Jahrgang 
16 (1825)
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Entſtehung und Abhuͤlfe wird er nicht mehr Gewicht beilegen, als alle ſolche Urtheile verdienen, denen nur ein einziger Geſichtspunkt untergelegt iſt.

Derjenige, welcher es unternehmen will, alle Urſachen zu entwickeln, welche unſern jetzigen be⸗ draͤngten Zuſtand vorbereitet und herbeigefuͤhrt haben, liefert damit zugleich eine Geſchichte der politiſchen finanziellen Ereigniſſe, in ſo weit ſie auf das allgemeine Leben Bezug haben, der Fortſchritte un⸗ ſers Raffinements, unſerer Induſtrie und geiſtigen Cultur; aber auch zugleich die Geſchichte unſerer nationalen Thorheiten; er entfaltet unſern Mangel an Gemeinſinn, an Nationalitaͤt, an ſpekulativen Geiſte: kurz, an allem, was einer großen ſelbſtſtaͤn⸗ digen Nation wuͤrdig iſt, und eigen ſeyn ſollte.

Wer die Kraft in ſich verſpuͤrt, ein ſolches zwei⸗ faches Geſchichtswerk zu liefern, der beeile ſich, dieſen Spiegel zu verfertigen und ihn dem deutſchen Volke vorzuhalten, damit es ſich und ſeine Handlungswei⸗ ſen, ſammt den Folgen davon kennen lerne. Er wird dadurch⸗ um ſo mehr ein wohlthaͤtiges Werk vollfuͤhren, je mehr ihm zugleich tiefe Einſichten in das praktiſche Leben beiwohnen, denen zufolge er im Stande iſt, die Urſachen und Wirkungen gehoͤrig zu unterſcheiden, und praktiſche Lehren zu ertheilen, wie und wodurch wir dem uns drohenden Verderben am ſchnellſten und nachhaltigſten entgegenwirken koͤnnen. Der Hoͤchſte moͤge denſelben nicht allein willige

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