Nr. 6 Zweites Blatt
Erscheint «gNch mit Ausnahme des Sonntags,
Die FamillttchMter" werben dem
»Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das .^lr ei ^stet t fSr de« Krefs Sirftev" zweimal wöchentlich. Die „raN-Vitt-chafrliche, Zett- fra-er" erscheinen monatlich zweimal.
Zur Nriegszeit in London.
166 . Jahrgang
euer
General-Anzeiger für Oberhefjen
Samstag. 8. Januar \%6
Notatwnsdrilck und Verlag der Brübl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lang e, Gießen.
Schriitleitlrng, Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul- straße?. Geschäftsstelle mVerlaqid^öl, Schrift- leitrmg: e^£l12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Von Karl Wich mann.
ankfeierta g" in London \vü‘tyxt nb des Kri e ges.
„Bankfeiertag" in London wird mir imöer tzeßlrch blerben. 1
T ^ Cbr ^ nt rl ^Ee. Aus der Ferne leiser Donner. Ein Mchloser Menschenstrom, eine wahre Riesenschlange, wälzt
Ishrmvf ^ -Station Hampstead in jenes, einst so
^ sich die schöne hügelige „Heide" berühmte „Heide" wird jeden „Bank- serertag von Hundert- und aber Hrrnderttausenben von ^rmdouern besucht, dw sich dort auf ihre eigene Art und ^ .J UTI : Se^samer und eigener aber wie das
■ em A"E>r nach Kriegsausbruch, hatte ich das Bild noch nre geschaut.
.Wie früher wimmelt es da von buntbebanderten „Co'ck- Ä,' ^ÄZ^Seln, Genrüsehvusierern aus dem dichtbevölkerten Ostend, ^eder Boy führt sein Girl oder sonst emMEnz^ner am Arm. Diese Frauen tragen eine MMiurdige Festtagsklerdung: einen veilchenblauen, langen Mantel, eenen veilchenblauen Hut mit auffallenden weißen Zedern von gewalttgen Dimensionen und eine auffallende l^rtze Boa — b« dieser furchtbaren Hitze! Mer so geschieht es nun seit laugen Jahren, daher basta! Trotz dieser aus elegant ausfehenden Toilette starren dre Gesichter oft von Schmutz und Verkommenheit, die Haartracht nrrt den häßlichen!Ringeln!und unnatürlichen, ,ae- sHmackswrdrigen Löckchen ruft in dem Beschauer ein eiaen- runrlrches Gefühl von Seekrankheit hervor. Noch abstoßender Mrd widerlicher wirkt das laute, freche Gebaren ^dieser grauen, das zu ihrem ganzen Wesen zu passen scheint.
In dem Zug bemerkt man Tausende von Khaki-Uni- sormen, deren prosaisch-ödes Senfbrann von den phantisti- der Begleiternmen scharf ab sticht. Man sieht so vrele 'Urrrformen, daß man .unwillkürlich auf den Gedanken L^^-der Bankfeiertag sei einzig und allein da, um die Ämnpen > 5 vhn Nulls zu vergnügen und zu ergötzen Schlanke Recken gestalten und unförmige Zwerasoldaten siebt man da ernherstapfen. r
Nachdem wir in der schwülen Atmosphäre etwa zehn Mrnut«i lang die steile Straße emporklommen, befinden d« .cheide". Sonst genießt tmm von hier einen Sernblrck. Hche mrd Nebel aber verschleiern jetzt die ^Md machen sie undurchsichtig. Dagegen fallen uns auf
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^aberlondsvertteidi^ mit den veil- -Punkten von stra- ^ bre Khaki-Helden bramarba- föjPJ glühender Blick von verheihungs-
3Örtlichkeit lohnt ihre kriegerischen dlrrsführunaew "^ a ^] lcur ?cht vielen fetten Deutschen den Garaus'" ver-
Ä^^^E.wieder von den Damen mit den'weißen rfeoerrr und der Wertzen Boa.
Wn J! tt&I ’i? Huben mir die Reihe der langen Schützengräben Filter uns und gelangen auf ernen weiten freien Platz ,ntt Kraftznesser, Schaukeln, Johlen, Pfeifen wie ac- wohnlrch Die Leute stürzen zahllose Gläser Gin gerbe» brnab. Krrmskram und Flitter, Spielereien und' bunte
Auf einem Karussell stürmen aMyolKbrnen Rrffsen die schlanken Kämpen John Bulls dahin, rn den Armen ihre Damen. Wahrsager und Wahr- sagmrmen verkünden einem jeden das Schicksal seiner Lieben dluf dem Boden liegt Konfetti ausgestreut. Gelles ™ veilchenblau und Weiß. Sie balgen bereits mit ihren „Boys" im Grase. Etwas wie eine (Neberwelle streicht durch die alüherwe Luft
lick bie N ^ Grase kollern, türmen
l l ~? J ÜT ^^ C ^ Haufen von Zertungs- und Papier lappen S? b Bananenschalen; ans einer Bude Dunst von ranzigem Fett entgegen. Fischlein schmoren. In das Johlen sich das Geplärre und Ge- hammer zweier Drehorgeln, die eine vom Karussell, die
Rnnst rrnH Wissenschaft.
. cT~ ® u * ]t nstler in Bulgarien. Die Lebens-
^ast mid der .rultursinn unserer jimgsten Bundesgeirossen, der kommen rn der Mannigfaltigkeit und Frische der bnlgg- rrschen Kunst zum Ausdruck, die um so bemerkenswerter ist als ihre Entwicklung sich rn erner verhältnismähia sehr kur'en öcsi-
Mrtiü-l Äu Bau^Li u d^ ^ bulsarjscwii tiänst gewidmeten i^rrrirer von ^5aut L-ruvenberg im uarbüen Sjm-
Berlags-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift und Meer" ausgeführt wird, traten Werke butga- Ä4« Künstler zum erfterr Male in der .Knnstausftellung ^r Babanrmche, die der letzt vertriebene Serbenkönig Peter im ^ahre 190o rn Belgrad, fnerlrch eröffnete. in Form einer grotzen kb>r?a?ü?^'?''-0essmtlrchkert. „Tie fremden Besucher wE Iun ^ bu garrsche Staat auch auf diesein Gebiet ferne Nacyüarn glanzend schlug. Nach den langen Jahrkarnderten der Unterdrückung sucKe Fürst Ferdinand cnne allÄN Un^ Wandlung herbeizuhihwn. Fürst Ferdinand wußte sehr zu schälen was die Kunst für sein Volk urrd dessen A^hen nach S bQieutete: er Idurte den sich langsam zeigezrden Anfängen einer na ~ tl ri a i en ^Mtlcrischen Entwicklung nach, berricksichtigtedies in
bei der Ausschmückung und llmgestal- ' nn S% nr Sofra, zog mnge Dalerrte hermr, setzte
ihnen aus fernem eigenen Vermögen jährliche Unterstützungen arrs dEt fte rm Ausland studieren konnten, kaufte ih^e We^
Anregungen zur Veranstaltung der erst«: Kunst- ^!^?ollung m Phrlippopel rmd Sofia, wie ihm auch die in letzterer Stadt 1996 , erw gte Begründung der staatlickxm Kunstschule die ^crdemie für bildende Künste umgewaiidelt wurde hie ^ farbige Land- und Stadtleben in Bulgarien'
sin und die vom südlichen Meere bis zn
Balkanbergen wechselnde Reichhaltigkeit land-
Aireauna ^’ch bulgarischen Künstlern genügsame
..^regung Äbich die Geschrchte der älteren und die Begebenheiten
aber^ b^en reichlichen Stoff. Am liebsten
bw bulgarischen Künstler mit den Bildern ai s dem Volksleben, und dies vor allem gibt ihren Weicken einen
andere von einem Konkurrenten, der einen Stelzfuß hat Berde klappern zwei grundverschiedene Melodeien. . .
Abgesehen von den senfbraunen Vaterlandsverteidiaern und den eher kindisch anmutenden Schützengräben könnte
P 10 .?! befände sich gar nicht mitten im errege und Londons zahneklappernde Angst vor Zeppelinen sei in den holden Freuden und Geirüssen des Bankfeiertaas ™l er :ÜfQ aix Q tn - 2lber fehlgeschossen! Denn irur etwa hundert ^cyritt von uns gewahren wir eine riesiae. schwarze bewegte Masse Wir treten, näher. Da sehe^^wir a^ Lsem See von Hüten und Gesichtern einen Mann herausraaen. Das Antlitz dieses Mannes bleibt uns unvergeßlich! Wir haben schon zahllose Werbereden gehört, zahllose rhetorische ^si^ungen und Lockungen dieser .Herren bewundert. Was aber hier geschieht, ragt über alle übrigen turmhoch hinaus, .koch nie hat ein Werber so aus ganzem §>erzen, aus ganzer Seele, so von Grund aus ehrlich gebrmllt. Denn E merken,wir sofort, der Mami hier spricht in vollstem Ernst, ihm ist wirklich daran gelegen, Rekruten für His .Rajesty the Krng zu werben. Immer und immer wieder schlagt er mit der rechten geballten Faust in die linkeHand- slache, als wollte er jedes seiner SBorlfe bekräftigen, gewissermaßen unterstreichen. Immer und immer wieder dröh- nen die „Worte von seinen Lippen: „Laßt euch anwerben! Seid Männer." Noch nie haben wir einen Redner gesehen, ofm so wie diesem abwechselnd das Blut lvie Flammen ins Gesicht schoß, und der im nächsten Augenblick ein fahles, kreideweißes Antlitz zeigt. Blicken wir uns um, so wird eine Erregung durchaus begreiflich. Noch nie habeii wir eine o passive Menge mit so stunipssiiinigen Gesichtern bemerkt. Kern Funken Interesse blickt aus diesen Angeu. Diese Ge- hrrne haben ganz andere Gedankerr als den Dienst fürs ^?^rEind. . Der Werber aber poltert, donnert uner
müdlich werter. Die Leute koinmen, die Leute gehen, er zetert werter Der Schweiß strömt ihm vom Gesicht, er wrrd immer heiserer. Unerschöpflich ist er in seinerr Anekdoten Lockungen Ueberredungsversuchen — alles-umsonst E lau,che ich dem Mann, der mich viel mehr inter- essrert alv dre passive Menge, mehr als zwei Ständen, und es hat sich noch kern ernzrger bei ihm zum Waffendierist gemeldet. Es fangt nach und nach zu dunkeln an, aber etwas wre erne magische Gewalt hält mich fest, ich muß sehen wie das endet! Der Mann, sagt man mir, spricht bereits über
^r? tU J2 ben "P^rbrochen. Ich fühle, das treibt einer Katastrophe zu. Und sie kommt. Denn plötzlich hält er inne Gin scheinbar langes, beklemmendes Schweigen tritt ein Dann'wrrft der Mann wie verzweifelt die Arme in die Höbe und rust, immer mehr außer sich geratend: „Also keiner, PJf. r vpn euch allen, die ihr hier dem lieben Gott den Tag stehlt, dre ihr hier praßt und euch vergnügt, anstatt zu kämp- ' en ' keiner will sich melden. Memmen! Feiglinge! Scherl öum Henker!" Und der Redner hebt zu heulen an wie ein ^6 und schluchzt herzzerreißend. Die über-
men^liche Anstrengung, ohnnrächtige Wut, grenzenlose Ent- tauschmrg all das macht den Weiickrampf nur zu be grerslich. Dennoch ist dieser Nervenausbruch etwas Selt- iames bei einem Engländer und dazu öffentlich. Im Frieden wäre dies kaum möglich. E'est la guerre!
, Ich würde die Sache weiter verfolge« und dem Manne mein wahres, tiefempfundenes Beileid aussprechen, wenn ich es Nicht für vernünftiger hielte, vorsichtig zu sein und kein unnötiges Aupehen zu erregen. Daher entferne ich mich und durchquere die mir wohlvertraute „Heide" langsam weiter.
Nachdem ich die „Budenstadt" hinter mir habe, lerne ich auch begreifen, warum der Werber solchen Schiffbruch h « 5 ß- a f • ollen Abhängen, auf allen Wiesen wimmelt es von Parlern Auf der Heide gibt es keine Laternen. Und wenn es welche gäbe, so wären sie jetzt wegen der Zeppeline verhängt. Daher halt man alles für gestattet. England is a tunlich. Und der Engländer bricht nur dann in mora- Mche Entrüstung aus, wenn es sich um anderer Sünden * ‘ ^lus den Büschen, aus den hohen Gräsern, aus den fchwarzen Schatten der Bäume hervor raunt und kichert es. Und vielleicht hundert Schritt davon redet sich der Werber o^Lunge aus dem Leib Es ist, als hätte sich die ganze „Heide vor blinder Leidewchaft entzündet, die ^ute nichts von der Gefahr des Morgens wissen mag!
Gedanken schießen mir gleichzeitig durch den Kopf, ^a freilich, das ist der von allen wohlmeinenden Lon- donern gefürchtete Bankfeiertag, dem alljährlich ein großer
Bevölkerungszuwachs zu danken ist. Ich erinnere mich an die Erzählung einer ^ondoner Freundin: die seelengute Person stand an der Spitze eines Vereins, der es sich zum Ziel gesteckt, arme Londoner Mädchen, besonders solche, die der dienenden Klasie angehörten, an Bankfeiertagen auszuführen P' * 15 auc 6 äst überwachen. Einmal hatte sie den unseligen Einfall, mit einer lolchen Schar nach der Hampstead-Heide zu pilgern. Da riß sich ein nach Leben dürstendes Mädel von ihr los und üef davon und ward nicht mehr gesehen. Die "orrgen folgten dem Beispiel, stürmten ebenfalls von dannen und ließen sich me wieder blicken . . . Ich muß daran denken, L^Poch vor und während des Krieges zahllose Leute an die Blatter über den öffentlichen Abend- und Nachtskandal auf der Hampstead-Heide geschrieben haben. Ich muß daran denken, wie sich allabendlich und allnächtlich um die Ausbildungslager der englischen Rekruten ein Kordon von Suffragetten aufpflanzt, die alle die Scharen von jungen, oft ganz unichuldigen Mädchen abfangen, die Miene machen, sich den lungen Khaflhelden in die Arme zu werfen ...
^ch bin auf der andern Seite der „Heide" angelangt. La mache ich lehrt und schreite vorsichtig wieder dem Aus- äU ‘. Stockfinster ist's geworden. „Geben Sie a r. ~ m ?.r jemand aus der Finsternis entgegen, „die Schützengraben sind ganz nah! Ich wäre fast hinein- geplumpst, wenn nicht gerade der Vollmond aufgegangen wäre." **
k tatsächlich steigt eine verhüllte Scheibe langsam über den Baumen hervor und taucht die nächste Umgebung in ein verschleiertes, geheimnisvolles Licht. Das Licht durchstrahlt nach und nach die Hitzenebel und fällt quer über die ,,L>cqutzengraben^ hin, aus denen die Germans bei einem Kngrisf Londons zusammengeschossen werden sollen . .
besonderen Charakter. „Verlobung, Trmmnq imd Vermählung sind Mit allerhand uralten feierlichen Borsäiristen inrrrankt, die'aufs genaueste Mich l-eute noch ei-ngehalten werden. Im Hochzeits- zuge, bei dem die Krone der Braut von einer ihrer Freundinnen gehauen wird, tanzen drei junge Madck>en. Tod und Begräbnis und glnchfalls von allerhano feierlicheni Gepränge begleitet, und k 311 ® lItörucf die „Zaduschniza", die Totenmesse auf
den ?nnedhosen, vre viermal im Jahre begarrgen ivnch. Malerisch npv farbenfroh sehen die Mädck>en und Frmien aus. wenn sie ihre Gewänder sowie den häufig altercrbten Gold- und Silbers lchmiick angelegt haben. Aufs wärmste ist cs auzuerkennen, daß i me oben erwähnte Akademie für bildeirde Künste in Sofia ihren Schülern uw) Schülerinnen das Studium jener volktztümlichen ^rtten und Gebrauche vorschreibt und daß die mit der Akadeinie ^PP^^./Kuiistlnwerbesckiule auf das hingehendste die ckiarakte- ristqchen alten Ueberreste bulgarischen Kunstgewerbes pflegt und oPP? sihr merkbar^ Einfluß ausgeübt hat auf die betrcsfendeir .henn^ischm Industrie, nameutlich jene der Keramik v 2m^ge Meister lehrten und lehren an jener deren erster Direktvr Johanii Mickvicka ivar, der, boAmscher Erde gestanden uiid er seine künstlerische Ausbildung m Prag und München erhalten ^t, als ^bpb?^Vtsachüchsten Vertreter der bulgarischen Kunst bezeichnet werden darf. Neben ihm sind sein Lmidsnmnu Jaroslaw Mlttvff, der Landsck-after, und, als Jüngster
kn<es erbeseneii Kreises. Nicola Michaüow "
, .. Musen ms krieg. Wilhelm v Bodes feiner-
N^vrcl besprochene Verösfentlichuirg über den von der Wiener Äkadenne neuerworbenen Tizian, die vmi einem scharfen An- Zweckmäßigkeit und SächkenMnis der Leitung der ^;leitet war, hat den Anstoß zi> einem ganzen Wiener Museumskriege gegeben. Gegen Bodes Darftellimq hcwlm die die Gemaldesaimnlung verwaltmden .Künstler Protest erhoben, daran schloß sich ein Protest des akademischen Prvsestoren- S s an u ^.P er puderen Sei^e ist dann Gustav Glück, der
Gmraldegalene des Wiener chofmuseums, in die schranken lletireten und hat die Bodesch' Bemerkung, daß die tÄP -7 .^dmne die schlechtest verwaltete sei, etwas aussülyr- licher Hermesen. Ties hat dann wieder eine Kundgebung der
2Lns Hessen.
Der Erwerb der Solms-Braunfelsschen Braunkohlengruben in der Wetterau.
Die Großh. Regierung hat der Zweiten Kammer folgende Vorlage zugeherr laffeii:
o 3^$ die Vorlage oom 20. Juni 1914 hatte die Negierung dm Landftauden vvrgeschlagen, dem Erwerb der Fürstlich Solms- Braunselsschcn Braunkohlengruben in der Wetterau zuznstrmmen Wie dort ausgeführt wurde, l>ande!t es sich dabei um die fürst- Oer Wölfersheim (etwa 350 ha), Weckes heim (etwa 368 ha), Wtlhelmshosswmig (etwa 862 ha), Barbara (etwa 7 ha), Brrrlar (etwa 119 ha) und Hungen (etwa 195 ha), zusmmnrn auf ^ Braunkohlen in der Ausdehnung von rund v Darauf werden zurzeit in 2 Bergwerken (Wörfersheim und Weckes heim) Braunkohlen gQvvnnen und zu Nastpresäterneu verarbeitet, ^as Grubenfeld und Bergwerk Wolfersheim stößt unmittelbar an das staatliche Grubenfeld an und wäre mithin bei Ankauf m enge Verbindung zu bringen mit dem staatli^n Bergwerk Ludwrgshofsnung, das ebenfalls Naßpreßsteine herstellt und das Kraftwerk für die Provinz Oberhessen mit fliohbraunÄhlen: als Brennmaterial versieht. Die dem fürsllichen Grubenbetrieb dimenden Fabrik-, Gruben- und Verwaltungsgebäude, Betriebs- anlagen, Vorrichtungen, Grundstücke (rund 98 Morgen) und Reckte werden witüb ereignet. Ter Preis von 360 000 Mt. wurde, wie früher schoii mitgeterlt, auf Grurid verschiedener Sachverständigengutachten nach der vorhandener: Kohle?:n:enge vereinbart. Er ist zum großen Teil durch den Wert der mitübereigneten Jmmdbllien, insbesondere der Grunditücke und Betriebsanlagen, gedeckt und wurde :n den früheren Verhandlhngen von den Landständen bereits äls angemessen und nicht ungünstig für den Staat an- erkarrnt. ^ies um so mehr, als rmr der Betrag von 290 000 Mk be: der Uebcrgabe zu zahlen ist, der Rest aber als Jahres- tckgungen rn 30 Jahren ntit jährlich 6050 Mk. verzinst und abgetragen werden soll.
Als unbedingte Notwendigkeit für den Staat oP- •■ e ^L ® x ^ e r 9 . Gruben nicht bezeichnet werden. ,Die Landstlmde waren mit der Regierung jedoch darin einig, daß es zweckmäßig und erwünscht ist, den Braunkohlenbesitz in der Nähe des jtaatlichen Kraftwerks LudrvigsHoffnung möglichst in der Hand des Staates zu vereinigen. Tie Stände haben daher grundsätzlich dem Erwerb zugestimmt, die Vorlage aber zunächst an die Regie- rung zuruckverwiesen, weil man noch verschiedene Punkte geklärt und über s:e werter verhandelt wisse:: wollte, o ui standen z:mäch>t Zweifel, ob bei einer laudständischcn Busttmmw:? auch diejenige der Agnaten gesichert sei. Ties ist nach den Mitteilungen der fürstlichen Verwaltung der Fall.
^ p schim es bedenklich, das staallick-e illiternebmeu,
das nach dem Bwl des Kraftwerkes selbst noch in der Eiitwickclung begriffen ist, mrt emer neiren Last von jährlich etwa 13 500 Mk. aus dem Erwerb der fürstlichen Grubeiifelder zu beschioeren, ehe sicher steht, ob und wann dre uerren Felder überhaupt zu oerwenden
^ Wiens gegen dre Kunsthistoriker im allgemeinen v*- U n • ^ a7TT ^ 1 ^ denn die alte Streitfrfrage aufgervllt^ f/J, bre Lertilng von Kunstsammlungen Künstler oder Kunst- yljwrrker berufen seren, soviel kann nun aber bereits jetzt als ausgemacht be^rchnet werden, daß die Verrvattung der Galerie Dkapenrre länglich, daß die Geuräldesammlung schlecht aufgestelll und schlecht geordnet ist. Der Wiener Kunst- hiftoriker Hans T:e^ wesst nun aber in der „.Kunstchronik" des tmneren darauf lun, daß dre Airklagiw. die gegen die Verwaltung der Sammlung zu erlubcn smd sich nicht allein auf die Gemälde- A^^E^rMiken. Auch die Skulvturenwmmlnng ist nach ihm ^ besserer Ordiiung; Gipsabgüsse und Originalarbeiten — beldewchtim best«: ZnstaNd — stellen bunt durck»einander, und der beste ^l dlestu SMNnrluu^ die Aufnahmestücke der Akademiker, me erne ähnlich wichtige Rolle bilden würden toie die
1877 ^versAvundeii! Zwischen 1836
und 1877 märst dieses bcdmierliche Evergius erfolgt sein, über desi en nähere ^Umstande mchts bekannt ist: seit letzterem Jalge md einzelne ^IMe im Handel und in ausländischen Kunstsamm-
Smrze, unvergleichliche Material zur Kenntnis der osterrerchssck^n Plastik, das die Mademie schon aus Pietät treu zu hüt.cn verpflichtet gvvesen wäre, ist für Oesterreich unwiederbringlich verloren. Völlig unwürdig ist auch die Ver- wahrung ber .Handzeichnungen. Zu Hundert«: ungeordnet in eingepfercht, Meisterzeichnungen aller weiten diircbeinander geworfen, empöre:rd siir den Kunsthlstor^r, der rn diesem zum Wust herab gewürdigten Recchtume cMms sucht: denn es handelt sich um eine so ungeheure Blattern, daß die Bibliotheksbeamterr der Madcmie die dem Benulzer die lUnzulänglichkeit per!Aufstellung durcki liebend würdiges Eittgemmkonmrcn weniger merkbw zn machen oenuckren trotz eifriger ^Bcnn'iHungen in den letzten Jahren nickst imstande' ^ PÄndlrche Mwidlung und eme anständige Ordnung zu Es steht zu hoffen, daß dreier jüngste Wiener Niuseiims- trieg schließlich zu nner gründlichen Reform der bisher am meisten vernachlalsigten^und' twch k^m-Zvegs^ wertlosesten ^stsanmilung der osterrerchrschen Kasserjtadt führen wird.


