fcem rcrijirrt Mkdirfer Tigri s cirtc Reihe heftiger Gegen angrLffe lÄttenronnnen. Unsere Linren wnr- [ibcu an einigen ©teilen 500 bis 800 Dcrrds zurückge-
Eine türkische 9ltte an Griechenland.
Lyon, 18. April. (WTB.) Nach einer Meldung des „Nouvelliste" ans Athen hat der türkische Gesandte dem Minister des Aenhern eine Note überreicht, in der die ottomanische Regierung die Aufmerksamkeit der griechischen Regierung auf die Banden richtet, die in Athen, im Piräus und aus Mytilene mit der Bestimmung nach Klein- asien gebildet werden. Die Note teilt mit, daß ein Ausschuß bestehe, der diese Banden organisiere. Der Minister hat seine Änttvort Vorbehalten.
Eine Münzreform in der Türkei.
Konstantinopel, 17. April. Um den regellosen Zustand, der eine Folge der Differenz des Kurses des Gold- und des SUber- Münzgeldes ist, der in verschiedenen Teilen des Reiches beträckstliche Wrveichungen aufiveist, ein Ende zu machen und den GeldspekU- lationen vorzubeuga:, hat die Regierung den Beschluß gefaßt, eine bedeutsame Münzreform eürzuführen, die seit langer Zeit den Gegenstand eingehender Studien bildete und jüngst im Staatsrat und in enrer Kommission sachkundiger Persönlichkeiten erörtert nnrrde. Diese Reform soll nunmehr im BerordnungsWege perwirklichil werden.. Das bezügliche Gesetz wird demnächst ver- össentlicht werden. Darnach wird die Goldwährung auf der Grundlage des Dezllnalsystems eingeführt, mit der einzigen Unterteilung in Piaster, wobei ein Pfund immer und überall einen Kurswert von 100 Piastern besitzen soll. Der Kursunterschied zwischen Gold- und Silbermünzen wird aufgehoben. Die Silberund Nickelmünzen werden lediglich als Scheidemünzen beibehal- ' len, indem Silbermünzen bis zum Betrage von 300 und Nickel- l.wihtacu bis zum Betrage von 50 Piastern angenommen werden müssen. Den Geldwechsler werden GesckKfte, die Münzen zum Gegenstände haben, streng untersagt werden. Bisher galt das türkische Goldpsund 108 Silberpiaster in Konstantinopel, bis zu 135 Silberpiaster in der Provinz und wurde von der: staatlichen 'Zahlungsstellen zum Werte von 102,60 Silberpiastern angenommen. Der SilberMedschidie galt 20 Silberviaster, bei staatlichen ZaUungs stellen 19 Silüerpiaster. Um inzwischen die Schwierigkeiten zu beheben, die sich daraus ergeben, daß nicht genügend Scheidemünze im Umlauf ist, und die sich besonders im Kursunterschied des Papiergeldes bemerkbar machen, verössentlicht das Amtsblatt eine Gesetwerordnung, womit die Ermächtigung erteilt rvird, 1VOV00 alte Pfund geringhaltiger Mischung, die gegen Nickel Umgetauscht werden sollten, wieder in Umlauf zu setzen und für einen Betrag von 500 000 Pfund neue Münzen, zu drei Viertel Kupfer, zu einem Viertel Nickel, zu prggen. Für diese bellen -SUinnren werden für Rechnung der Münzverwaltung bei der iBanque Ottomane Kassenscheine hinterlegt werden, die später daAr verwendet werden sollen, jene Münzen wieder aus dem Umlauf einzuziehen.
DLeerrglrsch-frarrzSfische Kriegsflotte im Golf von Goris.
Berlin, 19. April. Iin Golf von Goris sollen unkest Litten Blättermeldungcn zufolge über 80 Einheiten der englischen jiotb französischen Kriegsflotte zusammengezogen worden sein.
Die SteSung Italiens in der Ciltente.
Bern, 18. April. _ (WTB.) Auf einen in der „T a i l y Mail" «erschienenen Artikel, der eiire Aufforderung an England wrd Italien enthält, kräftiger an den militärischen Operationen» zur Verteidigung des französischen Bodens teüzunehmen, schreibt der „Corriere della Sera" in einer redaktionellen Note, .ein derartiges Problem Mrfzuwersien, sei miehr als unnütz, es sei gefährlich. Niemand außer dem italienischen Oberkommando und der Regierung könne solche Pooblcnne stellen. Es fei unsinnig, Zahlen aufzustellen, wenn man die Bedimrungeu des italienischen Heeres und die Bedürfnisse der italienischen Front nicht genau: Tarne, jmvk 3btx die wrrtschrstlichen und finanziellen Probleme -Italiens nicht unterrichtet sei. Zwischen den finanziellen und wirtschaftlichen Qrsllen .des Landes und seiner bewaffneten Macht müsse ein gewisses Gleichgewicht herrschten. In einein Lande aber, wie Italien, sei es unerläßlich, daß die Felder angebaill werden, sowie dast die spärlichen Industrien nicht raix für die bewaffnete Macht, sondern auch für die wehrlose Zivilbevölkerung arbeiten würden. Bei den militärischen Notwendigkeiten dürfe nmn nicht vergessen, daß die italienische Front keine Berührung mit der französstchen habe, da lMglich zwei Eisenbahnlinien von nicht Alzu .großer Leistungsfähigkeit zu militärischen Zwecken zwischen Frmttrttch und Italien benutzt werden könnten. Das italienische Eisenbahnnetz ermögliche keine großen und raschen Truppenver- schiebungen. Daher sei es notwendig, daß für den Fall einer feindlichen Offensive oder eines italienischen Angriffs in der Nähe der
r nt eme entsprechende stratcq ische^Reserve vorhanden Dieses, so schließt das Blatt, sei mir Mie Seite des Problems, und zwar nicht die schlimmste. Die größte Schwierigkeit sei, immer noch wirklich verfügbare Männer zu Halen. In dieser Hinsicht aber könne man nicht leichthin schätzend-'^Berechnungen anstellen.
Don der itarienischcn Sozialdemokratie.
Berlin, 19. April. Die kriegs^ettrdlichen Sozialisten Italiens bereiten laut „Bossischer Zeitung" für den l. Mai große Kundgebungen vor zur Aeußerung der Friedensliebe der itassenrsÄen Arbeiterschaft und ihres lebhaften Wunsches nach Wiederherstellung des Friedens.
Die Dienstpstichtfrage in England.
London, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amtlich ttnrb mitgetellt, daß A's q ui t h die für heute versprochene Erklärung im Urtterhanfe verschoben hat. Das Kabinett erwartet offenbar 'einen weiteren Bericht über die Möglichkeit, die von den Militärbehörde: verlangten Mannschaften mrfzutteiben. Es wird nicht geleugnet, daß im Kabinett Memungs- verschi-.de:chejte:l über die Dienstpflichtfrage bestehen, aber bis jetzt sei kein Rücktritt erfolgt. Alle Parteien haben den aufrichtigen Wunsch, die nationale Einigkeit zu erhalten.
Rotterdam, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Rot- terdcmrsüst Emirant" meldet aus L o n d o n: Es herrscht vollständige Unsichechttt über die Beschlüsse, dis in der Rekrutier ungs- frage gefaßt worden sind. Der parlaimmtarsschc' Mitarbeiter der ^.Tllnes" gibt folgender: Bericht über die gestrige Beratung des Kabi.:ettsaus!ch:chos. der aus t'lsiputh, Lausdowne, Mac Kenna und Künberley besteht. Man versaimnelte sich nwrgeiis, um über die' Meivm'^gsverschiedentzeiten im Kabinett vom Freitag mit den militärischen Sachverständigen näher zu beraten, gelangte aber zu keiner E n t s che: d u n g. Die umlitärischen Fachleute blieben bei der bisherigen Auffassung, daß die Vorschläge des Kabinetts- ausschusses der: Arrneerat nicht befriedigen würden. Der Ausschnß hat neuerdings gelteill genmcht, daß sein Rekrutierungsplan ausreichend sei. später trat das ganze Kabinett zusammen. Inzwischen Ware:: zwei weitere wichtige Versammlungen abgehalten worden. Die unioinstischen Mitglieder des Kabinetts beratschlagten im Unter- hanst miteinander und eine aus Kabinettsmitgliedern gebildete Kriegskam:wssion, also die lvickstigsten Mitglieder deck Kabinetts, versammelten sich vor Beginn der allgemeinen Kabinettsberatung ebenfalls. Die Sitzung des Gesamtkabinetts war ungewöhnlich kurz, aber die KriogKommission verha.ldeltc ohne Erfolg dis ff: den Abend hmein Zum, Schlüsse rvurde in aller Eile ein aus den wichtigsten Mitgliedern des 5tabinetts gebildeter neuer Ausschuß zu- sanrmengsstellt.
„D^ily News" gibt eine andere Darstellung von der Konferenz, dir r.ryi) er KabinettssitziMg stattfand. Diesem Blatte zufolge," war es eure Beratung von militärischen Fachleuten mit ben MirMern, d:e für die allgemeine Dienstpflicht sind. Die Minister hcr-n m über ihre Stellung im Kabinett, nachdem das Kabinett
als Ganzes sich gegen ihce Politik entsck-iieden hat. Das Eharak- teristische an der Lage sei, daß bk Mehrheit im Kabinett mnl> wie vor gegen die allgemeine Dienstpflicht sei, daß aber die M ind er - heit sehr einflußreich und fest entschlossen sei. Tie Lage werde allgemein für sehr heikel erklärt.
Amerika und Mexiko.
Amsterdam, 18. April. (WTB.) Die „Times", berichtet aus Washington: Nach Berichten aus Mexiko ist der Leichnam Villas ausgegraben worden. Maßgebeille Personen Amerikas erklärten, daß die Truppen der Verewigten Staaten, wenn sich die Nachricht von Villas Tode bestätigen sollte, sofort zurückgezogen würde::.
Der Bericht, daß Truppen Carranzas in der vorigen Woche amerikanische Kavallerie in P a r r a l angegriffen haben, trübte die Freude über Villas Tod. Es sind verschiedene Anzeichen Vorhände::, daß die aufrührerische Bewegung mit Felix Diaz an der Spitze einen ernsthaften Charakter annehmen wird. Wie verlautet, soll Diaz durch die Klerikalen und Konservativen unterstützt werden.
Die Fleischausfuhr ans Amerika.
London, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldnng des Renterschen Bureaus. Das Auswärtige Amt hat mit den amerikanischen Fleisch Packern ein. Abkommen abgeschlossen, demzufolge die britische Regierung die gesamte Beisschiffung aller Produkte der amerikanischen Packhäuser nach neutralen europäischen Ländern für die weitere Dauer des Krieges regelt.
Der 5eelr:eg.
Die englische 2lnmaf;ung.
Haag, 18. April. (WTB.) Amtlich wird mitgetellt: Von den: Minister für Llckerbau, Industrie und Handel wurden Samstag die Direktoren der Niederländischen Schiffahrtsgesellschaft ::nd des Holländische:: Lloyd empfangen, die den: Minister davon Mitteilung machten, daß die britische Regierung ftir Bunkern in England oder in englischen Kohlenstationer: verlangt, daß 3 0 Prozent des Schiffsraumes für Fra cty ten nach England zur Verfügung gestellt werden. Der Minister gab den Direktorei: deutlich zu verstehen, daß der niederländische Schiffsraum für die Bedürfnisse der niederländischen' Regierung verfügbar' bleiben müsse irnd daß nicht gestattet werde:: könne, daß die Versorgung des eigenen Landes durch niederländische Schiffe zu kurz komnnr.
Ä m st e r d a m, 18. April. (WTB. dllchiamtlich.) Das
„H a n d e l s blad" wendet sich in ^ineM'Artikel gegen die letzte c rt g I i f rcf]i e Schikane, daß holländische Handelsschiffe keine deutschen Bunkerkvhlen führen dürfen, da diese als Konttebande betrachtet werden würden. Das Blatt schreibt: Ei:gland hat selbst die Kvhlenausfuhr nach Holia:ll> sehr eingeschränkt und wenn wir deutsche Kohle verwenden, nm unsere Schisse,damit zu speisen, so will England nns darc^: hindern, inden: es den Begriff Kontre- bande in einer Weise anslegt, die jedem Recht und jeder Wahrheit widersprickji. Biükerkvhlen gehören zu dem Schiffsgerät. Es fehlt nur noch, daß die Engländer auch- die deutschen Maschine:: au3_ den holländischen Schiffer: herausbrecheu. Wir können die Vtaßregel kaum als etwas anderes^ betrachten, als einen groben und vollständig willkürlichen Versuch von Seiten Englarws, uns ferne Macht fühlen zu lasse::.' Deutschland würde uns umhin nur so viel Kohlen geben, als es entbehren kann. Tie Vtaßregel ist also nicht ergriffe::, um Deutschland zu bekärnpfen, und wenn sie nicht, was wir niche annehmeu können, ausschließlich bezweckt, die lwlländischen Reeder zu plagen :md zu belästige::, dann hat sie lediglich den Zweck, uns die Macht, die Cmgländ zur See besitzt, fühlen zr: lassen. Wozu das? Ist en:e Andeutung dafür vielleicht in der :m er guickl scheu Mitteilung, die uns vor . einigen Tagen erreichte, zu linden, daß ein niederländisches Schiff, das in La Plata Getreide ftrr unser Land holen ivollte. in Engl-Mll) nur Brmkerkohlen erhalten hätte, wenn es sich perpftichtele, nur für England bestinrmte Fracht zu ftihren? Deutsckse Kohlen wertien «als Konttebande erklärt und englische ftnd ll: England nur unter bestimTntei: Bedingungen erhältlich. Muß man dann die Erklärung, daß deutsche Kohlen Konttebande sind, nicht ausschließlich als einen gegen Holland gerichteten Kriegs- zwm:g bettachtcn, mll 'den: Deusschland ganz und gar nichts zu tun hat?
Auch der „Rotterdamsche Courant" schreibt mit Mt- terkeit von lder neuen englischen Verfügung und schreibt: Wenn man bedenkt, daß in Rotterdam fast ausschkieUich mit deittscher Kohle gebunkert wird, kann man die Tragweite der Verfügung ermessen. Wenn cm Schiff deutsche Bunkerkvhlen führt, wird es in Zukimft auf offener See, die einst die „freie See" hieß, angehalten werden. Die .Kohlen werden als Prise erklärt und das Scküff wird dann in einem c::glische:r .Hafe:: englisckxe, vielleicht dieselbe, aber inzwischen als Prise erklärte imd anglisierte deutsche Kohle zn- rückerhalten, aber nur, wenn es 30 Prozent des Schiffsrai:mes den Engländern zur Derfttgung stellt. U:id wasw erden die deutschen N-Boote dazu sagen, tvenu liollcardische Schiffe 30 Prozent englffche Ladung und vielleicht Konttebande mitbe- kommer: ?
London, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldnng des Renterschen Bureaus. Der norwegische Dampfer „P a p e l e r a" (1H91 Bruttoregistertonnen) ist versenkt worden. Der Besatzung wurde eine Viertelstunde Zeit zum Verlassen des Schiffes gegeben; sie wurde eine Stunde darauf von einem anderen norwegischen Dampfer gerettet.
Berlin, 18. April. (Priv.-Tel.) Tie „B. Z. a. M." meldet <ms Christiania: Dem „Dagbladell' zu^lge hat die Reederei des norwegischen Dampfers „Pusnantaff" ein Tele- granrm erhalten, daß das Schiff an: Somttag nachmittag vor Boickogne aus eine Mine geriet und unverging. Die Lloyds- Meldung, daß das Schiff durch ein U-Boot versenkt wurde, erweist sich als unwahr.
London, 18. LlprÜ. (WTB.) Lloyds Ajgentur mieldel: Die rüffssche Bark „Schwanden" ist torpediert worden. Die- Besatzung wurde gerettet.
Bern, 18. April. (WTB. Nichtamtlich.) Einer Smrdermel- düng deck „Matin" zufolge gab der Führer deck torwbierten Dampfers „Vega" in M'arseille zu Protokoll, daß er nach den Warnungsschüssen zu entsliehett versucht habe.
Htt$ dem Reiche.
Die Todeserklärung verschollrner Kriegsteilnehmer.
Berlin, 18. April. (WTB. Amtlich..) Der BuudesE hat in seiner h-euttgen Sitzung darr Erlaß einer BervrHrrung beschlossen, die die Tod-os erNärun g der in dem geigen- wärtigen Kriege Vers chio l 1 c n t n Keiogsieilnehmer' ihn Anschluß an die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches regelt. Die Todeserllarnng kann beanttcvgt werden, wenn von dem Beben des Verscholler:en ein Jahr keine Nachricht eingegangen fft. Unter dieser Bovaarssetzung ist sie schon svaihrend des Krieges Zulässig. Das Verfahren richtet sich nnch der Zttnlpoo^chorHmvrg, deren Borschristeir in einige:: Punkten ergänzt winden, lvobei neben einer Kweckmäßii^err Bereinchchmra auf eine Verstärkung der Bürgschaften für die richtige Entscheidung Bedacht genommen ist.
An» Stadt «nd Land.
Gießen, 19. April 1916.
** Eine H a m st e r in. Trotz Ausfuhrverbots hat eine auswärtige Delikateßhänchrbeün bei hieftgen Adetzgern größere Quanten Fleisch uird Wursttoaren, ca. 150 Wund,
eingekauft, die s:e in einer hiesigen Wrtschuft ab stellen ließ. Die Polizei bekam hiervon rechtzeitig Keruttnis und nahm der Frau die gesamten Waren wieder ab. Die Wurst nsw. ^ wird durch die Stadt hier verkauft werden. Siehe auch unter Städtischer Lebensmittelverkauf.
** Der Klein verkauf vo:: Kartoffeln seitens der Stadt erfolgt in dieser Woche am Donnerstag, den 20. April, vormittags von 8—12 Uhr in der Hvfteite Asterweg dtt. 25 (vorn:. Gewerbeschule). Tie Kolonialwarenverkaufsstelle, Neustadt Nr. 61, ist am Freitag, den 21. ds. Mts. geschlossen.
** Der städtische Nah rungsmittel verkauf hatte heute vormittag einen gewalt:gen Andrang zu bestehen. Männer, Frauen und Kinder (wegen der Abgabe von nur 10 Eiern waren ganze Familien auf Deck). Schon^ eine Stunde vor Eröffnung des Verkaufs stand die Kundschaft bis auf die Neustadt. Es blieb nichts anderes übrig, als, um Ordnung zu halten, die Feuerwehr zu Hilfe zu rufen, und so machte sich die Sache ausgezeichnet. Außer Fleisch und Eiern wurden auch die Fleischwaren verkauft, welche die Polizei jüngst auf dem Bahnhof mit Beschlag belegt hat. Der Erlös dafür wird an die Staatsanwaltschaft ab geliefert.
•** Gießener Ha nsfrauen-Per ein. Gestern ab«:d sprach Frl. Ohans vor dichtbffetztem Saal über „zeitgemäßes Kochen", das sie zugleich praktisch vor führte. Sie betonte, wie rationell das Kochen in der Kochkiste ist. Die Speisen behalten ihre Nährwerte und ihren Geschmack in weit höherem Maße als dein: Kochen ans dem Herd. Frl. Ohans belegte ihre Dussührm:gen durch die Tat, indem sie vor den Augen ihrer zahlreichen und aus- merksamen Zuhörerschaft briet und kochte, und Proben der sehr wohlschmeckenden Speisen kosten ließ!. Sie zeigte auch, wie leicht es ist, leine einfache Holzkiste, lose Holzwolle und Papier zu einer Koch liste herzurichten. In der Geschäftsstelle, Müusbnrg 5, wird gerire jede weitere Auskmrft erteilt.
** Warnung vor dem Betreten von Wiesen und A e ck e r n. Mit dem Beginn der besseren Jahreszeit werden häufiger Wiesen und bestellte Aecker, namentlich Getreide- und Kleeäcker, unbefugt von Erwachsenen und Kindern betreten, die dort Blumen usw. suchen oder in den Gräben Wassertiere fange«: ivollen. So wird trotz aller Warnungszeichen (Strohwischen) auf Grundstücken ein erheblicher Schaden angerichtet, was in dieser ernsten Kriegszeit besonders vermieden werden sollte.
** Zum amtl ichie n Verz-eichnis der Pvstscheck- künden bei den Postscheckämtern im Reichs-Postgebiet ixrirb im Mai dar erste Nachtrag herausgegebe:: lv-erden. J'n den Nachtrag sollen die Postscheckkunden ausgenommen werden, denen bis Ende April eine Pvstsch,eckrechnu:rg eröffnet ist. Für diejenigen, die dem Postscheckverkehr bellreten und in den Nach-, ttag noch ausgenommen werden wollen, empfiehlt es sich, n:ög- -lichst bald die Eröffnung einer Postscheckrechmmg zär beanttagen.. Tie Vordrucke zu den Anttägen sind bei jeder Postanstalt erhältlich!.
** Zur Abkürzung der Beförderung der Privat Pakete und Frachtstücke an Heeresangehörige im Felde treten vom 25. Llpril ab fvlgerrde Neuerungen in Kraft: Statt der bisher in den einzelnen Korps bezirken ftrr Truppenteile des Kor))sverbandes bestehenden Militär-Paketdepots werden in! der Richtung der Front S a m m e l p a k e t ä m t e r eingerichtet. Damit fallen die bisher in zahlreichen Fällen entstandenen Un:- wege weg. Soweit ::ach Bestimmumg der H^eeresverirallmcg diese Sammelpaketämter den Truppen und von da nach der Heimat initgeteilt werden, ist außer der Feldadresse des Empfängers auch das Sammelpaketaint in der Aufschrift anzugebn:. Ist das zuständige Sammelpaketamt nickst zuverlässig bekanrrtz so sind a) P r i- vatPakete (bis zu 10 Kg.) an Heeresangehörige ohne Ängabe eines militarisch'M Paketamts bei den Pvstanstalben abzulieicr::, die für Weiterserrdurlg sorgen; b) Die Frachtbriefe zu Eisenbahn guter:: (von inehr als 10 bis 50 Kg.) bis auf die Zeile „Be- stimmungsstation" vollständig ausgefüllt, zunächst zum nächsten Militär-Paketantt zu senden. Dvrt wird das, zuständige Sam- m e l p a k e t a m t ermittelt und die Frackstbrie-aufschrift ergänzt. Auf Grund dieses Fvachtbrieses wird dann das Gut bei der Eistn- bahnabferttgung des Versandortes zur urmrittelbare:: Abserldung ange:rvmmen. Empfohlen wird, die Frachtbriefe ftdesmäl auch dann zur Eintragung des Sammelpaketamts oder vorlM einzn- seullxm, wenn nicht ganz sicher feststeht, daß die hierüber aus dcmj Felde gemackste Niittellung noch zattcifft. Die Gisenbahi?abferti- gungen werden die mit den Befördenmgsbedingungen nickst ver- tvanten Absender m jeder Weise unter stützen. Besondere Auskunft über das zuständige Milllärpaketanrt u, dgl. :nittels der gri'nren Doppelkartc erübrigt sich hiernach :rnd knrd nicht mehr erteilt. Die näheren Vorschriften werden bei der: Misstär- paketämtern, Postanstalten und Eisenbahnabfertigungen ausgehängt.
** Die hessische Lazarett-Zeitung Nr. 1V bringt in ihren: allgemeinen Teil, der jetzt mit eirvem heraldischen Tllel- kopf geschmückt ist, zwei Geschichten des li^enswürdigen alemoni- schen Dichters Johann Peter Hebel, ein Preisausschreiben: „Ist 1er Verlmmdeten-Untcrrickst den ^Kriegsbeschädigten mm Nutzen?", de:: Schluß des Aufsatzes „Ter Stein der Weisen", den unterrichtenden Teil: Fürsorge für Kriegsrellnehmer, Ärbeitsmarkt, Lazarettlw- ratung und Rätselecke. Die Gicßener Beilage enthalt ein Ostergedichtt von Julius Meyer, einen A::fsatz ,Hom hessischen Osterhasen" vm: O. Schulte, Beuern, die Fottsetzung des Aufsatzes „Feldmarschall Blücher in Gießen" von Hernbann Hrurpt, sowie die übliche:: Nachrichte:: über Verwundeterruarterricht uftv.
**JmLichtspiel haus werden gegenwärtig, bis 21. Apritz zwei sehr sehenswerte Films vorgeftilhät. Ter eine, „Das großä Sclyveigen", zeigt uns H enny Porten als Heldin eines pft)cho- logisch interessanten Lielusromans im Heim und Laboratorium! eines Gelehrten: der zweite enthält die Bearbeitung eines Suber- mannschen Stoffes, „Die Geschichte der stillen Mühte", nwrin packende dramatische Wirkungen: erzielt worden sind.
** Eine Kino-Neuerung bedeuten die unter dlmt Serientitel: „Mll der Kstw-Kämiera im Weltkrieg" vm: der Expreß-Films Co. in Freibnrg i. Br. erscheinend«:: Kruv-Bor- träge, welche einen Kriegssck-ccuplatz so erschöpfend wie :rur möglich behandeln und es so dem Zuschauer ermöglichen, eine Stunde mit unseren Kriegern draußen im Felde Kr verleben urrd sich ein zusanrnEnhängendes Gesamtbild zu verschaffen. Es ist der Direktion des „Union-Theaters" gelungen, sich den ersten Film dieser Serie und Koar „Die TurchlwuckMschlachttn in Galizien" zu sichern. Es sind dies die einzig existierenden Aufnahmen aus jenem Kampfgebiete, das neben den natürlichen mal^erisclM: Sckrst:- heiten auch noch dadurch fesselnd gestaltet ist, als von den Auf- ncchuce-Operclleureir das persönlich Erlebte und Gesehene ivahrmd den Vorführungen gefchsildert wird. Vorn Samstag, den 22. ds. Monats, gelangt in: „Union-Theater, SelterswegZI" dieser Film: „Die Durchbricchsschlacht in Galizien" zur Vorftftzruug. Auch Jüge::dlick>e haben zu den NackMUttags-Vorstellungen Zutritt. Näheres siehe Llnzeige.
** Das 25jährige Amtsjubiläum des Kantors Josef Marx findet nicht, wie irrtümlich gemeldet wurde, am 30. April, sor:dern am 20. April statt. >
Landkreis Gießen.
S. Annerod, 19. April. Musketier Wilhelm Schäfer, Sohn von Karl Schäfer, der seit Anfang des Krieges Jelde steht, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
L a n g - G Ü n s , 19. dlpril. Der G r o ß h e r z o g hat dem Gefreiten Karl Brücke! von hier, zurzeit bei der leichten Munition-;- kolonne des Res.-Feld-Art.-Regts. Nr. 33, das 'Ehrenzeichen für K r i e g s f ü r s o r g e verliehen.
A Hungen, 19. Älpril. Lel)>ramtsaffessor Tlieodor Jung von hier, der bei Kriegsbeginn als Unteroffizier in: Justmterie-Re- gimmrt Nr. 116, 12. Konrpagme, ins Feld zog:md n: Frankreich verwundet wurde, ist z:wr Leutnant befördert worden.
Kreis Büdinaen.
y Nidda, 19. April. Nach dein Jahresbericht der hiesigen höl>erei: Bürgerschule wurde die Anstalt im abgelaufenen Schuljahr von 116 Schülern besucht, von dener: 71 aus Nidda, 41 aus anderen hessischen Orten :uü> 1 aus einem nichthessischen Orte stamUtten. Der Unterricht lvurde von 5 Lehrern ertcÄt; drei Lfffe o-


