(358) Gegentheil der Bauer bei Verrichtung der Hofe⸗ dienſte an Faulheit gewoͤhnt, ſogar ſeine eigene Ar⸗ beit ſchlecht und trage verrichtet. Daß ein ſolcher freier Arbeiter bald ſo weit kommen wird, ſich ſei⸗ ner Vaͤter zu ſchaͤmen, und alle ihre Laſter, als: Trunk, Neigung zum Diebſtahl, Luſt zu betruͤgen, Faulheit, Sorgloſigkeit fuͤr die Zukunft, und Gleich⸗ guͤltigkeit fuͤr die Verbeſſerung ſeines und ſeiner Fa⸗ milie phyſiſchen und moraliſchen Zuſtandes abzule⸗ gen. Dieſes halt der Verfaſſer dei Befolgung der von ihm vorgeſchlagenen Einrichtungen fuͤr unfehl⸗ bar. Dieſe heilſame Verwandlung fann aber ohne wirkſames Hinzuthun des Gutsbeſitzers nicht effek⸗ tuirt werden. Er muß ſich nicht von geldſuͤchtigem Egoismus verleiten laſſen, um nur darauf bedacht zu ſeyn, dem Arbeiter das ſauer verdiente Lohn wieder aus der Taſche zu locken, wie bis jetzt oͤfters der Fall war, wo man den armen Arbeiter an den judiſchen Gaſtwirth anweiſt, der ihm den Verdienſt (eben ſo wie ſeine baͤrtigen Glaubensgenoſſen in den Staädten die kontrahirten Kapitalien dem Gutsbe⸗ ſitzer) mit mancherlei Manoͤvres zu Waſſer macht (der Arbeiter muß fuͤr& Geträaͤnke herausnehmen, und 1 kaum wird ihm nach langem Herumzerren ausgezahlt); ſondern vielmehr muß der Gutsbeſitzer den Wohlſtand der Arbeiter menſchlich und thaͤtig
Jahrgang
10+11 (1808)
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