Jahrgang 
12 (1823)
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traue mich zu beweiſen, daß, wenn man nur nicht, wie dies freilich in manchen Schaͤfereien wohl zu geſchehen pflegt, erſtere uͤbermaͤßig und noch dazu mit theuren Nahrungsmitteln als Korn ꝛc. fuͤttert, die Maſſe der Wolle, dem Gewichte nach, bei glei⸗ cher Fuͤtterung von den Merinos faſt gar nicht ge⸗ gen die der Landſchaafe zuruͤckſtehen wird. Eine andere Sache iſt es mit dem Anlagekapital und dem Riſiko. Erſteres iſt bei einer Merino⸗Schaͤfe⸗ rei um ſehr vieles hoͤher als bei einer Landſchaͤfe⸗ rei. Wir wollen dies einmal zugeben und anneh⸗ men, daß ein Landſchaaf 2 Rthlr., dagegen ein Me⸗ rino 10 Rthlr. koſtet. Von dieſem Anlagekapital ſind blos die Zinſen zu berechnen, weil die Heerde ſich in ſich ſelbſt reproducirt und folglich keine Ab⸗ nutzung zu berechnen iſt. Es wuͤrde demnach die Verzinſung von 100 Landſchaafen jaͤhrlich 10 Rthlr. und von des Merinos 50 Rthlr. betragen. Dage⸗ gen bringen 100 Schaafe jaͤhrlich bei nur mittel⸗

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maͤßiger Fuͤtterung 10 Stein Wolle. Die der Land⸗ ſchaafe gilt 8 Rthlr., die der Merinos rechnen wir weit niedriger, als ihr gegenwaͤrtiger Preis iſt, wenn wir ſie zu 24 Rthlr. annehmen. Mithin truͤgen die Landſchaafe fuͤr Wolle faͤhrlich 80 Rthlr., die Merinos dagegen 240 Rthlr. Davon die 40 Nthlr. hoͤhere Zinſen vom Anlagekapital bleiben von den

200 Rthlr. Alſo 120 Rthlr. mehr al

Landſchaafen. Nun wollen wir auf das groͤßere