Vieh aus den südlichern Gegenden Deutsch⸗ lands weit hinauf nach Norden zu treiben ge— willet war(dessen in diesen Annalen Erwäh— nung geschehen ist) ist unglücklich ausgefallen, und hat die Unternehmer desselben ruinirt. Uebrigens bleibt das junge Rindvieh noch selten und theuer, und besonders werden die Milch⸗ kühe in erstaunlich hohem Preise gehalten.
Die Rindvieh-Pest hat sich aufs neue im Anhaltschen geäußert, worüber wir folgende Nachrichten erhalten haben:
Seit mehreren Wochen herrscht in Kos— wig, einem Städtchen im ehemaligen Fürsten⸗ thüme Anhalt-Zerbst, die Viehseuche oder Löser⸗ dürre, und hat hier schon an 150 Stück Rind⸗ vieh weggerafft. Man glaubt, daß sie aus Sachsen, wo sie schon längere Zeit gewüthet haben soll, hierher verbreitet sey. Die Besorgniß, daß sie sich weiter ausbreiten werde, bewirkt, daß alle Vorkehrungen getroffen werden. Das Städtchen Koswig ist deshalb mit Soldaten und Bauern umzingelt, und keiner der Einwohner ö darf aus der Stadt. Ueberhaupt sind die An— stalten, die man der weiteren Ausbreitung ent— gegengesetzt hat, vortrefflich. Viehmärkte sind


