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ſchen ihre Nahrungsmittel*), wenn der Acker⸗ bau jetzt nicht mehr Produkte liefert als ehe⸗ mals? In einer ſolchen Allgemeinheit kann alſo wol die Frage gar nicht mehr aufgeworfen wer⸗ den, da es gar zu ſehr am Tage liegt, daß mehr Fruͤchte und Gewaͤchſe, fuͤr Menſchen und Vieh zur Nahrung beſtimmt, produrirt werden, man mag entweder ſeinen Blick bloß auf die ehe⸗ mals bereits in Cultur geſtandene Erdflaͤche oder auf die vielen Aecker richten, welche in den neu⸗ ern Zeiten erſt in Cultur geſetzt worden ſind. Wenn man aber die Frage ſo ſtellt: war⸗ um haͤlt die practiſche Landwirthſchaft nicht glei⸗ chen Schritt mit der theoretiſchen? Warum ha⸗ ben die Produkte ſich nicht in weit groͤßerem Maaße vermehrt als in den ehemaligen Zeiten, da die Landwirthſchaft als Wiſſenſchaft ſo glaͤn⸗ zende Fortſchritte gemacht hat? dann verdient dieſe Frage die groͤßte Aufmerkſamkeit. Denn ſo gewiß es iſt, daß in den meiſten Gegenden Deutſchlandes ſeit 20— 30 Jahren weit mehr Fruͤchte und landwirthſchaftliche Gewaͤchſe ge⸗ wonnen werden, als in den ehemaligen Zeiten: ſo gewiß iſt es auch auf der andern Seite, daß noch viel mehr haͤtte geleiſtet werden koͤnnen und
*) und den vielen Branntwein!


