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len lang, lagen darin. Die Importe des hieſigen
Handels bezieht ſich auf nordiſche Produkte, als: Bauholz, Bretter, Latten, Eiſen, Kupfer, Pech, Theer, Thran, Leder ꝛc., auf Kolonial⸗ und Fabrikwaaren; die Exporte beſteht in Getreide, Honig und Wachs.
Die Beduͤrfniſſe des Landes aus der Fremde ſind
um ſo geringer, als ſich der Landmann auf Fuͤnen (wie auf Seeland) ſeine gewoͤhnliche, eine Eigen⸗ thuͤmlichkeit nicht zeigende, Kleidung aus Flachs und Wolle ſelbſt verfertigt, indem er des Webens eben ſo kundig iſt, als der Landmann am Teutoburger
Wald⸗ und Weſer⸗Gebirge. Der kleine Fluß, wel⸗
cher oͤſtlich von der Stadt zum Meere eilt, treibt viele Muͤhlen. Waſſerkraft muß uͤberhaupt den Mehl⸗ bedarf liefern, denn Windmuͤhlen giebt es nur ſehr wenige in Fuͤnen, wie in Seeland. Ich habe an meinem Wege uͤber dieſe Inſeln nur eine einzige wahr⸗ genommen. Odenſee hat zwar ein ſogenanntes koͤnigl.
Palais, es iſt aber unbenutzt, liegt verſteckt in einem
Hofe, und verdient nicht der Erwaͤhnung. Eben ſo wenig zeichnet ſich ein anderes oͤffentliches Gehaͤude oder eine Kirche aus. Deſſen nur moͤchte zu geden⸗
ken ſeyn, daß die Fenſter in angeſehenern Haͤuſern hier, wie in ſchleswigſchen und ſeelaͤndiſchen Staͤdten,
aus norbiſchem Spiegelglaſe beſtehen und ihre Ver⸗
zierung mit Blumen und Vaſen allgemein uͤblich iſt.
Auch ſteht die Odenſeer Handſchuh⸗Manufaktur in Ruf. Volksſprache in Stadt und Land, auf allen


