Jahrgang 
10 (1822)
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576 fruͤchte erweckte, erfolgte neues Sinken und im

Auguſt, wo mehrentheils Verſchleuderung der Vor⸗ raͤthe eintritt, war der Weitzen faſt ganz auf den

Standpunkt des Mai, der Roggen in vielen Ge⸗

genden beinahe herabgefallen, und nur Gerſte und Hafer blieben auf einen hoͤheren. Seit der Mitte Septembers, wo man mehr Ueberſicht vom Aus⸗ fall der Ernte gewonnen, fangen die Preiſe ſich langſam zu heben an und am Schluſſe des Monats ſteht in Berlin das gute Korn von

Weitzen 55 Silbgr. Gerſte 32 ½ Silbgr.

Roggen 41 ½ Hafer 31½

Im Wollhhandel iſt ſeit der Marktzeit ein Still⸗ ſtand geweſen und wer ſich zum Verkaufe draͤngte, hat niedrige Preiſe erhalten. Dem Vernehmen nach hat ſich unter den engliſchen Febrikanten die

nicht ganz unbegruͤndete Idee verbreitet, daß die

Wolle im Verhaͤltniß mir dem Getreide im Preiſe fallen muͤſſe; ſie zoͤgern alſo mit ihrem Einkauf. Daher warten auch die Wellhaͤndler den ferneren Gang des Handels ab, indem ſie mit Vorraͤthen vorerſt verſehen ſind und Angebote genug erhalten. Dieſe ſind nun allerdings, der, durch die niedrigen Preiſe anderer Produkte, ausgeleerten Caſſen we⸗ gen, ſehr andringend und ſo wird das, was ver⸗ kauft werden muß, wohlſeil losgeſchlagen und auf dieſe Weiſe haben allerdings die Getreidepreiſe ei⸗