid" 1500 Mark, nämlich ein 1. Preis von .500 Mark, ein Preis von 200 Mark, ein Preis von 150 Mark, ein Preis von 100 Mark, elf Preise von 50 Mark. 2. Die Einsendung von Kleid ent würfen (Zeichnungen), wofür Prdse im Werte von 500 Mark anSgesetzt sind, davon ein 1. Preis von 150 Mark, ein Preis von 100 Mark, fünf Preise von je 50 Mark. Es bleibt den Preisrichtern, zu denen aus Hessen Frau v. H e v l zu Herrnsheim und Hofrat Mexander Koch gehren, überlassen, der Beteiligung entsprechend außerdem Ehren- dipkrme zu verteilen.
D i e öffentlichen Uhren werden zur gründlichen Reinigung in der nächsten Woche zwei Tage abgestellt. und zwar die Nathansuhr am Montag, den 15., und Dienstag, den 16- d. Mts.; die Uhr der Katholischen Kirche am Mittwoch, den 17., und Donnerstag, den 18. d. Mts.
** Eine männliche Leiche unbekannter Herkunft wmLe gestern abend gegen ^lOUfyv oberhalb der hiesigen Lcchnbrücke geländet.
Landkreis Gießen.
«.Hansen, 11. Mai. Gefreiter Wilh. Will, Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116, Sohn des Peter Will von Annerod, wurde zum Unterofftzier befördert.
v. Leihgestern, 11. Mai. Am letzten Sonntag fand in unserer schönen Kirche durch den Superintendenten eine B is i t a tio n statt. Die gottesdienstliche Feier am Vormittag wurde durch den wohlgelungenen Bortrag zweier Ehöre seitens des .Kirchengesang Vereins, der feit Ausbruch des Krieges ruhte, verschönt. Nachmittags war Prüfung der kateckiSwuslehrpflichtigen Jugend, verbunden mit Jugendgottesdienst. Sowohl vor-wie auch nachmittags war die Beteiligung sehr gut.
Kreis Büdingen.
Bl. Echzell, 11. Mai. Anr Samstag und Sonntag war das ferchte Wasser der atten Bach mit toten Fischen förmlich übersät. Es fanden sich Fische von 1 bis 5 Pfund und darüber. Die Ursache soll in abgestandenem Wasser aus den Berstädter Wiesen, welche eilten Abfluß in den alten Bach haben, zu snchen sein.
v. M i d) e l n a u, 11. Mai. Unser Lehrer Friedrich E b e r l e, seit Kriegsbeginn beim Landsturmbataillon Frieoberg, hat die Hess. T ap s e r k e i t s in e d a i l l e erholten.
A Nidda, 11. Mai. Franz Kämmerer von hier, Sohn des Lokomotivsährers i.R. Albrecht Kämmerer, bei Kriegsausbruch aktiver Unteroffizier im Infanterie - Regiment Nr. 116, ist zum Offizier-Stellvertreter befördert worden. Er ist schon längere Zeit im Besitz des Eisernen Kreuzes und gegenwärtig dem Reserve-Jn- santerie-Ncgiment Nr. 88 zugetcilt. — Der Schlossergesetle Erich Mäußler, Inhaber der Hessischen Tapserkeitsniedaitle, starb im Alter von 22 Jahren den Heldentod.
Kreis Alsfeld.
ap. Ermenrod, 11. Mai. Die dieser Tage hier abgehaltene B r e n n h o l z-V e r st e i g e r u n g auS den benachbarten Domanial- waldunqen war sehr stark besucht. Man bezahlte für 4 Raummeter Buchenscheit 37-40 Mk., 4 Rmtr. Buchenknüppel 30-32 Mk., 4 Rmtr. Buchenreiser 5—6 Mk, 4 Rmtr. Buchenslöcke 18—19 Mk., 2 Rmtr. Tannenprügel 9 Mk. Gegen die Preise auf der Holz- verstelgerung zu Elpenrod ist immerhin ein geringer Abschlag bemerkbar.
up. Mücke, 11. Mai. Ter Vogelsberg hat Holz und Heu. Jetzt, wo das erste Grünfutter zuin Schnitt kommt, in das Heu rar, besonders nach einer so knappen Heuernte wie im vorigen Jahre. Tie Zahl der hochbeladenen Wagen voll Heu, die dieser Tage auf unserem Bahnhose zum Versand kamen und die alle aus dem oberen Ohmtal stammten, besagen, daß im Vogelsberg das Heu nocki anzutreffeu ist.
Kreis Lauterbach.
A Lauterbach, 10. Mai. Der Sohu des Realfchuldircktors D. S ck) ü z von Langen, Hauptnianu Hans Schüz, hat am Tage vor der Uebergabe von Kut-cl-Amara ein feindliches Flugzeug ab- geschossen. Ter Führer ist tot, der Beobachter gefangen. Am gleichen Tage glückte es Hauptmann Sckiüz, ein weiteres Flugzeug abzuschießen, dessen Insassen gefangen wurden.
Kreis Friedberg.
Bl. Friedberg, 11. Mai. Am 9. Mai trat unter dem Vorsitz des Kveisrats Freiherrn von Schenck ein Elirenausschuß zusammen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den A n k a u s von G o ldsa che n zur weiteren Verstärkung des Goldschatzes der Reichsbank zu fördern. Es wurde beschlossen, eine Gotdanlaufsstelle in Friedberg und weitere Goldankaufsstellen im Kreise zu errichten, die demnächst eröffnet werden. — Freitag, den 12. Mai, feiert Schuhmachermeister Adam Heß seinen 80. (Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische. — Dem Offiziersstell- vertreter Ludwig Eckel, Sohn des verstorbenen Gerichtsvollziehers Eckel, im Reserve -In fan ter ie - Ile gi me n t 222, wurde die Hessische Tapferleitsmedaille verliehen. Den beiden Brüdern Heinrich und August Naumann, Söhne des Weichenstellers Naumann von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen.
O. Bad-Nauheim, 11. Mai. Etwa 100 Offiziere der Oefterreichisch-Ungarischen, Ottvmanischen und Bulgarischen Armeen trafen gestern mittag — von Wiesbaden kommend — zu, einem Besuch hier ein. Die Gäste wurden am Bahnhof von Geh. Ober- finanzrat B a l s e r, Baurat van Böhmer und Oberstleutnant von S t r z e n n i e c n y i empfangen und begrüßt. Nach Besichtigung der Badeeinrichtungen und Anlagen begaben sich die Gäste in den, großen Saal des Konzerthauses, wo ein Konzert mit besonders gewählter Vvrtragssolge unter Leitung von Professor W i n d e r st e i n slattsand. Die Angehörigen der mit uns verbündeten Armeen wurden seitens des tausendköpfigen Publikunis mit herzlicher Sympathie begrüßt. Abends fand zu Ehren der Gäste ein Essen im großen Speiscsaal des Kurhauses statt, bei dem Baurat von Böhmer namens der Grvßh. Bade und Kurverwaltung eine Ansprache an die Gäste richtete, auf die von den Offizieren geantwortet ivurde.
Bl. O ck sta dt, 11. Mai. Dem Gefreiten Nikolaus Klei n, 2. Garde-Reserve-Fußartillerie-Mgiment, ivurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Slarkenburg und Meinhessen.
h. D a r M st a b t, 10. Mai. Der Besuch des Grafen Zeppelin in Darm stad t führt fortgesetzt zu den freudigsten, begeistertsten Ovationen. Das „Hotel zur Traube", wo der greife Held Wohnung genommen hat, ist ständig von einer großen Anzahl Neugieriger umstellt. Als er gestern abend im Auto, zuin ersten Mal die „Traube" verließ, um sich nack, der Villa der Frau Major von Alvensleben zu begeben, wo anläßlich der Vermählung seines Neffen, des Rittmeisters d. R. Graf Ferdinand v. Zeppelin mtt Frl. Marie tte v. Alvensleben der Polterabend gefeiert wurde, brach das vielhundertköpfige Publikum in stürmische Hurrarufe aus und es dauerte lauge, bis sich das Auto einen Weg balmen konnte. Und ähnliche Ausbrüche der Begeisterung! mußte der stets im einfachen schwarzen Rock ohne Abzeichen erscheinende Held auch heute bei den Vermählungsfeierlichketten in der Panluskirche über sich ergehen lassen. Das 'Gotteshaus war aufs reichste mit Blumen, Palmen, Lorbeer und Laubwinden geschmückt. Nack) Orgelvorspiel und Psalmgesang vollzog Pfarrer Rücke rt den Trauakt: dem Text seiner Ansprache war das Wort Jakobs: Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich zuvor. Als Graf Zeppelin mit 'bert übrigen HocAeitsgästen die Kirche verließ, wurde er neben dem Hurrarufen der begeisterten Menge auch von einem der neuesten großen Zeppelin-Luftkreuzer begrüßt, der in ganz niedriger Fahrt bei prächtigem Sonnenschein das Gotteshaus mehrmals umschiffte und darauf auch in verschiedenen eleganten Schleifen die'Villa Alvensleben umflog, wo die Hochzeits- feier im Kreise der Verwandten und einer kleinen Anzahl geladener Gäste aus der hiesigen Gesellschast stattfand.
Kreis Wetzlar
ra. Wetzlar, 10. Mai. Die hauptversammlunH des W e tz l a r e r Geschichtsvereins tagte bei Gastwirt Guht und war ziemlich stark besucht. Nach denr Bericht des Vorsitzenden Prof. Glvel zählt der Verein jetzt noch 145 Mitglieder, davon 118 hier und 32 au$toävt$. Ihre Zahl t,at sich gegen früher beträchtlich vermindert. Einer der Mitbegründer des Vereins, Regierungs- und Baurat Ebel, ist auf dem Felde der Ehre gefallen. Die Rechnungsablage ergab einschließlich eines Bestandes aus dem Vorjahre in Höhe von 287.29 Mk. an Einnahmen den Betrag von 1120.63 Mk., während die Ausgaben 690,56 Mk. betrugen. Die <russck>eidenden Vorstandsinitgliedec wurden durch Zuruf wieder gewählt. Der Vorsitzende berichtete znm Schluß über die Zugänge des Mriseunis, Erwerbungen urrd Schenkungen.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 10. Mai. Die Kriminalpolizei verhaftete als Mittäter an dem Morde den Sohn der langjährigen Haushälterin des ermordeten Haynnmn, den sieb zehn- jährigen Arbeitslncrscheu Karl Münzer. Dieser hat sich dadurch der Mithilfe an der Tat sck)uldig gemacht, daß er den beiden, anderen Mördern den Sck>lüssel zum Haymann scheu Hanse gab und schon seit Tagen von dem geplanten Einbruch Kenntnis besaß. Die beiden Haupttäter haben den alten Haymann schon mehrere Tage vor dein Mord allabendlich verfolgt, um festzustellen, wie lauge er von Haus ivcgblieb. Schon am Mittwoch vor der Tat, die Freitag geschah, hatten sich die Burschen ins Haus geschlichen, konnten ihr Vorhaben jedoch nicht ausführen, da Haymann entgegen seiner Gewohnheit die Wohnung nicht verließ. Auch am Donnerstag wurde die Tat durch irgend einen Umstand vereitelt, bis daim am Freitag das Verbrechen ,,klappte". Die beiden Haupttäler, von denen der eine noch im Gefängnis zu Freiendiez weilt, haben heute früh ein umfassendes Geständnis abgelegt. — Eine Einbrecherbande von zehu alten bekannten Zuchthäuslern wurde in der letzten Nacht durch die Polizei dingfest gemacht. Die Bande, die fast internationales Gepräge hatte, verübte ungezählte Villeneinbrüchc, stahl Hasen, Hühner und Ziegen, raubte viele Lebensmittelgeschäfte aus' und brachte die Beute dann zu einem Wirten der Alten Mainzer- Gasse oder übernnttelte sie dem Schneider Schmidt aus Köln oder denr Händler Heinrich Schubert aus Beiwselden im Odenwald. Bei diesem fand die Polizei noch An kleines Warenhaus gestohlener wertvoller Sachen. Als Haupttäter unter der Bande kommen u.a in Bettacht der 26 jährige 'Fuhrmann Kaspar Wagner aus Bad Homburg, der 87 jährige Maurer Philipp Kern aus Egelsbam, der 30 jährige Sdfiffcr Leitz aus Wollmcrichckd und der ^4 jährige Gärtner Ehristian H ü f e r aus Frankfurt
- Bad Homburg v. d. H., N. Mai. Em Einbruch in die evangelische Gedächtniskirckie im Stadtteil Kirdorf ftkllt sich jetzt als ein großer 5lirchendiebstahl dar. Dem i. tebe, der vorzügliche Orts- und Sachkenntnis verraten hat, fielen die historisch und knnstgeschickitlich wertvollen Kirchengeräte, die der Kaiser der Kirche vor zivei Jabren ans der hiesigen ^chlonktrche zur Verfügung stellte, in die Hände. Von dem Kirchenranber hat man noch nicht die aeringste Sour.
Vermisehres.
* London, 10. Mai. (W. T. B. Nid)tamtlich.) Lloyds Agentur meldet aus Ehikago: Der amerikanische Dampfer
,K i r b i)" ist bei Eagle Harbonr gescheitert. 20 Menschen sind verloren, zwei wurden gerettet.
Budapest. 10. Mai. lWTB.) Zu den Blattermeldungen über den unheimlichen Fund in Cinkota, wo in der Wohnung des
fort 1914 zum Kriegsdienste emgerückten Klempner Meisters Bela Kiß sieben zugelötete Blechkisten mit je einer Frauenleiche gesunden wurden, wird weiter berichtet: Bon der Gerichtsk'omMission wurde ein Lokalaugenschein vorgenommen. Eine Blechtonne ivurde geöffnet -und eine Frauenleiche l-ervorgeholt. Irr deren Mundhöhle ivuroe ein Taschentuch festgestellt, während sich um den Hals ein Stxick befand. Festgestellt ivurde, daß Kiß, der Mieter der Kammer, in rvelchcr die Blechtonnen gefundenj wurden, bei der Budapcstcr Leichenbestattungsgesellschaft Verzin- nungsarbeiteu verrichtete. Tic übrigen Blechfässer werden nwrgen geöffnet. Festgestellt wurde ferner, daß Kiß vor Jahren mit einer Frau und zwei Kindern in die Wolmuirg tziuzog. Eines Tages verschwände:! die Frau, und beide Kinder, ivorüber Kiß inuenn Bekannten die Aufklärung gab, daß die Kinder in der Kinderschutz- liga seien, ivährend er die Frau üiach Amerika geschickt habe. Weitere Erhebungen sind im Gange^_
Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 12. Mai 1916 : Zi amt ich heiter und trocken. Tagsüber warm, nachts kalt. In den höheren Lagen Nackstfrostgefahr._
kehle Nachrichten.
Die Lebensmittelversorgung.
Berlin, 11. Mai. Das „Berliner Tagcblattt^ schreM' Tie Gerüchite über die R ü ck t r i t t s a b s i ch t e n des Staatssekretärs des Reichs am ts des Innern Dr. De l b r ü ck werden zunächst dementiert. Wir l>aben von. ihnen niäu Notiz geironrmen, weil sowohl der Staatssekretär selbst, als auch alle anderen unterrichteteu und maßgebenden Kreise sie in Abrede gestellt haben. Mlg.'inein wird versichert, daß die Erkrankung Tr. Delbrücks eine lariächliche und keine „politisch^' ist, und daß zurzeit im Reichsamt des Innern eine Krisis nicht besteht. Zu den geplanten Umbildungen erfahren wir, daß es sich um eine st r a f f e r c Zentralisierung der versclnedencn dem Reick,ö - amt des Innern unterstellten Ernährungsorganisationen handelt. Die Vorschläge dazu wurden von dem Staatssekretär teils selbst gemacht, teils lebhaft befürwortet. Wer au die Spitze der neuen Organisation tteten wird, ist natürlich in diesem Augenblick in keiner Weiß' bestinrmt.
Eine Ansprache des Königs von Bayern.
München, 10. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) König Luiwiig hat heute ans Anlaß der hundertjährigen Zugehörig- keitderPfalz zum KönigreichBahern eine i'lbordnung aus der Pfalz empfangen. In seiner Ansprad)e sagte der König:
Wir stehen mitten im Kriege. Wenn er enden wird, wissen, wir nickch. 2lber daß ivir nicht besiech toerden, wissen wir, imd wir lvollen keinen Frieden, der uns nicht eine bessere Stellung gibt, als wir sie fetzt haben. Unsere Feinde zerschelleix am Deutschen Reich, an der Kraft seiner und seiner treuen verbündeten Hoeve. Wir bringen die schwersten Opfer an Gut und Blut, aber auch Opfer in der Heimat, lvo dem Volke harte Entbehrungen auferlegt sind. Daß das Volt davor in aller :chlunft verschont bleibt, das ist das Ziel, das wir beim Friedensschluß erreichen müssen.
Arußerungen Lansings.
Berlin, 11. Mai. Die „Berliner Morgeupost" schreibt: Es ist wohl kein Zufall, daß gleichzeitig mit der Antwort Amerikas an Deutschland Aeußernngen des amerikanischen Staatssekretärs L a n s i n g bekannt werdeu, wonach zwar die Meinungsvecschieden- hleiten mit England nicht den Gegenstand von Erötternngen zwischen Amerika und Deutschland bilden können, daß aber England ausdrückliche vertragliche Verpflichtungen gegen Amerika habe, die der amerikanischen Regierung ein Vorgel>en gegen England zur unzweifelhaften Pflicht machen. Behält dieser Geiichts- punkt Geltung, dann wird Amerika von der Beschuldigung einer un- neutralen Haltung entlastet werden müssen. Dann wird Amerika sich gegen die völkerrechtswidrige englische Hungerblockade Deutsch- larrds zu ivenden haben. Und dann wird, wenn Amerika seinen Willen durckffetzt, der Wunsch erfüllt sein, den die deutsche Regierung in ihren verschiedenen Noten an Amerika ausgesprochen bat. m fragt sich nur, ob Herr Laming es ernst mit seiner Ankündigung meint, ode'r ob er und Herr Wilson sich nur auf rem platonisckw und akademisch Borstellutigen an England beschränken wollen. Bis zur Stunde hat Amerika von England nicht das Geringste verlangt.
Aus dem englischen Unterhaus.
London, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Asaurth hat in der heutigen U n t e r h a n s s i tz u n g die Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung der näheren Umstände der Srnn Femer- Revolutron in Irland an gekündigt, deren Vorsitzender Low Har- dinge, der frühere Vizekönig von Jridien, ist. Asginth weigerte sui, zwar, die Zusicherung zu geben, daß keine militärischen tun gen mehr in Dublin statt finden würden, drückte aber dw Hoffnung aus, das;, wenn die beiden noch bestätigten Todesurteile vollzogen sein würden, weiter keine ^Notwendigkeit eintteten werde, mtt äußerster Strenge vorzugehen. Die Frage der milttLnschen .Hinruh- tungen soll am 11. Mai zur Besprechung kommen und Asguith hat daher versprochen, daß inzwischen keine Hinrichtungen stattffnden
^^^Rotterdam, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Rot- terdamsche Courant" meldet aus London: Bei der gestrigen Beratung über das Amendenrent, in welchem die Ausdehnung der Dienstpflicht auf Irland verlangt wird, erklärte Asguith, daß der Antrag unannehmbar sei Redmond sagte, dre Annahme des Anttages wäre nicht nur verkehrt, sondern einfach wahnsmncg. C a r so n sprach in bitteren Worten über die Macht, die Redmond, ohne eine Vcranttvvrtung zn ttagen, in Irland ausübe. Die „Nöorning Posff' und die „Times" sagen in entern Scitaxtdel, daß die Nationalisten den Anti-Homerulern durch ihre Weigerung eine gefährliche Waffe in die Hand gegeben haben.
Churchill.
London, 11. Mai. iWTB. Nick>tmntlichc) „Daily Chro- ttick // meldet, daß Churchill seine militärische Laufbahn mcf-- geben Und seine parlamentarischen und polttischen Arbeiten Wucher aufnehmen will. Er beabsichtigt, mit der liberalen und der univ- nisttschen Kriegspartei eng Msammenzuarbeiten.
Gedn'lckte Stimmung in Italien.
i. Köln, 11. Mai. Der Züricher Korrespondent der „Köln. Bolksztg." drahtet aus zuverlässiger italienischer Quelle: Infolge der neuen Einberufungen ist die S t i nt nt u n g des italienischen Volkes, besonders im Westen, s eh r gedrückt. Vielfach iuerbnt drohende Stimmen laut. Im Wahlkreise des bekannten sozialistischen Abgeottmeten Fern veranstalteten 6 00 0 Frauen eine öffentliche K'undgebnng. Die Menge durchzog die Sttatzen unter dem ^bnw: Wir wollen das Ende des Krieges. Mttitär mußte einschreiten Aus durchaus zuverlässiger Quelle erfährt der Gewährsmann des Kölner Blattes, in der ‘ Kaserne Piae verweigerte ein Regiment den Gehorsam An der Front leistete die Sassan-Bngade Widerstand. Auch rn Neapel fand eine Kundgebung statt, in welcher das Bild des .Kriegshetzer:' Ciceotti verbrannt wurde. In Apulien und m der m a i l ä n d i s ch e n Gegend mußten bte Grundbefftzer, welche beim Landvolkc als Kriegsanstifter gelten, flüchten.
Msputin ermordet?
Berlin, 11. Mai. Laut „LokalanA." berichten ans Petersburg in Bukarest eingetroffene Privattelegranrme, daß Ras'pntin, der Wundernrcmn am Zarenhose, ermordet worden sei. Die Nachricht sei um so wahrschein- lickier, als Rasputin zahlreiche Feinde hatte, die chm fernen Einfluß beim Zaren neideten. Vor kurzem noch wurde ern Anschlag auf ihn verübt, bei dem er mit dem Leben davon- karn.
gebrauchen allgemein das beliebte ASTNIOL, Asthma- Pulver,
!T\ i I 1 8 I I Ol L I w I Preis der grossen Blechdose (Stranton. 40, Orindelia 10, Cap. papav. 10, Menthol 2, Kal. n.trlc. 20 , Natr. nitne. 20 .) Mk. m ]
Man achte genau auf das Wort ASTMOL und verweigere Ersatzmittel. Wo nicht erhältlich, wende man sich an Engel-Apotheke, Frankfur t a. M , ß
welches sofortige Linderung bringt Apotheken erhältlich.


