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5.1.1916 Zweites Blatt
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Nr. 3 Zweiter Blatt

Erscheint ikgllch mit Ausnahme des Sonntags.

DieEietzener Kamilienblatter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Nreirblatt für den Nreis Gießen" zweimal wüchenttich. Die ..Landwirtschaftlichen Sett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

l66. Jahrgang

reyener Anzelßer

General-Anzeiger für Gberhessen

rmttwoch. 5. IMvar Wb

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheq Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriitleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle:uVerlag:^^51,Schrift« leitung: «--^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Die Gewerkschaften im Nriege.

Die Kriegstätigkeit der Gewerkschaften ist schon durch die Regrerung anerkannt worden. DerRückblick auf das Jahr " den dasKorrespondenzblatt der Gewerkschaften Deutschlands in seiner ersten Nummer des neuen Jahres

.W?*/ l e fy' ba 6 gewerkschaftlichen Organisationen nicht gerastet haben. Er sagt:

t 2** Aschen Gewerkschaften haben sich seit dem Kriegsaus oruch als Volksorganpationen größter Verbreitung und im beson­deren sich als die wirtschaftliche Vertretung der Arbeiterklasse in Dienst der inneren Kriegsfürsorge gestellt und nach besten Kräften, ohne ihre eigenen Mittel zu schonen, an der Lösung der sozialen Aufgaben mit gearbeitet. Sie taten es mcht aus Furcht oder Berechnung, sondern aus eigenstem Antriebe. Sre konnten nur dringend wünschen, daß Deutschland aus dem ihni <rugezwungenen Kriege siegreich und ohne Einbuße an Land irnd ^olk hervorgehe, und mcht fremde Mächte den Frieden diktieren. Sw sazacherten auch nicht mit Patriotismus, sorrdern erfüllten ein- chch llwe PflE. Diese Haltung haben sie sich auch im weiteren Verlauf des Krieges bewahrt, und sie wurden darin bestärkt durch Erfolge, die das einige Deutschland auf den Schlachtfeldern im Osten, Westen und Süden errang, und die die Unverletzlichkeit der deutschen Grenzen verbürgen. Der innere »? n *?. ^ >a ^ eT ^uch heute nvch> für sie eine Selbstver­ständlichkeit über die nicht z>u streiten ist. Ob die maßgebenden Kreye des, Unternehmertunis sich zur gleichen Höhe des Verständ­nisses nationaler Notwendigkeiten aufgeschwungen haben oder ob sie es daran fehlen lassen, ist ihnen Umso gleichgültiger, als ihre HalUrng ia nicht von Rücksichten auf das Unternehmertum ge- leitet ist. Wo dre Arbeitgeber sich rückhaltlos von gemeinnützigen Interessen leiten ließen, haben es auch die Gewerkschaften nicht an Entgegenkommen fehlen lassen. Vor allem ist das Verhältnis der verschiedenen G e w er kscha fts r i chtU n g e n un­tereinander während des Krieges ein besseres gcwor- den, und es ist zu. hoffen, daß ein gemeinsam^ Arbeiteri und Kämpfen im Interesse der gesamten Arbeiterklasse auch nach dem Knege möglich! fern wird."

. Der Bericht beschäftigt sich dann mit den Vorgängen rm Reichstag und sagt darüber: *

,Welcher Art die Folgen dieser Absonderung auch sem mögen,,sw fallen auf ihre Urheber zurück, und Man wird die letzteren dafür gebührend zur Rechenschaft ziehen. Noch halten wir . Arbeiterbewegung für gesund genug, um den wahnwitzigen An- griff aus ihre stolze Einheit zurückzuweisen. Sollte sie sich ohn- Machttg erweisen, imnn wären die jahrzehntelangen Kämpfe um die Große der ^deutschen.Sozialdemokratie umsonst gewesen'! Die Gewerkschaften werden, unbeirrt von der Haltung der Gruppe für die wirklichen Interessen der duitschen Arbeiter eintreterr, wie dies während des bisherigen.' §Z^erlauA geschah. Sie werden, emaedenk ihrer Vergangen- h.it, auch Nicht em J 0 ta> von den Grundsätzen der Arbeiterbewegung mifgeben, ,mrdem rm ©raffte ihrer Geschichte und Kämpfe trete Rnrfen m der Erfullun« ihr« Aufgaben und Ziele. Der kennt Nns «e Gew erkschaften nnht, d« tum ihnen glauben kenn, sie tvüx* den MMmial^paal ober harnwlliediifelig werden. Zu beideni haben sie täuscht sich erst recht in ihnen, d«

,re tn im n»fen_ Sebcngfrogtat der Arbeiterklasse beiseite zu ^ SetKrit sind langst vvrüÄer, in denen die Partei

^"^ert der Partei

*T SS . ^ arerffchaften <ntund dshese dürsten E gem%t sein <Wf erworbene Rechte Irachterhnnd W verzichten "

. e f t§ fÖrer Legien hatte den ersten An-

be ? i '§J t an ^ 9 , ÖU§ ber sozialdemokratischen b I e ^ r Bericht zeigt erneut, wie g^gttiübersteht ^Erkschastsleitung der Liebknecht-Gruppe

A«, Stadt und Land.

Gießen, 5. Januar 1916.

^ m Die heiligen drei Könige. (Zum 6. Januar,)

Im Matthaus-Evangelium (2, 112) wird uns die Geschichte der Weisen aus dem Morgenlande erzählt, die nach Bethlehmr ge-

Rriegsentschädlgllttgsphantafien eines französischen Aunstgelehrten.

Zu den Mitteln, die die Fiauzosen gebrauchten, um die Strm- tMUng der neutralen Welt gegen uns zu erregen, gehörte auch die Verleumdung, daß die Deutschen die Absicht hätten, unter der Fuhming Wilhelm v. Bodes in den eroberten Ländern, vor allem m Belgien und Frankreich, einen planmäßigen Raubzng an Kunstwerken zu unternehmen. Nun kommt der Pferdefuß heraus' !ü^^^^c^^Ech.land niemand gedacht hat, das verlangt jetzt der wissenschaftlich nicht unbekannte Pariser Kunstforscher Auguste Margurltter und zwar mit einer Schamlosigkeit des Raubsinns, SK,fr® ^ dew Gckbsite des Kunstraubes bisher nur von zwei Völkern der Weltgeschichte bekundet worden ist: den Römern und den Franzosen. Im Mercnre de France" verlangt Marqulllier Nrcht weniger, als die systemattsche Ausplünderung sämtlicher deutschen ^und österreichisch-ungarische Museen, wenn erst ein- Uml der Sreg erfochten sei. Taft die im Berliner Zeughause, im Münchener iArsenal, in den verschiedenen Armeemuseen und Gar- ^s . deutschen Reiches verstreuten Siegestrophäen

dem siebenfahrigeii Kriege, aus den Freiheitskriegen, ans Dem siebziger Kriege zurückzufordern sind, versteht sich von selbst- fest stcht Ls von vornherein, daß die seinerzleit aus dem brennenden Schloß von Sit. Cloud geretteten uird heute im Berliner Hohenzollernmuseum aufbewahrten Gegenstände anFrank- reich wieder zurückzugelangen haben. Das sind aber alles nur Kleinigkeiten: die Hauptarbeit der zur Beraubung Deutschlands «inzusetzeuden Komnttssion wird sich auf die Plünderung der deutsä-en und besonders der Berliner Kunstsammlungen richten Von vornherein wäre als Grwidsatz, aufzustellen, daß, des Schick­sals von Berlin ungeachtet, alle in den dortigen Museen ansgehäuf- ten SamnftungeN, mit denen es sich brüstet, unter den ver­bündeten Nationen verteilt ,verden müßten und zwar würde jede Natron die Werke ihrer Künstler erhalten (Rußland würde dabei zimtttch schlecht wegkommen!). Preußen dürften nur seine eigenen Schöpfungen, sein Märkisches und sein Hohenzollernmuseum ver- blelben. Nach Marqmlliers Plan würden zunächst die kaiser­lichen Kunstsammlungen, mag es sich um' Gemälde, Skulpturen oder Ailsstatttingsgegenftände handeln, darmr glauben müssen: iH:ankreich würde ihnen 13 Watteaus, 37 Paters, 26 Lancrets zahlreiche Pesnes, Chardins, Cohpels, Houdons usw.entnehmeri"! ..die, wenn Tinge Gefühl besitzen, unter ihrer langen Verban- UMg iM Lande der Barbaren ohnehin furchtbare Leiden aus- Manden haben müssen." Das Kaiser-Friedrich-Mus«rm hat omion Marmions !Ulbatblatt vomLeben St. Berlins" herzu- geven, das Rubens^ Mit Tukateir auswiegen ivollte und Deutsch- larid voni Fürsten Wied verbrecherischerweise in dem Augenblick envorben hat, als Frankreich daran dachte, es für seine Samm­lungen anzukaufen. Natürlich hat es seine Poussins, seine Pes­nes, seine Le Bruns, seine Mignards vom letzteren Meister vor allem das Bildnis der schönen Maria Mmcini, an den ,,Sieger" Lustzuliefern. Aiehnlich wird es München gebeil. das insbesondere Clouets Bildnis der Claudia von Frankreich,

fommcn waren Um den neugeborenen König der Juden anzubeten. Tw Dreizahl der Gaben, die sie dem Jesuskinde brachten: Gold, Wmhrauch und Myrrhen, mag wohl dahin geführt haben, die ZZl der Spender auf drm sestzusetzen. Die drei Weisen erhielten spater dre Namni Mspar (persisch <M>atzträger), Melchior (König .- UTl ^ ) - Balthasar (Gottesschütz). Zum Beweis dafür, daß die Werjen Komge waren, konnte man sich auf zwei Psalm- stellen berufen, die man hieraus bezogen hat. Im Psalm 72, 10 F- iDre Könige aus Tharses werden Geschenke bringen, dre Komge mrs Arabien und Saba werden Gaben zuführen," und rm Psalm 68,30:Um Dernes Tempels willen zu Jerusalem wer- den Drr dre Kömge Geschenke zuführen." Die Legende ließ die heiligen drei Kömge nach ihrem Tode in einern gemeinsamen Grabe bestatten; ihre Gebeine kamen dann aus Asien nach Kon- und von dort nach Mailand und schließlich nach Köln. Nacktem Kaiser Frredrrch Barbarossa die Stadt Mailand rm Jahre 1162 erobert und zerstört hatte, beschloß er, die dort aufbewahrten Reliquien der heiligen drei Könige nach Deutsch- land zu schaffen Im Heere des Kaisers befanden sich viele Kirchcn- sirriten, dre Verlangen nach dem Besitz der Gebeine der heiligen drei Kömge trugen Namentlich war es der Kanzler des Kaisers, der Kollier Erzbischof Rernhold von Dassel, der sich die Reliquien er- bat und der Kaiser konnte die Bitte dieses einflußreichen Kirchen- sicrsten mcht Eehnen. Am 11. Juni 1164 wurde die Reise nach ?! n frfe' Te r l l Nachforschungen zu entgehen,

stellte sich der Erzbischof von Daßel so, als ob er die Leichen dreier ZU der Pest verstorbenen Verwandten nach Deutschland befördere. A.m 26 . Juli 1164 gelangte man zu Sckiiff in Köln an, wo die äreliquitm Mit ungeheuerem Jubel in Empfang genommen wurden. Aus ganz Eiwopa strömten die Völker zur Verehrung der Reliquien herbei und Köln wurde in der ganzen Christenheit berühmt als die Stadt der heftigen drei Könige, denen man im Dom eine würdige Grabstätte errichtete. Der Schrein, in dem die Ge­beine aufbewahrt werden, ist als der kostbarste der Welt anzu- jprechen. Gegen Ende des 5. Jahrhmiderts befanden sich die Ge- beine in Konstanttnopel, wo sie, in Bleisärgcn geborgen, in der Hagia Sophia ruhten. Für die Geschichte der heftigen drei Könige von Bedeutung ist ein Pfeilerrelief in der Mailänder Basilika, L^.AKert aus dem 9. Jahrhuudert, die den Beweis liefert >ur die Verehrung, die damals den heftigen drei Königen in ihrem Grabe erwiesen wurde. Jni Kölner Tom befindet sich bekanntlich auch das berühmte Gemälde von Stephau Lochner, das die Aübetung der heiligen drei Könige darstelll. Das Kölner ^tadtwappen weist drei Köuigskrvnen und elf Flammen­zungen auf. Tie Flammenzungen deuten auf die 11 000 heiligen ^nmgsrauen hin, deren Grab sich ebenfalls in Köln befinden sott, !und die drei Königskronen im Stadtwappen von Köln auf die heftigen drei Könige, die in Köln ihre letzte Ruhestätte gesunden haben.

*

** Auszeichnung. Dem Musketier Ludwig W o e l k e aus Gießen, rm Jnsant.-Regt. 224, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

** Stadttheater. Aus dem Stadttheater-Biweau wird uns geschrieben: Die nächste Freitag - Abonnement ° Vorstellung

?rmgt das liebenswürdige und humorvolle LustspielDie Grvß- tadtlustt, das bei seiner Aufführung inr Dienstags-Abonnement der Preffe und Publikum eiiien vollen Erfolg errang und die größte Heiterkeit auslöste. Die Hauptrollen befinden sich in Härrden der Damen Rubens, Burghoff und Jüngling und der Herren Goll, Helmuth, Sternhoser, Dworkowski, Eugens und Theiling.

** ßalet ei nfammlung durch die Post. Es ist nvch nicht genügend bekannt, daß die Post abzusendende Pa­kete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur 2m offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten:Paket abzuholen bei (Name und Wohnung) unfrankiert in den nächsten Brieflasten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben. Auch kann die Bestellung auf Abholung von Paketen dem Postamt durch Fernsprecher mitgeteilt werden. Hierauf wird die Sendung * nächsten Paketbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pf. vom Hause des Absenders abgeholt. Das Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung steht.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 5. Jan. In den Monaten August bis Dezember 1915 hat der K o m m u n a l v e r b a n d Büdingen mit dem Händlerverein des Kreises aus dem Kreisbereich insgesamt 155 260 Zentner Weizen und 23 050 Zentner Roggen ausgekaust. Bon dieser Summe verblieben für den Verbrauch des Komnumal- verbandeS 23 990 Zentner, während 154 320 Zentner an dw Reichs- getreidestelle abgeführt wurden. Der Gesamtwert des umgesetzten Getreides betrug 2 360 000 Mk. ^

o, ^^.brkenfritz, 5. Jan. Der einzige Sohn des Landwirts August Schnur, Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 222 , wird seit dem 14. Marz 1915 vermißt.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 4. Jan. Trotz der reichen Kartoffel­ernte in der Wetterau stellte das Kreisamt fest, daß in 17 Ge­meinden rein bäuerlichen Charakters noch 3328 Zentner Kartoffeln zur Deckpnq deS Bedarfs erforderlich sind, die aber in den be­treffenden Orten selbst beschafft werden können. Für acht weitere Orte, darunter die Städte des Kreises, find noch 13 758 Zentner Kartoffeln notig, und zwar u. a. für Bad-Nauheim 9091 Ztr. Vilbel 2000 Ztr., Ober-Roßbach 750 Ztr., Butzbach 550 Zentner! Hierzu kommt noch der zu deckende Bedarf des Kreises Offenbach Ztr., wovon im Kreise Friedberg \ dieser Summe mit 48 000 Ztr. sicherzustellen sind. Zur Beschaffung dieser Gesamt­summe von rund 70000 Zerrtnern im Kreisbereiche wurden die Bürgermeister mit der sofortigen Feststellung der Vorräte beauf. tragt. Falls die Summe nicht erreicht wird, soll das Enteignungs- verfahren emgeleftet und gegebenenfalls ein Ausfuhrverbot erlassen werden. Das Ergebnis der Feststellungen muß bis Montaa kommender Woche dem Kreisamt-vorgelegt werden.

Kreis Wetzlar. , #

ra. Aus btm Kreise Wetzlar, 5. Jan. Der Wald bietet im Winter, vor allem in dieser Krieqszeit, dem Bauern im umfangreichen Maße Arbeitsgelegenheit. Sehr günstig steht es ? lc J ÜV Metzlar, denn 41,6 Prozent seines Gesamtgebiets sind Waldflache. Die Waldbestände einiger Gemeinden mögen hier nach ihrer Größe folgen: Dutenhofen 23 Hektar, Kinzenbach 41 Hektar, Vetzberg 56 Hektar, Launsbach 68 Hektar, Odenhauseli 114 Hektar, Salzböden 153 Hektar, Krofdorf 406 Hektar und Wißmar sogar 690 Hektar.

ra. Groß-Rechtenbach, 5. Jan. Die hiesige Jagd- Nutzung (630 Hektar) ergibt für die Gemeindekaffe eine Einnahme von 1235 Mk. im Jahr.

vermischtes.

* NeujaHrAgruß eines schweizerischen Grenz­soldaten Den tapferen Schweizer Soldaten, die die Grenzen ihres Vaterlandes^ Mgen fremde Eingriffe schützen müssen und monatelang bis zur nächsten Ablösung im Jura oder auf dem Gotthard, rm Engadin oder am Genfer See Wache halten müssen, wird diese Probe an Au-sdaner und Geduld gelegentlich sehr hart. Einigen hftft der Humvr über das ernst-einförmige Dasein hin­weg,. wie auch dein Berfaffer folgenden Glückwmchhpoems zum Neuiahrssest, das' uns ein Züricher Mitarbeiter n fftte isi:' Grenzwachtdienst, selten daheim.

Ist Parole jahraus, jahrein,

Schars geladen neutral frleiffex Gamhre schultern, znm ZeitvertEN.

Daktschrrtt kloppen, defilieren.

Schildwoch stehen und präftntLren.

Große Zeiten, ernste Lage,

80 CIS. Sold pro Tage.

Zu Hanse harret hbhe Steuer,

Kleiner Lohn und alles teuer.

Darum gratulier ich Dir Diesmal nur auf Packpapier.

^ ?"on. 5 000 Kompassen. Der fefaimte

Dresdener Großindustrielle Herr Komnrerzienrat Zietz, der, ime erinnerlich, vor einiger Zell unter anderem einen 8 Toppelwagen unffassenden Eisenbahnzng warme Militärnnterjacken stiftete, hat seine vaterländische Gesinnung aufs neue zunc «Ausdruck gebracht, indem er für Heereszwecke 5000 Stück Kompasse mit in der Dunkel­heit leuchtender Nordnadel spendete. Diese werden unseren Kämpfern hauptsächlich beim Erkundigungsdienst wertvoll sein.

CharduARübchenschaberin" und Bouchers junges Mädchen auf einem Sofa liegend" abtreten nmß. Dresden wird nach Mar- Miltters Ansicht milder zu behandeln sein, einntal, weil sich die ^oachsm weniger unmenschich benommen haben, als die Preußen und Bayern (!) und> dann, weil Man doch einige sianzösische Minmverke im Lande der Barbaren zurücklassen muß, um die kunjtierische Ueberlegenheit Frankreichs" recht eindringlich vor Augen zu führen; es^ behält also seine Poussins, seine Claude Lorrams und den größten Teil seiner sianzösischen Sammlung, um nur das Elouet zugeschriebeNe MldNis der Herzogin von Etampes und Largillieres Bildnis des Herzogs de la Roche­foucauld auszuliefern. Kassel, Braunschweig, Schwerin und Wien werden selbstder,ländlich in ähnlicher Weise zur Ergänzung der herangezogen; Wien verliert Clouets Bildnis Karls IX., Callots ,Zahrmarkt von Beacaire" iind DavidsBona- parte überschreitet den St. Bernhard". Damit ist Marqulllier aber noch nicht zu Ende! Er hat Sinn für die Ordnung und so macht er den liebenswürdigen Vorschlag, alle Gegenstücke zu Bil­dern, die sich in belgischem -oder französischem Besitz befinden, soweit ie trt Deutschland oder Oesterreich-Ungarn hängen, a,i die ent­sprechenden Sammlungen in Belgien und Frankreich abzugeben ^.^rber Mtar kommt auf diese Weise nach Gent, Memlings Bftdnrs ern^ Mannes" erhäll der Louvre, der 1909 das dazu- gehongeBftdnis einer alten Frau" erworben hat. Oesterreich .f 1 BHten dre Gemälde ab, die Rubens für die Antwerpener hat Frankfurt gibt die Altarblätter des Meisters von Flekmalle/ zurück. Wien verliert das berühmte

weil es für Franz I. angefertigt H dmlrnh^ dre Ldda v'oN Corregglv Herzug chchi, well sie ernmal dem Regenten Philipp von Orleans gehörte, und die dmtsche Regierung hat dre deutsche Botschaft in Paris, die bekannt- N «ls ehemaliges Palais Eugen Beauharnais' zu bcn schönsten des Eerr Kaiserreichs gehört, zur Errichtung eims na- polEischen Museums abzutreten. 2Wer selbst damit ist Mar- qnillrers Pvogrmnm noch nicht zu Ende: es^ besitzt noch einm d.Een ^ft, und dresm dritte Teil verfolgt den menschenfreund-

lückenhaften Sammlungen deutscher R-^^chkoftenlos auszugestalten. Selbstverständlich werden auch hrm wieder an das Kaffer-Friedrich-MuseuM die stärksten Ansprüche gestellt, Marquftlier nimmt ihin die schönsten Schongauers, die besten Dürers und Crcmachs' Rembrandts f^ n 3wi b S l^ldhetm^, BerMeersDame mit der Perlen- Konzertt,em oder zwei Menzels" wandern nach Parrs: dre pergamenischen Funde, der Adorant, ergänzen dft Sendung Kassel gibt den größten Teil seiner prächttgen Holländer an die sianzösische Regierung ab: Karlsriihe hat Grüne,valds Kreuzigung herMgeben, München DürersVier Apostel" und

Ä&Ä s°wi°Atichrel Ochers JSfÄJTm Säte

q! Stuttgart, Frankfurt, Darmstadt

Druden, Budapest - sie alle sind an der Kriegs- entschadigung zu beteiligen. Und da zweifelt nmu poch daran, daß dre Entente für dre Rettung der Kultur kämpft?. ü

E. D. A. Ho ffMauns erste Oper. Ueber die bisher völlig unbekannte erste Oper E. Tl !M. Hosimanns, die den fri'itzesten Versuch des großen Dichters auf dem von ihm später mit Erfolg gepflegten GÄnete der OpernkoMposition darstellt, macht der ver­dienstvolle Äoffmann-Forscher, Hans v. Müller, im neuesten r- Deutschen Rundschau nähere Mitteilungen. Während fernes Anfenthaltejs in Glogcm bei seinem Onkel Johann Ludwig Toerffer war er nrft dem Musiker Johann Sanniel Hämpe in näheren Verkehr getreten, und dadurch wilrde sein Interesse für die 9Rusik sehr gesteigert. Aus zufällig erhaltenen Geschäftsbriefen fteltt v. Müller fest, daß Hoffmann damals im März 1779 ein Singspiel in drei AusiügenDie Maske" komponierte, dessen Text und Musik von ihm ^yerrühren. Um sein Werk in die Oeffentlrchkeft zu bringen, wußte vr e§ durchzusetzen, daß die Partttur rm Dezember 1799 der Wnigin Luise vorgelegt wurde; er erhielt fte um die Jahreswende zurück mit einem Begleit schreiben Mit der ^Andeutung, er solle sich weg«n einer Aufsiihrmig an die dafür, zuständige Bchörde, die Tirektton des National- Matms, wenden L>ofsmänn wandte sich nun an den Direktor uur den Text ein und auch diesen in seinem ?^ '^^?^..^Eflript In denr Begleitschreiben an Jff- wnd, das v. Müller zimt erstenMal aus dem Archive der König- lichen Schauspiele veröffentlicht, heißt es:Bor kurzer Zeit er­hielten Jhro Maiestat die regierende Königin die vollständige ^^?ur, und vor wenig Dagen hatten sie die Gnade mich aus- fordern zu lassen, Gv. Wvhlgebohren die Vorstellung des.^nmviels vorzuschlagen. Fern von jedem Eigendünkel, fern ^ ff» wem Merck wage ich daher,Ew. WohlGebvhren vor der Hand bloß zu bitten, den Text durchzusehen und mir dmm ^ 'Men ob nxvm er nut einer guten Musick vereinigt wäre.

^^6si)^l^emer Vorstellung auf dem hiesigen Theater werth ^olltedres der Fäll seyn, so bin ich, da ich das Gewicht meiner Obskurttat m der inusikalischen Welt nur zu sehr suhle, bereft, meine Partitur einer geivissenbaften Beurtbeftun^ Lc.m^rtverfen, und erwmte des'halb nur Ew. WvhlGcbobren Vesehle. ^ Nach einigen Schmeichelworten an den Tireftvr bittet er für sein Werk um Ausmercksamkeit.Ew. WvhlGebohren hoffe ich dann noch zu überzeugen, daß unei'achtet aller Auffordening nur eine gewissenhaffte kritische Vergleichung Nieiner Composition nnt } eY j: Werken großer Meister inich bestimmen konnte, einen Ver- uch mich als Conrponist bekannt zu machen, zu wagen" Bier spater machte Hoffmann seine Staatsprüfung'und wurde als Assessor nach Posen geschickt. Als Jffland ihm dos Manuflrsit zurucksenden wollte, war Hoffmann in Berlin nicht mehr m

in dr-i Men" wurde also einstweilen w,e au» Hoffmianns Brief vermerkt ist.ad acta qelent. da der Versa,ser mckt mcdr m loco * « hat sich dann hoffmann wieder nach dem teicksal seines Singspiels erkundigt und ^ff. rÄti"r^" ^retär an. esaufzusuche,l und höflich zu