Periodikum 
Amts-Bericht des Vorstandes über die ... abgehaltene Versammlung der Deutschen Land- und Forstwirthe
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IV.

77. Die Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthe wird es mit Dank erkennen, wenn über bedeutende Ereignisse in der äußeren Gestaltung des Forstwesens der verschiedenen deutschen Länder, Nachrichten gegeben werden?

78. Auf der Versammlung zu Karlsruhe ist es für wünschenswerth er klärt worden, daß nach Art der Versuchsfelder für landwirthschaftliche Gewächse auch für Holzpflanzen Flächen von angemessener Ausdehnung, besonders in Ver bindung mit Forstlehranstalten zu Versuchen bestimmt werden: über den Einfluß der verschiedenen Arten der Bodenbearbeitung, der Zeit der Aussaat, der Be deckung des Samens u. s. f. auf das Gedeihen der Holzpflanzen. Nachrichten über solche Kultursversuchsflächen und die auf ihnen angestellten Versuche werden stets willkommen sein?

79. Welche Erfahrungen sind über die Dauerhaftigkeit der Samen der wichtigsten Holzarten bei deren Verwendung im Großen gemacht worden? Gibt es wohl im Forsthaushalte ausführbare Mittel und Vorkehrungen, namentlich den Samen der Buche längere Zeit in größerer Menge mit Beibehaltung seiner Keimfähigkeit aufzubewahren?

80. Es scheint außer Zweifel, daß vermischte Bestände den reinen in vielen Fällen vorzuziehen sind, und z. B. Fichten, denen Buchen beigemischt sind, ein freudigeres Gedeihen zeigen, mehr Dauer haben, den Winden und Insekten besser widerstehen u. s. w., als reine. Wenn es sich nun aber um die Erziehung und Fortpflanzung von dergleichen Beständen handelt, wie wird um bei dem Beispiele von Fichten und Buchen stehen zu bleiben dieselbe am zweckmäßigsten zu bewerkstelligen sein, und welche diesfälligen Erfahrungen sind bekannt?

81. Wie ist bei der Schwierigkeit, Weißtannen und Buchenbestände im Wege künstlicher Nachzucht zu erlangen, das immer mehr vorschreitende Verschwin den dieser beiden Holzarten sicher und ohne unverhältnißmäßige Kosten zu vermeiden?

82. Ist es rathsam und vortheilhaft, in den Waldungen eine Wechsel wirthschaft einzuführen, somit Nadel- zu Laubhölzern und umgekehrt zu kultiviren? Sollen reine oder gemischte Bestände kultivirt werden? Hat die Kultur durch Pflanzenversetzung oder Samenanbau zu geschehen? und welche Vortheile gewährt das eine oder das andere Verfahren?

83. Bei der Eintheilung der Waldungen in ordentliche Schläge ist nach dem kahlen Abtriebe in der festgesetzten Periode eine Bedeckung an Brenn- und schwachem Bauholze, nicht aber auch an starkem Bau- und Nutzholze zu erwarten. Es fragt sich also: wie kann die Nachkommenschaft hinsichtlich dieser beiden letztern unentbehrlichen Holzgattungen gesichert werden?

84. Welche Waldholzbestände werden den meisten Ertrag liefern, die durch Saat, oder die durch Pflanzung erlangten, und dürfte im Großen genom men diese oder jene Art der Holzzucht vorzuziehen sein?