Jahrgang 
22 (1828)
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auch Vorraͤthe dieſer Art ſind ſo unbedeutend, daß ſie kaum hier in Betracht zu kommen verdienen. Aus Warſchau berichtet man vom 14. September: die Vorraͤthe in Polen ſind nicht ſo bedeutend, um aus⸗ fuͤhren zu koͤnnen, aus Litthauen und Volhynien moͤchte es wohl moͤglich ſeyn, daß exportirt werden konnte. In ſaͤmmtlichen Haͤfen am baltiſchen Meere, welche bisher als eine Getreide⸗Kammer zu betrach⸗ ten waren, iſt die Quantitaͤt von aufgeſpeichertem Getreide ſeit vielen Jahren nicht ſo unbetraͤchtlich ge⸗ weſen als jetzt, daſſelbe ſoll in den Haͤfen der Nord⸗ ſee ſtatt finden, ſo z. B. ſoll in den Haͤfen von Bra⸗ bant nicht mehr als 50 Laſt à 51 Berliner Scheffel vorraͤthig ſeyn*), die vereinigten Staaten von Nord⸗ amerika koͤnnen nichts ausfuͤhren, und Kanada, ſonſt ſo reich an Getreide, bedarf der Zufuhr.

So geſtaltet ſich jetzt der Welthandel mit Ge⸗ treide, und der faſt ganz untergegangene Speculations⸗ Geiſt mit dieſer Waare wird mit Macht ſich wieder

*) Die Vorraͤthe waren am 31. Januar 1828, den An⸗ gaben des Herrn Jakobs zufolge, zu Danzig, Elbing, Koͤnigsberg, Memel, Stettin, Colberg, Stolpe, Greifswalde, Stralſund, Roſtock, Wismar, Luͤbeck, Kiel, Toͤnning, Hamburg, Bremen, Kopenhagen und Korſoer zuſammen 579,100 Quarter, alſo nur um 171,712 Quarter groͤßer als das Minus iſt, wel⸗ ches durch das geringere Gewicht des diesjaͤhrigen Getreides verurſacht wird.