Jahrgang 
26 (1831)
Einzelbild herunterladen

253

wenig Wieſen, und man behilft ſich faſt ganz mit der Verfuͤtterung des Strohes, welches noch reichlicher als im Lande Hadeln vorhanden iſt, weil man keinen Raps bauet, deſſen ausgedehnte Kultur im letztern die Strohgewinnung verringert.

Auch in Oſtfrieslands Marſchen ſind ſehr viel Ortſchaften, deren Bewohner keine ſtetigen Wieſen oder nach dem daſigen Sprachgebrauche:Meedlande ¹ beſitzen, und die ihren Bedarf an Heu durch ab⸗ wechſelndes Maͤhen des Wechſelgraslandes(ſ.§. 41.) ſich verſchaffen.

Die Mehrzahl der in unſern Marſchen befind⸗ lichen Wieſen liefert vermoͤge der Beſchaffenheit, auch der Lage des Bodens bei weitem nicht das nahrhafte Futter, welches der edle Marſchboden erzeugt. Je⸗ doch hat daſſelbe mehr Nahrungsſtoff, als dasjenige Heu, welches auf anſcheinend gleichmaͤßigem Boden waͤchſt, der aber nicht zur Marſchregion gehoͤrt, da ſich ſonſt bei deſſen Verfuͤtterung das ſchwere Marſch⸗ vieh nicht in dem gedeihlichen Zuſtande erhalten koͤnnte, in welchem es doch gewoͤhnlich iſt. Wer Heu an⸗ kauft, nimmt ſolches auch weit lieber zu hoͤherem Preiſe von dieſen der Marſch angehoͤrenden Wieſen, als von den beſten Wieſen auf Sandboden, ſelbſt wenn dieſe geduͤngt werden. Sehr gewoͤhnlich ſind auf den feuchten Wieſen die Schilf⸗Arten, welche das Vieh ungemein gern genießt, und die demſelben auch Gedeihen geben. Außerdem findet ſich auf den