Jahrgang 
1-6 (1806)
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IV

Die Annalen des Ackerbaues ſind hoffent⸗ lich kein ephemeriſches Flugblatt, ſuͤr Zeitver⸗ treib und Neugierde geſchrieben. Sie ſollen die Kenntniſſe der weſentlichſten Theile der Landwirthſchaft verbreiten, erhalten und be⸗ richtigen, die Grenzen der Wiſſenſchaft erwei⸗ tern. Sie muͤſſen ſich, meines Erxachtens, nur auf das Wichtigere und Weſentliche der Ackerkultur, auf Produktion im Großen, auf die Verhäͤltniſſe und Organiſationen der Wirth⸗ ſchaft beſchraͤnken. Sie muͤſſen dabei einem edleren und reineren Geſchmacke ſelbſt im Vor⸗ trage huldigen.

Vor allem aber muͤſſen ſie ſich ſtrenge Wahrheitsliebe zur Pflicht machen.

Es legen ſich jetzt, mehr als jemals, den⸗ kende und unternehmende, aber in der Praxis noch unerfahrne und ungeübte Maͤnner auf den Ackerbau. Dieſe haben mehr Empfaͤnglichkeit fuͤr jede Lehre, als alte, erfahrne Wirthe. Man muß ſie vor Jrrthuͤmern ſchuͤtzen, und darf ihnen kein Vertrauen zu zweifelhaften Mitteln einfloßen, oder ihnen Mittel als unfehlbar an⸗ geben, die nur unter gewiſſen Nebenumſtaͤnden ihren Zweck erreichen koͤnnen. Wenigſtens muͤſſen ſich Schriften, die in einem gewiſſen