Jahrgang 
25 (1830)
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Viehzucht. Was in dem vorigen Quartals⸗ berichte, hinſichtlich der Einwirkung des ſchlecht ge⸗ wonnenen Futters und der anomalen Witterung auf, die Geſundheit der Thiere gefuͤrchtet wurde, ſcheint ſich leider immer mehr zu beſtaͤtigen. Bei dem Rind⸗ vieh wuͤthet in mehreren Gegenden die Lungenſeuche ſo gewaltig, daß man hier und da ganze Staͤlle von unausgemaͤſtetem Maſtviehe, und von dem Zuchtvieh alles noch geſunde aus Vorſicht verkauft hat. Fer⸗ ner klagt man an verſchiedenen Orten, daß die Kuͤhe verkalben, und daß man hiervon keinen andern Grund als das ſchlechtgewonnene Futter auffinden koͤnne. Auch in den Schaͤfereien ſoll ſich hier und da ein bedeutender Abgang gezeigt haben, der aber der Na⸗ tur der Sache zufolge, beſonders bei den Laͤmmern, ſich erſt in den kommenden Monaten zeigen wird. Sollte, wie zu vermuthen ſteht, der Winter laͤnger wie gewoͤhnlich anhalten, oder der ſchlechten Witte⸗ rung wegen das Vieh laͤnger als ſonſt in dem Stalle gefuͤttert werden muͤſſen, ſo kann es nicht feh⸗ len, daß an manchen Orten, beſonders ſolchen, wo die ganze Wirthſchaft auf Heuwerbung eingerichtet iſt, Futtermangel und alle die daraus hervorgehenden Unan⸗ nehmlichkeiten entſtehen muͤſſen. Gutes Heu iſt beinahe gar nicht mehr zu bekommen, und wer ſolches beſitzt, haͤlt es ſo hoch im Preiſe, daß die Verfutterung deſ⸗ ſelben wohl ſchwerlich oͤkonomiſch richtig ſeyn wuͤrde.