zen von Boͤhmen klagt man, daß die Maͤrkte mit Getreide von daher uͤberfahren und dies zu jedem Preiſe verkauft wuͤrde. Sonderbar wie dieſer Ueberfluß in Boͤhmen ſeit zwei Jahren auf einmal entſteht!
Im Jahr 1816 und 1817 hieß es, die Noth in Boͤhmen ruͤhre daher, daß ſo viele von der Dreifelder⸗Wirthſchaft zur ſogenannten Wechſel⸗ Wirthſchaft uͤbergehen wollten: ob nun der Ueber⸗ fluß wohl daher kommt, daß ſie dazu uͤberge⸗ gegangen ſind?
Im noͤrdlichen Deutſchlande wird der Rog⸗ gen und Weitzen das Deficit an Hafer und Ger⸗ ſte erſetzen muͤſſen. Auch wird das Vieh viele Koͤrner conſumtren. Es iſt deshalb ſehr wahr⸗ ſcheinlich, daß der jetzige Preis ſo lange beſte⸗ hen werde, bis die Ausſicht auf die kuͤnftige Ernte ihn aͤndert. Auf dem Berliner Markte iſt der jetzige Preis des Roggens 1 Rthlr. 16 bis 18 Gr. und dieſer iſt dem heurigen Ertrage ge⸗ maͤß. Der Weitzen gilt 2 Rthlr. 4 Gr. und koͤnnte bei wenigem auslaͤndiſchen Begehr noch fallen. Gerſte und Hafer ſchwanken noch im Preiſe und was bisher davon zu Markte kam, iſt großentheils ſchlechte Waare. Hoͤchſt wahr⸗ ſcheinlich werden letztere in ein uͤbermaͤßiges Ver⸗ haͤltniß gegen die Winterung zu ſtehen kommen, da die meiſten ihrer nicht entbehren zu koͤnnen


