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„Zndem die Unterzeichneten die hier geäußerten Gedanken vertrauensvoll dem land- wirthschaftlichen Publikum zur Würdigung vorlegen, ersuchen sie alle Landwirthe, Gön- ner und Beförderer der Landwirthschaft, welche geneigt sind, das Prozekt dur ihre Theilnahme zu fördern, sich bei einem der Unterzeichneten anzuzeigen, ihre Wünsche und Bemerkungen damit zu verbinden und namentlich auszusprechen, ob sie den vorgeschlage- nen Ort für die erste Zusammenkunft passend halten oder einen andern wünschen.
„Sobald 100 Anmeldungen eingegangen sind, werden die Unterzeichneten die nöthigen weitern Schritte thun und deren Resultate bekannt machen.“
Oekonomierath Pabst, in Darmstadt,
Oekonomiekommissair Schmidt, in Oschat,
Professor Dr. Schweißer, in Tharand,
Nittergutsbesiker Friedrich Teichmann, auf Mucern bei Leipzig.*)
„Zu vorstehender Aufforderung dürfte ein Nachtrag, der über ihre Veranlassung Auskunft giebt, nicht unpassend sein, weil der richtige Gesichtspunkt, aus dem sie zu betrachten, daraus-am beßten sich erkennen lassen möchte. Herr Oekonomierath Pabst in Darmstadt trug schon seit Jahren den Gedanken zur Bildung einer landwirthschaft- lichen Wandergesellschaft, gleich der Naturforschenden, mit sich, und ward nur durch vielseitige Geschäfte abgehalten, seine Idee früher den deutschen Landwirthen zur Prüf- ung vorzulegen. Die nähere Veranlassung, daß nun dieses gegenwärtig geschieht, gab Herr Oekonomiekommissar Schmidt in Osc<haß, bekannt als ausgezeichneter Sc<af- und Wollkenner, der eine ähnliche Idee gefaßt, aber vorzugsweise nur eine Zusammen- kunft von Schafzüchtern im Auge hatte und sic) an ersteren wandte, um ihn in sein Interesse zu ziehen. Pabst ging indessen nicht ganz auf Schmidt's Ansichten ein, sondern fand nur dadurch seine erste Jdee lebhafter aufgeregt, und sich ermuntert, nach deren Verwirklichung zu streben. Er theilte hierauf seine Meinung Unterzeichnetem, der auch schon von Schmidt zur Mitwirkung eingeladen worden war, mit, und forderte ihn auf, gemeinschaftliche Sache mit ihm zu machen. Von dem Wunsche beseelt, nach Kräften zur Vervollkommnung der Landwirthschaft mitzuwirken, war derselbe sogleich dazu erbötig und in Folge dessen beeilt er sich, vorstehende vom Herrn Oekonomierath Pabst ihm zugesandte Aufforderung dem Publikum vorzulegen.“
„Eine Versammlung von Landwirthen überhaupt läßt jedenfalls mehr Nuten für die Wissenschaft, mehr Aufschlüsse über zweifelhafte- Gegenstände, mehr Mittheilungen interessanter Erfahrungen und eine regere Theilnahme erwarten, als die Zusammen- funft blos von Schafzüchtern; denn Pabst dürfte wohl vollkommen Recht haben, wenn er über diesen Gegenstand in einem Briefe an Unterzeichneten sich folgendermaßen aus- drückt:„,,i< bin der Meinung, daß die Schafzucht nicht so wichtig sei(in Beziehung auf Verständigung, Aufklärung über das, was man in dieser Beziehung, glauben und thun soll 2c.), daß es sich verlohnte, außerordentliche Maßregeln dafür in Vorschlag zu bringen. Alles, was für sie geschehen kann, läßt sich eben so gut in einer dafür zu bildenden Sektion des allgemeinen Kongresses in Ausführung bringen.““
*) Nach Pabst's Plan sollten eigentlich mehre der geschäßtesten und berühmtesten Landwir- the Deutschlands ersucht werden, diesen Aufruf mit zu unterzeichnen, und auf diese Weise mit uns vereint an die Spike des Unternehmens sich zu stellen 3 der Zeitverlust jedo<, wel- <her nothwendig damit verbunden gewesen wäre, machte es räthlich, dieses Vorhaben auf- zugeben, und der Unterzeichnete suchte nur noh seinen geehrten Freund Teichmann da- für zu gewinnen, weil er überzeugt war, daß derselbe, Zeit- und Kostenaufwand nicht sc<heuend, für den Fall, daß die erste Zusammenkunft wirklig in dem ihm nicht fernen Dresden stattfände, bei den dafür zu treffenden Vorkehrungen seinen kräftigen und mü- hevollen Beistand nicht versagen werde.
Shweißer.
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