Der 5eekrreg.
Das englische Schlachtschiff Edward VH. gefunken.
London, 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche Meldung. §)as Schlachtschiff „Edward VII." ist auf eine Mine gestoßen und wußte wegen hohen Seeganges aufgegeben werden. Es sank bald darauf. Tie Besatzung konnte das Schiff rechtzeitig verlassen. Verluste an Menschenleben sind nicht zu betlagen. Nur zwei Mann sind verletzt.
Notiz: Das Schiff hatte eine Wasserverdrängung von 17 800 Tonnen, lief 1903 vom Stapel und hatte 820 Mann Besatzung. Tie Bestückung bestand aus vier 30,5-Zentimeter-, vier 23,4-, zehn 15,2- 'und je zwölf 7,6- und 4,7-Zentimeter-Geschützen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Au§ dem Reiche.
Der Reichstagsausschutz und die Zensur.
Berlin, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Häupt- etusschnß. des R e i ch s ta g s beriet heute zunächst den fozral- demokratischen Antrag, jden B e l a g e r u n g s z u st a n d wieder aufzuheben und sdic Pressefreiheit wieder herzustellen. In der Besprechung verwies Ministerialdirektor Dr. Lewald aus die früheren Erklärungen des Staatssekretärs des Innern. Die Reichsleitung habe immer auf dem Standpunkt gestanden, daß die Voraussetzung für die Verhängung des Belagerungszustandes dann gelgeben sei, wenn ein Bundesgebiet oder Teile desselben bedroht sind, und daß es nicht der im preußischen Belage- rungszustandgesetze vorgesehenen Voraussetzungen bedürfe. An dieser Auffassung halte die Reichsleitung fest. Für die Anordnungen des Generalkommandos auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand trügen diese selbst gegenüber dem Allerhöchsten Kriegsherrn die Verantwortung, nicht aber der Reichskanzler. Mit der Bildung des Kriegs- presseamts hätten anerkannterweise die Beschwerden über die Handhabung der Zensur ab genommen. Der Regic- rungsvertreter wies weiterhin die Angriffe ^gegen den Erlaß des preußischen Ministeriums des Innern betreffend die Neue Korrespondenz zurück. Es'handle sich darum, auch den kleinen Blättern wahrheitsgetreues amtliches Material zu übermitteln. Das diene dem Volke und dem Kriegszweck. Die Freiheit der Meinungsäußerungen in beruflichen und anderen Fragen solle nicht beschränkt werden.
Be r l i n, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der H aupt- ,ausschuß des Reichstages besprach in seiner heutigen Nachmittagssitzung Zensursragen. Ein n a t i o n a l l i b e - raler Redner kritisierte den Erlaß des preußischen Ministers des Innern, der eine einseitige amtliche Beeinträchtigung der Presse und künftiger Wahlen durch die Regierung bedeute. Der Redner begründete eine Entschließung, wonach unter Einschluß der jetzt geltenden Ausnahmebestimmungen keine Einrichtungen geschaffen werden dürfen, die geeignet sind, auch in Friedenszeiten die Pressefreiheit mrd die Freiheit der öffentlichen Meinung zu beschränken. Weiter verlangt die Entschließung, daß beim Zbriegjspresse- amt und bei allen GeneralL>nnnandos Presseabtei- .lun gen aus Vertretern der Militärbehörde und sachver- stärtdrgen Zivilpersonen gebildet werden, damit hie Härten der Zensur beseitigt oder gemildert werden, schließlich, daß, jedem Zeitungsverbot zunächst eine mit einer Begründung versehene Warnung an den Verlag vorausgehen nruß. Die Abstimmung ist noch nicht erfolgt.
Die Brotverteilung.
Berlin, 10. Jan. (WTB. Amtlich.) Die Be st and s- a ufnahrn e vom 10. September 1915 hat ergeben, daß die Vorräte an Brotgetreide im Deutschen Reich ausreichen, um die Bevölkerung 'und das Heer bis zur nächsten Ernte zu ernähren. Es hat sich aber gezeigt, daß die Maß- nahinen, welche bei Beginn des zweiten Wirtschaftsjahres getroffen wurden, wie die Freigabe von Hinterkorn, Futterschrot, geringere Ausmahlung, Erhöhung der Brotration, bei den Verbrauchern und Landwirten die Auffassung erweckt haben, als wenn unser Vorrat überreichlich und Vorsicht nicht vonnöten wäre. Diese Auffassung ist irrtümlich. Wir müssen auch im zweiten Jahre streng Haushalten, wenn wir nicht nur reichen, sondern auch mit einer hinlänglichen Reserve in das nächste Wirtschaftsjahr hinüb ergehen wollen. Das Kuratorium der Reichsgetreidestelle hat daher beschlossen, unter vorläufiger Aufhebung der freieren Maßnahmen zuden Bestimmungen des Verteilnngs- planes des vorigen Jahres zurückzukehren und die Tages kopfmenge wie im Frühjahr 1915 f e st z u se tz e n. Für die Bedürfnisse der Schwerarbeiter nach stärkeren Brotrationen wird wie bisher ausreichend gesorgt werden.
Die Auseinandersetzungen innerhalb der Sozialdemokratie.
Der „Vorwärts" nimmt zu der Entschließung des Parteiausschlusses sofort das Wort und erklärt:
„Ueber die Frage, ob und durch men die Parteieinheit gefährdet wird, haben wir uns in letzter Zeit mehrfach und ausführlich geäußert. Wir verzichten daher aus eine erneute Widerlegung der in dem „Gutachten" des Parteiausschusses erhobenen Anklagen. Wir möchten nur betonen, daß die Borwürfe, zumal bei der Schärfe ihres Tons, zu einer weiteren Verbitterung der Parteianseinander- setzungen führen müssen. Das „Gutachten" des Parteiausschusses ist geradezu Oel ins Feuer.
Die Mißbilligung des Genossen Haase und der übrigen neunzehn Fraktionsmitglioder, die am 21. Dezember die wohlverstandenen Interessen der Arbeiterschaft und des Sozialismus über die Disziplin der Fraktion stellten, wird nichts den) Ansehen dieser Genossen, sondern nur dem des Parteiausschusses schaden.
Was schließlich das Urteil über den „Vorwärts" aubetrifst, so hat hier der Parteiausschuß seine Befugnisse vollends überschritten. Es ist nicht wahr, daß der „Vorwärts" nicht die Polttik der Partei vertreten hat. Vielmehr hat er stets, soweit ihm das möglich war, im Sinne der auf deutschen Parteitagen und internationalen Kongressen geforderten Politik gewirkt. Er hat es dagegen vom 4. August 1914 an abgclehut, die Haltung der Fraktionsmehrheit zu decken. Llber wer gibt dein Parteiausschuß das Recht, die Politik der Fraktionsmehrheit und die der Partei gleichzusetzen?
Wenn der Parteiausschuß schließlich „feststellt", daß der „Vorwärts" jedes Recht verwirkt habe, als Zentralorgan der Partei zu gelten, so setzt ec sich mit diesem „Gutachten" einfach über das Organisationsstatut hinweg. Nach 8 25 des Statuts wacht über die prinzipielle und taktische Haltung des Zentralorgans die Berliner Preßkommission ^Vertreter der beteiligten Wahlkreise) in Gemeinschaft mit dem Parteivorstand. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Parteivorstand und Preßkomnnssion entscheidet die Kontrollkommission gemeinsam mit den beiden Körperschaften. Irgendeine Verpflichtung, die Politik des Partei- oder gar des Frak- tionsvvrstandes zu vertreten, kennt das Statut selbstverständlich nicht. Noch vor wenigen Jahren hat der Parieivorstand selbst es ausdrücklich zurückgewiesen, daß der „Vorwärts" (ebensowenig wie irgend ein anderes Parteiorgan) verpflichtet sein solle, die Politik des Partei Vorstandes zu vertreten."
Schließlich weist der „Vorwärts" noch darauf hin, daß das Gutachten des Parteiausschusses, soweit es den „Vor
wärts" angeht, wirkungslos bleiben werde. Allein der Parteitag habe entscheidende Beschlüsse zu fassen.
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Stuttgart, 10. Jan. Im Anschluß an einen in der vorigen Woche in der „Kölnischen Zeitung" veröffentlichten Artikel, der Angriffe der „New Yorker Staatszeitung" gegen den Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Stuttgart, Edward H i g g i n s, wegen angeblicher gegen die Neutralität verstoßender deutschfeindlicher Aeußerungen wiedergegeben hat, sind wir zu der Erklärung ermächtigt, daß die Angelegenheit zurzeit in amtliche Behandlung genommen ist.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 11. Januar 1916.
Amgsarbeit in Gießen.
V.
Die Tätigkeit des Aliceschrrl-BereiuS.
Der Plan unserer Feinde, Deutschland nicht allein mit der blanken Waffe zu bekämpfen, sondern es auch durch Aushungerung zum Frieden zu zwingen, machte schon im letzten Winter eine Reihe von Maßnahmen der Reichsregierung nötig, die den Zweck batten, die im Lande vorhandenen Nahrungsmittel, auf die allein wir im wesentlichen angewiesen waren, zu strecken und sie vor Vergeudung zu bewahren. Um die Bevölkerung in ihren breitesten Schichten über die Notwendigkeit dieser Maßnahmen auf z uklären und das Verantwortlichkeitsgefühl jedes Einzelnen zu wecken und ihm seine Pflichten in dem wirtschaftlichen Kampfe, den wir hinter der Front zu führen haben, vor Angen zu halten, lud die preußische Regierung Anfang Februar nach Berlin zu einem Vortragszyklus ein, ber, von hervorragenden Fachleuten veranstaltet, hezweckte, eine größere Anzahl vpn Rednern und Rednerinnen auszubilden für die Propaganda im ganzen Lande. Der Aliceschul -Verein hielt es für seine Pflicht, an dieser Aufklärungstätigkeit mitznwirken und «entsandte deshalb seine Hauswirtschaftslehrerin Fräulein Hof. Die Kosten ihrer Ausbildung zur Wanderrednerin übernahm in zuvorkommender Weise das Rote-Kreuz-Komitee für den Kreis Gießen und die Stadt Gießen.
Es wurden nun zunächst in der Stadt zwei Borträge «über die Volksernährnng im Krieg gehalten, der erste vor den Mitgliedern des Aliccschul-Vereins und den Mitglieder:! des Allgemeinen deutschen Frauenvereins, der zweite in der breiten Oefsentlichkeit in der großen Aula der Universität. Beide waren sehr stark besucht. Es folgten sodann 13 Vorträg e in den Städten und größeren Dörfern des Kreises Gießen und ein Vortrag in der Stadt Alsfeld. Im ganzen nahmen an diesen Vorträgen rund 3000 Personen, meist Frauen und Mädchen, teil. Jeder Vortrag verlies in der Weise, daß der Vorsitzende des Aliceschul-Vereins das einleitende und' das Schlußwort sprach, mährend Fräulein Hof das .Thema besonders vom Hauswirtschristlichen Standpunkt in eingehender Weise behandelte.
Durch unsere Abschließnng von der Einfuhr und die daraus sch ergebende Knappheit mancher Nahrungsmittel ergab sich die Notwendigkeit, die Zusammensetzung vieler unserer Speisen zu ändern und neue Gerichte eiuzuführen. Hier setzte die praktische Tätigkeit der Krieg s k o chknr se ein, von denen in der Aliceschule eine ganze Reihe von je zweitägiger Dauer durch die Hauswirtschaftslehrerinnen der Schule sowie durch die Kreishaltungslehrerin Fräulein Mutschler gehalten wurden, während letztere allein die Kriegskochkurse in einer Anzahl von Orten des Kreises Gießen leitete. Es versteht sich von selbst, daß auch in den regelmäßigen längeren Kochkursen der Schule auf die wirtschaftlichen Kriegsgebote besondere Rücksicht genommen und die .Herstellung von Kriegskochgerichten geübt wurde.
Ein weiteres Feld der Betätigung in unserem wirtschaftlichen Kampf bot sich der Schule, als die längst voraus- gesehene Knappheit und Teuerung des Fleisches eintrat. Es handelte sich jetzt darum, der Bevölkerung die Ueberzengnng beizubringen, daß wir in den Klipp- u:ü> Stockfischen ein Nahrungsmittel besitzen, das einen hohen Nährwert mit dem Vorzug einer gewissen Billigkeit vereinigt und, wenn in passender Weise zubereitet, auch den Anforderungen eines feineren Geschmacks genügt. Der Verein nahm deshalb im Einverständnis mit der städtischen Behörde die Veranstaltung von Schaukochen von Klippfischgerichten in die Hand, bei denen den Teilnehmerinnen Proben der verschiedenen Gerichte teils unentgeltlich teils gegen eine geringe Vergütung verabfolgt wurden. Zugleich wurde in der Herstellung und in der Verwendung der Kochkiste und des Kochbeutels unterwiesen. Die zahlreichen Veranstaltungen dieser Art wurden teils in der Aliceschule, teils in der städtischen Schulküche gehalten und von den Lehrerinnen Fräulein Hof und D ominick, Anthes und Kehr geleitet. Koch dem onstrationen solcher Art sind auchi für Heu kommenden Winter noch in Aussicht genommen.
Dr. Fromme.
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** MNttliche Perso nalnachrichten. Der Groß- h erzog hat am 8. Jan. die von der Stadtvero rdneten versamnr- lung zu Bingen getroffene Wiederwahl des Hch. Karl Fischer und die Wahl des Hch. Wend. So her r zu unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Bingen auf die Dauer von 6 Jahren bestätigt. — Durch Entschließung des Grvßh. Ministeriums des Innen: wurde der Referendar Ferdinand Kuhn zu Mainz zum Regierungsassessor ernannt. — Der Großherzog liat am 8. Januar d. Js. hem Ministerialrat bei dem Ministerium der Finanzen Dr. Hermann Kratz zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm vom Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Roten - Kreuz - Medaille II. Klaffe erteilt. — Der Großherzog hat am 8. Januar 1916 den Obersteuerinspektor des Hauptsteueramts Gießen, Finanzrat Dr. Albrccht Offen- bächer zu Gießen, in gleicher Diensteigen schaff an das Hauptsteueramt Mainz versetzt und dem Finanzamtmann Karl Ha nach zurzeit in Mainz/die Stelle eines Finanzamttnanns bei dem Finanzamt .Mainz I überttagen.
** Die hessische Goldinünzensammelwoche hat mit erfreulichen Ergebnissen eingesetzt. Von der Ortsgruppe Gernsheim wurden bereits 1100 Mk., von Reichenbach 5000 Mk., von Pfungstadt 4885 Mk. abgeliefert. Sehr lebhaft liefern auch die Schulen. Es zeigt sich immer mehr, daß die persönliche Werbearbeit noch großen Erfolg verspricht.
** Landstu rManmeldung. Tie rm Dezember 1898 geborenen Lcmdsturnipslichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 45. Jairuar d. Js., vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2—6 Uhr im Rathaus am Markt zur Landsturmrolle melden. Näheres rm Anzeigenteile.
** St adtthea t e r. Aus dem Theaterbureau toird uns geschrieben: In letzter Stunde sei nochmals auf das heutige Gastspiel des Neuen Theaters in Frankfurt a. W mit Schönherrs „Weibsteufel" hingewiesen.
** Vom Volksbad. Im Gießener Bolksbad wurden im letzten Vierteljahr 23139 Bäder verabreicht (gegen 23317 im gleiche:: Zeitraum des Vorjahres und 31436 im vierten Vierteljahr 1913). Im einzelnen verteilen sich die Bäder wie olgt: Schwimmbäder 8926 (9483 — 15 697), Bolks- bäder ä 10 Pfg. 2457 (2972 — 3134), Wannenbäder 1. Klasse 777 (716 — 997), 2. Klasse 3210 (3005 — 3751),
3. Klasse 1519 (1124), Brausebäder 6016 (5812 — 7270), Dampfbäder 224 (206 — 587). Die Zalften ergeben, daß die Kriegsjahre dem Unternehmen Abbruch getan haben. Schätzungsweise ist die Einnahme in den beiden Jahren 1914 und 1915 gegen das Jahr 1913 um je 5000 Mk. zurückgegangen, doch stehen dem auch Ersparnisse in der Ausgabe gegenüber.
** Die Zahl der Po st sch eck tun den ist im Reichspostgebiet Ende Dezember 1915 auf 111931 gestiegen. (Zugang im Monat Dezember 965.) Aus den Postscheckrechnnngei: wurden im Dezember 1915 gebucht 2 276 Millionen Mark Gutschriften und 2 266 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 2 461 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das GesamtgUtlZaben der Postscheckkunden bettug im Dezember 1915 durchschnittlich 307 Millionen Mark. Im Ueberweisungsverkchr mü dem Aus-^ lande wurden 6,2 Millionen Mark umgesetzt.
Landkreis Gießen.
* Wieseck, 11. Jan. Dem Unteroffizier Hrch. Eckhard, geboren in Wieseck, von der ersten Koinpagnie des 1. Landsturm- Bataillons „Passan", der seit über einem Jahr die Kämpfe in den Vogesen mitgemacht hat, ist, nachdem ihm' .bereits früher das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen wurde, jetzt das bayerische Militär-Berdienstkreuz 3. Klasse mit der Krone verliehen. E. war, als der Krieg ausbrach, in Rumänien tätig, er eilte sofort nach Deutschland und meldete sich als er^ zuerst bayerischen Boden bettat, sofott dort zum Heeresdienst. So erklärt es sich daß den Hesse in das Landsturm-Bataillon Passau eingestellt wurde, mit dem er sofort auf die Vogesenwacht gezogen ist, die er bisher treu und wacker mit gehütet hat.
Kreis Schotten.
u Laubach, 11. Jan. Zum Heeresdienst sind bis jetzt eingezogen etwa 350 Manu, von denen 19 gefallen sind, nämlich: Karl Lauth, K. Wagner, Julius RoWer, S. Bravmann, F. Jochem, die Lehrer Fischer und Weißgerber, Letten- b ouer, W. Alban, M. Juda, Hch. Gräf, Hch Horny, Hrch. Herbner, Karl Kreuder, Anton Christ, Walter Denn, F. Stotz, R. Steller uud Wilhelm Rahn. Verwundet wurden ungefähr 64 Mann. In Gefangenschaft geraten sind: Emil Hohmann und Georg Oßwald in französische, Friedr. Ochler, Johannes Schom- bert, Friedrich Weffel uud Karl Becker in russische. Vermißt sind: Friedrich Becker, L. .Hofmann, K. Löwcr und Josef Aßmann. Das Eiserne Kreuz wurde verliehen den Hauptleuten Goldinann und Tähnel, den Leutnants Rößler, Göbel, Silß und Bahn, den Unterofftzieren mnd Mannschaften: K. Bon-Eiff, W. Lutz, Ph. KrautUmrst, Hermann Thier, Lehrer Fischer, Lettenbauer, Ernst Oswald, Hermann Hertel, Max Rothschild, Hermann Tehus und A. Fischer. Mit der hessischen Tapferkeits-Medaille wurden geschmückt: Leutnant Gerhard, PH. Repp, Fritz Nepp, Gg. Frank, August Von-Eiff und Karl Otto Jäger. Tie beiden Ehrenzeichn ttagen Leutnant R. Jochem, Töll und Nebel, Gefreiter Ernst Günther, Vizefeldwebel Heinr. Schmidt und Oberjäger Karl Lamm. Ter Gefreite Georg Hoftnannn ist mit dem Sanitätskreuz ausgezeichnet worden. Auch Graf Reinhard zu Solms- Laubach zählt zu den Trägern des' Effernen Kreuzes. Drei Inhaber des Eisernen Kreuzes erlitten den Heldentod und zwar die Kriegsfreiwilligen Lehrer Fischer und Lettcmbauer und Leutnant Rößler.
c. Lardenbach, 11. Jan. Heinrich Lang, der schon in Frankreich, Rußland und Serbien gekämpft, wurde auf Weihnachten zum Unteroffizier befördert und erhielt die Hesffsche Tapfer- keitsmedaille. In Frankreich war Lang verwundet worden.
E. Lardenbach. 11. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielt der Rinsketier im Reserve-Jnsanterie-Regimcnt Nr. 223 Otto Kell e r in Galizien von den: Kaiser persönlich überreicht. Kurze Zeit vorher hatte sein Brnder Wilhelm ebenfalls das Eiserne Kreuz erhalten.
-k. Ulfa, 9. Jan. Gestern fand hier in der Kirche die Gedächtnisfeier für Hnr. B asch I., Gefr. im Jns.-Regt. Nr. 14, statt. Die Gemeinde hat in ihm einen wohlgelittenen Einwohner, die Familie, darunter 3 Kinder des Gefallenen, einen braven Familienvater verloren.
Kreis Friedberg.
- Bützbach>, 11. Jan. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr
wurde in einem Teiche in der Nähe des Ostbahnhoses eine männliche Leiche, die mit einer Soldaten: miftwm bekleidet ivar, gefunden. Bei der gerichtlichen Ermittelung wurde festgestellt, daß es der Landsturmmann Konrad Süß, Taglöhner von hier, der im Landwehrersatzbataillon des Jnf.-Regts. Nr. 116 diente, war. Tie Leiche lourde sofort ins Leichenhaus verbracht.
R e i ch e l s h e i m , 11. Jan. Von einer Fliegerbombe tödlich verletzt wurde der Landsturmmann August Harth. Er hinterläßt eine Witwe und sieben Kinder.
Starkenburg und Rheinhessen.
--- Darmstadt, 10. Jan. In der vergangenen Nach! verstarb nach langem Leiden im Alter von 70 Jahren der Vorstand bei Großherzoglich Hessischen Katasteramtes, Geheimer Finanzrat Tr. L. Lauer.
m. Ofsenbach, 11. Jan. Zn einer schweren Bluttat kam es in der Ludwigstraße, Ecke Goethestraße, deren Anlaß eine geringfügige Anrempelei bildete. Der Mechaniker Johannes M eiiue t aus der Ludwigstraße war mit seinem Freunde aus den: Nachhausewege begriffen, als ihm der erheblich vorbestrafte Gürtler Anton U l l r i ch und der Schlosser Theodor G a i l i n g nach dem geringfügigen Streit nachfolgten und ihm kurz vor seiner Wohnung mit einem feststehenden Messer zwei gefährliche Stiche in den Hals beibrachten. Meuner konnte sich noch ins städtische Krankenhaus schleppen, wo sich sein Zustand derrnatzen verschlimmert hat. daß an seinem Aufkommen gezweiielt wird. — Amtsgerichtsrat Schmidt, der am hiesigen Amtsgericht 9 Jahre tätig war, ist mit Wirkuitg vom 1. Februar nach Darmstadt versetzt worden.
ob. B i n g e n, 10. Jan. Der Wasser st and desRheines ist im Steigen. Am Samstag, den 8. Januar, stand das Wasser am hiesigen Pegel ans 2,76 Meter, während der höchste Stand der vergangenen Woche sich am Freitag und Donnerstag mit 2,30 Meter zeigte. Seit Sanrstag hat sich der hiesige Pegel- stand nun aui 2,92 Meter am heutigen Abend erhöht und weiteres Steigen ist in Aussicht, denn auch am Oberrheine steigt der Rhein, wenn die Steigung auch noch nicht außergewöhnlich bedeutend ist. Der Schiffabrtsverkehr erwies sich recht lebhaft, wurde doch der^ günstige Wasserstand nach Möglichkeit ausgenutzt und obwohl die starke Strömung des Rheines ein ivesentliches Hindernis war. Auch die Nahe steht hoch und bringt eine Menge Wasser.
Hessen-Nassau.
§ M a r b u r g , 11. Jan. Während seither in den Wirtschaften tadt und des Kreises der sog. „Schoppen" Bier, der durchschnittlich Vierzehntel, in manchen Wirtschaften auch noch Fünfzehntel saßt, mit 15—13 Pfg. verkauft wurde, kostet dieses Quaiüum Bier jetzt 20 und 21 P^g. Auch das Flaschenbier ist entsprechend teurer geworden.
= Fr an kfurt a. M., 11. Jan. An der Jdsteiner Sttaße warf sich heute vormittag ein junger unbekannter Makin vor den Wiesbadener Eilzng. Er wurde überfahren und auf der Sülle getötet. — Die Stadtverwaltung wird fortan die Frauen in erweitertem Maße zu den städtischen Aeintern heranziehen. Eine entsprechende Vorlage geht der Stadtverordnetenversammlimg demnächst zu.
--- Fulda, 10. Jammr. Mit Zustimmung des Magistrats beschloß der Kirchenvorstand der Stadtkirchc die E i n s ch m e l - zung des Gesamtgeläuts und das^ Metall der Heeresver- rvaltting zur Verfügung zu stellen. Dafür wird die Stadtverwaltung der Kirche ein neues Geläut verschaffen.


