Jahrgang 
25 (1830)
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Das iſt aber eben unſer Ungluͤck, daß wir zu einer Zeit mit Sachſen und jenen Gegenden das Getreide ernten muͤſſen, waͤhrend wir nicht eine Saatzeit haben. Die Sommerſaat kann nicht ſo fruͤh in die Erde ge⸗ bracht werden, die Winterſaat aber muß viel, ſehr viel fruͤher in der Erde ſeyn, die Vegetationsperiode iſt alſo kuͤrzer. Die Getreideernte giebt ohne Beruͤckſich⸗ ſichtigung der Saatzeit keinen Regulator des Klima's ab, ſondern die Futterernte. Unſer armer, durchaus un⸗ thaͤtiger Boden ſoll ſtaͤrker geduͤngt werden als der warme maͤrkiſche Boden, und doch giebt er Anfangs Juni kaum eine kaͤrgliche Kleeweide, wenn dieſer bei einer mittelmaͤßigen Duͤngung einen vollen Kleehieb giebt. In welchem Zuſtande der Gahre, fuͤr die fol⸗ gende Witterung, iſt aber der Boden nach einem gut geſtandenen Klee, und in was fuͤr einem unguͤnſtigen Zuſtande iſt der Boden nach einem ſchlecht beſtandenen Klee! Waͤhrend der dortige Wirth geraume Zeit hat, der Kleeſtoppel noch eine vollſtaͤndige Brache zu geben, wird dieſe bei uns nur immer hoͤchſt mangelhaft, und der Ruͤckſchlag der Winterernte bedeutend ſeyn.

Noch ſchlechter ſieht es mit den Huͤlſenfruͤchten als Vorfruͤchten aus; ſie kommen beim Dreifelderwirth in die geduͤngte Sommerſtoppel; was ſoll nun aber im Herbſte nach beſtellter Winterſaat zuerſt geſchehen, ſoll die Haferſtoppel umgebrochen werden? oder die geduͤngte Winterſtoppel zur Gerſte? Leider entſchließt der Wirth ſich immer fuͤr dieſes, d. h. er ſieht ein,

wenn