(348) Ausgefuͤhrt ſoll dennoch dieſe Dienſtreluition werden, und wie? Es waͤre weder zweckmaͤßig noch thunlich, dieſe Reform mit einemmal im ganzen Lande vorzunehmen; dazu gehoͤren große Vorberei⸗ tungen; der Gutsbeſitzer ſowohl, als auch die Bauern muͤſſen davon den Nutzen einſehen, ehe man ihnen zumuthen kann, daß ſie ſich dazu ver⸗ ſtehen; zu beiden gehoͤrt aber Zeit. Den Anfang ſollte alſo der Staat auf den Domainenguͤtern ma⸗ chen, und wenn er ſo billige Pachtbedingungen wie zeither macht, ſo iſt nicht zu zweifeln, daß ſich ge⸗ nug Pachtluſtige finden werden, die ohne Hofe⸗ dienſte pachten, und das noͤthige Zugvieh anſchaf⸗ fen werden. In Hannover, in der Mark Bran⸗ denburg und in Pommern ſind ſeit kurzem in vie⸗ len Aemtern die Naturaldienſte abgeſchafft worden, und die Kammern waren nicht nur um Paͤchter nicht verlegen, fondern dieſe Operation hat ſogleich den Ertrag der Domainenaͤmter anſehnlich vermehrt. L. Krug hat in ſeinem vortreſlichen Werke uͤber Nationalreichthum der preußiſchen Staaten ſehr gruͤndlich ausgefuͤhrt, daß Verpachtungen der Do⸗ mainen, wenn die Erhoͤhung des Canons nach dem Verhaͤltniß des ſteigenden Getreidepreiſes ſti⸗ pulirt wird, vor den Zeitpachtungen großen Vor⸗ zug verdienen; welcher Grund bei uns noch treffen⸗
Jahrgang
10+11 (1808)
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