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In Schaͤfereien, deren Hauptnahrung aus Branntweinſchlaͤmpe beſteht(was wohl bei Mutter⸗ vieh ſelten Statt finden kann), fanden ſich haͤufig Krankheiten ein, unter denen eine ſchnell toͤdtende Gelbſucht, welcher man nur durch veraͤnderte Fuͤtte⸗ rung Einhalt that, den erſten Platz behauptet. Die Lammzucht gedieh bei Schlaͤmpefuͤtterung nur in ſel⸗ tenen Faͤllen gut. Und wenn ich derſelben als etwa ein Drittheil der Fuͤtterung gegeben auf keine Weiſe ihren Werth abſprechen will, ſo glaube ich, daß jedes groͤßere Maaß die Schaafe noͤthigt und gewoͤhnt, zu viel waͤßrige Theile zu genießen. Obwohl dieſe we⸗ gen des noch in der Schlaͤmpe enthaltenen Spiritus weniger nachtheilig wirkt, als andere waͤſſerige Fut⸗ terarten, ſo hinterlaͤßt ſie doch ſehr leicht eine Schwaͤche des thieriſchen Koͤrpers, welche ſich erſt dann aͤußert, wenn die Schaafe auf Weidenahrung angewieſen ſind, und es iſt faſt außer Zweifel, daß ſolche Schaafe einer ſtaͤrkern Weide beduͤrfen, um dabei kraͤftig und geſund zu bleiben, als mehr mit trockenen Fuͤtterungs⸗ mitteln waͤhrend des Winters erhaltene. Auch duͤrf⸗ ten ſich haͤufiger Waſſergeſchwuͤlſte waͤhrend des Som⸗ mers bei ihnen zeigen.
Alte Schaafe, welche Mangel an Zaͤhnen, auch Schwaͤche hindert, feſte Nahrungsmittel zu genießen und voͤllig zu verdauen, werden ſich bei irgend auf⸗ merkſam vollfuͤhrter Schlaͤmpefuͤtterung gut erhalten, junge dagegen, welche viele Jahre zur Zucht an einem


