(22) ſollten. Michel hat ſeine Aecker groͤßtentheils auf dieſem Berge, Hans in jenem Thale, Caſpar hat in einem Diſtrikte gar keinen Acker, u. ſ. w. Nun ſoll die Flur in neun Schläͤge getheilt werden; al⸗ lein es findet ſich bei Anordnung derſelben, daß Michel in einem Schlage 100 Morgen, und ig einem andern nur 5 Morgen erhaͤlt. Dies ver⸗ trägt ſich unmoͤglich mit ſeiner Wirthſchaft. Er müͤßte ſeine Aecker an einen andern vertauſchentz aber er wuͤrde Schaden davon haben, weil jener Nachbar ſchlecht gewirthſchaftet, und ſeine Aecker deteriorirt hat. Nur durch obrigkeitlichen Zwang koͤnnte er dazu genoͤthiget werden; aber Unrecht geſchieht ihm immer. Auf alle Faͤlle wirthſchaftet der Landmann mit mehr Luſt und Energie, wenn die Aecker, welche er beſitzt, ſein erbliches Eigen⸗ thum ſind, die ihm ohne ſeinen Willen nicht ge⸗ nommen, nicht ausgetauſcht werden koͤnnen. Wer wollte Steine brechen, Mauern und Graͤben zas⸗ hen, Unkraut vertilgen, die Duͤngung mit Koſten erzielen, wenn man den Gedanken haben müßts, heute oder morgen eine Austauſchung der Aecker gegen einen liederlichen Wirth vornehmen zu muͤſ⸗ Genl Dieſe Maßregel, ſo gut ſie in andrer K⸗ ſcht iſt, wenn der freie Wille des Beſitzers dahei it, ſo ſchaͤdlich iſt ſie der induſtrioͤſen Wirthſchaft. — Eigenthum
Jahrgang
7-12 (1806)
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