Nr. i
Zweiter Blatt
Erschein täglich mit «uSnahine deS Sonntag«.
Ob. Jahrgang
Die „Sietze«er ^amiNevbiätte^^ roerbeit dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigeleqt, das H KitUbUI 1 (üc bcu Kreis Oieheu" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen^' erscheinen »uonatlich zweunal.
Eichener Anzei
General-Anzeiger für Gberhejfen
Montag, \\ Januar ^6
Notationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.
N. Lange, Gieße,u
Schriftleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schulstrabe?. Geschäftsstelle u.Berlagi^dbl,Schrift- leitung: e^H2, Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Kriegzbriefe aur dem Westen.
Don mrserm Kriegsberichterstatter.
Otvterrchttgter Nachdruck, auch auSz»gSweise. verbotorI
Gin Lied vom Hohenzollernwerk.
Unterm Liclftervaume sab ich mit den Angehörigen eines sächsischen In fauterw-Regime nies zusammen, die dabei gewesen Maren, alS Preußen, Saclffen und Bayern in Helder:mMigem Angriff die ur gewaltiger Uebermacht eingodrungenen Eiigl ander wieder aus dem Hohenzorlernwerk hinauswarfen rmd dann jeden neuen Sturm unerschöpfliche Reserven auf die Stelle lerckenden Feindes abschlugerr, b»s nach fast zweiwücksigem, Tag und Nacht unuuter- brochenem Kantt»ft den Engländern der Dem ausging. Es »vor ctne evoas verspätet- Feier, denn in der heiligen Nacht hatte,, drese Tapferen zerstreut in den vordersten Gräben gelegen, da hatte man nicht'zusammen komme:: können. 9lber es war eine un- vergleichsich herrliche Feier im Kreise von Mänrrern, wo alle, so getrennt sie von Hause ans durch Herkimft und Wesen gervesen sein mochten, durch die gemeinsame Not rmd den gemeinsamen Sieg zu Brüdern geworden waren, Offizier nnd schlickfter Manu, ohne unterschied. Unvergeßlich, wie einer an des andern Freude teil- nahm, als die WeihnachtsPakete von Hause geössriet wurden, wie der Kompagrrreführe r, der jeden so gut kannte nrrd jedes Berttautor war mtt der Zartheit einer Mutter dafür gesorgt l/atte, daß die Gaben und die FrertVe gleick) verteilt waren und keiner heute auf den Gedanken kam, er ser ärmer als ein glücklicherer Bruder Unvergeßlich auch, wie der kleine Leutnant, einer der Jüngsten im ^rerse, die von ihm verfaßte kräftige Bertonrmg von Uhlandü Trinklied: „Was ist das für ein durstig Jahr" sang und mir dabei evl barm Hafter Feldgrauer zuflüsterte: „Das ist nämlich unser allerbester Handgvcmatenschmeißer! Beim Angriff unbezahlbar!"
Schade, dachte ich nckr, das läßt sich nicht schildern, das ist nur zu erleben. Und dock», wie sehr verdientem es die stillen Mitkämpfer in der'Heimat, deren Liebesgaben in so ftgensreicli-er Fülle vor redem dankbaren Manne anfgebaut standen, einen unmittelbaren Hauch von diesem Geiste ihrer kämpfenden Söhne zu verspüren wie ich ihn selbst so froh genoß, daß ich die Stunden Jtte vergessen werde. Da trat ein Leutnant unter den Lichterbauni lum als Gruß des erkranttcn Stabsarztes, den ein im Dienst erworbenes ßerä>cn an 'diesem Abend von seinen Kameraden fern auf daf Schmerzenslager bannte, die folgende Ticl)tung vorzulesem Ich sah dre Augen der Leute, in denen Vers für Vers jedes Erlebnis wiederleuchtete, ,mib ich muffte, dies (Gedicht darf nicht in der notdürftig in der Reickpoette der feindlichen Geschütze her gerichteten Weihnachts hätte der Truppe verhallen. Denn diese anspriuhslos an die kleine Sck>ar der Beteiligten gerichtete Gelegen hettschchtuug grbt für die zu Hause, die tapferen unermüdliche,: Mitkämpfer und Mitkampfermnen um des Vaterlandes Sieg den echtesten und unmittelbarsten Begriff vom Geiste der Kämpfer in der vordersten Front, die das Schwerste bestanden haben, was der Stellungskrieg an übermenschlicher Mcnschenkraft gefordert hat.
Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
Die zweite Kriegsweihnacht.
Dem I. Bataillon
dneg fSchsischen Jilfauterie-RegimenteS int FeNtz. thnj Erinnerung an die Tage im Hohenzo Hern gewidmet vom fernem erkrankten Stabsarzt,
Die Nacht ist kalt — die Tanne steht Am deutschen Forst in Sclprce und Stürmten Der Weihnacht trautes Grüßen weht Im holden Klang von Heimatstürmeu.
Wir haben über Jahr und Tag
Den lieben Ton nicht mehr vernomm».
Zu uns muß mit Kaironen schlag
Der Weihllwchtsmann im Kriogskletd ldrmnlm.
Zum zweitenmal in Feindesland Erglimmen uns die Chriftuachtkerzen —
Zum zweiten Male weit verbannt Von Frauenlieb und Länder Herzen k
Wohl grüßt uns manches liebe Wort,
Näanch' heitre Gäbe ihrer Hände,
Doch fragt die Sehnsucht immerfort.
Wann sie die Lieben wiederfäivde.
Getrost ! Auch diese Stunde schlägt —
Ujtb wie auch die Geschicke walten:
Wir haben, wild vom Sturm gefegt.
Auch dieses Jahr die Wacht gehalten!
Trum sandten wir aus Kampf und l^ftaus Tie schönste Zier der Weihnackftsbäume:
Daß unsre Kinder hent zuhaus
In Fried und Glück vom Christkind träumen!
Uns aber laßt in hl-il'ger Naclft,
Da uns ihr Märchenglanz verblichen,
Da nns kein K^cndesauge lacht Und Frauenliebe uns entwichen,
Ter Zeit gedenken, stolz und froh,
Wo wir den schlinrmsten Strauß bestanden,
>Ms um uns wild nnd lichterloh Des Krieges Flammen grausig brannten!
Tenkt ihr noch der Septembernacht,
Ms der Alarmrus uns erweckte Und in die wilde Glut der Schlacht lAus ruhigem Behagen schreckte?
Drei Tage rollt' der dumpfe Mang Schon von der Front zu uns herüber —
Jetzt riß es uns im wilden Drang Mich in der Brüder Kamps hinüber.
Wie fuhr ein jeder in die Höh' —
Zum Bahnhof schnell auf flinken Sohlen: „Wohin die Richtung?" — „La Bassde!"
Das sagt genug! „Nun Gott besohlen!"
KcrM'raden winken nns noch nach Und schütteln herzlich »ns die Hände, —■
Von drüben donnert Schlag ans Schlag,
Als wenn die Welt in Flannmu stände.
. Da — Leute von der Front — die Must!
Als ob sie 'n Schlammbad erst genommen — „Wie stelfts jetzt vorn?" — „Na, dicke Luft! Doch keinem glückts, da du rchzu kommen!"
Nachtmarsch, -7- verbrannte Nester rings,
Das Grane:: bockt in öden Fenstern, —
Die Nacht ruht wie die Nätselsphinx,
Umschwirrt,von Teufeln und Gespenstern!
Ein neues Regiment formiert
Aus Bayern, Preußm und uns Sachsen!
Im Feuerofen fest geschürt
Soll Nord und Süd zusammenwachsen!
Ein Bayernobiwst Kommandeur,
Und unser Hauptmann ihm zur Seite.
Nun kommt ihr stolzen Tommys her!
Euch trifft der Tod im Kampsgebreite!
Durch die zerschossenen Gräben vor Wühlt sich die lange Eisenschlange, —
M:s tauseick) Schlünden funkts empor >—,
Uns macht kein Ersenhagel bange!
Ans Hohenzollernwerk hinein!
Archon sind die Tommys eingckdrunyen!
Hinaus damit? — Das Vivat-Schram Ist ihnen selten wohl gelungen!
Zur nächt'gen Stunde wogts heran In dicht gedrängä» Mensck^nmasftN,
Mr aber standen Mann au Mann,
Sie sollen Sieg und Lebe» lassen!
Ein Fenerturm das Feld entlang, — Zusammenbrach die dichte ^Mfe,
Und wer in diesen Groben sprang,
Bezahlts mit seinem Schur ft u jel le!
Im allerersten Gräber: .vorn.
Da saßen noch die Jnselfächse —
Die Bayern vor! — Da slomMt der Zorn,
Hollah — Da gab es Bayernwichse!
DaS Hohenzollernwerk ist frei,
Und Ehren-Fgench hat.frech gelogen?
Nun kommt ihr andern nur herbei.
Die fetne Senge noch bezogen.
Rasch zu den Bahernbrüdern vor.
Die Stellung rvieder auSgegraben!
Da legt sich keiner auf das Ohr,
Den Nachtschlaf fraßen.uns die Raben!
Me Wahnsinn rasen die Granaten Bei Tag und.Nacht im Feuerschein.
Uns aber gräbt der treue Spaten Recht bombensicher wieder ein.
©ieftener Stadttheater.
Der Hypochonder.
Lustspiel von Gustav von Moser.
uu ^^^ ^r achtziger Jahre, die am Pariser Mo- gesellschaftlich leichteren Tone eine große Seichtigkeit verbanden und l-auptsächlich mit dieser den. Kassen- erwlg errangen, scheinen eine Art von Anferstehmig zu feiern. Dre Namen Blunrenthal, .Wppe^Ellfeld, von Schönthan, Kadel- bürg, selbst L Arwuge ser rir dieser Reihe rricht ausgenonrmen, erschienen schon auf dem Sprelplan rmd damit die Uebersicht über dresewenrg bÄ.eutende Epoche deutsck-er Schauspielkunst sich all- Aollständigkert nähere, war für gestern abend ein ^^swelvon (Pustav von M 0 s e r : Ter H h po ch 0 n d e r, angesetzt. Man muß es erngestehen, daß die geschickte Theatermache und der wehr ^witzelnde als witzige Dialog auch gestern abend ihre Wirkung^ nicht verfehlter: Dre Stimmuiig, mit der dieses Lust- mxbe ' mäTC bedeutenderen Schöpfungen zu wünschen. Tenn wem: man von den geschrvätzigen Spässen des Dialogs urrd altehrwürdig gewordenen Bühnenmähchen absieht, so blerben nur noch ern paar Bühnentypen bestehen, deren Schema unve rrück bar festllegt, und diese Typen werden dazu benutzt, einen Hypochmrder nicht m heilen, nein, vorerst rrur ciunial zu veranlassen, nach Karlsbad zu reisen. Jener Hypochonder aber bestem aus einem Mosaik von Einzelzügen, ohne dadurch zur groß- gesehene,: geschlossenen Figur zu iverden. Seher: imr vor: einer k^brnschätzung des Stückes ab und stellen nochmals seinen über- caschenden Erfolg fest, so müssen tvir diesen Erfolg zum größten Teil rl* »Uten Wiedergabe begründen. Otto Conradi bavährte auch diesmal wieder als ivackerer Spielleiter des älterer: Lustspiels. Dem hypochonderischen Rentier gab Walter Dwor- das argwöhnisch unzufriedene, ärgerlich aufbrausende Tempnament, sstudolf G o l l dem Kaufmann und Stadtverorduet.m c^uerbrei die Gewichtigkeit eines einflllßreichen Stadtverordneten, gepaart rmt Pantoffelheldentum. Als l-eiratsluftige Töcht^'r wuß- ten sich Herta Zondervan und Else Burg hoff herzlichen Beifall zu sichern, ebenso Ferdinand Stein Hofer und Ernst r\J> e 0 l r TTt J* Brautwerber Als biedere Ehegattinnen taten ich A-lguste,Frenzel und Else Jüngling hervor. Besorg beres Lob fei noch den Ensembleszen er: der Stadtverordneten ge-
zz.
Dos Gptophon.
In dieser Zeit, da die Zahl der Blinder: durch Verwundungen rm Kampfe in so trauriger Weise vermehrt wird, erregt die Mel- d::na von der Erfindung eines Apparates, der m weitgehendem Maße den Gesichtssinn durch den Gehörsinn ersetzen soll, unser höchstes Interesse. Dieser Wunderapparat, der in den Klrisei: der Blinden bereits die besten Hofsuunge>> «weckt hat, heißt .,Opto- phon", nnd Prof. Tr. Fournier d'Albe, ein Gelehrter irllcher Abstammung, ist sein Erfinder. Bereits vor vier Jahren hatte Fournier d'Me der Königlichen Akademie der Wissenschaften in London die erste Konstrukten seines Optophvns vorgeführt. Die wesenllichfte Eigenschaft der Konstruktion besteht, wie A. Wesemüller :n einer Erläuterung des Optvphons im nächsten Heft der be: der Deutschen Berlags^Anstalt rn Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Neber Land und Meer" ausslihrt, darin, das; der Apparat gegen das Licht gerichtet ein ständiges Summen ertönen ließ. Dieses Tönen wurde am stärksten, wenn mau zum Ziel eine Grenzscheide von Licht und Schiatten nahm, also eyoa den Horizont, eine:: Gebäudeumriß gegen den Himmel oder die Kante des FensterbrMt-es. Daher ließ sich auch unogekchrt eine derartige Lichtgrenze blindlings allein aus dem S^ärkegrade des Summens ermitteln. Bei hell erleuckftct'em .Hintergrund vorüb:rziel)e>ide P<'r- fonen und Gegenstände wurden „hörbar", indem mit der vorderer: und f/uhemi Schattenlinie ein markiertes Tönen im Optoplion ein setzte. Auch weiße Dinge vor dunklem Hintergrund machten sich bvrep derartiges Ertönen im tarnte bemerklich" Auf diese We:,e war es also gelungen, zum ersten Mal die Sichtbarkeit in Gehürwahrnehmung umzuwaudeln. „Einen ersten tu dieser Richtung brauchbaren Hinwegs dürfte 1837 der Amerikaner Page ge^ geben haben. Tiefe: fand, daß eine zwischen den Armen eines Huseisenmagned-n aufgehängte Draht spirale, sobald sie von einem elekrtischeu \ztzom durchflossen wird, der: Magneten in tönende Schiouniurnpen versetzt. Ms wesentlich hinzu käme nur, daß der elektrische Strmn der Spirale in seinen: Auftreten und Nachlassen nuht allem von der elektrischer: Batterie, sonder:: zn^eich auch von der Lichtguelle abhängig ioar, die das vom Optovhou auf,u- nehmende Objekt ausstrahlt und die eS gilt, in dem Apparat zu solcher Beeinflussung des Stromes heranzuziehen." Zu diesem Zwecke bediente Fournier d'Albe sich 1817 des von dem Sckyoeden ^ w r Halbmetalls Selen, das in solcher Weise lichtemp- smdllch ist, daß es \t nach der Stärke der Beleuchtung als mehr oder ioeniger kräftiger ElektrizitätSleiter dient. „Eine Selenplatte, m den elektrischen Strom des Optophvns emgeschalttt,
Und bei des zweite,: Morgens Licht,
Da :vird :wch einmal StuE geblasen,
Uiid wie das reife Korn so dicht Begiiurcn sie heranznrasen.
S n Reihen grausig hingestteckt aas da im Tod vor den Verhauen,
U,id nicht ehrmal die Nacht bedeckt Vor uns das ungel)eu.re Graue::.
Da sckftckten sie die Flieger ans, —
Sie käme:: gleich in dichten Schloarn:«::
Und sckiaulen ftech ims in das Hans,
Wie sehr auch die Geschütze lärmen!
Bald speit es beu,! auch wohlgezielt Aus tauseud lltohren vülde Flammen,
Und was wir rastlos aufgewühlt,
Das schmeißen sie uiis wüst zusammen.
So ging^s dirrch Tag Und Nächte svr-t,
Wir gruben weiter, ,vie besessen,
Fm Höllenlärm erstarb das Wort,
Mi: warmer Bissen da zu essen!
Doch ,oehe! — am dreizehnten Tag,
Da schiwb's uns an wie Ungeheuer:
Des Mittags um eins — just mit dem Schlag,
Da sMidte uns England — das Trommelfeuer!
Wir lagen alle bereit zum Dod> —
Gottlob, 's ist ilmen schlecht gelimgen, — ■
Gott half uns in der größten Not,
Nur wen'ge hat's von Mts verschlimgen!
Da plötzlich Ruhe — nun heraus!
Hei, :vie die Wafßm l-ell erllauge::,
Und galt es auch btm letzten Strauß,
Wir woll'n sie nach Gebühr empfangen!
Und keiner kam, — doch sieh da, sieh, —
Dje gelbe:: Schivadeu lwrwärts rücke::, —
Sie wollen uns tückisch wie Herdenvich Mil ihren giftigen Gasen ersticken.
Wir sind gerüstet, die Masken vor!
Die F-eiier in allen Gräbe:: entzündet!
Die Sonne brickft durch, — der Wind braust empor —, MrMmigen! — Die giftige Wolke verschsvmdet!
Nun rasch, ihr Sachsen, zur Hilfe herber,
Die Handgra:raten herbei, die Minen!
Schon hallt manch gräßlicher Dodesschrei, —
Herbei, wir wolle:: euch schon bedienen!
In eherner Ruhe, — Zigarre im Atünd,
Und zwei Gewehre gleich! zu Händen,
So stand ein jeder am höllischen Schlund Uud jagte sie auf, und schoß sie zuscl>anden.
Und stürmten sie auch wie die wil'de Jagd,
Mit unerschöpflichen frischen Reserven —
Lang l-at es keinem bei uns behagt,
Sie vaste:: zurück und flohkn t»as Vebderben.
Die ganm Nacht durch tobte der Krmpf,
Und als die Sterne am Himmel erglomm».
Da zöge:: sie ab mit dem Pulverdanüft,
Und keiner ist Uns loiedevgetionnnen!
Das waren die Tage voll Not und Graus, —
Wohl ruht dort mandjex unserer Lieben Bon allen Lebensmühe:: aus, —
Doch Unser ist der Svcg geblieben!
Dort haben wir dem Vaterland Die Treue fest im Sturm gehalten,
Und nimmer bricht das Eiseuband Vor allen höllischen Gewalten!
9hm leuchtet, Khrderaugen, heut,
Nim glüht daheim, ihr Chrnstnachtbäume.
Nun llinge, frommes Dankqeläut,
Hinauf m lichte Sternenräuins!
Wir halten mit dem Flamme::fchwert Die Wacht in fremdem, öden Landen,
Wir schützen euch am heim'schen Herd Vis wurder Friede ausierftanden.
Und ob es währt uochl manchen Tag,
Es muß doch einmal wieder werden,
Und wie der Frühling ^>lüht im Hag,
Wird'ö Friede auch bei uns au f Erden.
un.sfte lüso, ft nachdem von welcher Lichtslärke si^ betroffen wurde, den ^»trom de:nentspreck)eiiä schwächer: oder stärken, ganz unbelichttt gelassm aber ihn ausheben. Zum Einschalten in den Stromkreis benutzt man eine sogenannte Selenzelle. Das Optophon ist kastenförmig gebaut und erinnert au eine längliche photographische Kamera. Am Ende führt die Stromlettnng die von einer kleinen Tasckftnbatterie gespeist wird, als Draht schnür zu einem Telephonhörrohr, das mit .Hilft eines über den Kopf mypannten Bügels vor das Oln gehängt wird. Das Licht oder Bilo vor dem Optvphvn fällt durch eine Glaslinse der Vorderwaud der Kamera ein auf die gleich dahinter im Kaste:: angebrachte Seleneinschalttmg der Stromaiilage. Sobald eindrin- gendes Licht auf duffe Anlage trifft, wird die Zellennrasse elektrizi- tätöempfiiidlich: der von der Batterie ausgel-.mde Lertungskreis iS !\ llT L^ ] l lc Z/schlosftue Strombalm, in der die Elektrizität sofort fließt. Diese hiftt aber wEr auf, ftbald das Selen verdunkelt, also seine Leihiiigsfähigkeit aufgelioben, der Stromkreis an dieser Stelle unterbrochen wird. Ebenso wird sie je nach der ?lb- oder Zunahme der Lick'lzufuhr schwächer oder mich stärker. Mit dem Wechsel oder Aufhören der Stromstärke hängt dann auch das Ansprecknm des Laittgebers zusammen." Dies war die (ßrundsorn: des Optophvns, wie jie sich vor 6 Jahre:: den Sachverständigen darbot. Nimmehr ßSjL * e ^ / 2lhpavat derart zu verbessern, daß die .ütauguuEr-
Auch der sehr fanen Un bersch iedem in der Lichtwirkung für das (ßehör m ausgeprägt deutlicher Weift erkennbar iverveu. ,Jlu ^ 1 ^! bet Erfinder aus eine sinnreiche Benve:id,mg des Rhcvstate:: w:d Elektromagneten. Die Vorriclftung der erster«! Art besteht darrn, daß in den Schließnngskreis eim^s ekektruckien Stro- ihn zu Unterbreckicn, zu durchlaufend.' Widerstände e:ngeschoben werden. Vermag man diese während des Bettiebes beliebig zu verlängern oder zu verkürzen, so kann dadirrch der >onvm begreiflicherweise grsämZäck-t oder verlangsamt oder verstärkt und beschleim igt werden." Die nach den Vorligen den Berichten mlnmehr erreichte Bervoltl'vmiiiuung des Oplop.'wns ermöglicht zwar eine jo grosse Zahl von Tonuntersckwidungen,' daß die schwarze Druckschrift auf weißem '.'llphabet für sehr .npfjnd- liche, nnrsikalische Ohren nach langer ll-'bung hörbar wird doch steht eine ganz ausgeprägte T-ommterscheit'uug. die jede::. Blinden mit Leichtigkeit möglich uftrd, noch aus. Wie A. Wesenmüsler me:nt, wird die restlick>e Lösmlg der Aufgabe vielleicht einmal in einer imch zu findenden Ergänzung zum Phmwgraplsen b,ffteheu einem Mechanismus etwa der die von: Opv)pl)on h.'rüberge:wm^
MMN, Ul g-iprv-^m- Schriftlmlt.- mrd WvNc Äch-,7kt.


