es anerkannt, daß die Gleichguͤltigkeit gegen andere Qualitaͤten, als die Feinheit, bei der Auswahl der Boͤcke und das Vorurtheil gegen die Inzucht, wel⸗ ches ſie zu einer beſtaͤndigen Umtauſchung der Boͤcke veranlaßte, ihnen die Inconſtanz im Charakter ihres Stammes zugezogen habe.
Der ſel. Graf v. Schoͤnburg auf Rochsburg hatte darin richtigere Principe. Dieſe verdankte er mir ſehr guͤtig in dem erſten Schreiben, welches ich im Jahre 1812 von ihm erhielt, indem er ſie aus dem, was ich im 3ten Bande meiner engliſchen Land⸗ wirthſchaft uͤber Inzucht geſagt, entnommen habe. Sein Dank war mit einem Geſchenk von 14 auser⸗ leſenen Mutterſchaafen aus ſeiner Stammheerde be⸗ begleitet, ohne daß ich vorher in irgend einer Be⸗ ruͤhrung mit ihm geſtanden haͤtte.
Er hatte durch Inzucht und conſequente Aus⸗ wahl der Individuen eine conſtante und eigenthuͤm⸗ liche Raſſe aus dem ſaͤchſiſchen Stamme gebildet. Aber die Wolle, welche dieſe Raſſe trug, war nicht mehr die, welche man vorzugsweiſe begehrte, ſondern von der gedehnten, ſpitz geſtapelten Art, allerdings mit hoher Feinheit und Sanftheit. Zu Caſimiren war dieſe Wolle geeignet, aber dieſe kamen aus der Mode und mußten den feinen, leichten und geſchmei⸗ digen Tuͤchern weichen, fuͤr welche die kurze gedraͤngte Wolle von gleicher Feinheit, ihrer beſſeren Walke⸗ faͤhigkeit wegen, weit mehr geeignet war. Dazu kam,


