Jahrgang 
1-6 (1806)
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6. Anfrage nach Samen von Geisklee.

We iſfenbruch und andere oͤkonomiſche Schrift⸗ ſteller beſchreiben den Geisklee(Galega officinalis) als ein ſehr nutzbares und herrliches Viehfutter, das der Luzerne noch vorzuziehen ſey. Er liebe ei⸗ nen leichten, feuchten Sand, auch Mergel und ſteinigten Boden, und die geringſte Ernte, die man von ihm haben koͤnne, ſoll immer noch er⸗ giebiger ſeyn, als die beſte von andern Futterkraͤu⸗ tern; auch ſei er ein ſehr geſundes Nahrungsmit⸗ tel fuͤr das Vieh.

Ich erinnere mich wohl, dieſe Geisraute bei Frankfurt an der Oder gefunden zu haben, und mein Herbarium zeigt dieſes auch noch; ſein Blatt und ſeine Bluͤthe haben eine gewiſſe Aehnlichkeit mit den Blaͤttern und Bluͤthen der Pſeudoakazie oder auch der Esparſette. Noch nie war ich aber ſo auf⸗ merkſam auf ſeinen Nutzen, als jetzt, und wuͤn⸗ ſche Verſuche mit dem Anbau dieſes Futterkrautes zu machen.

Meine Anfrage geht nun dahin, erſtlich prak⸗ tiſche Oekonomen, die ſeine Kultur ſchon kennen, zu erſuchen, ihre Erfahrungen in den Annalen be⸗ kannt zu machen, und fuͤrs zweite anzuzeigen, wo man Samen von dieſer Pflanze, loth⸗ oder pfund⸗ weiſe bekommen koͤnne? Sollte derſelbe nicht bei Frankfurt zu haben ſeyn?

Aug. Hoffmann.