Ausgabe 
22.4.1916 Erstes Blatt
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Sttei Feldgeschütze und drei Maschinengewehre wurden erbeutet, 180 Mann, darunter 8 Offiziere wurden gelangen genommen. Die britischen Verluste sind im Vergleich dazu leicht. Nach einem G e - genau griff des Feindes in der Nacht vom 17. zum 18. beobachteten Flugzeuge eine große Zahl türfifcf>cr Ambulanzen, die den ganzen folgenden. Tag mit der Wegschaffung der Verwundeten beschäftigt nxrren.

* * *

Der russische Bericht.

Petersburg, 21. April. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 20. April Westfront: Feindliche Artillerie beschoß die Gegend des Brückenkopfes von Uxkuell. Südlich des Tryswjaty-Lees Artilleriekmnps. . .

Ka uka susfront: In der Mstcngegcnd nahm wahrend der Bersolgu-Ng des eilig zurückgehenden Feindes eine k.erne Juij klärungsabteilung von uns unter der Führung des Unterleutnants KowLttow aus dem Hinterhalt 7 türkische Offiziere und 100 Sol­daten gefarusen, di« m einem kürzlich unter dem Befehl eines deut­schen Offiziers <rus Konstantinopel in der Gegend von Trapezunt ein getroffenen Regiment gehörten. In Trapez u nt erbeuteten wir 6 sechszöllige 15 Zentimeter-Kanonen. Tie Stadt litt lmrch die Operatioiien nicht. Tie Bevölkerimg floh. Tie zuruckgebne- denen Christen jgurcltzten begeistert unfern Trlivpcn zu. südlich Bitlis n>arfen unsere Truppen nach und nach die Türken aus ihren Gebirgsstellungen und gingetr in Richtung auf Seit (oo Kilo- nret-ec südlich Bitlis) vor. Alle (Gegenangriffe des Hemdes, der mehrere hundert Tote auf dem Schlachtfelde ließ, tmeien wir zu­rück mtb nahmen Astaris gefangen.

Russische Hilfstruppen in Frankreich.

Haag, 21. April, (zf.) Reuter meldet aus Laudon: Russische S t r e i t k r ä f t e sind am Donnerstag morgen um 9 Uhr in Marseille angekommen. Jo ff re hat fol­genden Tagesbefehl ausgögeben: , .

Unser treuer Bundesgenosse Rußland, der bereits so tapfer gegen Teutschlmid, -Oesterreich-Nngarn und die Türkei kämpft, hat Frankreich ein neues Zeichear der Freundschaft und einen noch sicttbareren Beroeis feiner Hingabe an die allgemeine Sache geben wollen. Russische Soldaten, die aus den Tapfersten aus­gesucht worden sind und durch Offiziere von Namen befehligt werden, werden in unseren Gliedern kämpfen. Ihr sollt sie wie Brüder aufnehmen und ihnen zeigen, wie viel Sym­pathie Ihr für diejenigen fühlt, die ihr Vaterland verlassen, um au unserer Seite zn kämpfen. Im.Na men des sranzösischnr Heeres heiße ich die russischen Ofsiziere und Soldaten willkommen, die in Frairkveich gelandet smd. Ich verneige mich vor ihren Fahnen, aus denen bald die ruhnrrerchm Namen der genreinschaftlichen Siege verzeichnet stehcrr tverden."

M a r s e i l l e, 20. April. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Die hier angerammenen russischen Truppen haben sich in das Lager Mirabeau bei Marseille begeben und werden morgen nach dem Lager Mailly aufbrechen. General Co- g u e t und General Lachwilsky haben herzliche Ansprachen gewechselt.

Es handelt sich bei diesem auf zwei Dampfern.in Frank­reich gelandeten russischen Hilfstruppen um eine ganz bedeu­tungslose Kundgebung, die aus die französischen. Soldaten einen moralischen Eindruck machen soll. Der Militär - kritiker desCorrierc" verrät die interessante Tat­sache, daß es das Kontingent ist, das sich im vergangenen Winter in Bessarabien versammelte, ursprünglich für Saloniki bestimmt war, durch sein Erscheinen die Russo- philen in Bulgarien zum Aufstand und .gleichzeitig die schwache englisch-französische Besatzung gegen den erwarteten Angriff der Deutschen auf Saloniki verstärken sollte. Der Kritiker berechnet, daß die vorn Kontingent zurückgelegte Landstrecke OdessaWladiwostok 8600, des Seeweges über den Suezkanal 16 500 Kilometer beträgt und beide zusammen ungefähr ein Vierteljahr beanspruchten. Die Russen führen nur das allernotwendigste Material mit. Ihre Bewaffnung erfolgt durch Frankreich mit französischen Kalibern, da man nicht die Munition für russische Kaliber über Wladiwostok nachschieben oder eigene Munitionsfabriken für sie in Frank­reich anlegen kann.

Französische Umtriebe wegen der Haltung der Türkei.

Konftantinopel,20. April. (WTB.) MeUgenceMilli" Meldet:Wir haben in der letzten Zeit einen plötzlichen Umschwung in dem Ton der französischen Presse zugunsten der Tür- k c i festgestellt. Die Beschimpfungen und Verleumdungen, die diese Presse fortgesetzt seit dem Balkankrieg gegen uns geschleudert hat, haben Versicherungen von Freundschaft und Sympathie Platz ge­urscht. Man könnte sich einen derartigen Umschwung kaum erklären, wenn man nicht die Beweggründe kennen würde. Denn diese hmch- lerische Sympathie ist auf Grund der Anregung französischer Politi- ker entstanden und hat den Ztveck, zu dem Erfolg einer Reihe von Manövern beizutragen, die durch französische Agenten in der Schweiz ansgeführt werden. Diese haben den Auftrag:

1. in der öffentlicher! Meinung der uns Verbündeten und neu­tralen Staaten eine Atmosphäre von Mißtrauen ivegen der angeblichen Möglichkeit eines Separatfriedens zu schas­sen: 2. mit gewissen türkischen Staatsangehörigen, von denen die meisten Flüchtlinge sind, die durch die Ermordung des Großwesirs Mahimid Schefket-Pascha kompromittiert wurden, Verbindungen anzuknüpfen mit dem Zwecke, durch ihre Vermittelung in der Türkei eine Propaganda zugunsten einer Annäherung an Frankreich zn treiben. Unsere Feinde formen überzeugt sein, daß alle ihre Be­mühungen in diesem Sinne zn einem Mißerfolg verurteilt sind, denn ihre lügnerisckxm Behauptungen werden keinerlei Eindruck we­der bei unseren Bundesgenossen, noch in irgend tvelchen Kreisen in der Türkei machen können, umsotveniger, als diejenigen Leute, die als ihre Wortführer ausersehen sind, in unserem Lande einen sehr schlechten Ruf genießen."

Ern feindliches Flugzeug über Sofia.

Sofia, 21. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul­garischen Telegraphnr-Agentur. Amtlich wird verlautbart: Heute gegen 8 Uhr frr'ih warf ein feindliches Flugzeug, das aus der südöstlichen Richtung gekommen war, aus sehr großer Höhe zwei Bomben ans -eine der Vorstädte von Sofia. Eine Bombe siel auf ein Sckr.nl gebäude, die andere ans ein kleines W ohnh aus. Dar an gerichtete Schaden ist selxr unbedeutend. M en- scherwpser sind nicht vorgekommen. Das Flugzeug warf aleich- Mtig eine Anzahl Proklamationen ab, in welchen der Feiuo der bulgarischen Oeffentlichkeit den Fall von Erzerunr bekannt gab, was überaus lächerlich ist, da ja den Bulgaren nicht bloß die Ein­nahme von Erzenem, sondern auch> die Besetzung von Trapezunt bereits bekannt ist. Bei der Rückkehr überflog das Flugzeug den Vitoscha-Berg.

Die englische Aabinettslnfis einstweilen beseitigt.

London, 20. April. (WTB.) Reuter meldet aus an­geblich bester Quelle, daß ein Ausgleich in der poli­tischen Krisis erzielt sei.

London, 21. April. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Als die Minister gestern aus der Kabi­nettssitzung kamen, zeigte schon ihr Aussehen, daß die Krisis beendet ist. Einige sahen geradezu strahlend aus. Irr der Presse kommt die einstimmige Genugtuung znm Ausdruck, daß die Krisis überwunden ist, ohne daß ein eirrziger Minister zurückgetreten ist.Daily Telegraph" meint, die Krisis sei einigermaßen übertrieben worden. Die Meinungsverschiedenheiten seien nicht so groß gewesen.

Der Kompromißvorschlag, den das Kabinett an- genonrmen hat, stammt von dem Minister Henderson von der Arbeiterpartei. Nach den Zeitungen forderte

Lloyd George die sofortige Einführung der Wehrpflicht für alle Verheirateten, falls die Freiwilligenrekrulierung nicht eine bestimmte Ziffer pro Woche erreichen würde. Das Kabinett nahnr Hendersons Vorschlag an, die all­gemeine Wehrpflicht einzuführen, wenn es nach einer Irenen sechswöchigen Propaganda für die Freiwilligenrekrutierung notwendig erscheinen sollte. Henderson versprach, seinen Einfluß bei den Arbeiter­organisationen anzuwenden, um ihre Zustimmung zu einer bedingungsweisen Wehrpflicht zu sichern.

Englands Rekrutierungsforgen in Südafrika.

Paris, 21. Aprck. (WTB. Nichtamtlich.) DerTemps" meldet <rus Kapstadt, daß in der gesetzgeberrden Versamm­lung Bot ha den Nationalisten Rede stehen mußte, welche be­haupteten, daß gewaltsam Soldaten zum Feldzuge in Dentich- Ostasrika gepreßt worden seien. Botha verneinte dies und fügte hinzu,' daß jeder Bürger frei in seinen Entschlüssen bleiben' müsse. Hoffentlich werde der Appell an deir Patriotismus der Bürger für die Rekrutierung genügen. Tie in der Kolonie ver­breiteten Gerüchte, wonach Männer massenhaft England ver­ließen, um denn Terbysystem zu entgehen und in den Bergwerken Arbeit zu finden, seien nicht bestätigt worden. Indessen sei fest- gestellt, daß tatsächlich eine gewisse Menge Auswander er s ich zurzeit in der Kolonie im Handel betätigen. Tie öffentlrche Mei­nung verlange, daß diese festgestellt und zurückgeschickt würden.

Die Antwortnote Amer'kas an Deutschland.

Berlin, 21. April. (WTB.) Der amerikanische Botschafter hat die Antwortnote der a m e r i k a n i s ch e n Regierung in Sachen des Unterseebootskrieges gestern abend 8 Uhr dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes überreicht. Die Ver­öffentlichung der Note wird demnächst erfolgen.

.Haag , 21. April. (WTB.) Reuter meldet ans W a s hin g - ton vonr Mittwoch: Herrte nachmittag 1 Uhr wird der Präsi­dent einer vereinigten Versammlung von Senat und Repräsen­tantenhaus in geureinsamer Sitzung die Note verlesen, die das letzte Wort bedeutet, das die Vereinigten Staaten in der Unter* seebootsfrage an Deutschland richten werden. Obgleich die Tendenz der Note des Präsidenten Wilson bisher nicht besannt ist, erwartet man Mitteilungen von höchstem Interesse. Ein U l t i- matum.oder der Abbrn ch der diplomatischen Bezie­hungen wird für wahrscheinlich gehalten. Tie hauptsächlichsten' Beamten des Staatsdepartements und die Ausschüsse des Senats und Repräsenrantenhauses für auswärtige Angelegenheiten waren eingeladen worden, heute morgen um 10 Uhr im Weißen Hause mit denr Präsidenten zusammenzukommen. Me Eröffnung, daß der Präsident dein Kongreß beiwohnen werde, elektrisiert diesen, die osfizielle Welt uird das diplomatische Korps. Der Senat hat unverzüglich das Gesetz für die Hceresresorm angenommen, in dem eine reguläre Armee und Reserven von zusammen einer Million Mann vorgesehen werden. Man ist der Auffassung, daß die Be­ziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika an einem außerordentlich kritischen Punkt angclangt sind.

Der ZeeMeg.,

Die englische Schiffsnot.

London, 20. 2lpril. (WTB.) Der Abgeordnete Hou­ston äußerte in einem neuen Interview mit einem Ver­treter derDaily Mail" über die Schiffsnot in Eng­land, es sei lächerlich, zu sagen, daß Deutschland bei dem jetzigen Tempo des U-Boot-Krieges die englische Handels­flotte erst in 20 Jahren vernichten könnte. Die Schiffsnot ist so groß, daß das Handelsamt die Einfuhr vieler Ar­tikel, darunter Obst, nach England verbieten mußte. Es fehlt so sehr an britischen Schiffen, daß im März von 48 Dampfern, die Kohle aus Cardiff nach Italien gebracht haben, nur drei britische Schliffe waren, und daß diese nur 7,3 Prozent der gesamten Ladung trarrsportierten. Die Vermehrung der U-Boot-E>efahr zeigt sich auch in den Ver- sichernngsraten, die seit Verschärfung des U-Boot-Krieges um das Fünffache stiegen. Charakteristisch ist auch die Zahl der Tage, an denen die britischen Häsen geschlossen sind, das heißt, an denen die Behörden die Ausfahrt der Schiffe verhindern. ^

Berlin, 20. April. (Priv.-Tel.) DieVoss. Ztg." meldet ans Kristiania: Die englische Gesandtschaft in Kristiania meldet: Eine englische Regierungsver- fügung erklärt alle .Häfen des Weißen Meeres als geschlossen. Gesuche um den Anlauf sind au die britische Admiralität zu richten. Die Häfen des Weißen Meeres sollen mit Labungen für das russische Heer üb-gr- füllt sein.

Kopenhagen, 21. Llpril. (WTB.)Berlingske Tidende" meldet:Ter isländische DampferGullfos", der direkt aus Tünenrark nach dem dänischen Hafen Lerwik ans Island fährt, ist von den Engländern aufgebracht tvorden. Tie Eng­länder nahmen nicht nur die Briefe und die Paketpost des neu­tralen Schiffes weg, sondern auch das gesamte eingeschriebene Reisegepäck der neutralen Passagiere. Tie Eng­länder sind mithin in ihren Maßregehr gegen neutrale Dampfer, die innerhalb neutraler.fen desselben Landes fahren, noch einen Schritt weiter gegangen, als es bei dem DampferBotnia" der Fall war, der nur die Brief- und Paketpost abliefern mußte."

Bmunden, 21. April. (WTB.) Ter englische Dampfer Sterling", von London nach Harlingen fahrend, landete in Pmuiden36 Mann von dem niederländischen DampferL o de- wyk van Nassau", der gestern mittag bei der Galloper Boje durch eine Mine oper ein Torpedo gesunken ist. Das Schiff führte eine Ladun ^Chilesalpeter. Es sank binnen fünf Minuten. Fünf Menschen sind umgekommen.

London, 21. April. (WTB.) Lloyds meldet: Der britische DanrpferCairngowan" ist gesunken; die Mannschaft wurde gerettet.

Die britische BarkR a v e n h i l l" ist am 18. 2lprrl gesun­ken. Ein weiteres Telegramm besagt, daß der Regierungsdamvfer Ocean" von Rotterdam Kapitän und Mannschaft derRavenhill" gerettet hat.

von der Goltz-Pascha 7

Berlin, 21. April. (Zb.) Nach emer amtlichen Mel­dung ist Generalseldmarschall Frhr. von der Goltz-Pascha nach zehntäFigent Krankenlager am 19. ^lpril im .Haupt­quartier seiner türckischeu Aruree am Mecktyphus gestorben.

Colmar Freiherr von der Goltz wurde am 12. August 1843 in Bielkenfeld (Ostprcußelr) geboren; er hat somit ein Alter von fast ~<3 Jahren erreicht. Als Kadett erzogen, lvurde er 1861 Leutnant und drei Jahre später als solcher auf die Kriegsakademie kommandiert. Im Feldzug 1866 diente er an der Front nnd wurde bei Trautenau verwrurdet. Nach dem Kriege kehrty er auf die Kriegsakadenrie zurück, von der er 1868 in den Generalstab ver­setzt wurde. Jln Kriege gegen Frankreichs war er als General- stabsofftzier dem Grasen Häseler unterstglkt, der auf ihn einen irtiefen und bestimmenden Einfluß gewann. Nach dem Frank­furter Frieden wurde von der Goltz Lehrer an der Kriegsschule in Potsdam, schon 1872 aber trat er wieder in den Generalstab, dem er mit einer kurzen Unterbrechung fast zwölf Jahre lang angehörte. 1883 wurde vvp der Goltz nach der Türkei berufen, lvo er bald vom Sultan den Lluftrag erhielt, einen Reorgani-i sationsplan für die gesamte Armee anszuarbeiten. Nur ein kleiner Teil der Anregungen, die er gab, konnte gegen die Widerstände, die das alttürkische Regime ihm entgegensetzte, durchgeführt werden.

1896 kehrte von der Goltz nach Dentschlland zurück. Er erhicit zuerst das Komnrando der 5. Division, dann nmrde er ClM des Jngenierrr- und Pionierkorps und von 1902 bis 1907 komman­dierender General des 1. Armeekorps. In den letzten Jalnen vor dem ^lnsbruch des jetzigen Krieges bemühte er sich besonders um die Jung-Teutschlmrdbeweanng. Nacki der Besetzung Belgiens wurde von der Goltz als Generalgouverneur der Leitung des Okkupationsgebietes betraut, bald rrach dem Enrtritt der Türkei in den Krieg aber als Sonderbotschafter nack) Konsrantinvt'el ent­sandt. In der Türkei übernahm von der Goltz die Leirung einer Armee, an deren Spitze der Feldherr nunmehr den Tod gc- sunden hat. _ _

Aus dem Reiche.

Berlin, 20. April. (WTB.) Durch Bekanntinachumg im Reichsgesetzblatt tverden die Vorschriften der Bekannt­machung über die Einflchr von Kakao vom 3. März 1916 auf Kakao Pulver und Schokolademasse aus- gedehnt.

Aus Studt und

Gießen, 22. April 1916.

Sonntagsgedanken.

Osterglocken wolleir ihren Klang über deutsches Land ertönen lassen. Sie werden überallhin die frohe Botschaft tragen: der Tod ist verschlungen in den Sieg. Man wird die Glocken hören in Stadt urrd Land. Dringlicher nock) als sonst werden sie für ihre Kunde Einlaß begehren:

Wach auf, das Alte ist vergangen.

Wach auf, du froh verjüngte Welt!

Wird die Botschaft Glauben finden, wird nicht der Klang verhallen, nicht ungehürt, aber unempfunden, wirkungslos ?

Ja, wenn es Friedensglocken wären! In das eine Wort Friede sammelt sich ja heute siir so viele alles heiße Verlangen und Hoffen. Dann erst, wenn er endlich, endlich wiederkehrt, werden sie all dies Sorgen und Bangen, all diese Schrecken und Dies Grauen in eine Nacht der Vergarrgenhert versen­ken, einem neuen, hellen Tage der Arbeit und der Liebe, der Ruhe und ungetrübter Gemeinschaft entgegenschauen dürfen. Auch die, denen der Friede ihr Liebstes nicht mehr wiederbringen wird, haben, wir trauen es ihnen zu, doch ge­lernt, für Ändere zu zittern und zu hoffen. Diese Anderen! werden dann gesichert wohnen im gesicherteir Vaterland.

Friedensgkpcken! Llber Ostergtacken? Es war eine kleine Schar, die die Botschaft zuerst vernahrn. Frieden, so wie die vielen den Friedeir sich denken, hat sie ihnen nicht ge­bracht. vdun erst rvurdeil ^ie zu einer rechten Wntpfer- schar. Ihr Weg auf Erden blieb hart und dunkel. Sie nrnß- ten hindurch durch alle Not, die sich um Me ns chm leben; ' häufen kann. Feindschaft und^ Hatz begegneten ihnen, wohin sie blickten. Die Wahrheit, wie immer, wurde in Menschen­seelen nur unter herbeir Schmerzen geboren. Aber sie wurde geboren. Und die Wahrheit war das Leben, dies Leben aber Gottes ewiges Leben. Und wenn sie ihr-en Sckratz iwch bar­en in irdisch vergänglichem Gefäß, wie sollten sie. dieses e'bens gewiß, nicht jubeln auch unter Druck und Pein, dcnr letzten Steg entgegen schon mitten in allem Kmnpf!

Wann die Frtedensglocken läuten werden, wissen wir nicht. Noch ist Kampfeszeit. Und wenn der Friede kommt, luie heurlich er kommen m'ag, das meinen wir doch mu)t, daß er eine kampflose Zeit uns bringen wird. Für Erden- bamps und Erdenfrieden läutet, ihr Osterglocken, brinaet . Kunde Allen von Gottes Leben, Gottes Nahe, Gottes Liebe! UUd die sie recht vernahmen, die mögen fröhlich ihr Haupt erheben, sie wissen von einem Leben, das kein Tod iharen je zerstören kann. Klinget, ihr Osterglocken, über deutsches Land! Seit Jahrhunderten hat das Volk, dem dies Land ge­hört, den Glauben an Gott mid Ewigkeit tief in [cui frerj geschlossen. In immer neuer Weise haben seine besten Söhne von dieser unsichtbaren Welt zu sagen und zu singen ge- svußt. Deutsches Volk wird arrch heut, und heut zurnal. dre alte Botschaft in neuem Glauben hören, zu trotziger Mast im Kampf, zu ernster Besinnung für künftiZen Fciederu

Sommerzeit und Eisenbahn.

Zur Ueb erleitun g der Züge in die Sor.rmev- zeit in der Nacht vom 30. Llpril zum 1. Mai wurden von den Eisenbahndirektionen Frankfurt und Marnz fol­gende Bestimmungen getroffen:

1. Diejenigen Züge, die nach dem alten Fahrplan am 30. April v or 11 Uhr abends ihre Zielstation erreichen, ver­kehren nach dem Winterfahrplan.

2. Die Züge, die nach dem neuen Fahrplan nach Mitternacht die Zugausgangsstation verlassen, verkehren nach dem Sommerfahrplan.

3. Diejenigen Züge, die sowohl nach denr Winter- wie

Sommerfahrplan vor Mitternacht beginnen, aber erst nach Mitternacht ihre Zielstation erreichen, verkehren in der Nacht vom 30. April zum 1. 97kai, bezw. am 1. Mai in den neuen Fahrplänen. . ^

" Amtliche Personalnachrichten. Das Ehren­zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung der G r o ß h e r z o g t n : Otto Karl Ludwrg M i l d n e r zu Offenbach a. M.

*' A rl's z e l ch n u n g. Dem Gefreiten Hermann Eimer im Jnf.-Regt. 83 wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Leutnant der Res. und Kompagnieführer im aktiven Jnf.-Regt. 116, Diefenbach, Sohn des Geh. Oberforstrates Diesenbach in Darmstadt, bei den letzten Kämpfen schwer ver­wundet, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse mts- gezeichnet. Dem Kanonier Lob beim Feld-Art.-Regiment 61 wurde vor einigen Wochen das Eiserne Kreuz 2. Klosse ver­liehen unter gleichzeitiger Beförderung zum Gewelten. L3b steht schon seit Kriegsbeginn im Felde. Er ist der zweite von fünf im Felde stehenden Söhnen Jakob Lobs hier, der das Eiserne Kreuz erhielt. Der früher in Buer-Resse ansässig gewesene Peter K r e nr m e r s vom Kaiser Aler.-Garde-Gren.-Regt. Nr. 1 Berlin, er­hielt nach seiner Rückkehr aus französischer Gefangenschaft nach­träglich das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** D ie Fleischversorgung Hessens. In einem Privattelegranrm aus Darmstadt wird derFranks. Ztg." mitgeteilt: Die Fleischversorgung für das Großhc'rzogtum Hessen wird demnächst durchgreifend geregelt. A'achdem dieser Tage eine Bestandsauftrahme der Dauerfleisch-Vor­räte in Stadt und Land vorgenonrmen wurde, der sich eine Verbrauchsregelung unter Auftechmrng der festgestellten Vorräte anschließen wird, ist nunmehr auch eine Lande s- F^eischversorgungs stelle ins Leben getreten, von der die Metzger ihren Fleischbedarf beziehen. Die Stelle, deren ausführendes Organ Der Biehhandelsverband ist, kauft durch Beauftragte das Vieh bei den Landwirten. Ueber die Frage, ob das gesamte Vieh auf einer Zentrale gesammelt oder durch die Kreise verteilt wird, schweben -roch Ver­handlungen. Durch diese Regelung wird ein Ueb ' schreiten der Höchstpreise unmöglich, und man erwartet bestimmt^ daß die Ladenpreise herabgesetzt werden können. Die Ver- sorgungsstelle ist auch mit Enteignungsrechten ausgestattet.