Jahrgang 
24 (1829)
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11 durch, wenn nicht ſchleunige Gegenmittel angewendet werden, zuweilen den Tod herbei. Wo aber auch ge⸗ rade dies nicht der Fall iſt, wird doch durch einen ent⸗ zuͤndlichen Zuſtand, welcher den ganzen Koͤrper ergreift, die allgemeine Blattern⸗Eruption veranlaßt. Dieſe allgemeinen Blattern, welche die Schaafe bei der Im⸗ pfung am Schwanzeoder bei der noch bedenklichern an der inneren Flaͤche des Vorderſchenkels, einer ehe⸗ mals beliebten Impfſtelle, welche jetzt aber mit Recht in einen boͤſen Ruf gekommen iſt, erhalten, ſind oft, wenn ſie nicht als einzeln ſtehende rothe Punkte er⸗ ſcheinen, ſondern dichtſtehend in einander laufen, weit gefaͤhrlicher, wie ſelbſt die natuͤrlichen. Meinen Be⸗ obachtungen nach kann man als ziemlich gewiß an⸗ nehmen, daß da, wo dieſe Pocken die untere Flaͤche des Leibes dergeſtalt eingenommen haben, daß die Haut wie eine Rinde oder Borke anzufuͤhlen iſt, der Tod erfolgen werde. Dies iſt leider nur zu oft der Fall. Als kraͤftige, ſelbſtredende Beweiſe, die uns das vorige Jahr, welches ſich bekanntlich durch eine kuͤhle und demnach guͤnſtige Temperatur auszeichnete, gegeben hat, fuͤhre ich Folgendes an: Kaum hatte ich aus der Schaͤferei zu Soͤhlde die Impflinge er⸗ halten und zuruͤckgeſandt, ſo begann daſelbſt das Kre⸗ piren; von 1600 durch einen Thierarzt am Schwanze geimpften Schaafen krepirten 180 Stuͤck. Dieſelbe Schaͤferei, welcher ich, wie oben geſagt, aus meiner Heerde die Impflinge lieferte, verlor nach Verhaͤltniß