Jahrgang 
1838
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MIE ;Der im Jahre 1823 auf Veranstaltung unseres nun dahin geschiedenen großen Meisters Thaer zu Leipzig stattgehabte Wollkonvent hat so vielen Beifall gefunden und ist so fruchtbringend für die Förderung der hochfeinen Schafzucht gewesen, daß er gewiß bei allen denen, welche zu jener Zeit für genannten Zweig der landwirthschaftlihen In- dustrie sich bereits interessirten, in lebhaftem Andenken steht und die Wiederholung sol- <her Zusammenkünfte sicherlich von Vielen gewünscht wird, so wie dieselbe eben so gewiß für 65 fernere Förderung der hochfeinen Schafzucht von den ersprießlichsten Folgen sein würde.'

Diese Betrachtung führt sehr natürlich zu der weiteren: daß solche periodische Zu- sammenkünfte, auf unser ganzes landwirthschaftliches Fa< ausgedehnt, auf dieses in dem- selben Verhältnisse von größerem Einfluß sein-würden, als wie die Schafzucht sich zum Ganzen verhält. Als Beispiel braucht man nur die noh so sehr verschiedenen Ansichten über die zweckmäßigste Behandlung des Düngers, über den Bau und die Anwendung der verschiedenen A>erwerkzeuge, Über den Werth vieler anderer Maschinen oder ECin- richtungen, die Verbindung technischer Zweige, z- B. der Zukerfabrikation mit der Land- wirthschaft u. s: w. zu erwähnen.= Auch darf man nur auf die jährlichen Versamm- lungen der Naturforscher hinbli>en, um zur Gründung einer ähnlichen Veranstaltung für die Landwirthschaft sich aufgefordert zu fühlen.

Von dem Gedanken lebhaft durchdrungen, wie sehr die Konstituirung und Fort- sezung einer sich etwa alle 2 Jahre versammelnden allgemeinen deutschen landwirthschaft- lichen Gesellschaft zur Förderung des wissenschaftlihen, wie technischen Theils des land» wirthschaftlichen Gewerbes beitragen würde, wagen es die Unterzeichneten/ den Versuch hierzu für das Jahr 1837 in Vorschlag zu bringen und zwar unter folgenden näheren Andeutungen.

1)Die Gesellschaft versammelt sich zum ersten Mal an einem noc<h zu bestimmenden Monate des Jahres 1837*) in einer passend gelegenen Stadt im mittleren Deutschland, wozu Dresden sehr geeignet sein DUBfGE A)

2)Dieselbe wird einen Vorsikenden und einige Gehülfen zur Leitung der Geschäfte wählen.

3)Sie wird sich in Sektionen theilen und Ausschüsse für diese wählen. Die Sek- tionen können 3. B- sein: a) für den Aker- und Wiesenbauz b) für Obst- und Weinbau;«) für die Viehzucht(vielleicht für die Schafzucht no< eine be- sondere Section) 3; d) für die technischen Nebengewerbe und Fabrikzweige, welche sich mit dem Landwirthschaftsbetriebe verbinden lassen.

4)Die Gesellschaft bleibt 56 Tage versammelt. Die Sektionen halten täglich Sißungen. Die Hauptsißungen werden nach Bedürfniß bestimmt."

5)Die Gesellschaft beschließt, wann und wo sie sich das nächste Mal wieder ver- sammeln will.

6)Jeder Besitzer, Pächter oder Verwalter eines Guts, so wie jeder landwirthschaft- liche Schriftsteller kann an der Versammlung Theil nehmen.

7)Jeder Theilnehmer zahlt zu den unvermeidlichen, das Allgemeine der Gesellschaft angehenden Unkosten 2 Thlr. pr. Ct.(2), über welchen Fond die Gesellschaft

| näher verfügt."

*) In diesem Jahre vielleiht am beßten im Juli oder Oktober, unddann können über die Zeit der nächsten Zusammenkunft Verhandlungen gepflogen und Bestimmungen getroffen werden. Herr Oekonomierath Pabst brachte den Monat Juni 5. I. zur ersten Versamm- lung in Vorschlag: dieser möchte sich indessen aus mehreren Gründen nicht dazu eigen 3 be- sonders wendet Herr Amtsrath Block zu Sierau, mit dem darüber korrespondirt wurde, dagegen ein, daß im Juni kein schlesisHer Landwirth daran würde Theil nehmen können, während zu einer andern Zeit, besonders im März(dieser Monat kann jedo<h d. I- wegen Kürze der Zeit nicht gewählt werden) ganz gewiß viel Schlesier fich einfinden würden.

**) Herr Amtsrath Blo> äußert, daß nach seiner Ansicht Dresden nicht nur für diesmal, son-

dern für immer der passendste Ort sein würde,